nord stream pipeline - kritikpunkte

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Der Pipelinebau berührt nicht nur Interessen der beteiligten Unternehmen, des Erdgaslieferlandes Russland und des Empfängerlandes Deutschland sowie möglicher weiterer Empfängerländer. Betroffen sind auch Interessen der Staaten, die mit dem Transport durch die Ostsee als Transitstaaten auf dem Festland umgangen werden (Weißrussland, Polen, Ukraine). Schließlich betrifft der Bau, der sich fast durch die gesamte Ostsee zieht, insbesondere aufgrund ökologischer Auswirkungen auch die übrigen Anrainerstaaten der Ostsee.

Deutschland sichert sich dank der Ostsee-Pipeline eine direkte Verbindung zu russischen Gasvorkommen. Das Gas muss nicht durch andere Staaten wie Weißrussland, Polen und die Ukraine geleitet werden. Mögliche politische oder wirtschaftliche Auseinandersetzungen Russlands mit den Transitländern können die Sicherheit der Lieferungen nach Deutschland nicht gefährden.

Kritiker bemängeln jedoch, dass die Erdgasversorgung Deutschlands noch stärker vom bisherigen Hauptlieferanten Russland abhängig wird. Die zunehmende Abhängigkeit berge nicht nur die Gefahr von Preiserhöhungen durch Russland, sondern mache Deutschland auch politisch erpressbar.

Der Bau der Nord Stream wird insbesondere von Staaten kritisiert, durch die bisher die russischen Erdgasexporte nach Westeuropa geleitet werden (zum Beispiel Polen). Sie befürchten eine Verschlechterung ihrer Verhandlungspositionen bei der Aushandlung der Konditionen für die Lieferung von russischem Erdgas in ihre Länder und der Transitgebühren, da Westeuropa durch die Nord Stream direkt mit Russland verbunden wird und Russland künftig leichter Lieferungen in die Transitländer verringern kann, ohne damit auch die Lieferungen nach Westeuropa zu schmälern.

Kritiker des Projektes wenden ein, dass die Datenlage über den Verbleib von schätzungsweise 100.000 Seeminen sowie hunderttausender Tonnen versenkter Munition und Kampfmittel inklusive zehntausender Tonnen Giftgas nicht ausreiche, um eine derartige Baumaßnahme gefahrlos in der Ostsee durchführen zu können. Neben gravierenden Umweltschäden mit verstärkten Anschwemmungen von Kampfmitteln an den Stränden, in Deutschland vor allem auf den Urlauberinseln Rügen und Usedom, sei insbesondere auch mit einem stark erhöhten Unfallrisiko bei den Bauarbeitern zu rechnen.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,458834,00.html

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