NC bundesweit?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das Wort "Numerus Clausus" (NC) bedeutet in der Amtssprache die festgesetzte Zahl der maximal zu besetzenden Studienplätze für ein Studienangebot. Daneben hat es das Wort in seiner Karriere zu über einem Dutzend weiterer umgangssprachlicher Bedeutungen gebracht. Angesichts dieser heillosen Sprachverwirrung sollte man das Wort NC niemals unvermittelt einsetzen. Es versteht auch hier jeder anders! Und die User streiten sich nur noch um die Deutungshoheit dieses Wortes. Nun kurz zu "bundesweiter NC" im Sinne der Amtssprache:

Es gibt bundesweite Auswahlverfahren für die Studienfächer Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie. Mit diesem Verfahren besetzt die Stiftung Studienstart 40% der Studienplätze für die o.g. Fächer anhand von Notenranglisten und Wartezeitranglisten. Die jeweiligen Auswahlgrenzen in den vergangenen Halbjahren für die o.g. Fächer in den einzelnen Bundesländern sind auf den Websites der Stiftung nachzulesen.

Deine Frage klingt so, als hättest du nicht wirklich verstanden, was der NC ist.

NC = "Numerus Clausus" heißt auf deutsch: Begrenzte Anzahl.

Einen NC gibt's nur dann, wenn an einer Uni für ein Studienfach die Anzahl der verfügbaren Studienplätze nicht ausreicht für alle Bewerber.

Wenn es mehr Bewerber gibt als freie Studienplätze, dann muss ausgewählt werden, welche Bewerber einen Studienplatz bekommen und welche nicht => Auswahlverfahren

Übliche Vorgehensweise:
Die verfügbaren Studienplätze werden in der Reihenfolge der Abi-Noten an die Bewerber verteilt. Der „letzte“ Bewerber, der den „letzten“ freien Studienplatz bekommen hat, dessen Abi-Note gilt dann als NC für dieses Studienfach an dieser Uni für dieses Semester, weil alle Bewerber, die ein schlechteres Abi haben, an dieser Uni für dieses Fach keinen Studienplatz bekommen haben.

Ob es einen NC gibt und wenn ja, wie hoch, das ergibt sich also an jeder einzelnen Uni jedes Semester neu, in Abhängigkeit von...
- der Anzahl der verfügbaren Studienplätze,
- der Anzahl der Bewerber
- den Abi-Noten der Bewerber.

Übrigens: Mit dem Schwierigkeitsgrad des Studiengangs hat der NC NICHTS zu tun! Die schwierigsten Studiengänge (z.B. Physik, Mathe,...) haben keinen NC, weil es da genug Studienplätze für alle Interessenten gibt.

Doch ich wusste was ein NC ist. Ich habe im Anschluss eine Liste gefunden von allen Unis bundesweit mit den jeweiligen NCs. Dass das nichts mit dem Schwierigkeitsgrad zu tun hat weiß ich auch. Aber ich danke dir für deine ausführliche Antwort!

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@lenijaz

Listen mit NC's zeigen aber immer nur die NC-Werte aus der Vergangenheit.
Die NC-Werte für's kommende Semester ergeben sich erst dann, wenn die Verteielung der Studienplätze abgeschlossen ist.

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@Rubezahl2000

Ja aber man kann wage Rückschlüsse daraus ziehen, wenn man die Werte vergleicht.

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An jeder Uni anders.

Nur bei der Medizin bundesweit.

okay danke 👌🏼

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Aber die Wartesemester von jeder Uni sind fest richtig? Das bedeutet, wenn ich nicht den richtigen Schnitt mitbringe, brauche ich mich vor den vorgegeben Wartesemestern gar nicht erst bewerben oder?

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@lenijaz

Ich meine, dass die wartesemester erst anfangen, wenn du dich das erste mal beworben hast. Wie das genau ist bin ich aber unsicher. Mein Studium war NC frei. :-)

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@verreisterNutzer

Das stimmt nicht. Wartesemester sammelt man automatisch in der Zeit nach dem Abi, wenn man nicht studiert. Ob man sich beworben hat oder nicht, das hat auf die gesammelten Wartesemester keinen Einfluss.

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@lenijaz

"... vor den vorgegeben Wartesemestern ... nicht ... bewerben ...?"

Du hast offensichtlich das Verfahren überhaupt nicht verstanden! Es wird nichts anderes vorgegeben als die begrenzende Zahl der zu vergebenden Studienplätze (amtlich NC genannt). Die Auswahlgrenzen nach Note und Wartezeit an einer bestimmten Hochschule in einem bestimmten Auswahlverfahren für ein bestimmtes Studienangebot zu einem bestimmten Datum ergeben sich anhand der beiden Ranglisten ganz allein aus dem jeweils aktuellen Wettbewerbsverhältnis und sind deshalb nicht vorhersagbar!

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@dompfeifer

Hallo, entspann dich mal! Du schreibst so, als hätte ich dein Leben beleidigt. Wenn jemand eine Frage stellt, dann deklariert man diese nicht als totaler Unsinn, sondern beantwortet sie oder lässt es bleiben.

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@lenijaz

Entschuldigung lenijaz, da ist mir eine Verwechslung unterlaufen. Ich glaubte hier, auf eine völlig irreführende Antwort gestoßen zu sein und nicht auf den Fragesteller!

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@dompfeifer

Alles gut, beim Schreiben entstehen halt schnell Missverständnisse, wie jmd was gemeint hat.

Also ich habe das jetzt so verstanden, dass der NC den letzten Notendurchschnitt darstellt, mit dem ein Studienbewerber in der ersten Runde aufgenommen wurde, was natürlich von der Nachfrage abhängt.

Dann gibt es Bewerber, die den Studienplatz nicht wollen, weil sie z.B. an einer anderen Uni schon einen Platz bekommen haben oder sich Unentschieden haben oder what ever.. Diese Plätze werden dann in der 2. Runde vergeben an die Beweber, die aufgrund der hohen Nachfrage mit ihrem weniger perfekten Notendurschnitt nicht genommen wurden. Die 2. Runde ist dann abhängig von den Wartesemestern. Dazu gibt es dann eine Rankingliste. Spielt der Notendurchschnitt da überhaupt noch eine Rolle?

Sollten da wieder absagen erfolgen, kommt es in der 3. Runde zu einer Verlosung, was aber wohl selten passiert. Zu dieser Verlosung müssen sich die Bewerber aber im Voraus gesondert angemeldet haben.

So habe ich das System jetzt verstanden. Wenn ich falsch liege, korrigiere mich bitte.

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@lenijaz

Den Irrtum mit den "vorgegeben Wartesemestern" habe ich in meiner obigen Antwort geklärt.

Ich übersetze hier einmel Deine "erste Runde" mit "Hauptverfahren" und Deine "zweite Runde" mit "Nachrückverfahren". Im Nachrückverfahren werden mit "Nachrückern" die Studienplätze besetzt, die frei geworden sind durch die Bewerber, die die Annahme ihres Studienplatzes nicht fristgemäß bestätigt haben. Das hast Du soweit richtig verstanden.

Grundsätzlich werden zwei Ranglisten angelegt. Alle Bewerber werden auf einer Notenrangliste und auf einer Wartezeitrangliste eingeordnet. Anhand der Notenrangliste werden die Studienplätze ausgezählt, deren Zahl in der vorgegebenen "Qualifikationsquote" (z.B. 20% der insgesamt planmäßig zu vergebenden Studienplätze) vorgegeben ist. Anhand der Wartezeitrangliste werden die Studienplätze der "Wartezeitquote" (z.B. 20% der insgesamt planmäßig zu vergebenden Studienplätze) ausgezählt. Die rangletzten Bewerber auf der Notenrangliste bilden die aktuelle Noten-Auswahlgrenze des Hauptverfahrens. Die rangletzten Bewerber auf der Wartezeitrangliste bilden die aktuelle Wartezeit-Auswahlgrenze des Hauptverfahrens. Bis dahin ist jeder Bewerber versorgt, der über der Notenauswahlgrenze oder über der Wartezeitauswahlgrenze (oder über beiden Auswahlgrenzen) liegt.

Nach Ablauf der Frist, in der die Annahme der Studienplätze bestätigt sein soll, wird das Nachrückverfahren durchgeführt nach den gleichen Regeln wie beim Hauptverfahren. Nach Abschluss des Nachrückverfahrens ergeben sich "weichere" Auswahlgrenzen sowohl bei der Note als auch bei der Wartezeit. Es werden die Auswahlgrenzen im Nachrückverfahren veröffentlicht, oder es wird mitgeteilt: "Im Nachrückverfahren konnten alle Bewerber versorgt werden".

Die nach Abschluss des Nachrückverfahrens wieder frei gewordenen Studienplätze werden üblicherweise per Losverfahren vergeben. Dazu wird kurzfristig eine Bewerbungsfrist bekannt gegeben. In aller Regel kann sich für das Losverfahren jeder Studienberechtigte (auch ohne bisherige Bewerbung!) formlos bewerben. Für Bürokratie und Vordrucke ist da keine Zeit mehr.

Alles klar?

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@dompfeifer

Für Medizin wird, so habe ich eben auf Tagesschau gelesen, nächstes jahr das ganze Verfahren geändert. Wie genau steht nicht fest, aber die wartesemester werden wohl abgeschafft.

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@dompfeifer

Pardon, jetzt bemerkte ich gerade, dass man Deine "1.Runde" und "2. Runde" auch anders übersetzen kann:

Bei der Notenauswahl liegen gewöhnlich mehrere konkurrierende Bewerber genau auf der Auswahlgrenze, und alle passen nicht hinein. Hier muss nachsortiert werden unter den Gleichrangigen anhand von nachrangigen Auswahlkriterien. Bei den Gleichrangigen nach Note gilt als zweitrangiges Auswahlkriterium die Wartezeit, bei fortgesetzter Gleichrangigkeit üblicherweise der Dienst (Wehr- Zivildienst, FSJ u.dergl.) und als letztes Kriterium das Los.

Entsprechend gilt bei den Gleichrangigen an der Wartezeit-Auswahlgrenze als 2. Auswahlkriterium die Note, als 3. Kriterium der Dienst und zu allerletzt wieder das Los.

Für diese Art von Losverfahren ist keine gesonderte Bewerbung erforderlich!

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@dompfeifer

Wow, vielen Dank für deine ausführliche Erklärung! Jetzt verstehe ich das Verfahren wirklich viel besser! Danke 🙏🏻

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@verreisterNutzer

Ja sowas habe ich auch schonmal gehört. Nur für Medizin? Zum Glück will ich nicht Medizin studieren. Ich finde es aber ein Unding Wartesemester abzuschaffen.

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