"Neue Soziale Marktwirtschaft" - nicht neu?

4 Antworten

Neue Soziale Marktwirtschaft ist der Name einer NGO in Berlin, welche von sich behauptet den Weg in eine reformierte, der Neuzeit angepassten sozialen Marktwirtschaft zu weisen.

Fakt ist: Die soziale Marktwirtschaft hat es nie gegeben. Geboren wurde dieser Begriff nach dem zweiten Weltkrieg von Ludwig Erhard, einem Politiker der CDU.

Nachdem die Zusammenhänge des Kapitalismus und die Verarmung der Bevölkerung wesentlich zum Entstehen zweier Weltkriege beigetragen hatten, mussten selbst Parteien wie die CDU zugeben, dass der Kapitalismus als Wirtschaftsform ausgedient hatte und nicht den Interessen der Bevölkerung diente. Die Idee war, der kapitalistischen Marktwirtschaft Fesseln und Maulkörbe anzulegen, die einen Ausgleich zwischen den Profitinteressen und der Menschen schaffen sollte. Dazwischengeschaltet wurde der Staat, der durch Steuereinnahmen, Arbeitnehmerrechte, Mietrechte, usw. die Macht einfacher Leute gegenüber Unternehmen stärkte.

Dennoch funktionierten die Wesentlichen Teile der Wirtschaft weiterhin nach kapitalistischen Prinzipien. Um aber darzustellen, dass man den Ausgleich gesucht hat, hat man das Wort "sozial" vor Marktwirtschaft gestellt.

Verhindert hat das jedoch nicht, dass viele der Errungenschaften von damals heute wieder verschwunden sind und die Marktwirtschaft sehr viel unsozialer geworden ist.

Weil es eigentlich die Rückkehr zu der absoluten, kapitalistischen Marktwirtschaft als Ziel hat.

Ohne jegliche wirklich soziale Komponente.

Martwirtschaft zum Wohl der ganz Reichen, auf Kosten der etwas ärmeren Mitmenschen.

Woher ich das weiß:Recherche

Du meinst vermutlich die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Dieses Unternehmen exitstiert seit 20 Jahren und hat den Auftrag Lobbyarbeit und Propaganda für die Arbeitgeberverbände der Industrie zu machen.

Ziele sind der Abbau sozialer Leistungen sowie der Rückzug des Staates und weniger Mitbestimmung. Dagegen werden Arbeits-,Verbraucher- und Umweltschutz und soziale Absicherung der Beschäftigten nicht berücksichtigt oder sogar als Überregulierung negativ bewertet.

Der Bezug zur "Sozialen Marktwirtschaft" ist natürlich fragwürdig. Aber dieser Begriff ist natürlich auch sehr vage definiert.

Das ist Newspeak für: Abschaffung des Sozialen in der Marktwirtschaft, reiner klassischer Kapitalismus.

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