Navigieren, B-Uhr, Sextant, Oktant

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3 Antworten

Eine B-Uhr ist eine Beobachtungsuhr. Wenn ohne GPS navigiert werden muss braucht es ein Chronometer. So eine Uhr hat weniger Fehler als 1Minute im Jahr. Es ist die genaueste Uhr an Bord, So ein Chronometer ist teuer wie ein Haus ... und ausserordentlich empfindlich. Deshalb wurde der Kasten im Kasten, so ein Chronometer ist gut verpackt, normalerweise nur einmal am Tag geoeffnet, um den Aufzugschluessel eine Umdrehung zu drehen, und die B-Uhr, auch Decksuhr I. Klasse damit zu vergleichen.

Die B-Uhr ist ein mechanischer Chronometer im Taschenuhrformat. Und Diese musste ebenso wie der Chronometer amtlich testiert werden. Sie musste wenigstens 5Jahre wartungsfrei und absolut gleichmaessig laufen und weniger als 1/3 Sekunde Fehler am Tag machen. nach DIN 8319-1 heisst das: Mittelwert des täglichen Ganges G(d) -0,3 ≤ G(d) ≤ 0,1 s/Tag Standardabweichung des täglichen Ganges S(G) S(G) ≤ 0,3 s/Tag Gangänderungsrate A -0,003 ≤ A ≤ 0,003 s/Tag² Temperaturkoeffizient C(1) -0,04 ≤ C(1) ≤ 0,13 s/(Tag K) Temperaturkoeffizient C(2) -0,06 ≤ C(1) ≤ 0,04 s/(Tag K)"

Weil der wachabende Navigationsoffizier sie am Koerper traegt ist sie immer 31°C warm, haengt immer aufrecht und ist durch die automatischen Ausgleichsbewegungen des Traegers weniger Stoessen und Schwingungen ausgesetzt, als das Chronometer. Dadurch sind die Werke nicht ganz so anspruchsvoll. Trotzdem kostet eine Uhr dieser Guete auch heute noch soviel wie eine C-Klasse.

Die Allgemeinen Schiffsuhren, Decksuhren B-Uhr II.Klasse werden nach dieser Uhr gestellt. Und haben weniger als 1Sekunde Fehler am Tag.

Und diese Uhr wird dann zur Navigation benutzt. 1 Sekunde Fehler sind 30Meter daneben ... navigiert. ~2-3 Sekunden kann das Menschliche Auge mit dem Sextanten aufloesen.

mfG Matthias

B-Uhr soll wohl Borduhr heißen. Eine Borduhr ist im Grunde eine ganz normale Uhr. Sie sollte halbwegs robust und möglichst genau sein, wobei der Quartz-Standard völlig ausreicht. Sprich: eine Swatch am Handgelenk ist ausreichend. Richtige Borduhren haben die Besonderheit, dass sie die Uhrzeit an verschiedene Nebenuhren im Schiff und meist auch an die Navigationsanlage verteilen. Diese Funktion ist im Zeitalter des GPS/DGPS allerdings etwas in den Hintergrund geraten, da diese Systeme ja auch ein Zeitsignal übertragen. Die genaue Uhrzeit braucht man für die Messung von Gestirnshöhen, die man mit einem Sextanten oder Oktanten durchführt. Wenn man die Höhe von Gestirnen (üblicherweise drei) zu einer genau definierten Zeit kennt, kann man mit Hilfe von Rechnerprogrammen oder Tabellen eine Position feststellen.

Mit einem Sex- oder Oktanten misst Du üblicherweise den Winkel zwischen dem Unterrand eines Gestirns und dem Horizont.

Da dieser Winkel sich fortlaufend ändert und dabei jede Sekunde "zählt", brauchst für die Errechnung einer Standlinie die exakte Zeit und dafür hat man üblicherweise ein Chronometer.

Den Begriff B-Uhr habe ich noch nie gehört, aber vermutlich ist damit das Chronometer gemeint oder schlicht eine Stoppuhr, mit der man während der Beobachtung den exakten Zeitpunkt festhält, um dann damit in Ruhe zum Chronometer zu gehen.

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