Niedergang des spanischen Kolonialismus

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2 Antworten

Durch die Kolonien wird Spanien extrem reich. Aber anstatt ihre Wirtschaft richtig auszubauen wird viel Geld verschwendet bzw. in die Verteidigung des Kollonialreiches investiert. Durch den Import von Silber nach Europa in Massen sank aber der Preis und mit der Zeit wurde der Handel immer weniger rentabel.

Zu den Faktoren hohe Ausgaben, schlechtes wirtschaftliches Wachstum und sinkende Rentabilität der Silber Importe kam noch ein weiterer Faktor hinzu. Die Bevölkerung Spaniens war nicht sehr zahlreich, jedenfalls im Verhältnis zu anderen Ländern.

Dadurch konnten die Spanier nie richtig die Kolonien beherrschen und waren beim ersten großen Aufstand der Bevölkerung gleich weg.

Wenn du nach Simón Bolívar suchst, denke ich, wirst du auf ein paar interessante Seiten stoßen.z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Sim%C3%B3n_Bol%C3%ADvar

Die Gründe sind unterschiedliche. Man kann sie in zwei Gruppen einteilen, die sich untereinander bedingen: gesellschaftlich-wirtschaftliche Gründe und militärisch-politische Gründe. Auf der einen Seite hatten die Spanier zwar Einnahmen aus den Gold-und Silberminen Zentral- und Südamerikas, aber ihre Ausgaben waren höher als ihre Einnahmen (allein die Flotten die zum Schutz der Handelswege bereitstehen mussten, verschlangen schon den größten Teil des Wertes der von Amerika nach Spanien transportiert wurde). Zeitgleich drückte vor allem das Silber, das auf den europäischen Markt geschwemmt wurde, den Wert des Silbers (es war auch nicht gerade förderlich, dass das Münzfälscherhandwerk blühte) es kam also zur Inflation. Statt in die Wirtschaft zu investieren, investierte man lieber in Paläste und Prestigeobjekte, eine Menge an Geldern gingen auch in die Kriege gegen Osmanen, Franzosen, Engländer und Niederländer. Juden (1492) und Muslime (1492, 99, 1570/1, endgültig 1608/09) wurden gleichzeitig von der iberischen Halbinsel vertrieben und damit zwei wichtige Gruppen in der Wirtschaft der iberischen Halbinsel ausgeschaltete. die Juden hatten Verbindungen sowohl in den arabisch-islamischen Raum, als auch in den christlich-europäischen Raum, den andere so nicht hatten, die Muslime kultivierten Nutzpflanzen, die mit ihrer Vertreibung von der Península verschwanden. Die Spanier waren sich zu einem großen Teil zu gut zu arbeiten, vor allem die hidalgos. Das waren in den Adelsstand erhobene, ohne "Herkunft", die aber nun - als Adelige - standesgemäß nicht mehr bereit waren zu arbeiten. Und von denen, die bereit waren, gingen viele nach Amerika. Mit der Aufklärung kamen auch die Ideen der Aufklärung nach Amerika, und nachdem Ferdinand VII. in der Verfassung von 1812 (Hintergrundinfos dazu) nicht mehr absoluter Monarch von Gottes Gnaden war, sondern an die Konstitution gebundener Monarch, dies aber 1814, recht undankbar dafür, dass das liberale Spanien ihm während der Besetzung durch Napoleons Truppen treu geblieben war, rückgängig machte, da war auch den Amerikanern die Idee gekommen, dass es nicht gerecht sei, was sie von der spanischen Krone erdulden mussten. Die meisten südamerikanischen Staaten kamen daher zwischen 1816 und 1824 nach teilweise blutigen Auseinandersetzungen in die Unabhängigkeit. Nur Kuba und Puerto Rico gehörten noch bis 1898 zur spanischen Krone. Gott fest befohlen Reagan81

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