Nehmt ihr mathematische Gleichungen und Formulierungen eher als Bilder oder als logische Zusammenhänge war?

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3 Antworten

Hallo,

wenn es lange Formeln sind oder viele Formeln auf einmal überfliege ich sie auch und nehme sie eher als Bild wahr bzw. habe keine Lust mich da ganz reinzudenken.

Ich finde, Formeln genau anzuschauen und zu verstehen ist anstrengend und ich bevorzuge es deshalb, wenn entweder a) wenig Formeln im Text sind (manchmal nicht möglich) oder b) zwischen den Formeln/Umformungen das gleiche auch noch in Worten steht. Dann finde ich es viel leichter nachzuvollziehen. Ansonsten merke ich nach ein paar Seiten, dass ich nichts mehr mitbekomme, weil ich die Formeln nur überfliege.

Es kommt aber auch darauf an, wie bekannt mir die Formeln sind. Wenn ich etwas gut kenne, sehe ich auch schnell die Information in der Formel. 

Ansonsten muss man eben konzentriert arbeiten. Und wissen, dass Formeln lesen länger dauert als Text lesen und man sich die Zeit nehmen muss.

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Hallo haku7,

Formeln sind doch selbst schon Bilder oder genauer gesagt Abbilder der Wirklichkeit. Ähnlich wie ein Bauplan oder Stadtplan die Wirklichkeit modellhaft wiedergibt, so sind auch Formeln eine Art Modell der Wirklichkeit. Letztlich sind es Denkhilfen. Ich notiere schematisiert was ich denke.

U = 2*pi*r

sagt ganz viel aus. Einmal, dass der Umfang eines Kreise von seinem Radius abhängt und dass Proportionalität besteht. Je größer das eine, desto größer das andere. So platt ist das.  Und wer es genau wissen, der darf das Ding auch noch praktisch nutzen und muss zweimal multiplizieren und nachschauen wie groß pi ist. Der weitere Nutzen ist die Benennung. Ich benenne den Abstand zwischen Kreismittelpunkt und seinem Rand mit Buchstaben r. Die die geheimnisvolle Zahl 3,1415.. bekommt auch einen eigenen Namen.

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Kommentar von haku7
18.11.2015, 22:04

ProfFrink danke für den Gedankenanstoß,

Besonders für die verschiedenen Abstraktionsstufen der Informationen die in der kurzen Formel U = 2*pi*r hinterlegt sind und die ich weiter verwenden könnte finde ich sehr hilfreich für das eigene Verständnis

also der des

  • expliziten Zusammenhang U = f(r) ,
  • dem allgemeinen Zusammenhang ( U direkt proportional zu r)
  • der exakten Rechenvorschrift U = 2*pi*r

Sowie die Information die in den verschiedenen Symbolen (pi = 3,14...). Das die Formel als Denkhilfe innerhalb eines abstrakten Modells eingesetzt wird ist auch interessant.

Wenn ich die Formel dann "nur" als ein großes Symbol wahrnehme, gehen mir sehr viele Informationen.

Daher ist ein erklärender Text, wenn auch etwas länger, der die Formel, den Zusammenhang und die einzelnen Variablen genauer erklärt mir persönlich viel lieber als eine einzige große Formelsammlung. Zumindest wenn ich das Thema das erst mal zu Gesicht bekomme.

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Du hast Recht, im ersten augenblick nimmt man die Formel durch die Komplexität als Bild auf. Jedoch mus man für das Verständnis in diesem Komplex das Wesen der einzelnen Ableitungen versuchen zu erkennen, denn darunter wird dies ja in einfache Symbolik überführt.

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Kommentar von haku7
18.11.2015, 20:28

Ich dache mir einfach, dass beim Lesen von mathematischen Texten die Formeln meist einfach so überflogen werden (da sie dem Anschein nach komplex sind) und die Information die in diesen steckt nicht wirklich erfasst wird.

Nach 3 Seiten lesen hat man dann bischen Text gelesen und paar Formeln "angeschaut". Den Text kapiert, die Formeln nicht. Und fragt sich dann wieso man so begriffsstutzig ist.

Hab leider noch von keinem meiner Lehrer oder Dozenten gehört wie das Verständnis der Formeln erhöht werden kann. Dort heißt es meist "friss oder stirb". Daher auch die Frage nach der Neigung sich eher mit dem geschriebenen Text als mit der mathematischen Darstellung zu beschäftigen.

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