Nebenkostenabrechnung Wärmepumpe bei Verwendung von Wärmemengenzählern für die Heizung und Wasserzählern für das Warmwasser?

7 Antworten

Es handelt sich bei dem Haus offenbar um ein Zweifamilienhaus, das u. a. vom Eigentümer bewohnt wird. Demzufolge wäre die Kostenaufteilung entsprechend der Heizkostenverordnung nicht verpflichtend. Somit hab ihr relativ freie Hand.

Um überhaupt Kosten aufteilen zu können, müßt ihr zunächst alle Kosten des Betriebs ermitteln. Das ist nicht nur der Stromverbrauch, sondern auch die Wartung.

Offenbar gibt es keinen Zähler, der den Wärmebedarf für das Warmwasser ermittelt. Man könnte nun über eine Formel, die man im Internet recherchieren kann, nach herkömmlicher Methode ermitteln, wieviel von der Wärmeenergie für Warmwasser gebraucht wurde.

Man könnte es sich aber auch einfacher machen und pauschal 20 % des Strombedarfs nehmen und im Verhältnis zum verbrauchten Warmwasser unter den beiden Parteien aufteilen. Die übrigen Kosten nehmt ihr als Heizkosten und legt davon 30 % nach Wohnfläche um und den Rest wieder im Verhältnis zum Verbrauch. Das ergibt eine gut nachvollziehbare Abrechnung für einen Fall, wo eigentlich alles in der Familie bleibt.

Die 20 % für die Warmwassererwärmung sind ein Erfahrungswert, den ich über mehrere Jahre in verschiedenen Objekten gewinnen konnte. Ihr könnt das im übrigen selbst gut nachkontrollieren, wenn es sich bei der Wärmepumpe nicht gerade um eine Luftwärmepumpe handelt. Ermittelt einfach mal den Stromverbrauch in der heizfreien Zeit. Dieser dürfte dann eigentlich nur für das Warmwasser sein. Rechnet diesen dann auf 12 Monate um. So erhält ihr dann einen guten Anhaltspunkt. Ein teurer Zähler eigens dafür lohnt sich meiner Meinung nach nicht, zumal er bei Euch nicht verpflichtend ist. (ca. 250,- € kostet so ein Ding)

Am sparaten Stromzähler für die WP wird der Gesamtverbrauch (Heizung + WW) festgestellt (kWh).

An den WMZ (Hzg) der jeweiligen Wohnungen, der jeweilige reale Bedarf (kWh).

Anlagenaufwandszahl = Bedarf/Verbrauch!

Hier 4000/10000 = 0,4! Für eine WP deutlich zu hoch (schlecht)!

Es scheint der Bedarf für WW zu fehlen! Hierzu einen WMZ für WW vor dem zentral indirekt beheizten Speicher installieren.
Die Aufteilung/Abrechnung erfolgt nach WW Zähler/Wohnung.
Ist damit der Bedarf für WW hinreichend berücksichtigt, lässt sich die Gesamtjahresaufwandszahl ermitteln.

LWP sollten Anlagenaufwandszahlen ~  <,= 0,29 erreichen können/müssen.

SWP solten Anlagenaufwandszahlen ~  <,= 0,22 erreichen können/müssen.

Andernfalls überhöhte Verbrauchskosten, was auf eine Murksanlage deutet.

NB:
WMZ können nur richtig messen, wenn sie auch korrekt nach Herstellerangaben eingebaut wurden. Zudem sind für den Volumenstromanteil die Qp bzw. qn Werte zu beachten. Diese erhält man aus den Berechnungsunterlagen zur Anlage.

Wenn Du die Verbrauchskosten der Wärmepumpe auf die Mieter umlegen willst, ist die Basis ein Stromzähler.

Die Wärmemengenzähler, welche den KW-Verbrauch pro Wohneinheit angeben, verraten Dir, wieviel Prozent des Gesamtverbrauchs an KW-Stunden auf die jeweilige Partei entfallen.

Für die Ermittlung des Warmwasser-Verbrauchs reicht ein Wasserzähler, jedoch nicht für die Errechnung der Energiemenge, die aufgewendet wurde um das Wasser zu erwärmen. Dazu müssten auch an dieser Stelle WMZ eingesetzt werden, so ist jedenfalls die Vorschrift.

Natürlich kannst Du ein ungefähres Ergebnis berechnen:

Beispiel mit theoretischen Zahlen:

Gesamtstromverbrauch der Wärmepumpe  10000 kWh

WMZ Heizung Wohnung 1 : 3000 kWh

WMZ Heizung Wohnung 2 : 4000 kWh

Es bleiben folglich 3000 kWh über.

Warmwasserzähler Wohnung 1 : 40 Kubikmeter

Warmwasserzähler Wohnung 2 : 50 Kubikmeter

Wenn Du 3000 durch 90 teilst, dann mal 40 bzw. 50 rechnest, hast Du theoretisch den Aufwand, der für die Erstellung des Warmwassers für Wohnung 1 / Wohnung 2 verwendet wurde.

Diese Abrechnungsvariante ist zwar gemäß Heizkostenverordnung nicht mehr zugelassen, weil die exakte Zuodnung der tatsächlichen Kosten auf diese Weise nicht möglich ist, wird aber vielfach noch so praktiziert.

Grüße, ------>

Danke für deine Ausführungen.

Die Abrechnung  bleibt in der Familie, deshalb sind die gesetzlichen Vorgaben jetzt nicht so enorm wichtig, aber wir wollen es natürlich möglichst gerecht machen.

Deine Berechnung haut bei uns nicht ganz hin. Die Wärmemengenzähler haben zusammengerechnet etwa 10.000 kWh, der Stromverbrauch für die Wärmepumpe liegt aber nur bei knapp 4.000 kWh (jeweils auf's Jahr gerechnet).

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@FloBoFlo

Meine Zahlen waren nur ein absolut theoretisches Beispiel ohne Bezug auf irgendwelche realistische Daten. Also bitte keine Übereinstimmung erwarten, das wäre reiner Zufall.

Wenn Ihr weniger Energie investiert habt (Stromzähler WP) als Ihr laut WMZ verbraucht habt, so ist das entweder ein Ablesefehler, ein Rechenfehler oder ein wahres Wunder - denn physikalisch ist es nicht möglich, mehr Energie rauszuholen als zuvor reinzustecken. Leuchtet ein, oder?

Ist da eventuell noch eine Solar-Anlage oder ein wasserführender Kaminofen über einen Pufferspeicher in die Anlage mit eingebunden?

Ansonsten könnte es natürlich sein, dass der Zählerstand der WMZ nicht von diesem Jahr ist, sondern die Summe der letzten Jahre seit Einbau anzeigt...

Grüße, ------>

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@PoisonArrow

Ja, ein wahres Wunder! Genau das sollen Wärmepumpen auch sein. In der Regel rechnet man, je nach Art der Wärmepumpe mit Effizienzzahlen (oder wie das heißt) von 1:4 bis etwa 1:3. Also z. B. 4000 KWh Strombedarf für 10000 KWh Wärmeenergie.

Das Wunder steckt entweder in der Erde, im Grundwasser oder in der Luft. Wärmepumpen entziehen diesen Wärme und  erwärmen damit Heizungs- und Brauchwasser. Um überhaupt interessant zu sein, müssen sie das erfüllen, was der Fragesteller schreibt.

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