Nicht zulässige Vorschriften und Regeln am Arbeitsplatz (Altenpflege)?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Es werden in der Altenpflege auf Anforderungen gestellt, die nicht erfüllbar sind. In diesem Fall soll eventuell mehrere Personen gepflegt werden mit Unterstützung von Kollegen, die Kollegen sind aber selbst so beschäftigt dass sie gar nicht helfen können. In diesem Fall liegt von Seiten der Leitung ein Organisationsverschulden vor . Da muss man eventuell auch mal das Arbeitsgericht bemühen oft sind diese Regeln dann haltlos und werden nicht akzeptiert.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Da gibt es 2 Möglichkeiten, entweder zum Betriebsrat oder Gewerkschaft.
Die Berufswelt wird immer unmenschlicher und diese Beschreibung bestätigt mir das. Da geht es einem so, dass man denkt, das ist unmöglich und doch passiert es. Man kann nur versuchen, sich gemeinsam dagegen zu wehren.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Nightstick
17.02.2016, 21:20

Grundsätzlich ist es wie beim Schach: Es gibt meistens mehr als zwei Möglichkeiten - hier auf jeden Fall die der aktiven Kommunikation (des Zugehens auf den Arbeitgeber).

Daher erst einmal langsam....

1. Einig gehe ich mit Dir, dass die Berufswelt zum Teil immer unmenschlicher wird - das liegt jedoch nicht an der Berufswelt selbst, sondern den Zeitgenossen, die man darin trifft, und wie man mit diesen umgeht. Man muss sich ja nicht alles gefallen lassen...

2. Papier ist geduldig. Nicht alle Vorschriften, die irgendwelche Firmen oder Institutionen erlassen, haben bei einem evtl. späteren Rechtstreit auch Bestand, d.h., dass zumindest Teile davon unwirksam sein können.

3. Konkret: Bevor ich jetzt das Management dieser Altenpflegeeinrichtung verteufle, unterstelle ich erst einmal einen grundsätzlich guten Willen. Schließlich hat es zunächst auf den beschriebenen Vorfall reagiert - immerhin besser, als wenn von dort gar nichts gekommen wäre.

Meine Beurteilung: Durch diese (inhaltlich allerdings mangelhafte) neue Vorschrift wollte das Management wahrscheinlich zunächst einmal weitere Krankenstände aufgrund gleichartiger Vorkommnisse vermeiden. Gleichzeitig kann sie natürlich die Frage der Berufsgenossenschaft nach einer erfolgten Reaktion bejahen. Als einzig positven Effekt sehe ich die (versteckte) Arbeitsanweisung, bei schweren Patienten eine zweite Pflegekraft hinzu zu ziehen.

Sachlicher Unsinn ist natürlich die unnötige Drohung, einen solchen Vorfall nicht als Arbeitsunfall anerkennen zu wollen. Dies ist allein Aufgabe der Berufsgenossenschaft. Der Arbeitgeber hat einen möglichen Arbeitsunfall zu dokumentieren und nach den jeweiligen Vorschriften der BG zu melden (Anm.: Dies hätte auf jeden Fall bei der Kollegin, die sich den Rücken verhoben hat, geschehen müssen).         

Viele wertvoller wäre eine interne Besprechung gewesen, in der die Sachlage diskutiert und geeignete (organistorische) Maßnahmen verabschiedet worden wären.

Fazit: Das Unterbleiben zeigt mir die Unfähigkeit des Managements. Daher ist anzuraten, sich beizeiten etwas Anderes zu suchen. Gute Pflegekräfte werden überall gebraucht...  

0
Kommentar von GolfVIITSI
18.02.2016, 10:22

Danke für die Ausführungen. Meine Frau würde niemals sich beschweren, weder beim Betriebsrat noch bei der Pflegedienstleitung, sie macht alles, was angesagt wird, und ich habe 30 Jahre Lohnabrechnung gemacht, daher gehen unsere Ansichten halt sehr weit auseinander.

0

Was möchtest Du wissen?