Nebengewerbe OHNE Hauptberuf (Angestellten-Verhältnis)

3 Antworten

Grafikdesign und Bildbearbeitung sind für mich künsterliche Tätigkeiten und damit freiberuflich nicht gewerblich.

Zu den Steuern:

  1. Bei einem Umsatz von weniger als 17.500,- € im Jahr kannst du die Kleinunternehmerregelung für dich beanspruchen (§ 19 UStG)
  2. Eine Einkommensteuererklärung musst du aber anfertigen (Anlage S). Dem Finanzamt ist die Aufnahme der Tätigkeit anzuzeigen. Deinen Gewinn musst du selbst ermitteln.

Zu den Sozialabgaben:

  1. Ob hier eine Versicherungspflicht in der Künstersozialkasse gegeben ist, weiß ich leider nicht.
  2. Als Selbständiger ist der Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (im Falle der besonderen Härte) 14,9% von 50% der monatlichen Bezugsgröße --> 14,9% von 50% von 2.695,- € = 200,78 €
  3. Für die Pflegeversicherung gilt ein Beitragssatz von 2,05% (wenn du über 23 und kinderlos bist 2,3%). --> 2,3% von 50% der Bezugsgröße --> 30,99 €.

Auch eine private Krankenvollversicherung wäre kaum eine Alternative. Sinnvolle und halbwegs gut kalkulierte Tarife bewegen sich preislich auf dem gleichen Niveau.

Wenn du selbständig bist, ist grundsätzlich dein gesamtes Einkommen die Grundlage für die Krankenversicherungsbeiträge.

Hallo,

es sind noch einige Angaben offen:

  • Alter?

  • ledig oder verheiratet?

  • Besteht jetzt eine gesetzliche oder private Krankenversicherung?

Gruß

RHW

40, ledig, gesetzlich die wichtigste frage jedoch ist auch: kann ich ein NEBENgewerbe überhaupt anmelden OHNE eine Anstellung zu haben? also nur aufgrund der "unter 15 Stunden-Regel"?

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@Satoshi7L

für Selbständige gibt es in der GKV mehrere denkbare Versicherungsvarianten. Die Art der Gewerbeanmeldung ist für die Krankenkasse meistens ohne Bedeutung:

1) Wenn die Selbständigkeit nebenberuflich (Die Krankenkasse prüft hierbei die Arbeitszeit und alle Einnahmen und die Tatsache, ob eigene Arbeitnehmer beschäftigt werden) ist, ist eine nebenberufliche Einstufung möglich. Der Mindestbeitrag liegt dann bei 155 Euro monatlich (Mindesteinnahme 898 Euro monatlich). Bei höheren Einnahmen 14,9% und ca. 2% zur Kranken- und Pflegeversicherung. Es werden alle Einnahmen berücksichtigt (bei den Einnahmen aus der Selbständigkeit zählen die steuerlichen Einkünfte). § 240 SGB V

2) Wenn die Selbständigkeit hauptberuflich ist, aber die Einkünfte 2021 Euro nicht übersteigen, ist unter Umständen eine ermäßigte Einstufung möglich. Voraussetzungen:

•staatliche Füörderung als Existenzgründer

oder

•kein Vermögen und der Partner (auch ohne Ehe!) hat niedrige Einnahmen und kein Vermögen. Für Kinder gibt es evtl. Freiberträge.

Der Mindestbeitrag liegt dann bei ca. 230 Euro monatlich (Mindesteinnahme 1348 Euro monatlich). Bei höheren Einnahmen 14,9% und ca. 2% zur Kranken- und Pflegeversicherung. Es werden alle Einnahmen berücksichtigt (bei den Einnahmen aus der Selbständigkeit zählen die steuerlichen Einkünfte). § 240 SGB V

3) Wenn die Punkte 1) und 2) nicht zutreffen, gilt der Mindestbeitrag von ca. 345 Euro monatlich (Mindesteinnahme 2021 Euro monatlich). Bei höheren Einnahmen 14,9% und ca. 2% zur Kranken- und Pflegeversicherung. Es werden alle Einnahmen berücksichtigt (bei den Einnahmen aus der Selbständigkeit zählen die steuerlichen Einkünfte). § 240 SGB V

Wenn man die GKV verlässt, ist eine spätere Rückkehr in die GKV nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen möglich. Diese Rückkehrmöglichkeiten sind in den letzten 30 Jahren immer weiter eingeschränkt worden. Eine Rückkehrgarantie (also Vertrauensschutz auf die jetzigen gesetzlichen Regelungen) gibt es nicht!!!!

Ggf. bei verschiedenen gesetzlichen Krankenkassen die Beratungen für Selbständige testen. Die Beratungsqualität kann sehr unterschiedlich sein.

http://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/krankenversicherung_grundpr...

Bei den Regeln für die Gewerbeanmeldung kenne ich mich leider nicht aus.

Wenn die künstlerische Tätigkeit von der Künstlersozialkasse anerkannt wird (nur auf Antrag!), zahlt man nur die halben Beiträge und die Mindesteinnahmen gelten nicht. Es fallen dann aber auch auf jeden Fall Rentenversicherungsbeiträge an.

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

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