Nie genug?

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7 Antworten

Hallo Mia279,

zuerst einmal sollst Du wissen, dass Du mit Deinem Problem nicht allein dastehst. Essstörungen sind ein Problem, vor dem weltweit Millionen Erkrankte, vorwiegend Frauen (90%) stehen. Betroffen sind sowohl Ledige als auch Verheiratete, alle Altersgruppen, sowohl junge Mädchen als auch Frauen im reiferen Alter.

Was könntest Du selbst dagegen tun? Auch wenn Du das Problem vermutlich gern vor anderen verbirgst, wäre es doch gut, (trotz Deiner Bedenken) das offene Gespräch mit Deinen Eltern zu suchen. Möglicherweise haben Deine Angehörigen unbewusst zur Entstehung Deiner Essstörung beigetragen, indem sie vielleicht zu großen Wert auf die Figur und das Aussehen gelegt haben. Sollte das auch in Deinem Fall zutreffen, dann müsste Deine Familie ihre Einstellung überdenken. Du sollst auch wissen, dass die meisten Essgestörten Perfektionisten sind. Sollte das bei Dir der Fall sein, dann denke daran, dass Fehler zum Leben gehören und nicht Deinen Wert als Person bestimmen. Niederlagen sind normal, gehen vorüber und können auch überwunden werden. Wenn Du Dir das bei einem der nächsten Fehlschläge bewusst machst, wirst Du wahrscheinlich nicht so sehr am Boden zerstört sein.

Versuche auch, Dich als ein Individuum zu sehen, dass sich nicht in die von anderen ausgedachte Form pressen lässt. Das fördert Deine Selbstachtung und Dein Selbstwertgefühl. Ist Dir aufgefallen, dass Essgestörte leicht zu Frustessen neigen? Das kann daher kommen, dass sie nicht gelernt haben, frei Ihre Meinung zu äußern, vor allem auch dann, wenn sie von anderen nicht gern gehört wird. Wenn es Dir auch so ergeht, dann lerne, Deinen Ärger nicht einfach herunterzuschlucken. Offen seine Meinung zu äußern bedeutet ja nicht unbedingt, Dampf abzulassen oder seine ganze Wut herauszulassen. Es bedeutet, offen und deutlich das zu sagen, was man denkt. Tust du das nicht, dann mag es sein, das Dein Drang zu ungesundem Verhalten zunimmt. Du stürzt Dich quasi in eine Essattacke, wenn sich Frustration in Dir aufstaut.

Wenn Du noch bei Deinen Eltern wohnst, dann mache ihnen klar, dass es sehr auf Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung ankommt. Wenn möglich, halte zu Ihnen einen offenen Gedankenaustausch und sensibilisiere sie für Deine Erkrankung. Sollte das jedoch trotz aller Bemühungen nicht möglich sein, dann such Dir Hilfe von anderer Stelle. Du kannst Dich an den sozialpsychiatrischen Dienst wenden, den es in jeder Stadt oder Gemeinde gibt.

Viele, die wegen eines Problems verzweifelt sind, übersehen leicht, dass die Bibel eine einzigartige Quelle des Rates und Trostes ist. Die Bibel geht zwar nicht auf das Thema Essstörungen ein, doch zeigt sie, dass Gott an jedem einzelnen interessiert ist und sehr viel für die Leidenden empfindet.

Folgender Text aus der Bibel stammt von dem berühmten König David, der in seinem Leben viele Höhen und Tiefen erlebte und der wusste, was es bedeutet, verzweifelt und manchmal sogar ausweglos zu sein. Rückblickend auf seine Erfahrungen, die er mit Gott gemacht hatte, schrieb er einmal: " Ja, auf Gott warte still, o meine Seele, denn von ihm ist meine Hoffnung. Ja, er ist mein Fels und meine Rettung, meine sichere Höhe; ich werde nicht zum Wanken gebracht werden. Auf Gott beruht meine Rettung und meine Ehre. Mein starker Fels, meine Zuflucht ist in Gott. Vertraut auf ihn zu allen Zeiten. Vor ihm schüttet euer Herz aus. Gott ist uns eine Zuflucht" (Psalm 62:4-8).
Obwohl Gott diesen David nicht durch ein Wunder aus seinen Bedrängnissen befreite, machte er dennoch die Erfahrung, dass Gott ihm zu Hilfe kam und ihn mehr als einmal aus Todesgefahren rettete. David konnte diese Erfahrungen nur deshalb machen, weil er selbst auch etwas tat: Er wandte sich an Gott im Gebet und er schüttete ihm sein Herz aus. Die Psalmen sind voll von seinen innigen Gebeten zu Gott.

Diese kleine Exkursion in die Bibel kann Dir etwas Nützliches sagen: Auch Du kannst Dich in Deiner Not an Gott wenden und ihm all Deine innersten Gedanken mitteilen. Wenn Du seine Nähe und seine Freundschaft suchst, dann kann er Dir dabei helfen, manches in Deinem Leben zu bewirken, was ohne seine Hilfe nicht möglich gewesen wäre.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es Dir gelingt, Deine Krankheit Stück um Stück zu besiegen und ein Leben zu führen, dass wieder lebenswert ist.

LG Philipp

Ich glaube du brauchst eine Art Hobby, um dich von dieser Welt abzulenken. Mir hat es sehr geholfen Bücher zu schreiben. Ich war praktisch nach der Arbeit den ganzen Tag abgelenkt damit. Denk dir eine gute, originelle Geschichte aus und schreib los! Wenn du Glück hast nimmt dich vielleicht ein Verlag und du wirst ein erfolgreicher Autor. Wenn nicht, dann stell es einfach bei Amazon und freu dich auf Rezessionen. 

Mir hat es sehr geholfen und ich ein depressives Stück Sch**ße...

Hallo,

Du kannst mit einem Menschen reden. Es gibt im Internet und über das
Telefon kostenlose Seelsorge. Gibt es an Eurer Schule vielleicht einen Vertrauenslehrer? Dann kannst Du auch mit diesem reden.

Ich bin Christ. Gott liebt Dich. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott gibt, dann kannst Du mich in den Kommentaren fragen.

Alles Gute

Das Gesündeste wäre laut Wissenschaftlern, wenn du mit der "Alles-Egal" Einstellung herumgehst. Du bist nicht gerade selbstsicher und willst, dass dich jeder mag, was? Ich war auch so wie du, mittlerweile ist mir ziemlich egal, was andere von mir denken. Ich bin 17, und Mädchen wie du dürfen ruhig etwas mehr auf den Rippen haben.

Mia279 29.06.2017, 17:12

Ja stimmt schon aber ich kann nicht einfach sagen ..ist mir egal was die anderen denken ...ich weiß auch nicht aber es ist mir einfach wichtig ,auch dass meine Eltern irgendwie denken ich bin perfekt (hört sich wahrscheinlich richtig gestört an)

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also eine richtige Frage kann ich jetzt nicht erkennen, deswegen kann ich Dir nur empfehlen:

chill mal.

Ich mach es mal kurz:

Wenigstens erkennst du, dass du ein Problem hast.

Red mit deinen Eltern. Es ist gut, wenn sie sich Sorgen machen, weil sie dann etwas tun um dir zu helfen.

Mia279 29.06.2017, 17:13

Mit meinen Eltern sprechen niemals ...ich könnte es gar nicht

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ghul666 29.06.2017, 17:15
@Mia279

Sie stehen dir am nächsten. Du solltest auf jeden Fall mit ihnen reden.

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Hallo Mia279,

ich denke du solltest mal in eine Klinik gehen!

Mir kommt es so vor als hättest du eine Depression! Schlafstörungen, allen es recht machen zu wollen, nicht Essen zu können. Bin kein Arzt deshalb:

Warum nicht zum Arzt gehen und mit diesen das Besprechen?

Hier einen Link wo du mehr Informationen und Entscheidungshilfen bekommst:

http://www.psychenet.de/psychische-gesundheit.html

Du bist ein Wertvoller Mensch!

Gute Besserung!

Nightstick 29.06.2017, 22:31

Man muss ja nicht gleich in eine Klinik gehen...

Viel wichtiger ist es, zu der Erkenntnis zu gelangen, dass man sich (momentan) aus eigener Kraft nicht so richtig selber helfen kann, und es keine Schande ist, vorübergehend externe (fachkundige) Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Beratungsstellen gibt es genügend - die dortigen Mitarbeiter sind netter als man denkt :)

Dies ändert u.a. den Blickwinkel zu der bestehenden Problematik, und hilft sehr dabei, wieder alleine klar zu kommen.

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Juergen125 29.06.2017, 23:39
@Nightstick

Ich würde mich an einen Arzt wenden an ihrer Stelle und eine genaue Diagnose stellen zu lassen!

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Nightstick 30.06.2017, 00:00
@Juergen125

Ja, aber an einen, der nicht nur Pillen verschreibt (etwas "böse" gedacht, aber durchaus ernst gemeint).

Die Hinwendung zu einem Arzt, zu dem man Vertrauen hat, kann der erste Schritt sein.

Aber wir kennen alle das Szenario: Man kommt ins Sprechzimmer, das Wartezimmer voll, der Arzt hat sehr wenig Zeit, hört gar nicht richtig zu, will den Patienten (mit einem Rezept) möglichst schnell wieder aus dem Zimmer haben.

Aus meiner persönlichen Erfahrung ist es deshalb immer notwendig, wenn der Patient dem Arzt schon von sich aus einen Hinweis gibt, wie es weitergehen könnte (hier z.B. eine Weiterleitung an einen guten Psychotherapeuten).

Sollte das nicht funktionieren, kann man sich ebenfalls vertrauensvoll an die eigene Krankenkasse oder an eine unabhängige Patientenberatung wenden.

Ich wünsche der Fragestellerin bei ihrem ersten (wichtigen) Schritt ein gutes Gelingen!

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