Nominales und Reales Bruttoinlandsprodukt als Indikator des Wohlstands und des Wirtschaftswachstums, was haltet ihr davon?

1 Antwort

Eigentlich zeigt das Bruttoinlandsprodukt nur an, wie weit sich bewertete Marktaktivitäten ausgeweitet haben. Wenn viele Leute nicht mehr zu Hause ihren eigenen Kaffee kochen sondern alle Caffeetogo nutzen, steigt das Bruttoinlandsprodukt, weil mehr Kaffeetrinken über den Markt abgewickelt wird. Wenn immer mehr Hausfrauen in den Job gehen und für die Hausarbeit Haushaltshilfen bezahlt werden, steigt das Bruttoinlandsprodukt. Wenn bei einem Erdbeben Häuser in der Vorsaison zerstört und in der nächsten auch nur teilweise repariert werden, steigt das Bruttoinlandsprodukt, denn das Bruttoinlandsprodukt wertet keine Bestände. Darum ist es als Indikator für Wohlstand fragwürdig, weil Bestände oder Bestandsveränderungen nicht erfasst werden.

Meist wird auch die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts als Wachstum gewertet, oft gleichgesetzt mit Ressourcenverbrauch. Doch im Bruttoinlandprodukt wird auch gewertet, wenn auf Basis gesetzlicher Anreize mehr durch Firmen recycled wird. Denn die Marktleistung "Recycling" wird als marktrelevante Tätigkeit gewertet, auch wenn keine Ressourcen verbracht sondern nur umgewidmet werden. Darum, das Bruttoinlandsprodukt misst die Marktaktivitäten, egal, ob Ressourcen dabei verbraucht werden oder nicht. Das Erfassen von Wohlstand scheitert daran, dass es keine neutralen Bewertungen für Wohlstand gibt. Darum nimmt man meist nur in erster Annäherung das Bruttoinlandsprodukt.

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