Nehmen Veganer irgendwelche Tabletten damit sie nicht an irgendwelchen Mängel erleiden?

20 Antworten

Tatsächlich ist Vitamin B12 der einzige Nährstoff den man in Bezug auf eine vegane Ernährung supplementieren sollte. Das geht aber ganz leicht und hat keinerlei Nachteile. Vegane B12 Präparate findet man heutzutage in großer Auswahl. Es gibt auch Veganer die bereits über Jahrzehnte keine B12 Supplemente nehmen, und keinen Mangel entwickeln. Jedoch besteht in unserer modernen Ernährungswelt ein zu großes Risiko, weshalb man das auf jeden Fall tun sollte.

Vitamin B12 wird von Mikroorganismen durch Fermentation auf Kobaltbasis produziert. Diese Mikroorganismen kommen in der freien Natur überall vor. In der Erde, auf jeder Wiese, jeder Pflanze, jedem Gewässer und sie gehören auch zur Mund- und Darmflora von Tieren einschließlich dem Menschen. Wegen letzterem findet man es auch in Tierprodukten. Das B12 dass in unserem eigenen Darm produziert wird können wir jedoch nicht verwerten weil es nur im Dünndarm aufgenommen werden kann der dem Dickdarm wo es produziert wird vorgelagert ist, und unsere Mundflora machen wir mit täglichem Zähneputzen ziemlich kaputt (wobei das Zähneputzen ansonsten sehr sinnvoll und absolut empfehlenswert ist, bitte nicht falsch verstehen).

Wir ernähren uns auch nicht mehr aus der freien Natur sondern aus dem Supermarkt, und wir trinken auch kein Wasser aus natürlichen Quellen mehr sondern hygienisch behandeltes Wasser aus der Leitung oder Mineralwasser. Daher findet man in der Nahrung außer in Tierprodukten heutzutage kaum noch B12, wobei Zuchttiere die nur Kraftfutter zu fressen bekommen auch einen B12 Mangel entwickeln wenn sie nicht supplementiert werden.

Je nach persönlicher Situation können noch andere Nährstoffe sinnvoll sein wie Vitamin D im Winter, oder auch im Sommer, wenn man nicht genug in die Sonne kommt. Auch Jod kann Sinn machen, wenn man kein Jodsalz verwendet, keine mit Jod angereicherten Nahrungsmittel verzehrt und auch nichts isst was aus dem Meer kommt.

Ab und zu hört man Eisen könne bei einer veganen Ernährung ein Problem sein. Das stimmt jedoch nicht. Man kann eine vegane Ernährung so gestalten, dass man sogar eine überdurchschnittlich gute Eisenversorgung hat. Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Nüsse und Samen sowie grünes Blattgemüse, aber auch Brokkoli, Fenchel, Mangold oder Rosenkohl sind hervorragende pflanzliche Eisenquellen. Dazu sehr Vitamin C haltige Nahrungsmittel zu essen hilft die Eisenaufnahme weiter zu verbessern.

In der Sportler und Bodybuildingscene gibt es keinen einzigen der um Aminosäuresubs und andere Präparate herumkommt. Deshalb halt ich persönlich den Film the Game changers auch für absoluten Nonsens. Davon abgesehen gibt es auch keine wissenschaftlichen Beweise dafür das eine Vegan oder vegetarische Lebensweise gesünder ist.

Die biologische Wertigkeit wie Verfügbarkeit bei pflanzlichen Proteinen, Aminosäuren und einigen Vitaminen ist halt teils sehr schlecht. Man muss grade bei essentiellen Aminos beachten, wie man was womit zusammen isst, damit der Körper sie auch aufnehmen kann, man sie also verfügbar macht. Die Proteinaufnahme ist generell bei pflanzlichen Proteinen gemindert, außer man schmeißt sich ein bisschen tierisches fett zum leckeren Erbsenprotein dazu, dann steigt die biologisch Wertigkeit wieder.

Das Milch und rotes Fleisch unnötig sind keine Frage, verzichte ich auch seit Jahren komplett drauf, aber wer auf Geflügel, Eier und Fisch aus ethischen Gründen verzichtet, ohne krank werden zu wollen, muss echt extrem gut über den kompletten Stoffwechsel, Biochemie, Hormonbilding etc. bescheid wissen, viel Geld und Zeit haben. Ergo man ist theoretisch die ganze Zeit nur am Planen und ausrechnen, also ballern sich die die es sich leisten können ohne ende Supps rein und hängen sich einmal im Monat beim Doc an einem Vitamin und Mineraltropf. Und alles mit heimischen Gemüse zu decken wird da auch wieder schwierig, also ist das aus ökologischer Sicht teilweise auch eher so 'n beladener Kutter Schweröl.

Alles in allem: Kann man machen, akzeptiere ich auch wenn ich es belächel, aber man kann auch einfach 2 mal in der Woche vernünftig Fleisch und Fisch essen, heimischen Obst und Gemüse kaufen und dafür auf Quinoa, Tofu, Kokos, und andere "superfoods" verzichten, die Umwelt damit schonen und sich die Arbeit ersparen sich gegen die eigene Biologie aufzulehnen.

In der Sportler und Bodybuildingscene gibt es keinen einzigen der um Aminosäuresubs und andere Präparate herumkommt. Deshalb halt ich persönlich den Film the Game changers auch für absoluten Nonsens.

Im Profibereich definitiv. Ist aber unabhängig von der Ernährung. Hat mit vegan oder vegetarisch nichts zu tun.

Davon abgesehen gibt es auch keine wissenschaftlichen Beweise dafür das eine Vegan oder vegetarische Lebensweise gesünder ist.

Fleisch ist auch nicht per se ungesund. Leider überschreitet der Durschnittsbürger die offizielle Verzehrempfehlung der DGE von maximal 500g in der Woche (!) um Welten. Das gleiche gilt für Milchprodukte. Und bei Mischkost-Bodybuildern ist der Verzehr sogar eine absolute Katastrophe. (auf was der Film ja anspielt)

Dazu kommt, dass sich Veganer mehr mit ihrer Ernährung beschäftigen. Zwangsläufig. Oder weißt du welche Mineralstoffe in einer Pecanuss sind?

muss echt extrem gut über den kompletten Stoffwechsel, Biochemie, Hormonbilding etc. bescheid wissen, viel Geld und Zeit haben. Ergo man ist theoretisch die ganze Zeit nur am Planen und ausrechnen

Man braucht anfangs etwas Zeit um sich reinzufuxen. Das wars. Danach kochst du genauso routiniert wie vorher. Ausgewogene Ernährung in der Mischkost ist genauso teuer, weil sie genauso Nüsse, Saisonsgemüse und Samen beehinhalten sollte.

Kann man machen, akzeptiere ich auch wenn ich es belächel,

Kann man tatsächlich machen, belächeln ist aber nicht notwendig. Der Film provoziert natürlich, dass ist der Sinn dahinter. Im wesentlichen geht es aber darum mit Vorurteilen aufzuräumen. ZB das jeder Bodybuilder für ein Hühner-Massensterben verantwortlich sein muss.

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"Die biologische Wertigkeit wie Verfügbarkeit bei pflanzlichen Proteinen, Aminosäuren und einigen Vitaminen ist halt teils sehr schlecht."

Allein dieser Satz evtlarvt dich als Nichtkenner in Sachen Ernährung und Nährstoffauswirkungen.

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Das einzige, was man bei einer gesunden, ausgewogenen und etwas durchdachten veganen Ernährung in Form von Nahrungsergänzungsmitteln nehmen muss, ist Vitamin B12. Dieses Vitamin kommt in der für den Körper verwertbaren Form nur in tierischen Lebensmitteln vor.

Allerdings bekommen inzwischen auch Tiere Vitamin B12 zugefüttert, da sie es mangels Weidehaltung auch selbst nicht mehr natürlich aufnehmen bzw. herstellen können. Sprich, auch der Fleischesser isst hier indirekt ein Nahrungsergänzungsmittel - eben über den Umweg, dass das Tier für ihn die "Pille" geschluckt hat ;).

Ansonsten kann man alle notwendigen Nährstoffe tatsächlich aus rein pflanzlicher Nahrung bekommen. Natürlich muss man etwas darauf achten, dass man dabei die entsprechenden Lebensmittel auch in ausreichender Menge zu sich nimmt (also z.B. Hülsenfrüchte oft und viel in die Ernährung einbaut). Aber auch da verhält sich vegane Ernährung eigentlich nicht anders als omnivore. Schließlich sorgt die Salami auf der TK-Pizza noch lange nicht dafür, dass man sich mangelfrei und ausgewogen ernährt ;).

Das einzige, was man bei einer gesunden, ausgewogenen und etwas durchdachten veganen Ernährung in Form von Nahrungsergänzungsmitteln nehmen muss, ist Vitamin B12.

Diese Notwendigkeit ensteht eher aus unserer Dummheit - wir sabotieren unsere Eigensynthese. Machen wir das nicht, brauchen wir auch keine B12 Ergänzung - die oral übrigens auch häufig wirklungslos ist, weil der B12 Mangel in der Regel kein Versorgungs- sondern ein Resorptionsproblem ist.

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@joangf
wir sabotieren unsere Eigensynthese

Du weißt aber schon, das kein Tier (auch kein Menschen) in der Lage ist, Vitamin B12 zu synthetisieren?

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Ich spreche mal für mich. Ich nehme einen B-Komplex, da ist auch B12 dabei. Außerdem nehme ich Magnesium und Vitamin D. Vitamin A nehme ich auch, weil ich sonst viele Karotten essen müsste und das mit der Umwandlung von Beta Carotin zu Vitamin A könnte bei manchen Menschen ein Problem sein. Ich schlucke auch Kelp Algen die zu Tabletten gepresst wurden, weil ich kein Jodsalz esse und auf diesem Weg an mein Jod komme. Zu Vitamin D muss man wissen das jeder Mensch der in einem Land wohnt, wo im Winter die Sonne kaum scheint, dieses nehmen sollte.

Ach weißt du, es sind nicht nur die Veganer, die supplementieren - viele sog. "Allesesser" würden "ohne" wahrscheinlich viel öfter an Mangelerscheinungen leiden...

Beispielsweise B12, Jod, Kobalt wird den sog. "Nutztieren ins Futter gemischt oder gespritzt - ansonsten wäre es auch nicht "natürlicherweise" in Fleisch, Fisch und Co. enthalten...

Eisen ist generell ein Problem bei Frauen - weil durch Blutverlust bei Periode und Geburt, und durch Schwangerschaft und Stillzeit ein erhöhter Bedarf besteht...

Die Zufuhr von Folsäure wird Schwangeren generell empfohlen ! Wobei sich ausgewogen ernährende Veganerinnen hier klar im Vorteil sind, da sie viel Obst und Gemüse verzehren...

Vitamin D wird in hiesigen Breitengraden während der sonnenarmen Monate ALLEN Menschen empfohlen - unabhängig von der Ernährungsweise...

Ich finde diesbezüglich immer wieder interessant, dass das Konstrukt der sog. "Natürlichkeit" bevorzugt immer dann ins Feld geführt wird, wenn es um die Rechtfertigung des Fleischkonsums geht...

Die Milliarden an sog. "Nahrungsergänzungsmitteln" wird die Pharmalobby sicherlich nicht an den vergleichsweise wenigen Veganern verdienen - im Gegenteil geht das Gros davon in die Futtertröge der sog. "Nutztiere" !

Frag` außerdem mal "Otto-Normalverbraucher" was sie sich so einverleiben an Supplementen - ob ärztlich verordnet oder nicht...

Fazit: Nicht alles is(s)t, wie es scheint - Hinterfragen lohnt ! Vor allem, wenn man bereit ist, über den eigenen Tellerrand zu schauen...;)

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