Nebengewerbe ohne Mwst auf Rechnung - Materialeinkäufe steuerlich geltend machen?

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7 Antworten

1. In einem Gewerbebetrieb hast Du keine Werbungskosten (nichtselbständige Arbeit), sondern Betriebsausgaben. Das sind die Ausgaben, die durch den Betrieb veranlasst sind. 

2. Die Betriebsausgaben ziehst Du in Deiner "Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung" (EÜR) von den Betriebseinnahmen ab.

3. Das Ergebnis der EÜR geht dann als Gewinn, oder Verlust über die anlage "G" in Deine Einkommensteuererklärung ein.

4. Umsatzsteuer ist ein anderes Thema. Solange Dein Vorjahresumsatz unter 17.500,- Euro ist, bleibst Du Kleinunternehmer.

5. Falls Du Autos fast nur für Händler aufbereitest, solltest Du darüber nachdenken, auf Regelbesteuerung zu optieren. Bringt Dir für Deine Ausgaben den Vorsteuerabzug.

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Kommentar von stillgrey
03.11.2015, 09:51

Danke für die Antwort, das bedeutet alle Ausgaben werden zusammengefasst (z.B. 1000€) und von meinen Einnahmen (z.B. 2000€ (ohne Mwst da ich ja davon befreit bin) abgezogen). Die Bilanz ergibt dann 1000€+

Dieser Gewinn wird am Ende des Jahres bei der Steuererklärung aber nicht nochmal versteuert oder?

Zu Punkt 5.: Ich werde fast ausschließlich private Kunden haben.

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Wenn ich keine Mwst. auf meinen Rechnungen ausweise kann ich auch keine Materialeinkäufe steuerlich geltend machen oder?

Betriebsausgaben sind Ausgaben die durch den Betrieb veranlasst sind (§ 4 Abs. 4 EStG).

Was das ganze mit der Umsatzsteuer zu tun haben soll erschließt sich mir nicht. Betriebsausgaben hat sowohl der Klein- als auch der Regelunternehmer.

Der Kleinunternehmer weist keine Umsatzsteuer aus und kann keine Vorsteuer abziehen. Es ist also ein Vereinfachungsverfahren im Bezug auf die Umsatzstezer, Einkommen- und Gewerbesteuer bleiben unberührt.

Oder können diese als Werbungskosten (Arbeitsmittel bis zum Kaufpreis von 410€) abgesetzt werden?

Werbungskosten fallen nur bei den sog. Überschuss-Einkunftsarten an (nichtselbständige Arbeit, Kapitaleinkünfte pauschal 801,- € p.a., Vermietung und Verpachtung und den sonstigen Einkünften).

Einkünfte aus Gewerbebetrieb gehören aber zu den Gewinneinkunftsarten, daher gibt es dort keine Werbungsosten, sondern nur Betriebsausgaben. Diese sind in der EÜR oder bei Kleinunternehmern auch formlos zu ermitteln und einzeln zu belegen.

Die Frage ist für mich nur noch wie es mit den Rechnungen für Polituren, Arbeitsklamotten, Poliermaschinen usw. aussieht.

Lies nochmal den Satz, den ich fett hervorgehoben habe. ALLES was betrieblich bedingt ausgelegt wird ist steuerlich abzugsfähig.

Einige Dinge müssen aber ggf. über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden und können nicht direkt angesetzt werden (vgl. geringwertiges Wirtschaftsgut, AfA).

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Ist zwar schon ein Jahr alt aber wenn hier falsches Zeug steht kann ich das nicht stehen lassen.

>> Da du keine Mehrwertsteuer auf deinen Rechnungen ausweisen darfst,
>> wird es schwer werden, Geschäftskunden zu finden ( wenn diese
>> Mehrwertsteuer abzugsfähig sind.) da für diese, genau so wie für dich,
>> alles was du kaufst um die Mehrwertsteuer teuerer wird.
Das stimmt so nicht zwingend. Das hängt einfach davon ab wie das Verhältnis Arbeitslohn und Material ist. Wenn er 5% Materialanteil hat spielen die 19% Umsatzsteuer in diesen 5% eigentlich keine Rolle. Hat er hingegen 70% Material sieht es schon anders aus.

Grob gesagt: Bei überwiegend Dienstleistung ist es für gewerbliche Kunden egal ob Du Umsatzsteuerbefreit bist oder nicht. Privatkunden hingegen haben einen Vorteil.

>> Beispiel des Fragestellers:

2000 Euro Umsatz (=Rechnungssumme, keine Umsatzsteuer ausgewiesen)
600 Euro Rechnungen von Lieferanten, incl. 19% (95,80 EUro Umsatzsteuer ENTHALTEN)

Option 1: Umsatzsteuerbefreit:

2000 - 600 = 1400 Gewinn

Option 2: Nicht Umsatzsteuerbefreit

2000 Euro + 19% Umsatzsteuer = 2380 Euro Umsatz
504,20 Euro Ausgaben / 95,80 Euro Vorsteuer

Umsatzsteuervoranmeldungen:

380 - 95,80 = 284,20 Euro ans Finanzamt abzuführen

2000 + 380 - 504,20 -95,80 - 284,20 = 1495,80 Gewinn

Fazit: Bei Option 2 ist Dein Gewinn um genau die Vorsteuer von 95,80 höher. ABER: Wenn Du Privatkunden hast wird für diese Deine Rechnung um 19% höher. Für Firmenkunden auch aber den Firmenkunden ist es egal! Im Gegenteil: Da Du aus Deinen Einkäufen die 19% Vorsteuer ziehen darfst, wird es sogar ggf. etwas günstiger für diese und Dein Angebot dadurch ggf. etwas attraktiver.

Ich schließe mich aber dem Tipp der weiter oben schon kam: Mach einen Existenzgründerkurs! Die Grundlagen des Steuerrechts muss jeder Selbständige zumindest grob drauf haben!

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Ist zwar schon ein Jahr alt aber wenn hier falsches Zeug steht kann ich das nicht stehen lassen.>> Da du keine Mehrwertsteuer auf deinen Rechnungen ausweisen darfst, >> wird es schwer werden, Geschäftskunden zu finden ( wenn diese >> Mehrwertsteuer abzugsfähig sind.) da für diese, genau so wie für dich, >> alles was du kaufst um die Mehrwertsteuer teuerer wird.Das stimmt so nicht zwingend. Das hängt einfach davon ab wie das Verhältnis Arbeitslohn und Material ist. Wenn er 5% Materialanteil hat spielen die 19% Umsatzsteuer in diesen 5% eigentlich keine Rolle. Hat er hingegen 70% Material sieht es schon anders aus.Grob gesagt: Bei überwiegend Dienstleistung ist es für gewerbliche Kunden egal ob Du Umsatzsteuerbefreit bist oder nicht. Privatkunden hingegen haben einen Vorteil.>> Beispiel des Fragestellers:2000 Euro Umsatz (=Rechnungssumme, keine Umsatzsteuer ausgewiesen)600 Euro Rechnungen von Lieferanten, incl. 19% (95,80 EUro Umsatzsteuer ENTHALTEN)Option 1: Umsatzsteuerbefreit:2000 - 600 = 1400 GewinnOption 2: Nicht Umsatzsteuerbefreit2000 Euro + 19% Umsatzsteuer = 2380 Euro Umsatz504,20 Euro Ausgaben / 95,80 Euro VorsteuerUmsatzsteuervoranmeldungen:380 - 95,80 = 284,20 Euro ans Finanzamt abzuführen2000 + 380 - 504,20 -95,80 - 284,20 = 1495,80 GewinnFazit: Bei Option 2 ist Dein Gewinn um genau die Vorsteuer von 95,80 höher. ABER: Wenn Du Privatkunden hast wird für diese Deine Rechnung um 19% höher. Für Firmenkunden auch aber den Firmenkunden ist es egal! Im Gegenteil: Da Du aus Deinen Einkäufen die 19% Vorsteuer ziehen darfst, wird es sogar ggf. etwas günstiger für diese und Dein Angebot dadurch ggf. etwas attraktiver.Ich schließe mich aber dem Tipp der weiter oben schon kam: Mach einen Existenzgründerkurs! Die Grundlagen des Steuerrechts muss jeder Selbständige zumindest grob drauf haben!

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Kommentar von Qasdfjkl
12.05.2017, 12:23

Sorry. Beim ersten Versuch hat es alle Zeilenumbrüche entfernt....

Ist zwar schon ein Jahr alt aber wenn hier falsches Zeug steht kann ich das nicht stehen lassen.

>> Da du keine Mehrwertsteuer auf deinen Rechnungen ausweisen darfst, 
>> wird es schwer werden, Geschäftskunden zu finden ( wenn diese 
>> Mehrwertsteuer abzugsfähig sind.) da für diese, genau so wie für dich, 
>> alles was du kaufst um die Mehrwertsteuer teuerer wird.

Das stimmt so nicht zwingend. Das hängt einfach davon ab wie das Verhältnis Arbeitslohn und Material ist. Wenn er 5% Materialanteil hat spielen die 19% Umsatzsteuer in diesen 5% eigentlich keine Rolle. Hat er hingegen 70% Material sieht es schon anders aus.Grob gesagt: Bei überwiegend Dienstleistung ist es für gewerbliche Kunden egal ob Du Umsatzsteuerbefreit bist oder nicht. Privatkunden hingegen haben einen Vortei

.>> Beispiel des Fragestellers:

2000 Euro Umsatz (=Rechnungssumme, keine Umsatzsteuer ausgewiesen)

600 Euro Rechnungen von Lieferanten, incl. 19% (95,80 EUro Umsatzsteuer ENTHALTEN)

Option 1: Umsatzsteuerbefreit:

2000 - 600 = 1400 Gewinn

Option 2: Nicht Umsatzsteuerbefreit

2000 Euro + 19% Umsatzsteuer = 2380 Euro Umsatz

504,20 Euro Ausgaben / 95,80 Euro Vorsteuer

Umsatzsteuervoranmeldungen:380 - 95,80 = 284,20 Euro ans Finanzamt abzuführen

2000 + 380 - 504,20 -95,80 - 284,20 = 1495,80 Gewinn

Fazit: 

Bei Option 2 ist Dein Gewinn um genau die Vorsteuer von 95,80 höher. 

ABER: Wenn Du Privatkunden hast wird für diese Deine Rechnung um 19% höher. Für Firmenkunden auch aber den Firmenkunden ist es egal! Im Gegenteil: Da Du aus Deinen Einkäufen die 19% Vorsteuer ziehen darfst, wird es sogar ggf. etwas günstiger für diese und Dein Angebot dadurch ggf. etwas attraktiver.

Und der Aufwand / die Kosten für monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen ist auch zu berücksichtigen. Grade wenn man diese nicht selbst machen kann.

Ich schließe mich aber dem Tipp der weiter oben schon kam: Mach einen Existenzgründerkurs! Die Grundlagen des Steuerrechts muss jeder Selbständige zumindest grob drauf haben!

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Besuche einmal einen Kurs für Existenzgründer, damit du die grundlegenden begriffe der Selbstständigkeit wie Steuerwesen, BWL, Buchführung, und Co kennen lernst

So  unbedarft wie du an die Sache gehst biste bald Pleite.

Deine Materialeinkäufe,sind unter anderem Betriebsausgaben.

Das sind alles  Betriebsausgaben :  Drucker, Visitenkarten, Werbeaufkleber, Büromaterialien und Fahrtkosten -  Polituren, Arbeitsklamotten, Poliermaschinen usw.

Du machst eine Gewinn-Verlustrechnung. Auf der einen Seite stehen deine Umsätze = Einnahmen, auf der anderen Seite stehen deine Ausgaben.

Da du keine Mehrwertsteuer dem FA gegenüber geltend machen darfst, sind deine Ausgaben inkl. der Mehrwertsteuer in der Buchführung auf zu listen.

Umsatz minus Ausgaben = Gewinn = dein Einkommen.

Alle anderen Steuerarten bleiben von der § 19 UstG Reglung unberührt.

Werbungskosten fallen bei einem Gewerbetreibenden nicht an.

Die gibt es nur bei Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit.

Steuerlich absetzen bedeutet nicht, dass du das Geld zurückbekommst, sondern die Ausgaben verringern nur das zu versteuernde Einkommen welches übrig bleibt.

Da du keine Mehrwertsteuer auf deinen Rechnungen ausweisen darfst, wird es schwer werden, Geschäftskunden zu finden ( wenn diese Mehrwertsteuer abzugsfähig sind.) da für diese, genau so wie für dich, alles was du kaufst um die Mehrwertsteuer teuerer wird.

Deshalb verstehe ich nicht so recht, welchen Vorteil ihr euch alle davon versprecht.

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Dein Gewinn ist unerheblich das kommt so oder so in deine Einkommensteuererklarung als Einkünfte aus selbstständiger Arbeit.
Massgebend für dich als selbstständiger ist das du Umsatzsteuer befreit arbeiten darfst bis zum UMSATZ von 17500 Euro, wenn du drüber bist wirst Umsatzsteuer pflichig, darunter darfst du selber entscheiden ob du Umsatzsteuererklarung abgeben willst und dann den Vorteil geniesst bei deinen Betriebskosten Mehrwertsteuer geltend zu machen, was allerdings ein Rechenspiel bleibt.

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Kommentar von kevin1905
03.11.2015, 10:44

Massgebend für dich als selbstständiger ist das du Umsatzsteuer befreit arbeiten darfst bis zum UMSATZ von 17500 Euro

Es ist keine Befreiung. Was umsatzsteuerbefreit ist, regelt § 4 UStG. Auch ein Regelunternehmer kann umsatzsteuerbefreit sein, wenn er nur entsprechende Waren und Dienstleistungen anbietet.

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Kommentar von PatrickLassan
03.11.2015, 13:03

das kommt so oder so in deine Einkommensteuererklarung als Einkünfte aus selbstständiger Arbeit.

Der Fragesteller ist Gewerbetreibender - §15 EStG

darunter darfst du selber entscheiden ob du Umsatzsteuererklarung abgeben willst

Auch Kleinunternehmer müssen eine Umsatzsteuererklärung abgeben, woher sollte das Finanzamt sonst erfahren, wann die Grenze überschritten wird?

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Betriebsausgaben sind Ausgaen, die durch den Betrieb veranlasst sind.

somit sind auch die Poliermittel und der ganze andere Schmarrn abzugsfähig.

die "fehlende" MwSt hat mit dem Umsatzsteuerrecht zu tun, die Betriebsausgaben mit dem Einkommensteuerrecht ...

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Kommentar von stillgrey
03.11.2015, 08:46

Das bedeutet im Endeffekt für mich?

Grobe Beispielrechnung meinerseits:

Reingewinn durch polierte Autos: 2000€ (kein Mwst ausgewiesen)

Materialkosten: 500€ (= 19% also 95€ bekomme ich zurück)

Werbekosten (Drucker, Visitenkarten usw.): 100€ (= 19% also 19€ bekomme ich zurück)

Normalerweise wären es also +1400€ Bilanz für mich, nach Steuerrückerstattung sind es +1514€ insgesamt, richtig gerechnet?

Was kann ich denn in meinem Fall nicht geltend machen was im Gegensatz mit Mwst auf der Rechnung möglich wäre? Irgendwelche Nachteile muss es ja haben?

 

Grüße

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