45 Antworten

Guten Morgen IQCamulus, guten Morgen allen anderen.

Bei Klonen weiß ich nicht recht welche Position ich einnehmen soll. Es gibt da mehrere Ebenen, die man bedenken sollte, finde ich.

Ich weiß nicht, in wie fern die Wissenschaftler die hohe und frühe Sterblichkeit beim Klonen inzwischen in den Griff bekommen haben, aber gerade bei einem wohl so intelligentem Wesen wie dem Neanderthaler grenzt es an Grausamkeit - bzw. ist schlicht grausam, es zu erschaffen, wenn man das nicht in den Griff bekommt. Dazu kommt ja wohl auch eine erhöhte Krankheitsanfälligkeit. Ein Wesen zu erschaffen, dass sehr schnell höchstwahrscheinlich wieder sterben wird, wäre gemein.

Bei kürzlich ausgestorbenen Arten mag das machbarer sein, aber bei allen Arten die bereits vor einiger Zeit ausgestorben sind kommt auch noch dazu: an die veränderten Umweltbedingungen, an veränderte Krankheitserreger ect, sind diese Arten überhaupt nicht angepasst - ihre Überlebenschance wäre also gering. Sie sind in der Regel ja auch nicht ohne Grund ausgestorben - gut, oftmals war auch der Mensch nicht daran unbeteiligt - aber so hart das klingt - auch das gehört zur natürlichen Selektion der Fauna.

Dazu kommt: dieser erschaffene Neanderthaler würde sich seiner Andersartigkeit immer bewusst sein - er würde nicht zu den Menschen gehören - er müsste sehr isoliert "gehalten" werden - aus Schutz vor Krankheiten und er wäre einsam. Selbst wenn man 30 oder 40 Exemplare erschaffen würde - in welcher Welt sollten diese leben? Will man sie immer in Laboren festhalten? Das wäre doch grausam - in unsere Welt könnte man sie aber auch nicht integrieren, sie hätten hier keinen Platz (zudem wie gesagt, das Problem mit den Krankheiten ect). Einem Schaf würde es vielleicht nicht viel ausmachen, denn es bekommt es vermutlich so bewusst nicht mit - ein Neanderthaler würde es mitbekommen und vermutlich sogar verstehen.

Und wenn man das Problem mit den Krankheiten für die Neanderthaler in den Griff bekäme, sie also wirklich in die Welt integrieren könnte - was dann? Menschen sind grausam - was würde wohl mit ihnen passieren? Im besten Falle würden sie behandelt werden wie Zootiere, im schlimmsten würden sie umgebracht von Fanatikern, oder von Wissenschaftlern als Versuchstiere gefoltert. Bei einer so intelligenten Rasse wäre es furchtbar - sie würden also zu ihrem Schutz dennoch wieder eingesperrt werden müssen.

Außerdem, mit einem derartig begrenztem Genpool ist auch die Vermehrung schwierig ohne sowas wie Erbkrankheiten, Inzucht ect.

Deswegen: Ich halte es für grausam eine intelligente Rasse in diese Welt zu zerren. Wären die Krankheits- und Sterblichkeitsprobleme gelöst, blieben die, ich nenne es mal: sozialen Probleme. Der Mensch ist einfach nicht reif genug, mit einer Rasse zu leben, die ihm vermutlich an Intelligenz überlegen wäre - ihn also in kürzester Zeit, ließe man ihnen den Freiraum, überholen würde. Die Menschen würden die Konkurrenz erneut umbringen und vorher furchtbar behandeln. Deswegen, von mir: nein, keine Klonung von Neanderthalern.

Was viele Menschen auch beschäftigt, beim Thema "Klone", sind die Schreckensszenarien, die sie sich denken können, bzgl. geklonter Menschen. Ich kann mir sowas auch gut vorstellen, ich sehe aber auch den Nutzen in Genmanipulationen und die Möglichkeiten vom Klonen. Wie immer gibt es beide Seiten. Es hat Risiken, es hat Vorteile - es bietet ungeahnte Möglichkeiten in alle Richtungen.

Deswegen, wie ich schon sagte, bei dem Thema weiß ich schlicht nicht, was ich davon halten soll. Bei den Neanderthalern weiß ich es, aber halt vorwiegend deswegen, weil ich der Menschheit die Verantwortung nicht zutraue.

So weit von mir heute morgen.

Lg guitschee.

Der menschliche Forschungsdrang wird immer alles machen was Menschen möglich ist.

Die Frage ist daher nicht ob,sondern nur wann.

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@stormy

Ich habe die Frage so verstanden, dass sie nach der Moral hinter dieser Entscheidung fragte - das Moral oft bei Menschen nicht das ausschlaggebende ist, ist ja eine andere Frage - moralisch habe ich eben, bei dieser Entscheidung, von der ich auch ausgehe, dass sie irgendwann zu Gunsten der Forschung getroffen wird, ein Problem.

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@guitschee

Wie steht es um die Moral,wenn man an einer Krankheit leidet,die durch solche Forschung geheilt werden kann ?

Erst kommt das Fressen,dann die Moral.

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@stormy

Eben. Aber genau sowas meine ich damit, wenn ich sage, ich sehe das Potenzial, aber ich sehe auch die Gefahren und Risiken. Und ich halte die Menschheit nicht für verantwortungsvoll genug, die richtigen Entscheidungen zu treffen - dass sie es nicht ist, zeigen wir jeden Tag aufs Neue wieder.

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@guitschee

Warum klettern Menschen auf Berge ?

Weil Sie es können.

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Man könnte versuchen ihn bei einer Adoptivfamilie wie jedes andere Kind aufziehen gegen Krankheiten kann man impfen

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@iQCamulus

Man kann nicht gegen alle Krankheiten impfen. Vor allen Viren würde er vermutlich sehr schnell erliegen - einfach weil der Körper keine Abwehr dagegen ausgebildet hat.

Aber nehmen wir mal dein Szenario an mit der Adoptivfamilie.

Neanderthaler sehen ganz anders aus als wir - das wäre augenfällig - was glaubst du, wie die anderen Eltern und Kinder darauf reagieren würden? Jeder wüsste es, viele Menschen sähen sogar eine Gefahr vermutlich drin. Der könnte nie normal aufwachsen, das ist völlig utopisch.

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@guitschee

Bei Auslandsadoptionen klappt das mit dem anderen Aussehen doch auch liebende Adoptiveltern schützen ihr Kind vor Rassismus

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@iQCamulus

Das wäre was völlig anderes. Das ist absolut nicht vergleichbar. Auslandsadoptionen betreffen immer noch ganz normale menschliche Kinder. Das hier wäre ein Novum, ein Unikat, etwas ganz besonderes, etwas nicht menschliches.

Und auch bei Auslandsadoptionen kommt es oft genug zum Rassismus und zum Mobbing in der Schule.

Wie gesagt, dein Glaube, dass das mit dem integrieren in die Welt funktionieren könnte, halte ich für absolut utopisch.

Man würde diesen Neanderthaler einsperren und benutzen wie eine Laborratte.

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@guitschee

Nicht menschlich wie kommst du denn darauf. Neandertaler sind Menschen die Menschenrechte verbieten einsperren und Laborratte

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@iQCamulus

Es sind Verwandte, es sind keine Artgenossen, das meine ich - war blöd ausgedrückt von mir. Das Problem ist, dass sie auch sicherlich nicht als Artgenossen behandelt würden, denn man sieht ihnen an, dass sie es nicht sind. Sie würden als Abnormalität, als Forschungsprodukt behandelt werden von den meisten.

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Ich finde die Risiken zu groß, daher sollte man es nicht übertreiben.

Fred wünscht dir einen sehr schönen Beginn der neuen Woche und grüßt dich aus Wien herzlich.

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Woher hast du die Information, Neanderthaler seien intelligenter als moderne Menschen?

Ansonsten stimme ich deinen Ausführungen zu.

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@Dackodil

Also natürlich ist es schwierig, das genau zu sagen. Es gibt da auch sehr unterschiedliche Ansätze in der Forschung und unterschiedliche Theorien. Was allerdings mehr oder weniger klar ist: Der Neanderthaler war fähig zum Herstellen von Kunst und Symbolen (was eine gewisse Intelligenz voraussetzt), er hat sehr gute Waffen hergestellt und benutzt, hatte einige andere gut gearbeitete Werkzeuge und hat sich Kleidung genäht. Wobei es da die Überlegung gibt, ob es erlernt wurde beim Kontakt mit Homo Sapiens - es gibt, soweit ich weiß aber immer mehr Indizien dafür, dass sie es alleine konnten. Sie waren also deutlich intelligenter, als die Wissenschaft lange annahm.

Allerdings habe ich eines gelernt/beobachtet: der Mensch (homo sapiens sapiens) neigt dazu die eigene Intelligenz zu überschätzen, und die von anderen Tierarten zu unterschätzen - ich hatte noch 2008 einen Lehrer (Philosophie), der der Meinung war, dass Tiere gar nicht denken könnten - was natürlich nachweisbar Blödsinn ist (aus mehreren Gründen) - aber die Wissenschaft hat das auch sehr sehr lange gebraucht und die Menschen tun sich sehr sehr schwer damit, anderen Tieren Intelligenz zu zu gestehen. Dieses Phänomen erstreckt sich auch auf anderen Menschenarten, wie den Neanderthaler - von dem man diesbezüglich sicherlich noch mit die meisten Kenntnisse hat. Von den anderen (ausgestorbenen) Menschenarten weiß man ja kaum was - zumindest was Kultur und Intelligenz angeht (liegt oftmals ja auch schon zu lange zurück).

Das die Neanderthaler intelligenter als die heutigen Menschen sein könnten, ist zugegeben eine übertreibende Phantasie von mir - für möglich halte ich es aber (- hätte ich trotzdem kennzeichnen sollen, dass es sich hier nicht um wissenschaftlich belegte oder belegbare Fakten handelt - habe ich in meiner Begeisterung über diese Möglichkeit, die mich jedes Mal erfasst, aber vergessen). Denn wer vor 40.000-70.000 Jahren fähig war, sich selber Klebstoff zu kochen, Kleidung und Werkzeuge herzustellen und auch Kunstformen - dem traue ich grundsätzlich auch zu, wenn er in die heutige Welt geboren würde, hier nicht zu den dümmsten zu zählen.

Allerdings vermute ich auch, dass schon eine annähernde Intelligenz ausreichen würde, um als Feind angesehen und ausgerottet zu werden...

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Guten Morgen,

in diesem Fall sehe ich es so, dass man es aus moralischen Gründen nicht machen sollte. Es ist nicht absehbar, welche Folgen das haben würde.

Im übrigen kann man solche und ähnlich agierende Professoren "ausbremsen," wenn ihnen keine staatlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Harvard ist eine Universität mit gutem Ruf und hohen Studiengebühren. Es sind aber nicht nur "Leuchten" an dieser Universität. Erst ab 1954 durften Frauen da Jura studieren und einige Jahrzehnte später sollen dort abartige Experimente stattfinden? Nein, es gibt noch viel im Forschungsbereich zu tun, wobei die Gentechnik keineswegs unumstritten ist!

Viele Grüße und eine schöne Woche für Euch

Welche moralischen Gründe sind das ?

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@iQCamulus

Keine Menschenversuche!! Es ist schon schlimm genug, dass viele Versuche an Tieren völlig unnütz und damit überflüssig sind! Natürlich beteuern die Profiteure etwas anderes.

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Oft ist die Gier nach der Berühmtheit das Zerstörendste beim Menschen.

Fred wünscht dir einen sehr schönen Beginn der neuen Woche und grüßt dich aus Wien herzlich.

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@Fredlowsky

Danke Fred, das wünsche ich dir auch und sende Grüße nach Wien!

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Guter Gedanke, lieber insalata,

Dein Beispiel mit dem Ausbremsen staatlicher Mittel, finde ich einen guten Gedanken, so kann man zumindest den unerwünschten Forschungen einige Steine in denn Weg legen.

Noch viele Grüße an Dich, vom Plawöpfchen

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@iQPlawopf

Danke, liebes Plawöpfchen, ich hoffe, dass es in diesem Fall gar nicht so weit kommen wird. LG

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Eine spannende Frage, die aus ethischen Gründen wohl jeder, der über den Tellerand hinausdenken kann, mit Nein beantworten würde, die man in Ländern mit anderen ethischen Standards aber sicher anders handhabt; woanders könnte eher ein Anreiz bestehen, statt ausgerechnet einen 'Neanderthaler' eher einen 'Denisova-Menschen' zu reproduzieren, der im Altai-Gebirge im südlichen Sibirien heimisch war.

Genetisch scheint der Denisova-Mensch in Form von Genen bei Eskimos weiter zu existieren, welche Überlebensvorteile bescheren, habe ich gelesen.

Wenn man dann die Möglichkeiten einbezieht, die sich auftun, wenn man -ganz allgemein- Erbgut elektrostatischen Hochspannungsfeldern aussetzt, bestünde - analog zu den zufälligen Funden von Forschern der Fa. Ciba (heute Novartis), wie man im Buch 'Der Urzeitcode' nachlesen kann - eine Möglichkeit, dies auch bei Menschen zu probieren.

Ich denke mir, bei allem, was wir an durchgeknallten Staatschefs schon heute zu sehen bekommen, dass da einige heimliche Clone bereits entkommen sind. Und keiner weiß, ob man die jemals wieder einfangen kann.

Möchte gar nicht wissen wie dann dessen Gefühlswelt aussähe-

Fred wünscht dir einen sehr schönen Montagsabend und grüßt dich aus Wien herzlich.

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Guten Abend, liebe Spielwiesen,

zumindest habe ich aus Deiner Antwort ein klares NEIN herauslesen können, also das auch Du GEGEN ein KLONEN der Neandertaler bist.

Ich bin zwar nicht so bewandert in all den Zusammenhängen, die Du zu dem Thema Klonen aufgeführt hast, doch waren Deine Worte recht interessant und wichtig für mich ist Deine Einstellung, das Du ein NEIN zur Frage gefunden hast.

Noch liebe Grüße an Dich und einen schönen Abend wünscht Dir liebe Spielwiesen A., Deine Plawo

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@iQPlawopf

Hallo liebe Plawo, ja, du hast recht: es war ein Nein - aber mit Hintergedanken. Genetische Veränderungen können nämlich auch über starke elektrostatische Felder herbeigeführt werden, was zumindest bei Saatgut zu ungeahnten Erfolgen führte: es hatte sich in seine Urform zurückgebildet und der Ertrag wurde gesteigert. Man stelle sich das mal auf Menschen bezogen vor...! Da sparst du das Klonen!

Dir ebenfalls eine schöne Nacht und herzliche Grüße!

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