Neigen wir heutzutage dazu, alles zu sehr aus der Sicht von Informatikern/Technikern zu sehen?

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7 Antworten

Ich würde sagen JA.

Vor allem verstehen sie es, bei Armen Hoffnung und bei Reichen ständig neue "Bedürfnisse" zu wecken, auch wenn zumindest letzteres gar nicht nötig ist.

Tatsache ist, dass die wissenschaftliche und technische Entwicklung (nicht nur in der Digitalisierung, auch in Medizin, Agrotechnik, Mobilität, Energietechnik, ....) so rasend schnell geht, dass die "Biologie" der Erde und die Evolution des Menschen ihr nicht folgen kann.

Deshalb gibt es so viele negative Auswirkungen. Und die sollen wir durch unsere kulturelle Entwicklung in den Griff bekommen, was aber immer noch nicht so recht gelingen will.

Ich glaube, wir können behaupten, dass wir genügend Technologie haben, um bequem und gut leben zu können. Klar, in der Medizin darf niemals ein Stopp eintreten, aber ein Großteil der neuen Technologie, die auf den Markt kommt, dient allein dem Zweck, Aufmerksamkeit zu bekommen. Da gibt es keine höheren Ziele. Es geht um den Versuch der Genussoptimierung. So könnte man den Bogen wieder zurück zu Beethoven spannen.

Ich denke, dass das, was Techniker bzw. Wissenschaftler denken, und das, was die Presse der breiten Masse darüber schreibt, sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

In der Regel wissen die Journalisten meist nicht gut über das bescheid, worüber sie da eigentlich schreiben, und die Leser (also z. B. du) noch viel weniger.

Auch unter Technikern und Wissenschaftlern gibt es viele Karrieristen, die nicht leben können, ohne sich hin und wieder in einem Interview wieder zu finden. Und diese Leute wissen auch, dass sie ihre eigene Person am besten verkaufen, wenn die geäußerten Thesen möglichst steil sind. Dass sie sich damit in der Fachwelt zum Affen machen, ist ihnen egal, denn es gibt leider zu viele von ihnen, und die puschen sich damit auch gerne gegenseitig.

Der Rest der Fachwelt schlägt allerdings die Hände über dem Kopf zusammen. Ich will jetzt hier keine Namen nennen, aber JEDER Wissenschaftler kennt bestimmt solche Exemplare, egal auf welchem Fachgebiet. Leider landen die, die am meisten schreien, auch am meisten in der Boulevard-Presse und erarbeiten sich so einen Rang und Namen. Wer kennt sie nicht? :)

Alle von dir angesprochenen Punkte, würde ich unter "Ulk verbuchen" und Artikel, die so etwas in der Schlagzeile andeuten, gar nicht erst lesen. Denn ich weiß aus jahrelanger Erfahrung: Als Fachmann erfährt man aus solchen Clickbait-Artikeln nichts, was das Lesen im Verhältnis wert war. Es bringt mich persönlich tatsächlich weiter, wenn ich in der Zwischenzeit für fünf Minuten an die Decke starre, und mir Gedanken um irgendwelche Algorithmen mache. In der Summe kommt dabei wirklich mehr raus! :)

Vernünftige Artikel gibt es in Fachverlagen, aber die sind dann auch so techniklastig, dass sie ein Laie nicht verstehen kann. Aber das liegt in der Natur der Sache. Man studiert ja nicht grundlos über Jahre ... irgendwas bleibt dabei schon mal hängen, was man dann später auch tatsächlich einsetzen kann. :)

Fazit: Einfach locker bleiben, wenn ein Google-Mensch meint, öffentlich halluzinieren zu müssen. Es ist die Zeit einfach nicht wert, solche Artikel zu lesen, geschweige denn, sich Gedanken darüber zu machen.

"Wissenschaftliches Arbeiten" sieht VÖLLIG anders aus, und ein einziges Paper enthält mehr Infos, als alle Presseartikel eines Jahres für Laien zusammen.

PS: Meine Meinung als Informatiker zur IT ist Folgende:

Es ist ein riesen großer Müllhaufen und totales Chaos. Ende der 90er hat sich der schöne Begriff "Software-Krise" etabliert und ich wage zu behaupten, dass wir noch laaaaaange nicht den Zenit überschritten haben.

Ich erkenne (leider), dass der mit ganz weitem Abstand größte Teil an verfügbarer Software (quer durch alle Anwendungsgebiete) ein ziemlicher Haufen Murks ist. (Aus X verschiedenen Gründen, die jetzt hier den Rahmen sprengen würden.)

Dagegen werden jetzt die jüngeren (und vor allem frisch gebackene Studienabgänger) intervenieren, aber wer mindestens 15 Jahre auf dem Buckel hat, dem dämmert es langsam. Wenn alle paar Wochen eine neue Technik, ein neues Framework, ein neuer Prozess, eine neue Software, ein neues XYZ angekündigt wird, was sich im Endeffekt IMMER als Abfall rausstellt, dann glaubt man irgendwann gar nichts mehr.

Man hört als ITler häufig von anderen ITlern sinngemäß eine Art running Gag: "Im nächsten Leben werde ich Gärtner oder mache etwas mit Landschaftsbau."

Sei dir bitte darüber bewusst, dass das zwar nicht zu 100% ernst gemeint ist, aber ein Körnchen Wahrheit steckt schon darin!

Ich denke, die meiste Erfahrung haben die Leute auf ihrem Fachgebiet, die in der Lage sind zu erkennen, wie wenig sie wissen und wie katastrophal die Gesamtsituation eigentlich ist, bzw. zumindest wie unfassbar viel noch zu tun ist, um "erst mal vernünftig anfangen" zu können.

Leicht OT: Das größte Grundproblem in ALLEN Disziplinen dürfte eine weltweite, frei zugängliche Datenbank mit Verschlagwortung für wissenschaftliche Erkenntnisse sein. Aufgrund von falschem Verständnis von Patenten, Egomanentum und Copyright-Fetishismus verschwinden nämlich mehr als 90% aller wissenschaftlichen Erkenntnisse binnen 10 Jahren. Dazu gibt es mehrere Studien und es ist ein weltweit bekanntes Problem ... aber das alles nur am Rande.

tl;dr

Ich bin ITler, ich mag IT, aber ich weiß auch, dass IT in ihrer heutigen Form eine Katastrophe und einfach nur richtig "übel" ist.

Und Artikel, wie die von dir genannten, haben nichts mit Technik oder Wissenschaft, sondern mit der Verkaufsstrategie und dem Marketing von Verlagen und Selbstdarstellern zu tun.

So etwas lese ich nicht. Niemals! Sorry! ><

Ich bin ja selber IT-ler und klammere mich nicht aus der Menge der von mir genannten "nerds" aus. Das hat dann auch nichts mit Wissenschaft, einzelnen Personen oder Artikeln zu tun, sondern mit Gesprächen mit anderen Menschen und einer gewissen Selbstreflektion über mich, meine Arbeit und auch meinen Erfahrungen, die ich beispw. als Lehrbeauftragter an einer Hochschule gesammelt habe.

Die von mir genannten Beispiele sind ja eben nur das...Beispiele. Sie stehen für eine Entwicklung, die ja schon lange stattfindet.

Nämlich einer von einer Branche getriebenen gesellschaftlichen Entwicklungen, welche wir als "Normalfall" betrachten, so wie wir  beispw. mit der Finanzbranche, welche sich in den letzten 15 Jahren vollkommen von der Realität und ihrem ursprünglichen Nutzen entfernt hat, als Entwicklung gewöhnt haben mit den Worten: "Das ist halt so."

Aber die Frage ist ja, ob es wirklich so ist und ob es anders gehen würde, wenn man sich von den Vorgaben weniger befreit? Und in dem Zusammenhang finde ich es dann sehr traurig, wenn ich heute 18 oder 19 jährige an der Hochschule habe, die schon so eingeschult und zurechtgestutzt werden, dass sie nichts über die eigene fachliche Qualifikation in Frage stellen. Wieso auch? Wird ihnen nicht gezeigt und nicht beigebracht.

Das Ganze ist eine Überlegung auf einer Meta-Ebene und nicht auf der Ebene des Nutzens oder des Blickes als ITler auf die Branche.

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Meine Meinung:

  • Wir werden heute gezwungen, uns mehr und mehr IT-technisches Wissen anzueignen. Und tatsächlich: Schon in 20 Jahren - so sagen Fachleute - werden dann produzierte Autos noch nicht einmal mehr ein Steuerrad haben. Ältere, noch handgesteuerte, werden dann sehr viel häufiger in Unfälle verwickelt sein als IT-gesteuerte. 
  • Das bedeutet aber nicht, dass wir verlernen dürfen oder sollten, uns auch noch mit Geisteswissenschaften zu befassen oder - ganz trivial - uns handschriftlich Notizen zu machen oder auch mal Zahlen im Kopf zu addieren.

Zu lernen, mit IT umzugehen, ist heute mindestens so wichtig, wie es bislang war, den Führerschein zu machen.

Wichtig aber auch: Wir müssen die IT als Möglichkeit begreifen, unser Leben einfacher zu gestalten - nicht als Droge, die dazu führt, dass wir unser Smartphone gar nicht mir in die Tasche stecken.

Die Digitalisierung bezeichnet man ja auch als Industrielle Revolution 4.0. Ich würde dem ganzen aber nicht so dramatsich entgegensehen. Es wird neben den IT-Fachleuten auch immer noch Künstler geben oder Sportler. Wenn Jene auch auf die Digitalisierung zurückgreifen werden bei dem was sie tun.

Was mir eher Sorgen macht ist das Schwinden sozialer Kompetenzen bei Kindern. Weil sie eben fast nur noch am Handy spielen. Auch der sogenannte Helikoptereltern-Efffekt wird über kurz oder lang dazu führen, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr selbstständig Aufgaben erledigen können. Die Wahrnehmung geht flöten und pauschales Misstrauen gegenüber anderen wächst. Da hilt dann auch keine Digitalisierung mehr.

Ich denke wir müssen prüfen wie genau sich die Digitalisierung auf die nächsten Generationen auswirkt. Langzeitstudien gibt es ja noch nicht dazu.

Dann könnte man auch fragen, ob Steinzeitmenschen nicht ihr Interesse allzusehr auf Feuer gelenkt haben, weil sie immer von Hand Feuer machen mußten, um etwas zu kochen oder warm zu haben in kalten Nächten.

Wir leben nun mal in einer Zeit der Technik und benutzen die modernen Errungenschaften.

Ich wäre dafür noch bessere Roboter, Haushaltsroboter, Alleskönner zu entwickeln und uns die zum Sklaven zu machen, dass wir noch mehr Zeit haben für Spaß, Kreativität, Hobbys, Gesundheit usw.

wir sind auf dem besten Weg. Der Mensch vereinsamt.

Menschl Kontakte Ade `

Das gehacks per SMS mit tausend R.fehlern gute Nacht.

Es wird das 2 Schichten Modell geben, Leute die Künste (plastizieren, dichten, musik, schreiben ) lernten , unsd denken gelernt haben und der Mopp . 

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