Nehmen wir mal an meine Tante bekommt ALG II und will dann mit einem Job anfangen. Wird das geld dann gemindert was sie vom Amt bekommt? weil sie dann ja ..

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6 Antworten

Sicher bekommt sie dann zumindest weniger ALG - 2 gezahlt,wenn sie dann doch selber Einkommen erzielt !

Ihr stehen dann Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll zu,dass sind vom Bruttoeinkommen zunächst 100 € Grundfreibetrag,von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch vom Brutto / Nettoeinkommen abgezogen,dass ergibt dann das anrechenbare Einkommen und das wird dann vom Bedarf,sprich von den ALG - 2 Leistungen abgezogen.

Angenommen die Tante würde jetzt 800 € ALG - 2 bekommen,sie lebt alleine,dann würden darin derzeit 404 € Regelsatz enthalten sein,dieser ist für den Lebensunterhalt gedacht und es blieben noch 396 € für die KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) und das zusammen ergibt ihren Bedarf.

Würde sie dann angenommen 1200 € Brutto verdienen,dann würde ihr der derzeit max. Freibetrag von 300 € zustehen,dieser würde dann von ihren angenommenen 800 € Netto abgezogen ( theoretisch ),es blieben dann noch 500 € anrechenbares Einkommen.

Ihr würden dann bis zu ihrem Bedarf von angenommen 800 € noch min. 300 € fehlen und diese würde sie dann als ALG - 2 Aufstockung noch vom Jobcenter bekommen,sie hätte dann also rein rechnerisch 1100 € pro Monat zur Verfügung.

Je nach Verdienst ist gestaffelt, um wie viel Geld die staatliche Zuwendung gekürzt wird. Die ersten 100€ sind anrechnungsfrei. Von 100€ bis 999€ an Verdienst sind weitete 20% anrechnungsfrei. Alles über 1000€: da sind je 10% (oder waren es nur 5%?) anrechnungsfrei. Das bedeutet, dass deine Tante den gesamten Lohn behalten darf, aber die staatlichen Gelder eben gekürzt werden. Mal als Beispiel : verdient deine Tante 600€ Netto pro Monat, würden ihr von den staatlichen Zuschüssen 400€ abgezogen. LG

dammi88 16.09.2016, 16:53

Vielen Dank! Nehmen wir mal an sie verdient knapp 1000 pro Monat netto .. Also würde sie 800€ für sich haben oder wie ? ://

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Elfi96 16.09.2016, 17:04
@dammi88

Nein, wenn sie 999€ verdient, blieben ihr die anrechnungsfreien 100€ und von jedem weiteren Hunderter je 20%. Das wären zusammen 279,80. 999 minus 279.80 ist 719,20€. Diese 719,20 würden von ihrem H4- Satz abgezogen. 

 H4- Satz ist ja 404€, plus Wohnungskosten. Da dieser Betrag nicht bundeseinheitlich ist, kann ich dazu nicht viel schreiben. Hatte deine Tante vorher so um die 500€ an KdU, würde sie vom Amt nur noch etwa 185€ bekommen. LG 

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isomatte 16.09.2016, 17:46

Das ist leider nicht korrekt !

Bei 600 € Netto hat man min. 750 € Brutto und die Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll werden aus dem Bruttoeinkommen und nicht aus dem Netto berechnet.

Demnach stünden der Tante dann min. 230 € an Freibeträgen zu und abzüglich von 600 € Netto blieben dann nur 370 € übrig und diese würden dann ggf.als anrechenbares Einkommen vom ALG - 2 abgezogen,wenn sie nicht noch erhöhte Aufwendungen ( z.B. Fahrkosten ) absetzen könnte.

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Nehmen wir mal an Deine Tante bekommt Alg2

dann muss sie selbstverständlich alle Änderungen in den Verhältnissen unverzüglich anzeigen.

Der Verdienst wird allerdings erst angerechnet, wenn er ausgezahlt wird - weil bei Alg2 das Zuflussprinzip gilt - also vermutlich erst im Folgemonat, wenn man erst einen Monat arbeitet und im Folgemonat den Lohn bekommt

Alg2 kann sie ggfls. noch aufstockend bekommen, wenn sie trotz Einkommen noch bedürftig ist (sogenannte Aufstockung)

wird die Arbeitsaufnahme und der Verdienst nicht angezeigt und tritt dadurch eine Überzahlung ein, wird das zuviel gezahlte Geld zurück gefordert und durch den Leistungsträger Strafanzeige wegen des Verdachts des Betrugs erstattet, weil der Empfänger des Alg2 lang und breit über seine Anzeige- und Mitwirkungspflichten informiert ist - steht in jedem Antrag, in fast jedem Schreiben und dem Merkblatt Alg2 und Staatsanwaltschafen und Gerichte sind nicht besonders nachsichtig was das angeht ...



dammi88 16.09.2016, 18:54

Sie arbeitet noch nicht ! Sie überlegt noch ob sie das will

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Das hängt in erster Linie von den eingesetzten Stunden ab.

Bei Anwendung des Mindestlohns von zzt. 8,50€ gibt es Grenzen

beim ALG I

beim ALG II (Hartz IV)

oder Sozialhilfe

Wer sich nicht arbeitend meldet, bekommt meist ein Bußgeldverfahren, wenn er gegen Auflagen verstößt.

dammi88 16.09.2016, 17:01

Sie wird 4 Stunden arbeiten und bekommt ALG II

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agentharibo 16.09.2016, 17:04
@dammi88

Das wird dann schon knapp, denn 4 Std. pro Woche ergibt schon 16 Std. monatlich. Beim Mindestlohn bedeutet dies 128€. Die Hinzuverdienstgrenze ist niedriger.

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Elfi96 16.09.2016, 17:06
@dammi88

Solltest schon dabei schreiben, dass das wohl 4 Std pro Tag sind, denn sonst würde der Verdienst  nicht auf knapp 1000 € klettern. 

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dammi88 16.09.2016, 17:11

Also verdient meine Tante dann eigentlich richtig wenig..?

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agentharibo 16.09.2016, 17:13
@dammi88

Alles was deine Tante über der Hinzuverdienstgrenze verdient, wird ihr später wieder abgezogen, zzgl. Bußgeld.

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dammi88 16.09.2016, 18:56

Ich weiß dass man dann dagegen verstößt ABER SIE ARBEITET NOCH NICVT !!!!! SIE ÜBERLEGT ES SICH NOCH OB SIE DAS MACHEN WILL OK ?

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100 Euro darf sie monatlich voll behalten. Vom restlichen Verdienst darf sie 20% behalten.


dammi88 16.09.2016, 16:41

Vom Amt die 100€ ? Wieso nur 100 ?

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dammi88 16.09.2016, 16:42

Also vom restlichen Verdienst dort wo sie arbeitet ?

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dammi88 16.09.2016, 16:43

Achso danke

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dann wäre sie eine aufstockerin nach dem hartz4 gesetz!

dammi88 16.09.2016, 18:04

Ihr habt mich falsch verstanden !!!!! Um gottes willen!! Sie hat den Job nicht. Das wäre nur WENN

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dammi88 16.09.2016, 18:04

Ist ja dann klar dass das und das dann wegfällt ! Man

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