Nerv im Kreuzbein eingeklemmt - Becken wieder verdreht - was tun ohne Arzt?

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2 Antworten

Hallo Chouchama,

ich brauch Dir wahrscheinlich nicht erklären, dass hier keine zwei User unterwegs sind, die diese Situation besser einschätzen können als Du selbst. Aber ich verstehe Deine Lage, in der wohl jeder auch nach Strohhalmen greifen würde.

Ich kenne mich sogar sehr gut mit Gelenkstellungen und Schmerzen durch Falschbelastungen aus, aber weiß daher auch, wie extrem komplex der Körper funktioniert. Und Du bist hierbei auch zusätzlich ein schwieriger Fall. Dementsprechend verkneife ich mir da lieber jeden Tipp. Alles bis auf Cannabis, was ich Dir vorgeschlagen hätte, machst Du ja sowieso schon. Und Drogen in Tokyo sind eine eher schlechte Idee :D haha

Ich möchte Dir hier insofern nur ans Herz legen, dass Du das ganze bitte nicht als riesen Katastrophe ansehen und jetzt nicht zu viel von Dir erwarten solltest. Natürlich ist das extrem bes******, aber gerade jetzt muss Dein Körper einfach wieder Priorität 1 bekommen. Eventuell auch mit anderen Ärzten.

Ich würde auch in Tokyo nochmal einen Arztbesuch machen. Falls Dir Behandlungsmethoden nicht zusagen oder Du das Gefühl hast, sie fangen wirklich wieder von ganz vorne an, dann brich eben ab. Der Rückflug steht Dir jederzeit als Option offen.

Insgesamt solltest Du Dir in den nächsten Jahren zur Aufgabe machen, herauszufinden, was mit Deinem Körper passiert. Achte darauf, in welchem Setting die Schmerzen kommen, ob Du davor Sport gemacht hast, wieviel und wie Du gesessen bist, was/wieviel Du gegessen hast, und auch, wieviel Stress Du in der Situation um Dich hattest.

Den Stress solltest Du bei Deinem vollen Terminkalender nie unterschätzen. Wie sah es denn mit Schmerzen während Deinem letzten, wirklichen Urlaub aus oder hattest Du soetwas schon lange nicht mehr? Ich kann mich an meine zwei letzten Uni Jahre erinnern, da habe ich auch über 70Std-Wochen gehabt. Ich ging zusätzlich noch 4 mal in der Woche ins Fitness und war aber dank guter Ernährung etc knappe 4 Jahre nicht mehr krank geworden.

Durch den hohen Stressfaktor hat mein Körper irgendwann einfach kapituliert. Immer mehr kleine Verletzungen kamen im Training, meine Laune wurde immer schlechter - ich stand wohl kurz vor einem Burnout. Dann wurde ich auch permanent krank, hatte ebenfalls schnell überall Schmerzen und musste erstmal ungewollt in den Rückwärtsgang schalten.

Ich will hier nicht über mich erzählen, aber eine Berechtigung für folgenden Vorschlag bringen: Nimm Dir eine Auszeit! Lass das Semester Semester sein (glaub mir, ich weiß, wie blöd und schwer das ist) und mach in Tokyo vor allem Urlaub anstatt durchzulernen. Dieses halbe Jahr wirst Du Dir irgendwann danken. Mach Dir selbst keinen Druck, sondern lass jetzt mal alle Ansprüche fallen, entspann Dich und gönne Dir Luft.

Viel Glück und Gesundheit in der Zukunft!

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Kommentar von Chouchama
22.05.2016, 09:06

Danke für deinen ausführlichen Kommentar!

Und ja, haha, Drogen sind hier keine gute Idee, da kann ich gleich ausreisen ;) helfen dem Problem aber auch nicht beim Ursprung.

Mein größtes Problem ist wirklich, dass ich mir keine Auszeit nehmen kann. Also vom Sport, wegen meinem Nacken. Ich bin nicht sicher, wie ich damit jetzt verfahren soll.

Und natürlich ist auch das mit dem 'lass das Semester Semester sein' wieder leichter gesagt als getan, weil ich mein Visa und mein Stipendium verliere und dann 12.000 Euro zurückzahlen muss, das ist schon ein Batzen :D Aber gut. Manchmal geht es natürlich nicht anders. Ich habe mittlerweile eh schon eine ganz andere Einstellung zu dem Ganzen und werde auch abbrechen, falls es wirklich nicht anders geht. Mein Körper hat seit dem mir das letztes Jahr passiert ist durchgehend Priorität Nr. 1, so ist es jetzt ja nicht.

Viel schlimmer ist allerdings der Stress, den mein Körper mir ohnehin schon macht. Seit einigen Wochen bin ich wirklich wieder ins Burnout und die Depression gerutscht (meine ersten 4 Monate hier waren auch einfach nur Hölle, mit Krankheiten, die ich nicht kannte, unerwarteten Allergieschocks und damit Essenstrauma, Hörsturz, etc.). Ich habe extreme Probleme hier mit dem Essen und der Sport, den ich gleichzeitig mag und brauche, und das Timing mit dem Essen, das stresst mich alles fast zu Tode. Dazu kommen Einsamkeit, die ich vorher nicht kannte, usw ... also ich hatte ja schon das Gefühl, dass so ein Einsturz wieder vorprogrammiert war. Ich bin psychosomatisch sowieso extrem anfällig, aber wie du auch sagtest, konnte ich meine dauernden Krankheiten trotz hohen Stressfaktors durch den Sport recht gut unterbinden.

Ich versuche wirklich alles was geht, um mich zu entspannen und mir diese 'Auszeit' zu gönnen, auch während die Uni und die Arbeit nebenbei extrem stressig sind. Ich arbeite daran seit Jahren und kenne zum Glück auch viele Techniken, wie ich mich psychisch wieder aus meinem Loch befördern kann. Mit dem Stress, den mein Körper mir aber verursacht, weiß ich oft nicht umzugehen. Ich kann natürlich auch Japan nicht genießen, wenn ich schon wieder nicht einmal einkaufen gehen kann vor Schmerzen.

Ich weiß auch nicht ganz, was ich jetzt tun soll. Still liegen und chillen oder Übungen machen? Falls ich den Sport heute sein lasse, werde ich morgen durch den Nacken niedergestreckt. Also irgendwie hab ich keine Wahl - ich will nur wissen, ob ich wirklich nicht drauftrainieren darf/soll. Eventuell kann ich meine Übungen ja auch so abschwächen, dass sie den Unterrücken möglichst nicht belasten.

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warum suchst du nicht einen Chiroprakten in Tokio auf? Wer weiss, vielleicht hilft der sogar besser als der in D?

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Kommentar von Chouchama
22.05.2016, 08:32

Auch normale Chiropraktiker konnten mir damals nicht helfen und es wurde mir davon abgeraten mich den eher rabiaten Techniken, die hier Gang und Gebe sind, zu unterziehen. Noch dazu kann es ewig dauern bis ich einen gefunden habe, und wird im Endeffekt so viel wie ein Flug nach Hause kosten (ich bin übrigens aus Österreich). Das ist ja nichts, wo man einmal hingeht und damit ist es getan. Das kann sich wieder über Wochen oder Monate hinziehen und bis dahin sitz ich schon wieder zu tief in der Depression, muss dauernd Schmerzmittel nehmen und die Uni abbrechen. Das ist nicht wirklich eine Option für mich.

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