Nichte 2jahre alt ist frech was tun?

14 Antworten

Das Verhalten des Kindes ist an der Sprache gebunden. Mit zwei Jahren entdecken Kinder, dass sie sich mitteilen können. Sie entdecken das Wort "nein", und das bietet ganz neue Möglichkeiten. Denn "ich" und "nein" zusammen ergibt eine Situation auf der die Eltern reagieren müssen. Das Kind entdeckt die Opposition, kann mit seiner Gegenwehr spielen, und hat große Freude am Erkunden seiner Umwelt.

"Ich" und "nein", oder "will nicht" sind häufige Wörter in der Zeit, und das Kind unterstützt sie mit großer "Kampfkraft": heult, schreit, wälzt sich auf dem Boden, stellt sich quer wo es geht.

Es gibt probate Methoden, wie man mit einem Kind in der Trotzphase umgeht. Das was deine Schwester macht: nachgeben und verhätscheln ist nicht dabei. Sie erzieht sich ihren eigenen Tyrannen. Sie wird unter diesem Kind eines Tages schwer leiden. Oder sie hat bald keine Kraft mehr, sich dem Kind entgegen zu stellen, und wird weiter nachgeben. So erzieht man Egomanen, Versager und soziale Problemkinder.

Kinder brauchen Grenzen. Sie brauchen liebevolle Eltern. Aber "liebevoll" heisst nicht, nachgiebig. Wer seine Kinder liebt, sorgt dafür, dass sie starke, belastbare Menschen werden, und das geht nur, wenn man in den frühen Prägungsstadien die Gepflogenheiten in der Gruppe vermittelt. Und dazu gehört auch, dass das Kind seine Rolle richtig definiert: "Ich bin Kind und meine Mama hat das sagen" ist was man ihr beibringen sollte. 

Ich beobachte immer wieder in der Einkaufsstrasse die schon klassische Szene: Ein zweijähriges Kind liegt auf dem Pflaster und brüllt. Ein erhebliches Stück weiter steht die Mutter und wartet geduldig, bis das Kind einsieht, dass es damit nichts bewirken kann, und es sich langsam zur Mutter begibt.  Manchmal schämen sich die Mütter und entschuldigen sich.

Diese Methode des "austoben lassen" ist besser als das was man früher machte: "Ohrfeige und weiterschleppen". Dennoch kann sich das Kind so sehr "aufblähen" und sich selber als Maß der Dingen erleben, denn schließlich steht die Mutter wie ein begossener Pudel umher, und wartet, bis es die kleine Queen oder der kleine Prinz für angebracht hält, weiter zu gehen.

Ich finde, am meisten Erfolg hat man mit der "Zuwendungsmethode": Ist das  Kind mal nett und leise (es kann ja nicht den ganzen Tag herumschreien), dann geht man zu ihm hin, und sagt: "So nun gehen wir drausen spielen, weil du so lieb bist". Dann geht man mit ihm raus, füttert Enten, spielt im Sandkasten, etc. Sobald wieder eine Schreiattacke kommt, schnappt man das Kind, und bringt es in seinem Zimmer. Tür zu und brüllen lassen, ohne Kommentar oder Zuwendung. Ist es leise im Zimmer, geht man wieder hin, und sagt fröhlich: "das ist aber schön, dass du wieder still bist, dann können wir wieder miteinander reden. Dann setzt man sich hin, liesst eine Geschichte vor, und unterhält sich mit ihm. 

Das macht Arbeit, aber Kinder machen ja ohnehin Arbeit. Nur kann man durch standhaftes Durchhalten der Belohnungsmethode eine Kind sehr schnell so erziehen, dass es nicht mehr brüllt. Es merkt schnell, dass es Vorteile hat, wenn es lieb ist, und Nachteile, wenn es der Mutter mit dem Trotzauftritt nervt.

Nun hast du aber das Problem, dass du das sicher hinkriegen würdest, aber deine Schwester nicht. Das ist tragisch, denn als "Tante am Rande" wirst du keinen großen Einfluss haben. Die Mutter muss ihre Erziehungsmethoden überdenken, und dazu gehören Einsicht und Wissen. 

Man soll ein Kind nicht schlagen, und man soll auch unverschämtes Benehmen nicht tolerieren.

d.h. wenn das Kind Cornflakespackungen herumwirft, soll man nicht lachen, sondern in Kindersprache streng und ruhig sagen, dass das nicht geht und die Cornflakespackung vor dem Werfen wegnehmen...

Meistens benehmen sich Kinder anständig, wenn sie merken, dass sie mit ihrem unanständigen Benehmen nicht durchkommen...

Du mit deiner Nichte musst überhaupt nichts machen, was sie will.

Andererseits haben Kinder aber auch Bedürfnisse, wie essen, gewickelt werden, Unterhaltung, etc. die man schon erfüllen muss... Und natürlich funktionieren so kleine Kinder anders als Erwachsene oder grössere Kinder...

Das Kind ist im Trotzalter.

Wenn die Eltern dem Kind jeden Wunsch erfüllen, ist das ihre Sache. Aber du musst dem Kind nicht jeden Wunsch erfüllen. Einfach nein sagen. Und wenn das Kind brüllt, schicke es zu seinen Eltern.

Was möchtest Du wissen?