Nebengewerbe ohne Mwst auf Rechnung - Materialeinkäufe steuerlich geltend machen?

7 Antworten

Wenn ich keine Mwst. auf meinen Rechnungen ausweise kann ich auch keine Materialeinkäufe steuerlich geltend machen oder?

Betriebsausgaben sind Ausgaben die durch den Betrieb veranlasst sind (§ 4 Abs. 4 EStG).

Was das ganze mit der Umsatzsteuer zu tun haben soll erschließt sich mir nicht. Betriebsausgaben hat sowohl der Klein- als auch der Regelunternehmer.

Der Kleinunternehmer weist keine Umsatzsteuer aus und kann keine Vorsteuer abziehen. Es ist also ein Vereinfachungsverfahren im Bezug auf die Umsatzstezer, Einkommen- und Gewerbesteuer bleiben unberührt.

Oder können diese als Werbungskosten (Arbeitsmittel bis zum Kaufpreis von 410€) abgesetzt werden?

Werbungskosten fallen nur bei den sog. Überschuss-Einkunftsarten an (nichtselbständige Arbeit, Kapitaleinkünfte pauschal 801,- € p.a., Vermietung und Verpachtung und den sonstigen Einkünften).

Einkünfte aus Gewerbebetrieb gehören aber zu den Gewinneinkunftsarten, daher gibt es dort keine Werbungsosten, sondern nur Betriebsausgaben. Diese sind in der EÜR oder bei Kleinunternehmern auch formlos zu ermitteln und einzeln zu belegen.

Die Frage ist für mich nur noch wie es mit den Rechnungen für Polituren, Arbeitsklamotten, Poliermaschinen usw. aussieht.

Lies nochmal den Satz, den ich fett hervorgehoben habe. ALLES was betrieblich bedingt ausgelegt wird ist steuerlich abzugsfähig.

Einige Dinge müssen aber ggf. über die Nutzungsdauer abgeschrieben werden und können nicht direkt angesetzt werden (vgl. geringwertiges Wirtschaftsgut, AfA).

1. In einem Gewerbebetrieb hast Du keine Werbungskosten (nichtselbständige Arbeit), sondern Betriebsausgaben. Das sind die Ausgaben, die durch den Betrieb veranlasst sind. 

2. Die Betriebsausgaben ziehst Du in Deiner "Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung" (EÜR) von den Betriebseinnahmen ab.

3. Das Ergebnis der EÜR geht dann als Gewinn, oder Verlust über die anlage "G" in Deine Einkommensteuererklärung ein.

4. Umsatzsteuer ist ein anderes Thema. Solange Dein Vorjahresumsatz unter 17.500,- Euro ist, bleibst Du Kleinunternehmer.

5. Falls Du Autos fast nur für Händler aufbereitest, solltest Du darüber nachdenken, auf Regelbesteuerung zu optieren. Bringt Dir für Deine Ausgaben den Vorsteuerabzug.

Danke für die Antwort, das bedeutet alle Ausgaben werden zusammengefasst (z.B. 1000€) und von meinen Einnahmen (z.B. 2000€ (ohne Mwst da ich ja davon befreit bin) abgezogen). Die Bilanz ergibt dann 1000€+

Dieser Gewinn wird am Ende des Jahres bei der Steuererklärung aber nicht nochmal versteuert oder?

Zu Punkt 5.: Ich werde fast ausschließlich private Kunden haben.

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@stillgrey

Wenn du aus dem Gewerbebetrieb einen Gewinn ermittelst ist der selbstverständlich mit deinen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit zu addieren und wird dann besteuert.

War der Lohnsteuerabzug zu niedrig, musst du eben nachzahlen.

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@stillgrey

Dieser Gewinn wird am Ende des Jahres bei der Steuererklärung aber nicht nochmal (??) versteuert oder?

Dort dürfte er dann "erstmals" und nicht "nochmal" versteuert werden. Wie kommst du zu dieser Annahme (oder beziehst du es auf mglw. vom Finanzamt festgesetzte Vorauszahlungen zur Einkommensteuer) ?

https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/herunterladen/der/datei/150609-existenzgr-web-pdf/von/steuertipps-fuer-existenzgruenderinnen-und-existenzgruender/vom/finanzministerium/1904

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Besuche einmal einen Kurs für Existenzgründer, damit du die grundlegenden begriffe der Selbstständigkeit wie Steuerwesen, BWL, Buchführung, und Co kennen lernst

So  unbedarft wie du an die Sache gehst biste bald Pleite.

Deine Materialeinkäufe,sind unter anderem Betriebsausgaben.

Das sind alles  Betriebsausgaben :  Drucker, Visitenkarten, Werbeaufkleber, Büromaterialien und Fahrtkosten -  Polituren, Arbeitsklamotten, Poliermaschinen usw.

Du machst eine Gewinn-Verlustrechnung. Auf der einen Seite stehen deine Umsätze = Einnahmen, auf der anderen Seite stehen deine Ausgaben.

Da du keine Mehrwertsteuer dem FA gegenüber geltend machen darfst, sind deine Ausgaben inkl. der Mehrwertsteuer in der Buchführung auf zu listen.

Umsatz minus Ausgaben = Gewinn = dein Einkommen.

Alle anderen Steuerarten bleiben von der § 19 UstG Reglung unberührt.

Werbungskosten fallen bei einem Gewerbetreibenden nicht an.

Die gibt es nur bei Einkünften aus nicht selbstständiger Arbeit.

Steuerlich absetzen bedeutet nicht, dass du das Geld zurückbekommst, sondern die Ausgaben verringern nur das zu versteuernde Einkommen welches übrig bleibt.

Da du keine Mehrwertsteuer auf deinen Rechnungen ausweisen darfst, wird es schwer werden, Geschäftskunden zu finden ( wenn diese Mehrwertsteuer abzugsfähig sind.) da für diese, genau so wie für dich, alles was du kaufst um die Mehrwertsteuer teuerer wird.

Deshalb verstehe ich nicht so recht, welchen Vorteil ihr euch alle davon versprecht.

.

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