notarielles nachlassverzeichnis?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Kommt darauf an, wie man fragt. Du bist die Auskunftsverpflichtrte, also erkläre ich es aus deiner Sicht:

Nach § 2314 BGB hast du als Alleienerbin den Pflichtteilsberechtigten als gesetzlichen Erben, mithin deiner Schwester, "auf Verlangen über den Bestand des Nachlasses Auskunft zu erteilen".

Sie darf verlangen, dass "der Wert der Nachlassgegenstände ermittelt wird" und "dass das Verzeichnis (...) durch einen zuständigen Beamten oder Notar aufgenommen wird." Davon verspricht sie sich mehr Vollständigkeit und Wahrheit. Nur ist die nur scheinbar zu erlangen :-)

Denn der Notar kann nur diejenigen Gegenstände in Augenschein nehmen, die er bei einer Ortsbesichtigung vorfände :-)

Wichtig: Ein vollständiges Nachlassverzeichnis erkennt man an den Positionen "Bargeld 12,35 EUR", "Erstattung Privathaftpflochtversicherung 34,00 EUR oder "Mietkaution 1.200 EUR" bei dem Vermögen und "Totenschein 54,50 EUR", Kopie Sterbeurkunden 20 EUR", Mieten 1.234 EUR"  für die einzuhaltende dreimonatige Kündigungsfrist, "Kosten Wohnungsräumung, Schönheitsreparatur nach Voranschlag 2.000 EUR" auf den Verbindlichkeiten-Seite.

Mit diesen Vorkenntnissen wählt du nun den Notar deines Vertrauens aus und bittest ihn, vor Ort ein bewertetest Nachlassverzeichnis zu erstellen. Legst ihm zu einzelnen Gegenständen ebay-Preisrecherchen vor und natürlich alle Unterlagen der Verstorbenen einschl. Bankunterlagen nebst allen Quittungen, laufenden Rechnungen, Vertragsverbinbdlichkeiten ("Neue Post"-Abo) (Sachversicherungen müssen bis zur odentlichen Kündigung fortgeführt und bezahlt werden, persönliche Versicherungen erlöschen und deren Jahresprämien werden anteilig erstattet).

Selbstverständlich gehören Bestattungskosten einschl. Bewirtung der Trauergäste ebenso zu den Erbfallverbindlichkeiten wie dein "kleines Schwarzes" für eine angemessene Trauerfeier: Falls du je ein solches Kleidungsstück kaufen wolltest, tu es jetzt und lass dir eine Quittung über "Trauerkleidung" dafür ausstellen :-)

Zu guter Letzt: Als pflegender Angehöriger steht dir im Erbfall ein Ausgleich zusätzlich zum Erbe zu, § 2057a BGB n. F. und zwar unabhängig davon, ob du dafür deine Berufstätigkeit einschränken oder gar aufgeben musstest.

Der Ausgleich besteht in Höhe des Pflegegelds, dass je nach Pflegestufe und Demenz von 120 - 728 EUR pro Monat gewährt würde; die genauen Sätze von 2014-2016 findest du hier in der oberen Tabelle: http://www.dmrz.de/pflege-neuausrichtungs-gesetz-png-pflegegeld-pflegesachleistung-2014-2015.html

G imager761

Hallo Imager, was mache ich mit alten Möbeln, die ich entsorgt habe, als meine Mutter ins Plegeheim ging?

0
@quinann

Nichts. Was nicht da ist, kann nicht ins Nachlassverzeichnis aufgenommen werden :-)

Du schuldest der auskunftsberechtigten Pflichtteilsberechtigten ein bewertetes Nachlassverzeichnis mit Stichtag Erbfall, keine Rechenschaft über den Verbleib ehemaligen Hausratsgegenstände :-)

Und über die lebzeitigen Motive und Verfügung deiner Mutter, ihre Möbel (zu) entsorgen (zu lassen), um mit leichtem Gepäck in eine Pflegeeinrichtung zu ziehen, kannst du dich nicht garnicht äußern.

Ich denke, du machst dir da einfach viel zu viel Gedanken

1
@imager761

Habe ein privates Nachlassverzeichnis durch meinen Rechtsanwalt gemacht. Hierauf habe ich noch nichts gehört. Kann meine Schwester eine Stufenklage einreichen?


Antwort von imager 761 wäre toll.

Die Schätzung von Grundstück und Haus habe ich in die Wege geleitet.

0
@quinann

Du bist nur zu einmmaliger Aukunft in Form eines bewerteten Nachlassverzeichnises verpflichtet. Lag das vor der Aufforderung eines notariellen Verzeichnisses vor, kann die Berechtigte kein erneutes Verzeichnis verlangen, allenfalls eine Versicherung an Eides statt über Vollständigkeit und Richtigkeit der dort vorgenommenen Angaben.

Die Bewertung des Grundstücks darf von einem öffentlich bestallten Sachverständigen beansprucht werden. Bevor man da Geld für private Gutachten ausgibt, gleich den richtigen Gutachterausschuss beauftragen - dein Anwalt kennt den für deine Stadt zuständigen.

0

Der Notar ist verpflichtet, Eigenermittlungen für das notarielle Nachlassverzeichnis nach § 2314 BGB anzustellen. Es wird auch als Amtsverzeichnis bezeichnet.

Der Notar wird einen Termin mit Dir ausmachen, um die Wohnung der Mutter zu besichtigen und die Dinge, die sich in der Wohnung befinden, aufzunehmen.

Der Notar wird sich bei Dir erkundigen, bei welchen Banken/Bausparkassen/Versicherungen die Verstorbene war. Der Notar muss dann dort die Kontostände zum Todestag erfragen.

Üblicherweise schreibt der Notar zudem alle ortsansässigen Banken an.

Wenn sich die von der pflichtteilsberechtigten Schwester verlangte Auskunft auch auf lebzeitige Zuwendungen bezieht, dann muss das notarielle Nachlassverzeichnis auch dazu Eigenermittlungen und Feststellungen enthalten.

Zu den Kosten des notariellen Verzeichnisses, das auf Verlangen eines Pflichtteilsberechtigten erstellt wird, siehe: http://www.pflichtteilrechner.de/038_wer_traegt_die_kosten_eines_notariellen_nachlassverzeichnisses.html

Kannst du den Fall genauer beschreiben? Soll das Testament für dich sein?

ich bin alleinerbin, nach jahrelanger pflege meiner Mutter. Meine schwester will jetzt ein notarielles nachlassverzeichnis. wer hat das auch schon gemacht, wie ist der Ablauf beim Notar?

0

Ja, imager,ich mache mir wirklich zuviel Gedanken und bin froh, wenn alles vorbei ist.

Was möchtest Du wissen?