Nehmen mich meine Eltern nicht richtig ernst?

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6 Antworten

Hallo Loveschocolate,

ja, das kommt leider so rüber, weil sie sich Sorgen um Dich machen, sich hilflos fühlen und vielleicht sogar ein schlechtes Gewissen haben. Glaube mir, sie meinen es nicht böse, sonst hätten sie Dir nicht eine Therapeutin organisiert.

Es ist für Eltern immer schwierig, wenn ihr Kind psychische Probleme hat, sie leiden zwar mit, aber ihnen fehlen die Fachkenntnisse, um damit aus der Sicht des Kindes korrekt und einfühlsam umgehen zu können. Bitte sehe es ihnen nach. Wenn sie Dich wirklich nicht verstehen würden, würden sie sich meiner Erfahrung nach ganz anders verhalten.

Mache Deine Therapie weiter und versuche ihnen einfach möglichst viel darüber zu erzählen, damit sie sich eingeschlossen fühlen. Damit machst Du es Dir selbst und ihnen leichter.

Wenn Du noch fragen hast: schreibe gerne :)

Alles Liebe und Gute für Dich

Buddhishi

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Also deine sehen das natürlich total falsch, deine Krankheit so gut zu verstehen wie du sie empfindest ist für sie natürlich nicht möglich, aber das erwartest du wahrscheinlich nicht einmal oder? Ich war selber lange krank,von Beginn meiner Krankheit (Herzmuskelentzündung) bis es mir wieder so geht wie vorher werden dann insgesamt etwas über zwei Jahre vergangen sein. Mittlerweile habe ich die Krankheit überstanden und muss halt noch für meine ehemalige Verfassung trainieren. Meine Eltern tun alles für mich, aber meine Krankheit konnten auch sie gerade am Anfang nicht so ganz verstehen bzw. wollten es nicht und haben auch später immer wieder völlig unangebrachte Sprüche gelassen. Die Krankheit hat mich eine Zeit lang als Jugendlichen da leider auch psychisch etwas beeinträchtigt, klar das was du hast ist sicherlich schlimmer, aber du kannst halt wenigstens zu Sprechstunden etc. ich konnte nur warten, hoffen, im Bett liegen, viel Ruhe, kaum körperliche Belastung, nur eine halbe Stunde am Tag nach draußen. Wie man sich da als 16 bzw. 17 Jähriger vorher Hochleistungssportler fühlt ist klar. Aber selbst an meinen dunkelsten Tagen hatte ich immer zwei,drei Ziele vor Augen und die habe ich mir von niemandem kaputtreden lassen. Viele haben gelacht wenn sie mich auf sportliche Ziele etc angesprochen haben, das war hart, es war halt so wie ein schlag ins Gesicht und man vorher schon nurnoch die ganze Zeit rumtaumelt, aber ich habe mir immer gesagt es kommt nicht darauf an wie hart einer zuschlagen kann,

(das Leben mit meiner Krankheit, meine Eltern mit ihren Sprüchen, die Sportlehrer mit ihrer Unverständnis,die Schüler mit Ihrem Lachen, Ziele, die mir so nah waren und jetzt so weit weg...  -   ich wusste ab da wer meine waren Freunde waren und wer nicht, von vielen der sich als echte Freunde Erweisenden war ich wirklich überrascht)

sondern wie viele schläge man einstecken kann, wie viele man einstecken kann und trotzdem wieder aufsteht und so kann man sich helfen und den Leuten die sich über einen im kranken Zustand lustig machen zeigen wie stark man ist und das mit jedem noch so kleinen Fortschritt.

Merk dir auf jeden Fall, dass deine Eltern das im Inneren nicht böse meinen, wenn sie könnten würden sie jeder Zeit in jeder Situation mit dir tauschen. Das weiß ich, das weißt du!

Und denk dran du schaffst das, es ist egal was andere denken, was sie sagen dir kann keiner was und du hast Freunde und deine Eltern und mit der Zeit werden sie dich mehr und mehr verstehen.

Du weißt was du hast und bekommst auch deine Krankheit in den Griff und deine Eltern werden für dich da sein und daran kann dich niemand hindern!


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Dein Eltern zeigen leider kein ehrliches, liebevolles Verhalten Dir gegenüber. Offenbar auch aus einem unverkennbaren Unverständnis diese psychische Krankheitsform betreffend.

Ich würde vorschlagen, schreib doch mal ALLES was dir auf der SEELE liegt auf und fasse es detailliert in einem Brief zusammen, welchen Du Deinen Eltern per Post zusendest. Dann warte mal deren Reaktion darauf ab.

Ich weiß nicht wie alt du bist, vermutlich noch nicht volljährig.

Falls der Brief im Wesentlichen nichts positiv verändern sollte, dann sprich mich doch bitte nochmal an (falls Du möchtest).

Alles Gute Dir !

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Nimm doch deine Eltern mal zu deiner Therapeutin mit rein. Du kannst vorher auch genau mit ihr besprechen, was sie erzählen darf, und was du dir von dem Gespräch erhoffst.

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Die wenigsten Menschen die psychisch gesund sind, verstehen was Depressionen und psychische Krankheiten im allgemeinen, tatsächlich sind.

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felixuser 12.10.2016, 23:18

Leider ist dies grade bei den älteren Generationen besonders stark vertreten, liegt vermutlich an der fehlenden Aufklärung, bzw. den damaligen gesellschaftlichen Umgang mit diesem Thema. 

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Andrastor 12.10.2016, 23:29
@felixuser

Ja, das ist leider korrekt. Daher ist der häufigste Rat solcher Menschen auch "Reiß dich zusammen!", was natürlich schon immer gegen jede psychische Krankheit geholfen hat.

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Loveschocolate 15.10.2016, 22:31

ja das ziemlich unfair. jemand mit einem gebrochenen Bein sagt man das ja auch nicht. ein Freund von mir meinte noch letzens so, dass das ja schon undankbar von mir wäre, dass ich alles hätte und trotzdem unglücklich wäre. als ob ich mir das ausgesucht habe

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Andrastor 15.10.2016, 22:34
@Loveschocolate

Das kommt als nächstes hinzu, den Kranken und Leidenden wird versucht Schuldgefühle einzureden weil sie krank und leidend sind.

Um beim Beispiel des gebrochenen Beins zu bleiben, das ist als würde man jemandem mit gebrochenem Bein vorwerfen sich absichtlich das Bein gebrochen zu haben. Aus Gründen.

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Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass du ihnen nicht sagst, wie schlecht es dir wirklich geht?

Davon abgesehen ist die Frage deines Vaters gar nicht so doof. Klar verschwinden deine Probleme nach zwei Sitzungen nicht, aber es kann sein, dass es dir besser geht. Einfach weil du eine Unterstützung hast und jemanden hast, der dich ernst nimmt.

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