Neigen selbst wissenschaftler dazu sich selbst zu belügen wenn sie die gesellschaftliche moral befürworten, obwohl es objektiv nicht stimmt?

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14 Antworten

Was bedeutet "obwohl es objektiv nicht stimmt"?

Moral ist nicht objektiv, sondern eine gesellschaftliche Konvention.
Daher denke ich auch nicht, dass man "stimmen"/"nicht stimmen" hier anwenden kann.

Wenn es Kulturen gibt, in denen alle nackt sind, und niemand stört sich daran, ist es ja ok. Wenn es bei uns aber anders ist (weil die Menschen erwarten, dass alle im Alltag angezogen sind, weil uns das so lieber ist), ist das zwar inhaltlich anders, aber auch ok.

Vereinbarung/Übereinkunft

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Das kann passieren. Ich würde dabei die Grenze aber nicht unbedingt bei der "gesellschaftlichen Moral" ziehen, sondern (mindestens auch) bei der persönlichen Bequemlichkeit, die mit der gesellschaftlichen Moral auch zusammenhängen kann.

Mir fällt es bei z.T. wissenschaftlich denkenden Menschen auf, die die Materie normalerweise beherrschen, dass in Situationen, in denen sie ihr eigenes Weltbild sprengen müssten aufgrund abweichender Befunde, dass die wissenschaftlichen Methoden plötzlich wie vergessen sind. Und das sogar bei Wissenschaftlern selbst.

Leider ist es so, dass für rationale Prozesse einige Voraussetzungen gegeben sein müssen, u.a. sind das die nötigen verfügbaren Kapazitäten und das fehlen von emotionaler Steuerung der Denkprozesse.

Dahinter steckt, dass auch Wissenschaftler Menschen sind, die normalen psychischen Funktionen unterlegen sind, und so motiviert sind, Ressourcen zu schonen und den Selbstwert zu erhalten. Das Gehirn weiß sich zu schützen, wenn beispielsweise das Weltbild aufgrund von neuer Information geändert werden müsste und somit in Konflikt zum eigenen Handeln stünde oder aufwändige Veränderungen erfordern würde (kognitive Dissonanz -> Strategien zur Dissonanzreduktion).

Die "gesellschaftliche Moral" entsteht ja aus der Summe der Sichtweisen einzelner und beeinflusst umgekehrt wiederum die Sichtweisen einzelner und hängt somit mit diesen persönlichen Grenzen, die ich eben beschrieben habe, zusammen.


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Kommentar von OlliBjoern
10.08.2017, 23:38

"Leider ist es so, dass für rationale Prozesse einige Voraussetzungen gegeben sein müssen, u.a. sind das die nötigen verfügbaren Kapazitäten und das Fehlen von emotionaler Steuerung der Denkprozesse."

Das sehe ich nicht ganz so. Emotionen sind nicht per se schlecht, und eine Kombination mit rationalen Entscheidungen ist möglich. Die meisten Käufer glauben z.B. rational entschieden zu haben, haben aber oft überwiegend emotional entschieden (mit gewissen rationalen Anteilen). Natürlich gibt es da eine individuelle Schwankungsbreite.

Natürlich haben auch Wissenschaftler - wie alle Menschen - Emotionen. Das ist unvermeidlich.

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Der Mensch belügt sich unbewusst permanent selber. Die Sinne sind nicht objektiv und die Verarbeitung schon gar nicht.

Auch unter Wissenschaftlern werden deshalb immer wieder üble Böcke geschossen, trotz Spezialtraining und Verwendung objektiver Methoden.

Kommt hinzu, dass es Menschen sind. Heisst einige Lügen, Betrügen aus gutem oder nichtigem Grund, weil sie die Wahrheit vor allem selber nicht sehen wollen, weil sie zu stark in ihrer Meinung beeinflusst sind.

Gutes Beispiel ist die Genesis oder Verhalten Rolle von Weibchen und Männchen in der Tierwelt. Das wurde vor einigen Jahrzehnten durch patriarchal geprägte männliche Forscher praktisch immer falsch interpretiert, sich gegenseitig bestätigt und abgeschrieben ;-).

Ist heute auch nicht anders, zu stark ist der Mensch in seiner (sex) Identität und Kultur selber betroffen, um ein sehr offensichtliches Beispiel zu nennen.

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Ja, das gibt es.

Wissenschaft ist halt knallhart und richtet sich nicht nach unseren Wünschen oder Vorstellungen.

Wir sind natürlich subjektive Wesen und Subjektivität spielt bei allem was wir tun eine Rolle - genau deshalb ist ja Wissenschaft an gewisse Kriterien gebunden um sie möglicht unvoreingenommen zu halten und von außen kritisierbar zu machen.

Ganz vermeiden kann man eine Beeinflussung natürlich nie, aber durch den Charakter der Wissenschaft bleibt sowas trotzdem kritikfähig und widerlegbar.

Schlimm finde ich wenn Personen bewusst, aufgrund von Bequemlichkeiten, Profitgier o.ä. so handeln wie in der Frage erwähnt.

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Auf jeden Fall, dafür gibt es genug Beispiele und Gründe, ob nun im Dritten Reich, gestern oder heute. Wahrheit = f (Forschungsgelder + u), wobei u der unerklärliche Rest ist. Was mag nun objektiv sein, wenn ein paar Leichen auf dem Boden liegen? Wenn man jetzt mal den Einfluß von Beobachter aufs Versuchsergebnis außer acht läßt.

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Man kann nicht sagen, dass es die gesellschaftliche Moral nicht mehr gibt bzw. dass sie nicht mehr funktioniert. In Bezug auf sexuelles Verhalten, sog. Sexualmoral, mag es zutreffen, dass hier die Moral z.Z. „aufgeweicht“ ist. (Trotzdem empören sich noch viele über einen Ehebruch).

Sonst aber ist die Moral noch intakt. Sie greift jenseits der Strafgesetze. Hier meine ich, dass der offenkundige Egoismus, die offen zur Schau getragene Weigerung, Unglücklichen und Armen zu helfen, die offenbar werdende Rücksichtslosigkeit (man siehe den brutal unfair spielenden Fußballspieler) gesellschaftlich gebrandmarkt werden.

Auch die Lüge wird noch gesellschaftlich angeprangert. Was du meinst, ist das heimliche, verkappte Lügen, Fälschen, Betrügen und sonstige Unredlichkeiten (nach dem Munde Reden). Hier geht es allein um Beweisfragen. Erst wenn man das Lügen etc. nachweisen kann und es damit offenbar wird, setzt die gesellschaftliche Ächtung ein.

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Natürlich ist das teilweise der Fall, denn die Gesellschaft baut sich nun mal auf Moral und Ethik auf. Alles andere wäre ein Verlust für die dominanten Institutionen innerhalb einer Gesellschaft. Verlust von Moral und Ethik bzw. die Ansichten einer Gesellschaft über gewisse Verhaltensweisen bedeutet, dass sich die Menschen innerhalb einer Gesellschaft einem riesigen Kontrollsystem entziehen. 

Das wäre verheerend. Für einige Institutionen. Denn dann würden wir beginnen, eigenständig zu denken und unsere Weltanschauung nicht nur auf bloßen Mutmaßungen sogenannter Gesellschafts-Dogmen zu gründen. 

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Kommentar von Barney123
12.08.2017, 15:56

Hallo Meximaya,

Denn dann würden wir beginnen, eigenständig zu denken

Ich leiste mir den Luxus, das so gut es geht zu tun, und ja, vieles was allgemein üblich ist, entspricht nicht den allgemeinen Moralvorstellungen. Da habe ich also schon mal meine eigene Weltanschauung. Nur kann ich nicht erkennen, was daran schlimm sein soll! Schon gar n icht was daran verheeren wäre!

LG

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Wissenschaft ist nie die Wahrheit, über Wahrheit kann Wissenschaft nichts aussagen. Das Einzige was Wissenschaft ausmacht ist seine eigenen Thesen zu widerlegen. Kann eine These nicht widerlegt werden ist das der aktuelle Stand der Wissenschaft, bis diese widerlegt werden kann.

Viele "Wissenschaftler" sind Eitel, wollen Recht haben, wollen etwas entdeckt haben - aber so gibt es auch hier, solche und solche.

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Das stimmt. Ein Beispiel könnte der vom Menschen gemachten Klimawandel sein.

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Moral ist doch keine Wissenschaft. Irgendwas bringst du da durcheinader.

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Kommentar von Funmichi
10.08.2017, 22:26

Nein, Moral ist keine Wissenschaft, wirkt sich aber auf diese aus.

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Es wird in diesen Gebieten keine Forschung gemacht

Das liegt aber in der Regel nicht daran, dass jemand sich selbst belügt, sondern, weil die Forscher Teil der Gesellschaft sind und somit auch ihre eigenen Moralvorstellungen haben.


Ergebnisse werden verfälscht

Und auch das hat mit Moral nichts oder wenig zu tun.

1)Wenn du die Ergebnisse nicht präsentierst und vertuscht, wird das jemand anders machen und du verlierst an Ansehen etc. 

z.B. wie der Typ, der diese Forschungsreihe gefälscht hat, die angeblich belegen sollte, dass Impfungen Autismus verursachen. Es kam raus und der Typ verlor die Zulassung (leider gibt zu viele Dumme Menschen auf der Welt und so lebt der Pisser trotzdem noch ziemlich gut)

Aus Moralischen Gründen machen das die Wissenschaftler eher seltener. Meistens ist es Geld oder Ruhm oder beides.

Aprops: Du sieht ja Lügen und Vertuschungen in der Wissenschaft als verwerflich an, nehme ich mal an. Das ist aber auch eine Art von Moralvorstellung.

2)Viele Wissenschaftler sind auf Erfolge in ihren Forschungsarbeiten angewiesen, um auch weiterhin Gelder etc. zu bekommen. Kaum ein Forscher kann es sich leisten "einfach" mal zu forschen.

Da wird z.B: das Signifikanzniveau erst ganz am Ende festgelegt, so dass die jeweilige These auch ganz bestimmt bestätig wird etc.

Das interessante ist, dass diese Wissenschaftler entgegen deiner Behauptung, dabei komplett gegen die allgemeinen Moralvorstellungen, was wissenschaftliches Arbeiten betrifft, agieren.

redet nach dem mund der bevölkerung

1)Interpretationen sind immer subjektiv das sollte dir klar sein. Das sind Deduktive Schlussfolgerungen. Es gibt keine wirklich sicheren Schlussfolgerungen.

Z.B. in der Physik ist alles nur Theorie, so ist auch die Gravitationstheorie nur eine Theorie. Das einzige, was wir sicher wissen, ist, dass etwas, wenn wir es loslassen, runterfällt. Warum das so ist, ist jedoch nicht 100% beweisbar.

2)Wissenschaftler sind auch nur Menschen und so haben sie ihre Werte und Moralvorstellungen und so interpretieren sie auch.





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Fragen werden nicht dadurch besser, dass man mit ihnen sinnfrei Unsinn als Gegebenheit kolportiert.

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Kommentar von Funmichi
11.08.2017, 17:02

Es fällt mir nicht leicht auf diese Eintwort einzugehen wenn du sinnfei Fremdwörter mit einbaust, die ich erst googeln müsste..

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Hast du Beispiele? Ich vermute du meinst die "Gender"-"Wissenschaft", oder?

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Was konkret meinst du denn in deinem Text? Wo werden Ergebnisse verfälscht oder keine Forschung betrieben?

So ist deine Frage weder brauch- noch beantwortbar.

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Kommentar von Funmichi
11.08.2017, 17:03

Es ist eine allgemeine Frage, diese kann man auch allgemein beantworten wie es Andere hier gemacht haben.

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