Notfall Welpe - mitten in der Prägephase - Wie diese unterstützen?

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11 Antworten

Hallo Glimmer, nachdem du ja schon 2 andere Hunde hast, bist du ja erfahren im Umgang mit Hunden. Ich habe auch 3 ganz liebe Fellnasen:-) Ich hatte auch mal so einen Fall wie du jetzt, einen kleinen, ganz armen Welpen mit Hinkebein und Blutvergiftung, verstoßen usw. Ich hatte damals eine Schäferhündin, die ihm nie etwas getan hätte, aber auch nicht gerade begeistert war von der neuen Konkurrenz, um die sich da alles drehte. Ich habe meinem Zwerg damals ganz viel Körperkontakt geboten (Hundemamaersatz), indem ich ihn mir unter den Pullover auf den Bauch gelegt habe. Nebenbei streichelte und kuschelte ich meine Hündin ausgiebig und gab ihr extrafeine Leckerlis. Vielleicht kannst du dir den kleinen Wurm mit so einer Art Tragetuch (Babytragetuch oder du opferst ein altes Bettlaken und schneidest es in die passende Form) unter einem weiten T-Shirt an den Körper binden und mit deinen anderen Hunden besonders schöne ausgedehnte Spaziergänge machen? Kommt halt drauf an, welche Rasse und welches Gewicht dein Kleiner hat. Meiner ist ein Foxterrier, da ging das gut. Und er hat durch die rhythmische Bewegung beim Spazierengehen ganz lange und fest geschlafen. Wenn er gestrampelt hat, habe ich ihn rausgeholt und auf den Boden gesetzt, dann kam meine Hündin, hat ihn beschnuppert, ein ganz gutes Leckerchen bekommen (positive Verknüpfung: "ich tu dem Kleinen nix, das wird belohnt") Mein Kleiner hat dann sein Geschäftchen erledigt, lief ein Stückchen und kam wieder in sein Tragetuch. Ich wurde nicht 1x nass;-) Deine beiden anderen Hunde hätten dann auch was schönes, nämlich extralange Spaziergänge, da wird man nicht so schnell eifersüchtig. In der Nacht durfte der Kleine in meinem Bett schlafen, was für meine Hunde sonst strengstens verboten ist (ich lege mich auch nicht in ihre Körbchen), habe mir eine wasserdichte Unterlage ins Bett getan und den Zwerg in ein großes Badelaken locker eingewickelt. Meine Hündin durfte in dieser Zeit auch in meinem Schlafzimmer schlafen, damit sie nicht eifersüchtig wird. Wenn der Foxi in der Nacht unruhig wurde, bin ich aufgewacht und habe ihn in den Garten gesetzt zum Geschäftchen machen. Mein Bett wurde nie nass. Mein Tierarzt meinte damals, es wäre ein Wunder, dass der Kleine überlebt hat, so schlecht war er dran, als ich ihn nahm. Er wurde ein ganz toller Hund, ist ein ganz lieber, verschmuster Kerl (obwohl man von Foxterriern sagt, dass sie giftig wären) und hat viele Jahre als Therapiehund mit mir gearbeitet (ein Foxl als Therapiehund!!!) Meine Schäferhündin starb mit 13, dann kam ein anderer Hund dazu und vor 1 1/2 Jahren noch einer, und die hat mein Foxi gut akzeptiert, aber es braucht ca. 2 Wochen, bis die "Platzhirschen" den Neuzugang ins Rudel aufnehmen (meine Erfahrung) Jetzt ist mein Foxi schon 14,5 Jahre alt, ein richtiger Opi, hat einen Schlaganfall überlebt und hat einen altersbedingten Herzfehler, aber er ist noch immer der Chef in meinem kleinen Rudel. Mein Rat: gib deinem Kleinen möglichst viel Körperkontakt, du spürst dann seine Bedürfnisse und er wird gestärkt. Und er wird eine ganz besondere Bindung an dich bekommen. Bei der Erziehung schlage ich liebevolle Konsequenz vor, so wie es eine Hundemama macht. Wenn er was macht, was er nicht darf, knurr ihn an (schaut zwar blöd aus, funktioniert aber) und sag ihm gleich dein Verbotswort dazu ("nein" oder "aus"), dann kapiert er auch die Menschensprache bald. Ich wünsche dir und deinem Rudel alles Gute, Andie PS: mein Tierarzt war mir keine Hilfe, er meinte, der Welpe würde sowieso sterben. Und Hundeschule mit einer fremden Hündin????

Glimmer 07.07.2011, 23:20

Danke für die ausführliche und tolle Antwort,ist mir jetzt sehr hilfreich. Schön dass der Kleine damals bei Dir gelandet ist. Mein Wurm ist ein Dalmatiner/Labrador Mix.

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Das ist wirklich schrecklich.

Sehr Vorteilhaft ist allerdings, daß Du 2 Hunde hast - denn dann kann der Kleine Rudelverhalten, Hundesprache etc. von den zwei lernen. Die Sozialisierung muß ja auch im Rudel stattfinden.

Der Kleine wird sich an den anderen orientieren (hat mein Welpe auch gemacht), er wird von den zwei lernen. Das ist sehr positiv.

Deine Zwei brauchen natürlich Zeit, um sich an den Neuzugang zu gewöhnen. Wenn Deine Hündin eifersüchtig reagiert, dann immer erst sie bekuscheln und dann den Wurm oder beide gleichzeitig. Aber gib ihr Zeit - das wird schon noch. Immerhin sie spielt mit ihm - das ist schon ganz toll.

Auch mit 6 Wochen kann der Wurm schon anderen Menschen und Hunde kennen lernen, Straßenverkehr etc. - daher würde ich ihn schon oft mitnehmen - am besten am Anfang mit einer Deiner Hunde - dann kann er sich orientieren. Du mußt ihn aber irgendwann auch alleine mitnehmen - nicht das er nur zurecht kommt, wenn ein Großer dabei ist.

Ich habe letztens erst ein Paar kennen gelernt, die haben einen 4 Wochen alten Welpen aufgenommen (Mutter u. Geschwister bei der Geburt verstorben). Der Welpe wurde beim Züchter dann per Hand aufgezogen. Da aber der Züchter keine weiteren Hunde hatte, hat er den Welpen mit 4 Wochen abgegeben an das Paar, da die auch 2 große Hunde hatten - gerade damit der Welpe das Rudelverhalten lernt. Als ich die kennenlernte war der Welpe 7 Wochen alt. Die haben den auf einer Hundeausstellung im Freien mitgenommen wo ca. 40 andere Hunde waren. Der Kleine war wahnsinnig offen und freundlich - also nicht überreizt oder so.

Wie lange ist er denn jetzt schon bei Dir? Denke erst ein paar Tage, oder? Gib Deinen Zwei Zeit - das wird schon.

Hallo Glimmer,

ich sehe als einzige Lösung: wenn Du kannst geh in die Hundeschule, frag nach, kann sein, daß es irgendwo ein Muttertier gibt, welches mit Deinem Welpen und seinem Wurf bereit ist, einige Stunden wöchentlich zu verbringen...

Gruß, Emmy

Hallo, oh weh da hast du jetzt viel Action bei dir..:) ich würde a. dringend versuchen ihn über einen anderen Züchter in Kontakt mit gleichaltrigen Welpen zu bringen. Das was ein guter Züchter auch noch bis zur 8. Woche getan haben sollte, ist den Welpen an Haushaltsgeräusche zu gewöhnen, Staubsauger, Mixer, Fön etc, an verschiedene Untergründe (Fiesen, Stein, Gras, Parkett etc), Kinder etc...überfordere den Kleinen aber nicht, ich würde bis zur 8 Woche warten bist du mehr Aktion machst. Heißt ab der 8 Woche dann sofort in die Welpengruppe, alte Menschen, Kinderwagen, Folien am Boden, Menschen verschiedener Hautfarben und und und.. Wenn du noch mehr Fragen hast oder oä., kannst mich gerne auch über meine Seite Ruhr-Hunde.de kontaktieren. LG

Ein Neuzugang verändert die Dynamik im Rudel, das merken Deine anderen Tiere natürlich auch. Wenn Dein Welpe genug Kontakt mit Dir und den anderen Tieren hat, seine Bedürfnisse befriedigt werden und Du viel Zeit hast, Dich um alles zu kümmern, was er braucht, sehe ich keine Probleme. Du kannst sicher nicht alles ersetzen, was eine normale Hundemutter leisten würde, aber die Alternative heißt Sterben und die ist ja nicht so spaßig. Du merkst wahrscheinlich selbst, wenn der Kleine müde wird und schlafen will. Stör ihn dabei nicht, auch das weißt Du wahrscheinlich schon. Bring ihn in seinen Wachphasen auch immer wieder mit Menschen zusammen, Du wirst ja ohnehin alle paar Stunden mit ihm draußen sein, nehme ich an. Wenn er angenehme Erfahrungen macht mit allem, was um ihn herum vorgeht, wird er sicher einen freundlichen und ausgeglichenen Charakter entwickeln. Der Tierarzt wird Dir morgen wahrscheinlich auch noch ein ganzes Paket Hinweise mitgeben. Gruß, q.

Nun interessiert es mich wer Dir die Geschichte einer Mutter welche alle Welpen verstossen hat und einem Vater der ein paar tot gebissen haben soll erzählt hat....

Die anderen Welpen waren teils schon mit 5 Wochen abgegeben.

Bist du dir sicher, dass du da nicht auf einen Hundeverkäufer reingefallen bist? Die Mutter hast du nicht gesehen, oder?

Eine schaurige Geschichte die so nicht stimmen kann...

Du benötigst für den Kleinen welcher mit rührseliger Geschichte gehandelt wurde nun dringend einen sehr gut sozialisierten Hund (egal on Männlein oder Weiblein) welcher das Aufziehen des Welpen übernimmt. Das dürfte bei dir also möglich sein. Suche Dir noch eine gut und fachlich geführte Welpenstunde welche Erfahrung mit der Sozialisierung solcher Welpen hat.

Recht viel draussen herum ziehen solltest du den Welpen aber noch nicht. Der wichtigste Platz für den Kleinen derzeit ist das sichere Zuhause im Kreis der Familienhunde. Es reicht aus wenn er alle Umweltreize einer normalen Hunde-Mensch Familie mit allen Geräuschen usw. kennen lernt. Erst ab der 8. Woche geht es dann kurz hinaus zum Welt entdecken. Aber nur kurz.

Brigitta270755 07.07.2011, 21:58

Mal wieder - den Nagel auf den Kopf getroffen!

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Glimmer 07.07.2011, 23:17

Danke für die guten Tipps, die Mutterhündin habe ich gesehen. Sollte zwar erst nicht so sein und die Leute wollten mich an einer Tankstelle treffen aber da ich drauf bestanden habe sind wir zu ihnen nach Hause gefahren.In das Haus/Wohnung durfte ich nicht.Sie haben die Hündin rausgeholt, diese zeigte keinerlei Interesse an dem Welpen und knurrte ihn weg.Das sie Welpen hatte konnte man an den Zitzen erkennen, sie verhielt sich aber so als ob es ein fremdes Baby wäre.Eigentlich hätte ich mit einem älteren Welpen gerechnet, im Internet stand 12 Wochen. Aber den Kleinen da lassen konnte ich nicht und wären es mehr Welpen gewesen hätte ich sie wie gesagt sicher alle eingepackt.

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YarlungTsangpo 08.07.2011, 03:30
@Glimmer

Natürlich hatte die Hündin kein Interesse an einem - ihr völlig fremden - Welpen! Ihre Welpen die sie ja hatte sind ihr ja Zwecks Verkauf an solche Leute die darauf reinfallen - rührselige Geschichten - viel zu früh weg genommen worden.

Solcher Art Verkauf bedeutet so unendlich viel Leiden - für die Hunde!

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Immer überallhin mitnehmen. Er muß alles kennenlernen - auch ganz fremde Hunde. Nimm ihn auf Autofahrten mit, geh mit ihm durch Menschenansammlungen spazieren, zeige im lärmende Autos, spielende Kinder, große Wiesen - einfach alles.

Eine Bekannte von mir züchtet, und sie führt ihre Welpen an ALLES heran, so daß sie als erwachsene Hunde keine Angst vor fremden Situationen haben.

emily2001 07.07.2011, 09:50

Hallo turalo,

DH von mir!

Gruß, Emmy

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Brigitta270755 07.07.2011, 21:56
@emily2001

Von mir eigentlich auch, ....

.aber ich schlage vor, dass der Kleine sich zuallererst mal daheim fühlen muss. Überall mit hinnehmen, alles zeigen und was immer turalo hier vorgeschlagen hat, - okay. Aber bitte erst frühestens ab der 9. oder 10. Woche. Und nicht, bevor er keinerlei Impfschutz hat, bitte. Ein Welpe gehört in dem Alter noch in die Wurfkiste, nicht in die "große weite Welt" !

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Vor vielen Jahren hatte ich mal einen Hund mit 5 Wochen bekommen - aus ähnlichen Verhältnissen. Den habe ich ganz normal groß gezogen, ohne mir viel Gedanken zu machen. Ich nahm ihn altersgemäß mit zu allen möglichen Orten. Er ist ein völlig normaler Hund geworden, verstand sich mit fremden Hunden und war auch Menschen gegenüber immer freundlich. Besprich evtl. Fragen mit dem Tierarzt.

Alles, was er an Prägung braucht, wird er von deinen beiden bekommen. Du musst ihnen nur vertrauen und nicht gleich eine Welle machen, wenn einer der beiden mal unwirsch brummt. Mit 6 Wochen kann ein Welpe schon ganz schön frech und aufdringlich sein und deine großen müssen die Erlaubnis haben, ihn mit zu erziehen, sonst kann das ziemlich in die Hose gehen.

Auch wenn der Welpe mal von einem der Großen scharf zurechtgewiesen wird und vor Schreck anfängt zu quietschen und zu schreien - NICHT die Großen gleich tadeln. Man kann sie dazu ermahnen, "lieb" zu sein oder "vorsichtig" oder was auch immer man als Kommandowort dafür hat. Kleine Hunde fordern das manchmal heraus, dass sie die Grenzen klar gezeigt kriegen und die Großen müssen das dürfen. So lange kein Blut fließt, ist alles okay.

Gott sei Dank hast du zwei Hunde, die das können, ansonsten hättest du vermutlich eine Menge mehr Arbeit mit Prägung und Erziehung. Vertrau ihnen. Die machen das schon. Sie wissen, was du von ihnen erwartest. Hunde sind sensibler, als wir Menschen uns träumen lassen.

Das wichtigste ist, ,das deine beiden Hund nicht eifersüchtig werden.Das der Kleine nicht alleine mit Ihnen ist.man soll es nicht provozieren.Deine Hunde müssen den Kleinen erst ganz Akzeptieren. das dauert seine Zeit.viel Glück

Hallo Glimmer, besorg dir doch das hier :http://www.tierisch-gut-ratingen.de/products-page?product_id=530, ist sehr hilfreich. Und denk auch dran, dass deine schon vorhandenen Hunde sich erst mal an den Kleinen gewöhnen müsse. Das geht nicht von heute auf morgen ^^.Frag doch auch bei deinem Tierarzt nach, der weiss bestimmt auch Rat :) Geduld ist die Parole, viel Glück dir Lg dingdong

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