Normal vs. Depression?

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5 Antworten

Das was Du beschreibst,passt eher in die Kategorie "Melancholie oder Poesie".

Depressionen ist ein Zustand,der mit tiefer Traurigkeit und dem Gefühl  der Sinnlosig-und Hoffnungslosigkeit einhergeht.

Betroffene ziehen sich aus dem soz..Umfeld sehr zurück und LEIDEN unter ihren Gefühlseindrücken. Und da fängt es an, kritisch zu werden.

Solange ein Mensch mit seinen Up and Downs im Leben gut klarkommt,nicht selbst darunter einen Leidensdruck entwickelt oder anderen damit schadet, ist absolut kein Handlungsbedarf.

Alles Gute!

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TailorDurden 12.10.2017, 17:17

Das hast Du toll gesagt. Habe vorhin auch mit einer guten Freundin gesprochen, die es ähnlich toll formuliert hat: „Der einzige Unterschied ist Betrachtung. Deine Selbstkontrolle ist meine Freiheit, Entscheidungen zu treffen. Krankhaft wird es dann, wenn man die Freiheit nicht wahrnehmen kann.“ (zum Beispiel nicht nach 2 Bier bewusst den Alkoholkonsum stoppen kann). Deckt sich ein wenig und find ich gut.

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Kenne jetzt leider nur Kafka und bei ihm weiß man heutzutage, dass es nicht (nur) Depressionen waren, sondern tiefliegende Neurosen die sein Leben bestimmt haben.

Eine Bekannte von mir hatte solche Depressionen, durch die sie Wochenlang bettlägrig war, und das als junge körperlich vermeintlich fitte Frau, die in die Uni geht und dort ihren Master anstrebt, die eine Beziehung mit einem tollen Freund führt.

Richtige Depressionen stellst du in meinen Augen nicht dar, sondern eine andere Art von Gefühlen die dich ansprechen, mit denen du dich eher identifizieren kannst. 

Vibe ist ein gutes Wort in dem Kontext.. Dieses "happy sunshine" wie du es beschreibst ist halt nur eine Facette mit der wir uns präsentieren und evtl. identifizieren. Und nach Außen hin funktioniert es doch? Jemand der innerlich wie eine Sonne strahlt, lockt natürlich viele (Motten) an und blendet, hinterlässt Eindruck.

Nur hat das nicht jeder drauf.

Schau dir mal an was für eine Art von Menschen Klassik hören.. oder regelmäßig Bücher lesen. Sind das ungebildete? Sind das "happy sunshine" Personen, deiner Definition nach? Eher nicht. Behaupte ich.

Wir sind alle verschieden und das ist gut so. https://www.gutefrage.net/frage/liegt-etwas-verstecktes-schoenes-in-traurigkeit-wie-laesst-sich-das-erklaeren? 

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also falsch oder richtig ist in dieser Hinsicht beides nicht wirklich, es ist lediglich die Ansichtssache, die sich unterscheidet.

"normal" ist meistens eher eine glückliche und optimistische Ansicht, bei der man sich von negativen Dingen nicht sonderlich stören lässt.

ist man dahingegen depressiv, sieht man es meistens realitisch bis hin zu pessimistisch und negative Dinge schlagen einen mehr nieder, weil es einem ohnehin schon schlecht geht. Zudem sind mit Depressionen meist andere Symptome wie z.b. Antriebslosigkeit, SVV, Suicidgedanken, etc zu spüren, welche durchaus einen Behandlungsbedarf haben. Ich selber leide auch an Depressionen, lasse es aber nicht behandeln, weil ich die "Gabe" des stundenlangen nachdenkens nicht weg geben möchte. Beides hat Vor- und Nachteile, aber eine Behandlung der Depressionen ist in den meisten Fällen sinnvoll

Hoffe ich konnte dir helfen

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TailorDurden 12.10.2017, 14:23

Aber dann spreche ich ja genau aus, was Du auch fühlst: Entweder behandeln, um "konform zu gehen", oder lieber dieses Denken behalten..

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Was du beschreibst, ist eher leichte Depression oder die Neigung du Melancholie und kritischem Denken, was tatsächlich nicht schlecht sein muss.

Ein schwere Depression zeichnet sich dagegen durch extremen psychischen Leidensdruck, einem Gefühl der Leere und Sinnlosigkeit über Wochen hinweg aus. Dazu können körperliche Erschöpfung und Konzentrationsprobleme kommen, die einen daran hindern können normale, alltägliche Aufgaben zu meistern, wie z.B. das Zähneputzen.

Das ist alles andere als angenehm und gesund, sondern dringend behandlungsbedürftig! 

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TailorDurden 12.10.2017, 14:20

Da hast Du vollkommen recht, aber sind die Grenzen nicht sehr fließend und die Therapieverfahren zu radikal?

Ich komme aus einer sehr starken Depression (vor 4 Jahren) und komme heute gut klar, wende viele "Tricks" und Verhaltensregeln aus der Verhaltenstherapie an, hab sehr viel gelesen. Ich verstehe das nur bis heute immer noch nicht, wie man diese Grenze ziehen soll.

Ich für mich habe immer das Gefühl, dass ich die Bands, die mich am meisten ansprechen, nicht hören sollte, dass ich Filme, die mich am meisten bewegen, lieber durch Comedy ersetzen sollte.. das hat mir die Verhaltenstherapie auch so beigebracht und so findet man es überall in der Psychologielandschaft..

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Grundula 12.10.2017, 14:56
@TailorDurden

Ja, ich sehe das ähnlich wie du. Die Grenzen sind fließend und man muss nicht jeden therapieren, dem "die Sonne nicht aus dem Arsch scheint". Mir geht es aber eher um die Anerkennung und Wertschätzung eines melancholischen Charakters, anstatt um die Frage, ob Depressive normal sind. 

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Unhappything 12.10.2017, 14:36

Ich denke deine Therapie hat dir dazu geraten das du dich nicht selbst triggerst und bspw durch die Bands das alte Muster wieder hoch kommt. Bei Psychischen Krankheiten kann man einfach keine Grenze ziehen, weil der Übergang nun einmal fließend ist.

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TailorDurden 12.10.2017, 14:42
@Unhappything

Das ist mir vollkommen klar und bewusst. Ich frage genau an dieser Stelle, warum gerade die "intellektuellen" Dinge am meisten triggern. Das ist doch auch ein gesellschaftliches Problem und nicht nur ein persönliches, psychologisches?

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Bei deiner Beschreibung von Depressionen, liegst du vollkommen daneben.

Natürlich gehört auch das dazu, es gibt jedoch hunderte anderer Arten von Depressionen.

Die wenigsten die an Depressionen leiden, sind unnormal.

Dabei steht auch die Frage, was ist normal und ab wann gilt es als unnormal.

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TailorDurden 12.10.2017, 14:26

Das glaube ich nicht mal. Habe mich sehr viel damit beschäftigt, zig Bücher gelesen und auch selbst und Bekanntenkreis über einige Jahre Erfahrung damit. Ganz am Ende begründet sich alles meist in einer Wahrnehmungsverschiebung zu bestimmten Ereignissen, Elternhäusern oder ähnlichem.. was für mich auch Intensität ist.. Die Welt ein bisschen beiseite zu lassen aufgrund erfahrener Intensität, die einem auf dem Herz steht.

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