Neue Katze ist eingezogen. Gute Entscheidung?

6 Antworten

Zunächst Anerkennung dafür, dass Ihr Euch zeitnah für eine neue Katze entschieden habt - meiner Meinung nach die beste Entscheidung, die Ihr für Euren Kater unter den gegebenen Umständen treffen konntet.

Der (Erst-)Kontakt zwischen Katzen verläuft oftmals ziemlich "rustikal". Eure Fellnasen müssen sich - im wahrsten Sinne des Wortes - erst mal "zusammenraufen", ihre Rangordnung festlegen und ihren Platz in der gewachsenen "Familie" finden bzw. verteidigen. Das von Dir geschilderte Verhalten sieht da doch schon recht positiv aus.

Zusammenführung bedeutet immer Stress für alle Beteiligten, und es erfordert sehr viel Zeit und Geduld, die Katzen aneinander - dabei den Neuankömmling an seinen neuen Lebensraum, und die bereits vorhandene Katze an den plötzlichen "Eindringling" in ihrem Revier - zu gewöhnen. Nach ein paar Stunden oder Tagen lässt sich da noch gar keine Aussage über Erfolg oder Misserfolg treffen.

Wenn dabei zwischen den beiden auch mal die Fetzen fliegen, ist das soweit vollkommen normal - falls allerdings Blut fließt, solltet Ihr natürlich unbedingt einschreiten!

Naturgemäß kann bei einer Zusammenführung niemand eine Erfolgsgarantie abgeben. Manche Katzen kuscheln nach wenigen Tagen zusammen im Körbchen, andere werden sich - weil die "Chemie" eben nicht stimmt - vielleicht auch nach längerer Zeit nur respektieren. Habt Geduld, eine erfolgreiche Zusammenführung kann, muss aber nicht, durchaus ein halbes Jahr oder länger dauern - lasst Euch davon aber nicht entmutigen!

Meistens ist die bereits vorhandene Katze durch den "Eindringling" in ihrem Revier zunächst verunsichert, und u.U. auch verängstigt - das scheint auch bei Euch der Fall zu sein.
Auf der einen Seite ist es daher wichtig, dass Ihr Euch - auch wenn es vielleicht schwerfällt - jetzt nicht zu ausführlich mit dem Neuzugang beschäftigt, damit sich Euer Kater nicht zurückgesetzt fühlt (das könnte dann zu Eifersucht führen). Er hat die älteren Rechte und die Revierhoheit, und sollte sie auch behalten. Behandelt ihn wie immer, und ggf. solltet Ihr Euch aktuell vielleicht noch etwas intensiver um ihn bemühen, als vorher. Wenn er dann merkt, dass er keinen Grund dazu hat, sich zurückgesetzt zu fühlen, sollte sich sein Verhalten eigentlich bald normalisieren.
Auf der anderen Seite besteht bei Zusammenführungen die Herausforderung stets auch darin, beide Katzen möglichst gleich zu behandeln, und dabei keine zu bevorzugen - mithin also eine klassische Gratwanderung.

Idealerweise solltet Ihr möglichst viel Zeit für eine intensive Beschäftigung (gemeinsames Spiel, Schmusestunden, Leckerchen futtern, etc.) mit beiden Fellnasen einplanen.
Dabei kommt es einerseits darauf an, mit ihnen gemeinsam zu spielen und sie ausreichend geistig und körperlich zu fordern. Andererseits tut es beiden aber auch gut, sich mit ihnen mal getrennt voneinander zu beschäftigen, um dabei voll und ganz auf sie eingehen zu können. Dazu sind (neben Schmusestunden) z.B. Spiele hilfreich, die Erfolgserlebnisse bescheren (z.B. Futterlabyrinth, Katzenangel, Fummelbox, Clickertraining o.ä.).

Hilfreich wäre es zudem, wenn Eure Katzen sich bei Bedarf in der Wohnung in ihre eigenen Bereiche (z.B. getrennte Zimmer, Katzenhöhlen, etc.) zurückziehen könnten, um sich ggf. auch ein wenig aus dem Weg gehen zu können. Eventuell lässt sich - falls nicht bereits geschehen - ihr Revier z.B. durch einen abgesicherten Balkon erweitern?

Zudem solltet Ihr Eure Fellnasen möglichst beaufsichtigen, bis eine Trennung nicht mehr notwendig erscheint. Fauchen, Knurren und ein paar "Backpfeifen" sind dabei ganz normal, eingreifen solltet Ihr - wie bereits gesagt - nur dann, falls das Herumbalgen in echte (mitunter sogar blutige) Kämpfe ausartet.

Eine zusätzliche Hilfe könnten ggf. noch Raumsprays oder Verdampfer für die Steckdose (z.B. Feliway "Friends" oder "Classic", im Fachhandel oder beim Tierarzt erhältlich) bieten, die Duftstoffe (Pheromone) freisetzen, und einen entspannenden Wohlfühleffekt auf Katzen haben können.

Ansonsten gilt noch: Geduld haben und Ruhe bewahren, zumal die Tiere ein untrügliches Gespür für unsere Befindlichkeiten haben, und sich Euer Stress zusätzlich auf die Fellnasen übertragen würde.
Und schließlich solltet ihr den Katzen stets mit Aufmerksamkeit, Zuwendung, Verständnis und Toleranz begegnen.

Ich drücke die Daumen, dass die Zusammenführung bald gelingt.

Alles Gute Euch und den Fellnasen!

Lass den beiden Katzen Zeit, wenn sie sich nicht böse anknurren und sich gegenseitig zerfetzen wollen, kommt das schon gut. Und es ist bestimmt eine richtige Entscheidung gewesen, eurem Katzer wieder ein Spiel-Kamerad dazu zu holen.

Auch ich habe seit wenigen Tage eine dritte Katze ins Haus geholt. Und auf Grund von Unsicherheit über den Neuzugang fauchen und brummeln meine Katzen ebenfalls gelegentlich. Und sie beobachten sich auch aus grösserer Distanz.

Mittlerweile fangen die zwei Jüngsten in meinem Trio aber schon an, miteinander zu spielen... und sie fressen nun auch schon ganz entspannt nebeneinander =)

Also, keine Sorge... lass deinen beiden Samtpfoten einfach Zeit. In ein paar Tagen oder Wochen werden die bestimmt wunderbar miteinander auskommen =D

Ja, ich denke, die Idee war gut, aber die beiden Katzen brauchen noch Zeit und vor allem Deine Geduld, bis sie soweit sind, dass sie sich gegenseitig akzeptieren.

Sorge einfach dafür, dass sich beide Katzen bei Bedarf zurückziehen, bzw. verstecken können und dann lass die Katzen machen. Solange es keine blutigen Kämpfe gibt, musst Du Dich nicht einmischen.

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