Nebenkostenabrechnung - wer kennt sich aus?

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7 Antworten

Wenn Vorauszahlungen für Betriebskosten vereinbart sind, muss der Vermieter zwingend jährlich für einen Zeitraum von jeweils 12 Monaten abrechnen. Er hat dafür Zeit bis zum Ablauf von 12 Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraumes. Es ist unzulässig, über mehr als 12 Monate in einer abrechnung abzurechen. Die Abrechnung wäre (und ist bei dir) aus formellen Gründen unwirksam und damit nich erfolgt. Die Abrechnung muss auch nachvollziehbar sein. Der Zettel d. V. erfüllt diese Voraussetzungen also schon in zweierlei Hinsicht nicht.

Weise den Zettel als Abrechnung  zurück, und  fordere deshalb nunmehr den Vermieter schriftlich per Einwurfeinschreiben auf, für die vergangenen Abrechnungszeiträume ordentlich abzurechnen. Setze dafür eine Frist bis 30. Juni. Gerät er in Verzug, kündige an, dass du ab Juli die Vorauszahlungen zurückbehältst bis er abgerechnet hat. Wenn er auch bis Auslaufen deines Mietvertrages nicht abrechnet, darfst du danach alle Vorauszahlungen für die nicht abgerechneten Zeiträume zurückverlangen.

Sollten sich aus den Abrechnungen bis für das Jahr 2014 Guthaben für dich ergeben, muss er diese auszahlen. Nachzahlungen sind nicht mehr fällig. Für 15 hat er noch Zeit bis 31.12.16.

Beachte, dass dein Anspruch auf Abrechnung der Verjährung von 3 Jahren unterliegt. 2011 wäre also schon verjährt, 2012 verjährt am 31.12.2016.

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Spar Dir die Arbeit. Verlange nochmal korrekte Abrechnungen für die vergangenen 4 Jahre. Wenn diese nicht vorgelegt werden, verlange zumindest für die Jahre 2012, 2013 und 2014 alle Vorauszahlungen zurück. Das bedeutet dann einfach, Anzahl der Monate * 150. Eine weitere Rumrechnerei erübrigt sich dann für Dich.

Übrigens ist auch 2012 noch nicht verjährt, weil die Abrechnung dazu erst 2013 erstellt werden konnte.

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Hallo zusammen,

kurzes Update meinerseits (ich hoffe, das ist an dieser Stelle richtig, bin noch ganz neu hier).

Erstmal vielen Dank für eure Hilfe, ihr habt mir sehr weitergeholfen.

Wir haben nun diese "Nebenkostenabrechnung" zurückgewiesen und korrekte Abrechnungen für die einzelnen Jahre gefordert.
Die Frist haben wir auf den 30.06. gelegt.
Wir haben damit "gedroht" die zukünftigen Nebenkostenvorauszahlungen einzubehalten, falls uns bis dahin keine Abrechnung zugeht.

Ich hoffe, das hat nun Wirkung ... Gehört haben wir von ihr leider nichts mehr (außer lautes meckern im Hausflur, aber das überhören wir gekonnt).

Nochmals vielen lieben Dank für eure Hilfe.

Liebe Grüße
Anna

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Mit schwammigen Zahlen kommst Du überhaupt nicht weiter.

Der Vermieter ist verpflichtet Dir die Rechnungen ( auch als Kopie ) auszuhändigen.
Ganz sicher braucht keiner ewig zu bezahlen.......ihr habt mehrmals aufgefordert eine Nebenkostenabrechnung zu bekommen....jetzt darf nur ein gewissen Zeitraum zurückgerechnet werden, nicht ganze 4 Jahre.

Ich bin da auch nicht so richtig drin, daher empfehle ich einen Anwalt oder den Mieterschutzbund.....

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Kommentar von wurzlsepp668
11.06.2016, 14:51

fast richtig ....

der Vermieter ist NICHT verpflichtet, die Rechnungen (auch nicht in Kopie) auszuhändigen ...

der Mieter hat ein Recht auf Einsicht in die Unterlagen ...

wenn der Mieter Kopien haben möchte, so sind diese auf SEINE Kosten zu fertigen

und die Nebenkostenabrechnung muß spätestens 12 Monate nach Beendigung des Abrechnungszeitaumes vorliegen .....

somit dürften 3 Jahre komplett weg sein

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Kommentar von anitari
11.06.2016, 14:51

Der Vermieter ist verpflichtet Dir die Rechnungen ( auch als Kopie ) auszuhändigen.

Nein. Nur die Belege/Rechnungen vorlegen, wenn der Mieter das verlangt.

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Hier steht einiges zu den Besonderheiten, die das Vermieten einer Einliegerwohnung mit sich bringt:

http://www.mietrecht.org/mietvertrag/vermietung-einliegerwohnung-besonderheiten/

In eurem Fall kommt es vor allem darauf an, was denn im Mietvertrag vereinbart wurde. Habt ihr tatsächlich Nebenkostenvorauszahlungen geleistet oder eine Pauschale gezahlt? Sind die von euch zu zahlenden Nebenkosten aufgelistet oder wird auf die Betriebskostenverordnung verwiesen? Wurde ein Schlüssel zur Aufteilung von Wasser, Heizung vereinbart? Ohne das alles zu wissen, kann man recht wenig dazu sagen.

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Kommentar von Annalein0702
11.06.2016, 15:02

Hallo Zakalwe,
Danke, für deine schnelle Antwort.
Ich habe den Mietvertrag vor mir, darin steht:
"Die Betriebskosten werden anteilig ihrer tatsächlich anfallenden Höhe umgelegt. Der Mieter ist verpflichtet, auf die Betriebskosten monatliche Vorauszahlungn in Höhe von 150€ pro Monat zu entrichten. Die Betriebskosten werden - sofern nicht die Umlegung nach unterschiedlichem Verbrauch oder Verursachung erfolgt - nach der Anzahl der Wohnflächen verteilt."

Danke auch für deinen Link, ich werde mich heute Abend mal durchlesen ...

VG, Anna

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Kommentar von Annalein0702
11.06.2016, 15:09

sorry, hab ja nur eine Frage beantwortet:

im Mietvertrag ist leider bei dem Punkt Betriebskosten nichts angekreut (weder "gemäß Betriebskostenordnung", noch sind Eintragungen bei "zusätzlich weitere folgende Betriebskosten").
Gilt dann automatisch die Verordnung?

Ein Schlüssel zur Aufteilung ist leider auch nicht genannt ...

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Kommentar von anitari
11.06.2016, 15:09

Eins kann man schon sagen, eine Abrechnung über Zeitraum von 4 Jahren ist unwirksam.

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Nun hat mir die Vermieterin heute einen handschriftlichen Zettel
gegeben, auf dem alle Ausgaben der vergangenen 4 Jahre Aufgelistet sind

Sind vertraglich monatliche Vorauszahlungen vereinbart muß der Vermieter 1 x jährlich darüber abrechnen.

Schon allein darum ist diese Abrechnung unwirksam.

kann ich die Kosten für Heizung berechnen, obwohl ich den Anfangsbestand des Ölstands nicht kenne?

Kommt drauf an ob nach Heizkostenverordnung oder schlicht nach der Wohnfläche abgerechnet wird.

Müssen wir die Wohngebäudeversicherung zur Hälfte bezahlen oder wird das auch nach Wohnfläche berechnet?

Das kommt auf die vertragliche Vereinbarung an.

Nach Gefühl hätte ich jetzt Wasser / Abwasser einfach durch die im Haus lebenden Köpfe verteilt, ist das richtig?

Wenn vertraglich vereinbart, ja.

Die Eigentümerin hat einen Schwedenofen, wir nicht. Ich gehe davon aus,
dass für einen solchen Ofen höhrere Schornsteinfegerkosten anfallen,
richtig?

Der Schornstenfeger macht sicher alles zusammen, Emissionsmessung der Heizung und Reinigen/Prüfen Schornstein.

Die Gebühr für letzteres ist verschwindend gering. Ich glaube so 3 - 4  E.

Aber wie gesagt das was die Vermieterin da vorgelegt hat ist keine korrekte Abrechnung. Die zurück gewiesen werden sollte und korrekte Abrechnungen gefordert.

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Kommentar von Annalein0702
11.06.2016, 15:04

Hallo Anitari,

Danke, für deine schnelle Antwort.

Im Mietvertrag steht:

"Die Betriebskosten
werden anteilig ihrer tatsächlich anfallenden Höhe umgelegt. Der Mieter
ist verpflichtet, auf die Betriebskosten monatliche Vorauszahlungn in
Höhe von 150€ pro Monat zu entrichten. Die Betriebskosten werden -
sofern nicht die Umlegung nach unterschiedlichem Verbrauch oder
Verursachung erfolgt - nach der Anzahl der Wohnflächen verteilt."

Heißt das, auch das Wasser wird danach abgerechnet?

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Die herrschende Meinung ist sich einig. Eine Abrechnung hat zu beinhalten den Abrechnungszeitraum von 12 Monaten, die Gesamtkosten des Hauses, den Verteilerschlüssel und den Anteil des Mieters.

Sie ist sich auch einig, wie ein Mieter bei fehlender Abr. vorgehen darf und was ein ehemaliger Mieter so darf.

Setze also Deine Rechte durch und viel Glück.

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