Nebenkostenabrechnung bei gemischter Nutzung - Umlage der Versicherungsprämie?

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2 Antworten

Grundsätzlich werden die Nebenkosten auch in gemischt genutzen (Wohn- und Gewerberäume) Immobilien auf alle Mieter umgelegt.

Allerdings gibt es bei gemischt genutzten Gebäuden unter gewissen Umständen auch den Anspruch auf den Vorwegabzug:

Hierbei zieht der Vermieter vor der Umlage der Kosten auf die
Wohnraummieter die auf die Gewerbemieter entfallenden Kosten von den
Gesamtkosten ab und verteilt diese erst anschließend nach
Flächenanteilen auf die jeweiligen Nutzergruppen.

Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes (BGH) ist der Vermieter
hierzu allerdings nur dann verpflichtet, wenn die die Gewerbemieter
betreffenden Kosten zu einer erheblichen Mehrbelastung der
Wohnraummieter führen würden (Urt. v. 08. März 2006, Az. VIII ZR 78/05).

Man müsste eine entsprechende Vergleichsrechnung erstellen.

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Kommentar von Rachull
29.06.2017, 11:34

Was Sie beschreiben, ist in dem von mir geschildertenFall ja passiert:

Der Brand beim Gewerbemieter hat zu einer Verdoppelung der Versicherungsprämie geführt. Diese belastet nun auch die Wohnraummieter - und zwar auf Dauer.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, müssten die Wohnraummieter deshalb auf einem Vorwegabzug bestehen können, oder? 

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.... hier bei uns haben wir zu trennen. Besonders dann, wenn z.B. für Gewerbeeinheiten weniger Grundsteuer fällig wird, haben ja die Wohnungsmieter damit nichts am Hut.

Auch bei Abfallgebühren gilt es doch zu trennen, oder?

Gibt es aber nur einen Versicherungsbeitrag, kann nicht getrennt werden. Wie denn auch?

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Kommentar von Rachull
29.06.2017, 17:10

Ich glaube, Ihre Aussage zum Versicherungsbeitrag stimmt so nicht. Laut "Mietrechtslexikon" gilt Folgendes:

Versicherungen: für die Gebäudeversicherung und Haftpflichtversicherung gilt entsprechendes wie für die Grundsteuer. Die gewerbliche Nutzung wirkt sich in aller Regel – wegen des höheren Versicherungsrisikos – kostensteigernd auf die Versicherungsprämien aus. Mieter sind nicht dazu verpflichtet, diese höheren Prämien anteilig für den Gewerbebetrieb mit zu bezahlen. Der Vermieter muss auch diese Kosten daher bei einer gemischten Nutzung entsprechend aufteilen. Auch hier wird in der Regel ein Vorwegabzug der entsprechenden Kostenbeträge zu machen sein. LG Köln 12. Zivilkammer, Urteil vom 9. Januar 2001, Az: 12 S 217/00

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