Nennt man das noch Pubertäts Probleme// etwas längerer text...?

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4 Antworten

Deine Kernfrage, ob das denn die Pubertät sei, lässt sich nicht ganz klar mit einem "Ja" oder einem "Nein" beantworten. Natürlich spielt die Pubertät bei vielem eine Rolle und fördert auch gerade innere Konflikte. So abgedroschen der Satz "Die Pubertät ist eine verwirrende Zeit." auch klingen mag, so wahr ist er auch. Gerade dann wird die Pubertät aber besonders schwer, wenn noch zusätzliche Faktoren greifen.

Du benennst diese sehr klar. Sehr früh musstest du "fast [wie] Erwachsene" handeln und dich um ein Kind sorgen, du bist auf wenig Aufmerksamkeit und auch in Tiefphasen, du hast sie als Depression beschrieben, kein offenes Ohr ausmachen können, um auch deinen Gedanken Luft zu machen. Auch frühes Mobbing, wie das, welches du bereits in der Grundschule erfahren hast, ist sicher vieles aber nicht förderlich für eine gesunde Entwicklung eines Selbstwertgefühles und blockiert damit auch ein stabiles Selbstbild. 

Also bleibt es für mich bei einem "Jein". Sicher wird einiges auch auf die Pubertät, wie sie eben verlaufen kann, zurückzuführen sein aber auch die Umstände haben ihren Einfluss gehabt und dieser wird nicht unerheblich gewesen sein und auch bis heute nachwirken. Eine "alltägliche Geschichte" erzählst du schließlich nicht. 

Die Resultate hast du auch, deine Selbstreflexion ist beeindruckend, bereits beschrieben.

"[...] Angst das mein Charakter nicht akzeptiert wird!""[...] was mache ich falsch?!""[...] das dicke Mädchen das von keinem gemocht wird [...]""[...] denke.ich, es liegt an meiner Figur."

Das ist genau das bereits angesprochene Selbstwertgefühl und Selbstbild, welches ich schon angesprochen habe. Du suchst den Fehler bei dir und jede erneute Abweisung trifft dich enorm. Während du die Beweggründe für eine Ablehnung suchst, scheinst du aber kaum um dich herum zu schauen - du schaust auf dich und findest nicht den Grund und bist nun bei deiner Figur stehen geblieben.
Nachvollziehbar, schließlich war das auch schon in der Grundschulzeit ein ausschlaggebender Faktor und dich selbst bezeichnest du auch selbst als "dickes Mädchen" ohne dies in Frage zu stellen, denn die Zahlen sprechen eine völlig andere Sprache. 

Im Rahmen einer Therapie gibt es nahezu immer den Punkt, an denen man Grundannahmen hinterfragt und du vermittelst aktuell das Bild folgender Grundannahme:

"Wenn ich abgewiesen werde, dann bin ich schuld."

Es ist, wie schon erwähnt, nur verständlich aber nein, diese Schuld liegt nicht grundsätzlich bei dir. Ablehnung resultiert auch aus Desinteresse anderer Personen, aus Neid, fehlender Gemeinsamkeiten oder auch oberflächlichen Beurteilungen respektive Vorurteilen.
Es gibt viele Gründe.
Gründe auf die du gar keinen Einfluss hast und die auch keinen Fehler darstellen und die Tatsache, dass du diesen auch nicht finden konntest, ist dafür auch ein Zeichen - der Rückschluss auf dein Gewicht dementsprechend ein Resultat dessen, dass du dir nicht erlauben zu scheinst auch Fehler bei anderen auszumachen. 

Schreiben kann ich nun natürlich viel. Ich könnte ein Buch schreiben und es hätte keinen direkten Effekt und nein, dass ist auch nicht schlimm. Selbst nach Jahren der Therapie hadere ich noch immer, in manchen Momenten, mit alten Grundannahmen und verfalle in manch ein altes Muster. 
Verstehe es also nicht als eine Kritik an dir und vielleicht ist das auch der erste Schritt - du bist nicht verantwortlich für die Schwierigkeiten vor denen du heute stehst. 
Du hast dir damals nicht diese Worte an den Kopf geworfen. Du hast dir nicht diese Verantwortung aufgebürdet. Du hast dir nicht das Gespräch verweigert und nicht zugehört.
Also nein, eine Schuld trifft dich auch dafür nicht. 

Nun ist, du schriebst es selbst, eine Therapie kein schlechter Einfall. 
Dich trifft, wie erwähnt, zwar nicht die Schuldigkeit aber so ungerecht es auch ist, musst du nun diese Situation für dich händeln und für dich aufarbeiten. 
Dafür möchte ich nur auf deine Gegenargumentation kurz eingehen:

"[...] eine Frau die vor mir mit Block und stift sitzt, macht es wegen dem Geld, nicht weil sie sich wirklich interessiert für mich, [...]"

Natürlich möchte ein Therapeut Geld verdienen. Wie sollte er sonst leben, wenn er jeden Tag mehrere Stunden damit aufbringt, seine Therapie anzubieten? Er muss schlussendlich etwas verdienen, denn wäre dem nicht so, dann müsste er einer anderen Arbeit nachgehen und könnte eben diesen Job nicht machen.
Auf eigener Erfahrung kann ich dir an der Stelle nur sagen, dass es nicht rein um das Geld geht. Ich habe verschiedenste Therapeuten kennengelernt und tolle Erfahrungen machen dürfen, denn es besteht tatsächlich ein ehrliches Interesse. Solche Menschen gibt es und so hochnäsig es klingen mag - das zeige ich dir gerade. Schließlich widme ich deiner Frage gerade Zeit und das mache ich weil ich es möchte und weil mir etwas an deiner Geschichte liegt und ich mich freuen würde, wenn es dir besser ginge. 
Ich kann es eben nur nicht den ganzen Tag machen, denn ich muss irgendwie Geld verdienen. Hätte ich die Option, dann würde ich es liebend gern den gesamten Tag und professioneller machen - nur würde ich dann auch etwas verdienen wollen.

Ich hoffe du verstehst, dass ehrliches Interesse nicht ausgeschlossen ist, nur weil jemand auch etwas verdienen möchte.

Wenn du Fragen hast zu dem Thema Therapie, dann scheue dich nicht zu fragen. Gerne kannst du auch privat schreiben, da genügt schon eine Freundschaftsanfrage. Ansonsten kannst du auch einfach hier einen Kommentar schreiben.

"Was Hilft mir noch? Wie kann ich aus mir rauskommen.... helfen Beruhigungs Tropfen o.ä?"

Du hast schon bewiesen, wie sehr du dich und dein Verhalten reflektieren kannst und ich glaube, dass du da auch ansetzen kannst. Ich habe versucht kleinere Impulse einzustreuen - beispielsweise die Grundannahme. 
Es könnte dir neue Erkenntnisse liefern, wenn du diese vielleicht einfach mal in deine Gedankenwelt mit einbeziehst und schaust, was du vielleicht Neues über dich erfährst. 
Damit wird nicht von heut auf morgen die Welt ganz anders aussehen aber es ist ein Beginn, wenn man mit neuen Ideen und Erkenntnissen durch den Tag geht.

Von Tropfen oder jeglicher Selbstmedikation solltest du jedoch absehen. Damit schaffst du dir im Zweifel mehr Probleme, als das es dir nützt, auch wenn ich den Impuls verstehe. Bitte sehe also davon ab. Sollte wirklich ein medikamentöser Bedarf bestehen, dann ist dies von einem Arzt zu entscheiden - in dem Falle von einem Psychiater (das ist nicht der Therapeut oder Psychologe, sondern der Fachmediziner). 

Im Endeffekt glaube ich, dass du selbst schon auf vieles stoßen wirst aber eine therapeutische Unterstützung nicht fehl am Platze wäre, um all diese neuen Gedanken in eine konstruktive Richtung zu lenken und zu begleiten. Überlege es dir und wie erwähnt - Frage was du fragen möchtest, ich gebe mir Mühe dir so schnell wie möglich zu antworten.

Ich wünsche dir alle Gute und hoffe, dass es dir in absehbarer Zeit besser gehen wird.

Liebe Grüße.

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Nimm auf GAR KEINEN Fall irgendwelche Tropfen, das kann so böse ausgehen. Kuck Michael Jackson an, der hat Medikamente genommen und es ging böse aus.

Auch wenn meine Antwort nicht sonderlich viel aussagt: Sei wie du bist, so bist du am besten!

Deine ganzen Probleme hängen definitiv mit deiner Vergangenheit zusammen, du durftest nicht richtig Kind sein, wurdest gehänselt und gemobbt und deine Mutter hat versucht, dir deine Depression auszureden. Das kann einem ganz schön auf die Psyche schlagen, in der Zukunft! Klar, die Pubertät wird auch noch einen Teil mitwirken, aber der Großteil deines emotionalen Downs wegen deiner Vergangenheit ist.

Sei du selbst! Egal, was andere denken! Schwimm gegen den Strom! Du bist besser als sie! Du hast eine tolle Figur und du bist ein tolles Mädchen! Denk immer daran und irgendwann wird dein Zustand besser. Du bist toll so wie du bist, verändere dich nicht! 
Es wird immer Leute geben, die mit dir nicht zufrieden sind und dich hänseln, aber was soll's? Steh drüber! 

Verstell dich nicht, irgendwann wirst du dann mit dir selbst nämlich nicht mehr im Reinen sein und das kann dir ziemlich auf die Psyche schlagen, und wenn dann noch eine depressive Verstimmung dazu kommt - Halleluja!

Was du brauchst, sind keine Medikamente oder Therapien oder sowas- Du brauchst eine richtige beste Freundin, der du alles anvertrauen kannst und mit der du was unternimmst! Dadurch wirst du auch kontaktfreudiger und deine Introversion wird ganz von alleine zurück gehen und weniger werden.

So ich habe jetzt einfach mal alles aufgeschrieben, was mir einfiel. Ich hoffe, ich konnte dir helfen und ich habe nix vergessen!

Ich wünsche dir ganz, ganz viel Glück und Freude in deinem Leben!

LG

Ben

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Was du schilderst ist ein problem, was man mit einer einfachen Antwort hier nicht beantworten kann.
Ich versuche dennoch, dir zumindest etwas zu helfen.
Erstmal zu dem Thema Magersucht, etc. Wenn du Jungs hast, die "was von dir wollen" dann bist du nicht "zu dick".
beleidigt wurden wir alle, als wir jünger waren. meistens sind die, die andere beleidigen, sogar die, die eigentlich am meisten Hilfe benötigen, da sie durch irgendetwas so geschädigt sind, dass sie andere grundlos niedermachen müssen. Dass du so früh in Elterliche Pflichten eingebunden wurdest ist zwar nicht optimal, aber auch das müssen viele andere Menschen tun. Oftmals sind diese Menschen daduch im weiteren Verlauf des Lebens auch erfolgreicher (es gibt Studien dazu). Dass deine Mutter meint, dass du dir das alles einredest zeigt im Grunde, dass sie sich überfordert gefühlt hat durch alle Umstände und nicht wusste, wie sie dich unterstützen soll.
Alles in Allem nicht schön aber auch nicht so schlimm.

Introvertiert sein ist nicht zwangsläufig etwas schlechtes, introvertierte Leute legen nur größeren Wert auf Menschen, mit denen sie sich gut verstehen und gehen dann aus sich heraus. Offensichtlich hast du niemanden, der zu dir passt, das ist aber nicht schlimm, irgendwann findest du die Person/en, mit der/denen du dich verbunden fühlst. Introvertierte Leute brauchen deshalb meist länger. Bevor ich 16 war, hatte ich auch keine echten Freunde, jedenfalls habe ich mir das auch nicht eingeredet wie es viele extrovertierte tun und dann bitter enttäuscht werden.

Wenn nicht noch mehr vorgefallen ist, benötigst du keine Therapie und auch keinerlei Medikamente. Dass du dir unsicher bist ist als pubertierende Frau ganz normal, jeder Junge ist auch unsicher, nur überspielen die es oft durch irgendwelche Verhaltensweisen. Dein Gewicht ist in Ordnung und wenn du meinst es ist es nicht, dann melde dich zu einem Sport an um Kalorien abzubauen und Muskeln aufzubauen, nur spare nicht die Kalorien über das Essen, sonst rutschst du eventuell schnell in diese Magersuchtgeschichten rein.

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Nein es liegt NICHT an deinem aussehen/Gewicht, wahre Freunde achten auf sowas nicht! Du kannst ja vielleicht mal in deine örtliche gemeinde gehen ,kein Scherz:) es hilft viel mit anderen Menschen "in Kontakt" zu kommen ,du wirst mit denen vielleicht dann auch nicht soooo die enge Freundschaft haben ,aber du hast es "versucht" und du hast damit Mut & Stärke bewiesen und wirst dann auch nicht mehr so schüchtern! Vertrau auf dich und Versuch keinen nach zumachen oder "dich anzupassen" das wirkt dann meistens falsch ,und du bleibst deinem Charakter nicht treu und kannst ihn auch somit nicht stärken! Vertrau auf dich ,du schaffst das schon☺😉 sag mir wenns geklappt hat
Liebe grüße ,Mh

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