Nebenverdienst über 400€ - Wie muss ich wann wieviel versteuern?

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7 Antworten

  • Sprech die Nebentätigkeit mit dem Arbeitgeber vom Hauptjob ab. Wenn dadurch deine Arbeitsleistung gefährdet ist oder du z.B. bei der Konkurrenz anfangen würdest, kann der Hauptarbeitgeber den Nebenjob verweigern.
  • Es gibt arbeitsrechtliche Höchstgrenzen für die Tages- und Wochenarbeitszeitstunden, die zwingend einzuhalten sind.
  • Die Geringfügigkeitsgrenze liegt bei 450,- € im Monat, nicht bei 400,- €. In dem Fall, würden keine Abgaben anfallen, außer 3,9% für die Rentenversicherung, wovon du dich aber befreien lassen könntest.
  • Willst du mehr verdienen, so musst du deinem Nebenjob-Arbeitgeber deine elektornischen Lohnsteuerabzugsmerkmale vorlegen und der Verdienst wird nach Steuerklasse 6 abgerechnet inkl. Soli und KiSt., sofern du Kirchenmitglied bist.
  • Es fallen genau wie beim Hauptjob Sozialabgaben in voller Höhe bis zur Beitragsbemsessungsgrenze an.

Wenn du auf die Steuererklärung verzichtest, schenkst du dem Staat eine Menge Geld, besonders bezogen auf den Nebenjob in Steuerklasse 6, in der es die höchsten Abzüge gibt.

Wer nur Einkommen aus nicht-selbständiger Arbeit hat, kann seine Steuererklärung für gewöhnlich alleine und ohne viel Zeitaufwand machen

Hm, ich verstehe noch nicht so ganz, wieso ich dem Staat Geld schenke. Wenn ich nur aus nicht-selbstständiger Arbeit verdiene und meine Abgaben über den Arbeitgeber abgerechnet werden, wie kann ich dann noch Geld zurückbekommen? Also unter der Voraussetzung, dass ich nichts zusätzliches zum Absetzen habe.

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@Divorio

Statistisch gesehen ist bei 90% der Leute der Lohnsteuerabzug höher als die zu zahlende Einkommensteuerlast.

Das ergibt sich z.T. aus zusätzlichen Werbungskosten (Arbeitswege, Berufsverbände, Bewerbungskosten, Arbeitskleidung, Fortbildungen), die anfallen aber auch aus Sonderausgaben (Riester-Rente, zusätzliche private Versicherungen wenn Höchsbeträge nocht nicht ausgeschöpft, Kirchensteuer). Diese Dinge sind beim Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber nicht bezifferbar daher fließen sie nicht in die Berechnung ein --> die meisten Leute zahlen mehr Lohnsteuer als sie an Einkommensteuerschuld haben --> Erstattung.

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Grundsätzlich ist JEDES Einkommen zu versteuern. Minijobs werden allerdings pauschal durch den Arbeitgeber versteuert.

Ob tatsächlich dann Steuern fällig werden, liegt dann daran, ob der Grundfreibetrag von 8.004 € für eine Einzelperson überschritten wird.

Der Grundfreibetrag beträgt 2013 für Alleinstehende 8.130


Edit: zwei Blöde, ein Gedanke ;)

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Klar darfst Du soviel dazuverdienen wie Du willst, wenn es Dein Arbeitgeber zulässt.

Steuerfrei sind es 450€, wenn für den Job der AG die pauschale Steuer bezahlt.

Die Steuerklasse hat keinen Einfluß auf die Steuerlast, sondern nur wann Du sie bezahlst.

Wenn Du über 450€ kommst, ist die "Steuerkarte" erforderlich. Was Du dann ggf. zu viel bezahlt hast, kommt über die EST-Erklärung zurück.

Ebenfalls kannst Du wählen, ob für den Minijob Sozialabgaben gezahlt werden. Damit wird für viele der Minijob uninteressant und daher verzichten sie auf die Sozialleistungen.

Seit diesem Jahr wurde die Grenze auf 450 Euro angehoben. Sobald du auch nur einen Cent drüber kommst, wird der komplette Lohn versteuert, also alle regulären Abgaben fällig, die du für deine Hauptarbeit auch gewohnt bist. Gut, das macht bei 450 Euro nicht so viel aus, aber du solltest halt trotzdem aufpassen und mit dem Zweitchef quatschen, dass du eben nicht so unbedingt drüber kommst.

Deine Steuerklasse hat übrigens nichts mit der Einkommenssteuererklärung zu tun. Bei der I könnte sogar noch mehr für dich herausspringen, wer weiß. Kommt darauf an was du verdient hast und was du alles absetzen kannst.

Ich meine gelesen zu haben, dass eine Erklärung in SK 3 und 5 Pflicht ist, beim Rest ist sie freiwillig. Stimmt das?

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@Divorio

Ja im Grunde schon, allerdings kann das Finanzamt auch bei 4/4 oder 2 oder 1 zur Abgabe einer Steuererklärung auffordern. Erhält man eine Aufforderung so muss man zwingend eine Erklärung abgeben.

Auch wenn Einkommen aus selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb, Land- und Forstwirtschaft oder Vermietung und Verpachtung dazu kommen ist meist zwingend eine Steuererklärung abzugeben.

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Du darfst dazu verdienen was Du willst, solange es versteuert wird.

Sag deinem Arbeitgeber er soll dich anmelden, dass läuft dann über eine weitere Steuerklasse.

**Steuerklasse 6**

gilt bei Arbeitnehmern, die nebeneinander von mehreren 
Arbeitgebern Arbeitslohn beziehen, für die Einbehaltung 
der Lohnsteuer vom Arbeitslohn aus dem zweiten 
und weiteren Dienstverhältnis. 
Den Lohnsteuerabzug nach der Steuerklasse 6 
sollten Sie von dem Arbeitgeber vornehmen lassen, 
von dem Sie den niedrigeren Arbeitslohn 
(gekürzt um etwaige Freibeträge) beziehen.

Die Grenze liegt nun bei 450 EUR

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