Neubau-Mietwohnung tapezieren oder streichen (grundierter Gipsputz)?

5 Antworten

MS1984:

Vergiss das mit dem Tapezieren. Viel zu aufwändig und auch gar nicht gut.

Tapeten sind aus Papier. Papier ist aus Zellulose, also einem Naturstoff. Der ideale Nährboden für Schimmel in feuchter Umgebung.

Der Neubau ist zwangsläufig noch nicht so trocken, wie ein Haus, das 5 Jahre lang beheizt wurde. Das Haus ist vermutlich nach neuesten Vorschriften so gedämmt, dass keine Zugluft dafür sorgt, dass überschüssige Feuchtigkeit abtransportiert wird. Ihr werdet vermutlich sowieso genug damit zu tun haben, die Wände schimmelfrei durch die erste Zeit zu bekommen. Lüften, lüften, lüften und in der kalten Jahreszeit auch noch gut beheizen. Möbel mit gutem Abstand von den Wänden aufstellen.

Dass die Wände nur einmal weiß gestrichen wurden hat auch damit zu tun, dass man erst einmal nicht zuviele Anstriche drauf bringen will, weil das immer wieder Wasser ist und weil man den neuen Mietern mit der Farbgebung nicht zu sehr vorgreifen will.

Was ihr braucht, sind gute Innenwandfarben aus dem Malerfachgeschäft, die nach zwei Anstrichen schon gut decken. Lasst Euch gut beraten, wie das geht und rechnet auf jeden Fall mit 2 Anstrichen. Bei guter Qualität der Farbe und guter Verarbeitung reicht das.

Wenn ihr nicht das übliche Weiß wollt, lasst Euch im Malergeschäft den gewünschten Farbton mischen.

Bloß keine Tapeten!

Hallo und danke für deine Antwort.

Ich komme gerade aus einem Malerfachbetrieb und die haben mir weder von Tapeten noch von Farbe abgeraten. 

Im Prinzip bin ich derselben Meinung wie du und tendiere auch eher zum Streichen. In Bezug auf die ggf. noch feuchten Wänden (der Bau wurde auch relativ rasant "hochgezogen") und natürlich der Arbeitserleichterung für mich.

Da mir der freundliche Herr aus dem Malergeschäft ebenso bestätigt hat, dass ein Nachmieter ohne Probleme auf die Farbe tapezieren kann (wenn nötig, würde ich den Tapetengrund nach dem Auszug drauf pinseln), werde ich das Ganze auch nochmal mit meinen Vermietern klären und denen auch nochmal deutlich machen, dass ich nur das Beste für die Wohnung will (keinen Schimmel etc.) und auch keine günstige Farbe auf die Wände bringe (über 40 € der Eimer sollte wohl adäquat genug sein ;) ) Außerdem wird es eh alles nur weiß und eine meterdicke Farbschicht dürfte an und für sich entstehen, da schätze ich, dass es kein Problem sein wird.  

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Tapeten haben nicht nur Nachteile. Warum diese Ablehnung?

Sicher besteht bei Tapeten im Neubau Schimmelgefahr. Diese Schimmelgefahr besteht aber fast genauso bei einem Dispersionsanstrich. Wird zu wenig gelüftet, kommt der Schimmel, egal ob Tapete oder Anstrich. Das richtige Verhalten der Bewohner ist weitaus wichtiger als der Wandbelag.

Es ist sogar eher so, dass die meisten Tapeten diffusionsfähiger sind als ein zweimaliger Anstrich. Die Wand wird also mit Tapete eher ausgetrocknet sein als mit einer Farbschicht.

Die Wände wurden nicht weiß gestrichen, sondern mit einer pigmentierten Grundierung grundiert, als Vorbereitung für eine nachfolgende Verklebung einer Tapete. Das hat weder mit dem Wassereintrag eines Anstrichs noch mit der Farbgebung was zu tun.

Was Sinn machen würde ist ein Anstrich der Wände mit einer mineralischen Farbe, sprich mit Silikatfarbe oder Kalkfarbe. Diese Materialien sind von Natur aus durch ihre hohe Alkalität vorbeugend gegen Schimmel, auch sind sie hoch diffusionsfähig und können in gewissem Maße sogar Feuchtigkeit puffern. Dazu sollte der Untergrund wegen der Haftung aber ebenso von mineralischer Natur sein, was durch die Grundierung nun nicht mehr gegeben ist.

Als Vermieter wollte ich es nicht haben, dass die blanken Wände nur gestrichen werden. Wird immer nur gestrichen, kommt mit der Zeit eine ziemliche Farbschicht zusammen. Irgendwann ist diese nicht mehr tragfähig, beginnt an manchen Stellen abzublättern und ist nicht mehr oder nur noch aufwändig überarbeitbar. Ich erlebe es immer wieder. Irgendeiner hat dann eben die A...karte und muss diese Schichten entfernen. Leider ist das meist der Vermieter. Eine Tapete hat den großen Vorteil, dass sie mit wenig Aufwand entfernt werden und so ein sauberer und tragfähiger Untergrund wiederhergestellt werden kann.

Und ja, es kann durchaus zu Problemen kommen, wenn man einen Anstrich übertapezieren will. Sei es durch die Struktur des Anstrichs oder durch seine geringere Saugfähigkeit z.b. bei einer Latexfarbe.

Auch bei der eventuellen Rissbildung in einem Neubau ist eine rissüberbrückende Vliestapete sinnvoller als ein starrer Anstrich.

Daher ist meine Meinung bloß kein Dispersionsanstrich, lieber eine Tapete.

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@Spiff123

Jeder, wie er es mag. Als Vermieter hatte ich schon das Vergnügen, in einer Wohnung, die lange von der gleichen Mietpartei bewohnt war, bis zu 7 Lagen Tapeten abzumachen. Die Verlockung, einfach drüber zu tapezieren war für die beauftragten Maler/Tapezierer wohl zu groß. Leider konnten die Damen nicht mehr belangt werden.

Als Ungelernter weiß ich, dass ich mit Pinsel und Farbe (jeweils gute Qualität), wesentlich einfacher zu einem guten Ergebnis komme, als wenn ich tapezieren müßte. Auch das habe ich schon gemacht. Glücklicherweise mit einem Experten dabei. Ich wäre wohl verzweifelt.

Stellt sich wirklich mal Schimmel ein und man muss ihn entfernen, ist auch das bei gestrichenen Wänden deutlich leichter zu bewerkstelligen. Natürlich nur, wenn man den Schimmel bald feststellt und nicht wartet, bis alles zugewachsen ist.

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@Spiff123

@Spliff123: Auch ich hätte an Innensilikat gedacht, hätte die Wahl der Farbe aber dem guten Fachberater im Fachgeschäft überlassen.

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Habe gerade nochmal in meinem Mietvertrag (Haus & Grund) nachgelesen. Unter sonstige Vereinbarungen steht, dass die Wohnung bei Auszug so wieder übergeben werden muss, wie ich sie übernommen habe. 😳

Hätte das in diesem Fall dann Folgen wegen dem Anstrich? 

Sollen die Wände beim Auszug wieder so übergeben werden, ist eine Tapete empfehlenswert. Wird nur auf den Putz gestrichen, ist diese Farbe später nicht mehr bzw. nur mit sehr großem Aufwand wieder abzubekommen. Tapeten kann man relativ einfach wieder entfernen.

Niemand verlangt, dass man beim Auszug Farbe wieder abmacht.

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@bwhoch2

"...im Falle eines Auszugs auch in dieser Form wieder übergeben muss"

Hört sich für mich schon so an.

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@Spiff123

Farbe entfernen ist unmöglich ohne die Wand mit abzuschleifen. Trotz Grundierung geht die Farbe mit in die Wand.

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