Neues Gesetz bei Verurteilung wegen Kindesmissbrauch?


15.02.2020, 14:18

https://www.n-tv.de/politik/Kindesmissbrauch-soll-ins-Fuehrungszeugnis-article21578349.html

"Verurteilungen wegen Kindesmissbrauchs sollen nach dem Willen der Länder lebenslang gespeichert werden. Sexual- und Kinderpornografiedelikte sollten immer Eingang finden in das erweiterte Führungszeugnis - einen entsprechenden Gesetzentwurf will der Bundesrat nun in den Bundestag einbringen. Derzeit werden solche Verurteilungen nach drei bis zehn Jahren nicht mehr in das erweiterte Führungszeugnis aufgenommen."

Das Ergebnis basiert auf 30 Abstimmungen

Nein, weil... 57%
Ja, weil... 43%
Nicht in jedem Fall, weil... 0%

15 Antworten

Ciao :-)

Im erweitertem Führungszeugnis steht es doch sowieso schon.

Von einem regulären Führungszeugnis unterscheidet sich das "erweiterte Führungszeugnis" hinsichtlich seines Inhalts. Im Interesse der Resozialisierung des Verurteilten bestimmt § 32 Abs. 2 BZRG, dass in den dort aufgeführten Fällen im Register eingetragene Entscheidungen nicht in ein Führungszeugnis aufgenommen werden. Ausgenommen von dieser Privilegierung sind generell Verurteilungen wegen einer Sexualstraftat nach den §§ 174 bis 180 oder § 182 des Strafgesetzbuchs (StGB). Verurteilungen wegen weiterer Sexualdelikte (§§ 180 a, 181 a, 183 bis 184g StGB) oder nach den für den Schutz von Kindern und Jugendlichen ebenfalls besonders relevanten Straftatbeständen der §§ 171, 225, 232 bis 233 a, 234, 235 oder 236 StGB sind bei Vorliegen einer der Ausnahmen des § 32 Abs. 2 Nr. 3 bis 9 BZRG dagegen nicht in ein Führungszeugnis aufzunehmen, es sei denn, es wird ein „erweitertes Führungszeugnis“ beantragt. In diesem Fall sind Verurteilungen wegen der genannten Straftatbestände ungeachtet der Ausnahmeregelungen des § 32 Abs. 2 BZRG aufzuführen.

Nein, weil...

Wenn ein/eine gerade 14-jährige(r) "Täter/in" einvernehmlich mit dem "Opfer" einen Tag vor dessen 14. Geburtstag schläft, ist das laut deutschem Recht sexueller Missbrauch von Kindern.

Das soll dann auch lebenslänglich im polizeilichen Führungszeugnis stehen?

Alles Gute für dich!

Woher ich das weiß:Beruf – Ich bin seit über 30 Jahren Hebamme

Kindemissbrauch ist schon per se ein weitgefasster Begriff und eben auch ein weit gefasster Tatbestand... allein deswegen wäre eine einheitliche lebenslängliche EIntragung im Fhrungszeugnis bei entsprechenden Fällen in meinen Augen nicht angebracht.

Jeder sollte das Recht auf Rehabilitierung haben und die aktuellen Umstände sind, in meinen Augen, auch nicht so apokalyptisch, dass man auf Teufel komm raus eine neue Regelung bräuchte

Ja, weil...

Unsere oberste Pflicht ist es, Kinder vor Missbrauch zu schützen! Ich verstehe nicht warum das bei vielen noch so schwer zu begreifen ist. Da gibt es kein Wenn und Aber.

Wenn jemand seine Gedanken nicht im Griff hat, hat er in der Kinder- und Jugendarbeit nichts verloren, Punkt. Dann sollten Arbeitgeber und Vereinsvorstände auch davor gewarnt werden.

Es gibt viele andere Berufe die nichts mit Kindern und Jugendliche zu tun haben.

Jeder einzelne Fall ist für das Kind und dessen Angehörige schlimm genug!

Ja, weil...

Ja, finde ich richtig.

Nur bei schweren Fällen von Kindesmissbrauch kommt es überhaupt zur Verurteilung und der zukünftige Schutz der Kinder geht einfach vor. Verurteilte dürfen NIE (mehr) mit Kindern arbeiten dürfen und deshalb muss es im Führungszeugnis stehen. Das Führungszeugnis sollte der Arbeitgeber natürlich einsehen, sonst bringt es nichts.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – hab Psychologie studiert

Und schon hast du das Konzept der Resozialisation komplett in den Mülleimer befördert. Danke auch.

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@StkKlaus

nö, hab ich nicht

ein Mensch, der Kinder so schwer sexuell missbraucht hat, dass er dafür verurteilt wurde, darf einfach NIEMALS (mehr) mit Kindern arbeiten!

alle anderen Berufe stehen ihm ja noch offen, wobei es für jemanden, der vorbestraft ist natürlich immer schwieriger ist eine Arbeit zu finden, aber das muss man sich halt überlegen BEVOR man seinen Penis in ein Kind schiebt!

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@StkKlaus

wieso?

er kann doch arbeiten und leben?

gibt doch genug Jobs bei denen ein Führungszeugnis nicht erforderlich ist...

und wer fragt nach der Freiheit der Opfer?

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@DasPferdchen

Genau deswegen bin ich gegen einen lebenslangen Eintrag im Führungszeugnis, sondern für ein lebenslanges Berufsverbot. Bei einem Eintrag darf ein Arbeitgeber ihn sogar noch einstellen, wenn er denn will, bei einem Berufsverbot nicht. Und er hat in auch anderen Berufen kaum Chancen.

Bei einem Berufsverbot darf er nicht in den Berufen arbeiten, selbst wenn ihn einer einstellen würde, aber dagegen hat er mehr Chancen in anderen Berufen, wenn der Eintrag im Führungszeugnis gelöscht wurde und kein Eintrag mehr vorhanden ist.

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@StkKlaus

Resozialisation ist erstens nicht immer möglich und zweitens ist sie hinreichend gewährleistet, wenn es im Führungszeugnis steht

ist ja nicht so als trüge man das Führungszeugnis wie einen Judenstern direkt am Körper!

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@Topses

und an welcher Stelle ist das Berufsverbot vermerkt?

müsste das nicht im Führungszeugnis stehen?

und wenn dem so ist, ist für andere doch offensichtlich, dass etwas Schlimmes vorgefallen sein muss, auch wenn es nicht explizit genannt wird

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@DasPferdchen

Wenn eine Resozialierung nicht möglich ist, dann wird der MIssbrauchstäter nach Verbüßen seiner Haftstrafe z.B. in eine Klinik eingewiesen. Das nennt sich Sicherheitsverwahrung.

Er trägt den Judenstern nicht am Körper, er zeigt ihn direkt seinem potentiellen Arbeitgeber. Was ich nicht viel besser finde.

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@StkKlaus

er muss es nur zeigen, wenn es nachgefragt wird

und wo genau kann der potenzielle Arbeitgeber das Berufsverbot des Bewerbers einsehen?

außerdem können Psychologen und Psychiater nie in die Köpfe von Menschen hinein sehen, also hundertprozentige Prognosen sind nicht möglich

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