Nebenkosten - Abrechnungszeitraum bei Erstbezug

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5 Antworten

Man muss hier unterscheiden zwischen:

  • Abrechnungszeitraum: 01.01.2010 - 31.12.2010 und

  • Nutzungszeitraum für dich: 01.06.2010 - 31.12.2010.

Die Abrechnung enthält alle Kosten des gesamten Jahres. Dein Anteil daran beträgt aber nur 7 von 12 Monaten. Alle Kosten müssen also für dich auf deinen und für alle anderen Mieter auf ihren Nutzungszeitraum herunter gerechnet werden.

Aber ich verstehe schon was du meinst. Wenn man mit 12 / 7 Monaten rechnet bei der Position Gartenpflege kommt etwas anderes haraus als wenn man mit 10 / 5 Monaten rechnet. 10/ 5 wäre für euch besser als die andere Variante. Allerdings ist das nirgends festgelegt, wie man in einem solchen Fall verfährt. Ihr könnt euch nur einigen. Der Vermieter muss nicht zwei verschiedene Umrechnungsmethoden anwenden in einer Abrechnung. Üblich ist 12/ 7. Aber die Zeit vor dem Einzug wird in keinem Fall berechnet.

Nessaja86 21.06.2011, 16:18

Alle Kosten müssen also für dich auf deinen und für alle anderen Mieter auf ihren Nutzungszeitraum herunter gerechnet werden>

Alle Mieter sind erst zum 01.06.2010 in das Wohnhaus eingezogen, da es sich ja vorher noch in der Bauphase befand. Deswegen verstehe ich nicht, dass die Kosten (die von Jan. - Mai 2010 entstanden sind) mit zu den Gesamtkosten zählen und anteilig mit berechnet werden.Wenn man die Kosten von Juni bis Oktober 2010 nur berücksichtigen würde, hätten wir als Mieter einen geringeren Anteil zu tragen.

Muss denn der Vermieter mir das nachweisen können, dass er von Jan. - Mai 2010 Grundstückspflege betrieben hat? Er hat mir ja nur die Rechnungen vorgelegt, die er selbst geschrieben hat, da er gleichzeitig eine Hausmeisterfirma führt. Ich meine Papier ist geduldig und schweigt. da kann er viel drauf schreiben.Und habe ich das Recht in die Verträge seiner Hausmeister Einsicht zu nehmen, um zu prüfen ob die Kosten angemessen sind?

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angy2001 21.06.2011, 17:23
@Nessaja86

Januar - Mai 2010

Sie werden nicht anteilig auf euch umgelegt, wenn der Vermieter von den Kosten nur den Anteil von 7 Monaten in der Abrechnung berücksichtigt. Und ja, sie zählen mit zu den Kosten des Gesamtjahres und sind in der Abrechnung mit aufzuführen.

Siehe auch: § 565 Abs. 3 BGB "Über die Betriebskosten ist jährlich abzurechnen."§ 565 Abs. 4 BGB "Der Vermieter ist zu Teilabrechnungen nicht verpflichtet."

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angy2001 21.06.2011, 17:28
@angy2001

Nachtrag: In die Verträge mit dem Hausmeister kannst du Einsichtnahme verlangen. Der Vermieter ist zur Wirtschaftlichkeit verpflichtet (ebenso in § 565 BGB zu lesen). Natürlich kannst du nicht mehr kontrollieren, ob er die Arbeiten am Jahresanfang wirklich gemacht hat, erscheinen sie aber sinnvoll und logisch, so solltest du sie akzeptieren.

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ihr müßt die grundstückspflegekosten und sonstige nebenkosten nur für die monate bezahlen, in der ihr dort gewohnt habt. wurde der garten neu angelegt, müßt ihr für 2010 gar nix dafür bezahlen. pflegekosten decken nur den pflegeaufwand, nicht aber die neuanlegung/neuanschaffung.

genaueres und rechtlich abgesichertes erfährts du beim DMB - deutscher mieter bund. es lohnt sich.

Nessaja86 21.06.2011, 12:29

Nach der Sanierung des Wohnhauses wurde im Garten nichts gemacht. Wie gesagt, dass Haus stand mindestens 4 Jahre leer. Den Rasen, der angeblich gemäht wurde, kann man nach all den Jahren nicht mehr als Rasen bezeichnen, sondern Unkraut trifft es besser.Nachdem Ende Juni die Baufirmen weg waren, wurde die Anlage „aufgeräumt“, aber mehr auch nicht. Diese Kosten, meinte der Vermieter hat er nicht mit eingerechnet, da es zur Instandsetzung zähle, was ich verstehe.

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ist es rechtlich die entstandenen Grundstückspflegekosten für die Monate Januar bis Mai 2010 uns als Mietern mit anzurechnen, wenn wir Erstbezüger ab Juni 2010 waren?

Vermutlich, denn ebenso vermutlich sind die Pflegekosten ja ebenfalls erst ab Juni angefallen, davor (fast) gar nicht...

Desweiteren haben wir die Grundstückspflege wie schon erwähnt ab November 2010 selbst übernommen – der Vermieter rechnet aber alle 7 Monate anteilig – müssten dann nicht nur 5 Monate berücksichtigt werden?

Nein, denn es wird eine Jahresabrechnung gemacht und die Kosten je nachdem wie lange die Mieter dort gewohnt haben verteilt. Wenn Ihr die Grundstückspflege nicht selbst gemacht hättet (was pflegt man eigentlich im November/Dezember???), wären ja auch die Gesamtkosten dementsprechend teuer. Erst nur die reduzierten Gesamtkosten umzulegen und Euch dann noch mehrere Monate rauszunehmen wäre ja doppelt gemoppelt, wie man so schön sagt...

Nessaja86 21.06.2011, 12:02

Vermutlich, denn ebenso vermutlich sind die Pflegekosten ja ebenfalls erst ab Juni angefallen, davor (fast) gar nicht...>

Ich habe meine Abrechnung erhalten, aber ohne Anlagen. Also bin ich zum Vermieter gegangen um mir die Belege vorlegen zu lassen.Dort hat er mir die monatlichen Rechnungen der Grundstückspflege von Januar bis Oktober 2010 vorgelegt. (im November und Dezember wurde ja die Grundstückspflege von uns Mietern, wie schon erwähnt, übernommen!)Aus diesen 10 Rechnungen ergaben sich nun die Gesamtkosten für die Grundstückspflege.Zum Beispiel beträgt die Rechnung für Januar 2010 ca. 130 € durch Schnee räumen und streuen.Aber von Januar bis Mai 2010 war das Wohnhaus ja noch nicht bewohnt. Und so kann mir keiner nachweisen, dass da was gemacht wurde. Ich muss noch dazusagen, dass mein Vermieter selbst die Grundstückspflege und somit Abrechnung gemacht hat, da er selbst eine Hausmeisterfirma führt.

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Nessaja86 21.06.2011, 12:28
@Nessaja86

Meiner Ansicht nach müsste der Vermieter für die Grundstückspflegekosten von Jan.-Mai 10 selbst aufkommen, da wir ja erst im Juni 10 (Erstbezug) eingezogen sind.Quasi dürfte er doch nur die Kosten, die ihm für die Monate Juni bis Oktober entstanden sind, uns anrechnen, oder?Im November und Dezember kam als Grundstückspflegekosten das Schnee räumen und streuen auf uns zu.

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XtraDry 21.06.2011, 13:14
@Nessaja86

Meiner Ansicht nach müsste der Vermieter für die Grundstückspflegekosten von Jan.-Mai 10 selbst aufkommen

Das tut er doch...

Wenn er die Gesamtkosten für das ganze Jahr ausrechnet, auf die Wohnungen aufteilt UND EUCH DANN NUR 7 MONATE IN RECHNUNG STELLT, zahlt er doch die restlichen 5 Monate als Leerstand selbst. Das ist auch die gesetzlich vorgeschriebene Abrechnungsweise. Alternative wäre, nur die Rechnungen der 7 Monate zu nehmen, diese auf die Wohnungen zu verteilen, EUCH DANN ABER INSGESAMT INRECHNUNG ZU STELLEN. Das Ergebnis dürfte zumindest sehr ähnlich sein.

So oder so, Ihr zahlt doch bereits jetzt nur für 7 Monate, daher verstehe ich Deinen Gedankengang nicht...

Analog gilt das für November und Dezember, denn wenn Ihr das nicht selber gemacht hättet, würden die zu verteilenden Gesamtkosten dann dafür 1440,- Euro betragen, und nicht 1200,- Euro. Bereits da habt Ihr für Eure Arbeit dann doch entsprechend auch gespart...

Ferner stellt sich ja diese Frage überhaupt nur hier. Analog zu Deinem Gedankengang dürfte Euch dann die im Januar bezahlte Jahresrechnung für Versicherung überhaupt nicht in Rechnung gestellt werden, denn da wohntet Ihr da ja noch nicht, bzw. müsste VOR Aufteilung auf die Wohnungen bereits in 5:7 geteilt werden. Das ist aber absurd und widerspricht auch der gesetzlichen Regelung...

Letztlich hat er das genau richtig gemacht: Es wird für das gesamte Haus eine Jahresrechnung erstellt, gemäß Schlüssel au die Wohnungen aufgeteilt. Bei Wohnungen mit Mieterwechsel wird dann auf die jeweiligen Nutzungszeiträume verteilt, wobei Leerstände der Vermieter übernimmt. Genau so muss es sein...

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Am besten Du gehst zum Mieterverein, die können Dir genau sagen, was Sache ist und wie Du Dich verhalten sollst/mußt. Wenn Du mit dem Vermieter nicht klar kommst, setzen sie sich für Dich dort ein.

Nessaja86 21.06.2011, 12:27

Ich bin leider kein Mitglied im Mieterbund, da ich ja erst seit einem Jahr eine eigene Wohnung habe. Und ich glaub, das ist zu spät, wenn ich jetzt erst beitrete, oder? Muss man nicht eine bestimmte Zeit Mitglied sein und Hilfe/Rat in Anspruch nehmen zu können? Aber nach diesen Problemen werde ich wohl bald dort eintreten.

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ingridshaus 21.06.2011, 12:38
@Nessaja86

Du kannst Dir einen Termin geben lassen, Drucke das Beitrittsformular aus dem Internet aus, ausfüllen und hinschicken. Das geht beim Mieterbund. Ich habe es bei unserem Mieterbund schon erlebt, dass Leute in der Anmeldung standen, dort das Beitrittsformular unterschrieben und auch sofort einen Termin bekommen haben.

Bei uns in Nürnberg kostet der Jahresbeitrag derzeit Euro 48,00 und eine einmalige Aufnahmegebühr in Höhe von Euro 21,00. Ich denke, dass es in anderen Ständten auch ähnlich kosten wird. Auf jeden Fall wesentlich billiger als ein freier Anwalt, denn dort arbeiten ja auch Juristen und es gibt auch telefonische Beratungstermine.

Bei dieser Gelegenheit nimmst Du auch gleich Deinen Mietvertrag zur Prüfung mit.

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Vielen Dank euch allen für die hilfreichen Antworten!

Ich glaube ich habe es jetzt verstanden!

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