Neubau: Wandaufbau bei Verblendfassade ohne Dämmung?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

…jetzt bin ich mal so nett und lasse mich mal wieder über das Atmen aus, das wohl das hartnäckigste Vorurteil, das sich bei Laien ins Hirn gebrannt hat.

Was mit der Frage gemeint ist, trifft zu, es gibt aber diesbzgl. noch bessere Aufbauten:

"Atmen", im Sinne eines Luftaustausch von wie die 2 Links zeigen, soll und darf keine Außenwand, sonst "zieht" es und Bauschäden sind oft die Folge. Was Friderikus wohl meint, ist eine Außenwand, die einen Stoffaustausch von Feuchtigkeit erlaubt (max 1 Liter pro m² Wandfläche und Jahr von innerer Feuchtigkeit - also nicht sehr viel auch bei den "offensten" Konstruktionen). Dieser findet ganz maßgeblich durch Austrocknung nach außen statt, der durch dichte Materialien, z.B. "Styropor" außen stark behindert wird. Ein Porenbetonstein, wie von der Firma Yton kann Feuchtigkeit super aufnehmen, aber relativ mäßig wieder abgeben; also das mit dem "Atmen" klappt da OK, nicht super. Was aber die Austrocknung begünstigt ist, dass außen kein Putz, sondern eine Luftschicht – die Hinterlüftung – ist, die die beste Form der Außenbekleidung einer Wand für die Bauphysik darstellt (wenn sie auch funktioniert und das geht auch mit einer Holz- oder Plattenverkleidung, nicht nur mit Klinker).

Porenbeton dämmt gemessen gemessen an heutiger Anforderung gerade mal so gut, um die Vorschriften einzuhalten und das auch nur bei sehr dicken Wandstärken. Auch ist die Wärmekapazität (Hitze im Sommer) nicht so gut wie bei einem massiven Ziegelstein.

So würde ich z.B. 175er oder je nach Statik 24 er Ziegel nehmen, den billigsten auf dem Markt und würde ihn außen mit Mineralwolle oder Holzfaserdämmplatten dämmen, dann Luftschicht und dann Wetterschutz, z.B. Klinker.

Gruß vom Energieberater

Guter Beitrag, nur mit der Anmerkung dass Styropor (also korrekt Polystyrol) ist im Gegensatz zu Styrodur diffussionsoffen ist.

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@pharao1961

jetzt will ich mal hier nicht fachsimpeln, aber im Gegensatz zu Mineralwolle sind beide recht dicht und alle drei nicht kapillaraktiv, was bei Holzfasern der Fall wäre und was in der Praxis größere Bedeutung als die paar Gramm Wasser durch Diffusion hat.

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Danke an Arne und Ptomain, die meine Frage verstanden u. konstruktiv beantworteten! Arne schlägt eine tragende Innenschale mit hoher Dichte vor, die der Statik u. der Wärmekapazität genügt. Für den Wärmeschutz die Dämmschicht, - den Feuchteschutz der Luftspalt,  - den Wetterschutz die Aussenschale.

Keine Frage: Das System funktioniert! Und Preis / Leistung dürfte auch passen. Soweit - so gut.

Mein privates Anliegen zusätzlich ist "Nachhaltigkeit". D.h., das Gebäude sollte nicht nur eine Generation aushalten, sondern mehrere. Und das geht nur konventionell mit bewährten, langlebigen Materialien u. reduzierter Technik.

"Architektur statt Technik" überschrieb jetzt ein renomierter Architekt seinen Vortrag in der Hochschule Bremen: Er zeigte auf, was geht: Stein auf Stein, dickere Außenwände - ohne Dämmmatten, ohne Belüftungssystem! Technik nur für Strom und Wasser.

Auch Architekturprofessor Pfeifer, TU Darmstadt, wirbt für Nachhaltigkeit, und kritisiert die EnEV scharf. Für ihn dient die "Dämmplattenschwemme nur der Nachbesserung der Mängel des reduktionistischen Bauens. Die Zukunft liegt in der Weiterentwicklung alter Technologien, die seit Jahrtausenden bestehen. Die Zukunft besteht nicht in der stickigen Luftkonserve, sondern im menschenfreundlichen, klimagerechten atmenden Haus".

Fazit: Wandaufbau "nach Arne" optimieren hinsichtlich Nachhaltigkeit. Solange ich aber das geeignete Dämmmaterial nicht kenne, lasse ich es ganz weg, wenn dann die Gesamtwanddicke "in Grenzen" bleibt.

Schönen Gruß

Friderikus

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@friderikus

Ui! das sind aber viele Punkte und auch ein paar Kommentare, die etwas undifferenziert oder aus dem Zusammenhang gerissen sind und ich jetzt nicht weiter kommentieren möchte und es natürlich Definitionsfrage ist, was "Technik" und was "Dämmung" ist. Meistens beziehen sich diese Aussagen auf das klassische "Wärmedämmverbundsystem" aus Wand, Dämmplatte und Putz, das tatsächlich einige Probleme hat, die man aber auch nicht pauschal beurteilen kann. Leider ist die Realität sehr komplex und jede Konstruktion hat (auch ökologisch) Vor + Nachteile.  

Wenn wir in der Denkmalpflege "für die Ewigkeit" und unter ökologischen Gesichtspunkten sanieren, (und dazu gehört auch der Energieverbrauch des Gebäudes und nicht nur der Stoffkreislauf der eingesetzten Materialien) dann nehmen wir durchaus ähnliche Konstruktionen, wie von Friderikus beschrieben, nur dass das Mauerwerk, die alte Ziegel- oder Bruchsteinwand ist und wir für die Dämmung sehr nachhaltige Werkstoffe nehmen, wie z.B. Mineralschaum, Kalziumsilikat oder Holzfaserdämmstoffe. Das wäre dann die Öko-Variante dazu. Zu den Baustoffen gibt es bei WECOBIS.de eine gute Datenbank. Was jetzt die Dämmwirkung betrifft, ist der Porenbeton von Yton auch eine Dämmung, weben keine sehr gute und zudem recht hoch im Primärenergieaufwand der Herstellung. Die Dämmwirkung der Baustoffe kommt i.d.R vom Anteil der eingeschlossene Luft. Je mehr Luft, desto (i.d.R.) mehr Dämmwirkung, aber auch desto leichter der Stoff. In der von mir beschriebenen Konstruktion wirkt zudem positiv, dass die Hauptdämmwirkung außen ist. D.h. der tragende Stein hat wenig Temperaturschwankungen und liegt außerhalb des "Taupunktes", was sich positiv auf die Langlebigkeit auswirkt. Wenn man die Super-Ökovariante möchte, wäre eine Holzbauweise mit Lehm und Stroh-Lehm-Gemischen eine Alternative. Auch Flachs und Hanf haben eine Super-Ökobilanz mit wenigen Nachteilen...

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@ArneKruft

Mit "Technik" und "Dämmung" meine ich jeweils die Hardware, nicht z.B. "Technik des Dämmens" (wäre aber auch ein Knackpunkt ).

Haustechnik und Dämmmaterial sind für mich Risikofaktoren mit großem Einfluß auf die Nachhaltigkeit des Gebäudes. Die Technik hält 15 bis 20 Jahre, dann muß saniert oder ausgetauscht werden. Wie lange der Dämmstoff funktionsfähig bleibt, weiß ich nicht.

"Mein Haus" soll nicht ewig halten. Trotzdem hat es einen anderen  Lebenszyklus als z.B. ein Auto, welches irgendwann in der Schrottpresse landet und Platz macht für ein neues.

Danke für die Benennung einiger langlebiger Dämmmaterialien. Ich werde die Daten studieren. (am Rande: den "Öko- Stempel" für Materialien oder Bauweise brauche ich nicht).

Mit Deinem vorgeschlagenen Wandaufbau werde ich mich anfreunden. Insbesondere wegen der höheren Werte für Dichte und Wärmekapazität der Innenschale , sowie wegen des guten Feuchteschutzes!

Danke und schönen Gruß

Friderikus

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