Neubau: Fundament ohne Beton?

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12 Antworten

Moin.

Die einfachste Variante besteht darin, dass Gebäude direkt auf den Grundfels zu gründen. Einziges Problem: Je nach geografischer Lage kann der zig Meter tief liegen.

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Kommentar von kutefrake
09.02.2017, 15:15

Interessant, hör ich zum ersten mal.
Allerdings muss man doch wohl auf dem Grundfels erst eine ebene Fläche herstellen? Die dann auch wiederum aus Beton?.
Und wie bekomm ich raus, wie tief der Grundfels liegt?

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Kommentar von juergen63225
09.02.2017, 16:40

Manhattan hat genau diesen Felsgrund und war daher die erste Stadt, in der Hochhäuser gebaut wurden ... 

Aber heute bekommt man es hin, auch in Sandigem Untergrund ein Fundament zu setzen, auf das man 250m hohe Türme stellen kann. Die Commerzbank in Frankfurt steht auf mehr als 100 50 Meter langen Betonpfosten.

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falsch,begrenzte lebensdauer besteht nur wenn das eisen zu weit außen verlegt ist wegen korrossion.mit mindest 15 cm betonüberdeckung passiert nichts.kenne aus praktischer erfahrung stahlbetonmasten die sind bereits 70 jahre im freien und denen fehlt nichts.da stimmt eben die betonüberdeckung vom eisen.dazu kommt die sind mehr der witterung ausgesetzt wie beton in einem haus

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ich glaube das Problem bei Beton ist nur die Zugbelastung. Decken, Brücken, Extremfall Spannbeton, bei dem die Festigkeit durch unter Vorspannung stehenden Stahltrossen erzeigt wird. 

Aber Fundamente, ob nur mit oder ohne Stahlarmierungen drin, die tragen das Gebäude, also reine Druckbelastung, da gibts wahrscheinlich auch nach Jahrhunderten keine grossen Probleme. Natürlich ist alles Umwelt und Gebrauchsbelastungen ausgesetzt, und muss von Zeit zu Zeit saniert werden, das gilt auch für alte Kathedralen, die aus Meterdicken Mauern aus Steinen ohne Tragende Eisenteile bestehen.

Aber auch Hochhäuser, die ja nicht mit Beton gebaut werden (viel zu schwer), sondern aus Stahlträgergerüsten bestehen, die halten offenbar sehr lange .. In Manhattan fallen die alten Hochhäuser auch nicht auseinander, Flatiron Building, ein er ersten mit Stahlskelett ist 1902 erbaut, das Empire State Buildung 1930. 

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Kommentar von Jackie251
09.02.2017, 14:29

Aber genau darum gibt es ja bei einer Spannbetonbrücke eben nur Druck im Beton, weil der Beton durch die Stahltrossen zusammengezogen wird.

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Bei Neubauvorhaben scheint ausschließlich Beton (Stahlbeton) für das
Fundament zum Einsatz zu kommen.

Klar - wieso auch nicht? Leicht zu verarbeiten, preiswert, in jede Form zu gießen, und fast unbegrenzt haltbar.

Aufgrund des Stahls im Beton haben diese Bauwerke eine begrenze Lebensdauer von zwar etlichen Jahrzehnten, aber nicht länger.

Quatsch. Natürlich kann der Bewehrungsstahl rosten, aber erstens nur dann, wenn bei der Verarbeitung gepfuscht wurde, und zweitens schwächt selbst Rost die Bewehrung so langsam, dass die Stabilität immer noch für Generationen ausreichen würde, bis man sanieren müsste.

Welche Möglichkeiten gibt es heute, ein Fundament ohne Beton/Stahlbeton herzustellen

Du kannst dir dein Fundament auch als Ziegelmauerwerk errichten lassen. Das dürfte dann halt so geschätzt das Zehnfache kosten, ohne jeden Mehrwert.

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Kommentar von kutefrake
09.02.2017, 12:43

Ok, Ziegel-Fundament scheidet aus aufgrund der Kosten. Ansonsten scheint mir das besser als Stahlbeton.

Traue dem Stahl nicht ganz als Bestandteil des Fundaments. Gibts doch erst seit ein paar Jahrzehnten?

Bleibt die Frage: Kann man denn nun auch ein Fundament aus unbewhrtem Beton herstellen?

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es scheint...

scheint ausschließlich Beton (Stahlbeton) für das Fundament zum Einsatz zu kommen

Das stimmt so nicht. In Einzel -und Streifenfundamenten reicht ein unbewehrter Beton fast immer. Nur bei Fundamentplatten braucht man Stahlbeton.

Aus Fehlern, bzw nach Jahrzehnten Langzeiterfahrung hat man auch einiges geändert um Stahlbeton vor Korrosion zu schützen. Noch vor 25 Jahren reichte bei normalen Stahlbeton eine Betonüberdeckung der Bewehrung halb soviel wie man es heute macht.

Außerdem hält ein Stahlbeton durchaus sehr lange, wenn er vor Umwelteinflüssen geschütz ist. Und das kann man fast immer machen.

wie wir es von etlichen uns erhaltenen Gebäuden kennen

Auch bestehende Gebäude die Jahrhunderte alt sind müssen regelmäßig instandgehalten werden. Da kommt es dann irgendwann zu der Frage, ob sich eine Reparatur lohnt oder ein Abriss billiger kommt. Bei kulturell wertvollen Gebäuden kommt ein Abriss natürlich sogut wie nie in Frage.

Du kannst dich aber mal umschauen, wieviel Einfamilienhäuser, die älter als 100 Jahre sind, noch stehen. Mal von Villen usw. abgesehen, eher sehr wenig. Und auch dort wurden Gelder reingesteckt, dass sich wirtschaftlich gesehen, eine Lebensdauer von mehr als 80 Jahren kaum rechnet.

Also selbst Bauwerke ganz ohne Stahlbeton wären Alterung ausgesetzt.

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Kommentar von kutefrake
09.02.2017, 15:21

Nur bei Fundamentplatten braucht man Stahlbeton.

Gibts bei Fundamentplatten wirklich keine Möglichkeit auf den Stahl zu verzichten?

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Fundamente kann man auch aus unbewehrtem Beton herstellen. Zudem sind "einige Jahrzehnte" wohl doch untertrieben. Inklusive örtlicher Sanierung/Wartung sind 100 Jahre eher kein Problem. Danach kommt es auf das Bauwerkt an. Gewisse Bauwerke habe dann eh ihre Lebensdauer erreicht. Man wird selten etwas abbrechen müssen, weil nun gerade die Fundamente nicht mehr tragfähig sind.

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Kommentar von kutefrake
09.02.2017, 15:13

Bei Streifenfundamenten habe ich auch gelesen, dass man sie ohne Stahl machen kann.

Kann man auch eine Fundamentplatte aus unbewehrtem Beton machen? Hätte man dadurch irgendwelche Nachteile?

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Wenn Du das so haben willst, dann nimm ein Natursteinfundament. Häuser mit solchen stehen schon seit Jahrhunderten.

Gebäude mit Beton allerdings auch schon, denn bereits die Römer hatten einfachen Beton für ihre Aquaedukte benutzt.

Die Korrosion beim Stahlbeton ist aber auch von der Betondeckung abhängig und dem Säureangriff. Ein pH-Wert unter 9 wäre hier grundsätzlich schon mal als nicht mehr neutral für den Beton einzustufen. Treten Risse auf, wie bei Brücken, dann kann auch Wasser eindringen, Material absprengen und der Stahl korrodieren usw

Warum sollte man aber auch ein Haus bauen, das 1000 jahre hält, wenn man höchsten mal ein Zehntel der Zeit drin wohnt.

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Kommentar von kutefrake
09.02.2017, 12:51

Das mit dem Natursteinfundament finde ich schon interessant. Aber wie siehts da mit den Kosten aus und gibts Unternehmen, die so etwas ausführen?

Ja, die Römer haben viel mit Beton gebaut und am liebsten würde ich den auch verwenden. Der römische Beton (opus caementicium) kam natürlich ohne Stahl zum Einsatz. Mit ein Grund der langen Haltbarkeit ist die zugemischte Vulkanasche. Leider gibt es diesen Beton (noch) nicht wieder auf dem Markt, das ganze wird aber derzeit erforschrt.
Römische Beton scheint dem heute verwendeten Stahlbeton jedenfalls meilenweit überlegen in seiner Lebensdauer und auch seiner Fähigkeit keine Flüssigkeiten durchzulassen.

Warum sollte man aber auch ein Haus bauen, das 1000 jahre hält, wenn man höchsten mal ein Zehntel der Zeit drin wohnt.

Klar, ist eine valide Sichtweise.
Ich denke hingegen, dass Bauen für die Ewigkeit was schönes ist (siehe römische Gebäude).

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ich glaube das Problem bei Beton ist nur die Zugbelastung. Decken,
Brücken, Extremfall Spannbeton, bei dem die Festigkeit durch unter
Vorspannung stehenden Stahltrossen erzeigt wird. 

Aber
Fundamente, ob nur mit oder ohne Stahlarmierungen drin, die tragen das
Gebäude, also reine Druckbelastung, da gibts wahrscheinlich auch nach
Jahrhunderten keine grossen Probleme. Natürlich ist alles Umwelt und
Gebrauchsbelastungen ausgesetzt, und muss von Zeit zu Zeit saniert
werden, das gilt auch für alte Kathedralen, die aus Meterdicken Mauern
aus Steinen ohne Tragende Eisenteile bestehen.

Also wenn bei einem Haus-Fundament ohnehin keine Zugbelastungen zu erwarten sind, kann ich also genau so gut auf den Stahl verzichten? Warum baut aber heute jeder mit Stahlbeton-Fundament?

Ist Euch bekannt, dass Fundamente auch ohne Stahl, nur mit Beton gebaut werden?

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Kommentar von Jackie251
09.02.2017, 14:26

Was meinst du mit "jeder" ich kenne ettliche Fundamente die keine Bewehrung erhalten oder eben lediglich eine Risssichernde/Rissverteilende Bewehrung

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Das steht an anderer Stelle des Forums:

Das Problem bei der heutigen Betonbauweise ist die Armierung mit Stahl.
Der Stahl verleiht dem Beton zunächst eine größere Festigkeit.
Irgendwann beginnt der Stahl zu korrodieren und dehnt sich dabei aus.
Das führt dann zu Rissen im Beton. Das Colloseum in Rom ist auch aus
Beton gebaut, aber ohne Stahlarmierung. Deshalb steht es heute noch

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Kommentar von FordPrefect
09.02.2017, 13:00

Das Schöne am Internet ist, dass jeder seine eigene Meinung unbefleckt jeglicher Kausalität oder Empirie kundtun darf.

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Unbewehrter Beton wäre eine Möglichkeit.

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Kommentar von schulzzrene
09.02.2017, 11:50

Unbewehrter Beton ist eine verdammt schlechte Idee für ein Fundament, Es müsste dick genug sein um allen Zug-Lasten entgegen zu wirken, denn beton ist nur auf druck wirklich stabil. Deshalb ist ja die Bewehrung im Beton.

Soweit ich weiß ist Stahlbeton die einzige gute Lösung für ein Fundament, da es sowohl Druck- als auch Zuglasten korrekt und ohne Probleme ausgleichen kann.

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Kommentar von kutefrake
09.02.2017, 11:58

Daran hatte ich auch gedacht und werde das mal weiterfverfolgen. Sind dir Gebäude/Neubauten bekannt , deren Fundamente ohne Bewehrung auskommen?

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Auf welchen Informationen stützt deine Aussage?

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Kommentar von kutefrake
09.02.2017, 11:54

Dass die vielen Jahrhunderte alten Gebäude keinen Stahl drin haben, nehme ich als unbestritten an.
Dass Stahl zu kurzer Lebensdauer führt, wurde mir von einem Architekten gesagt, steht mehrfach so im Internet, und ich kanns mir aufgrund des Materials persönlich vorstellen.
Die Erfahrungen mit Stahlbeton sind ja erst wenige Jahrzehnte alt. Also ein Baustoff, der sich noch nicht lange bewehren musste. Hingegen haben die etlichen Jahrhunderte alten ohne Stahl gebauten Gebäude bewiesen, dass sie ohne Stahl eben Jahrhunderte stehen.

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