Naturethik/Ökodiktatur

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3 Antworten

Im Prinzip wird mit diesem Satz verlangt, dass in den Endpreis eines Produktes alle Kosten einfliessen, dazu gehören dann auch Gemeinkosten (Kosten die von der Allgemeinheit getragen werden, Umweltkosten usw...).

Im Prinzip wäre es sicher nicht verkehrt echte verborgene Kosten zu identifizieren, aber in der Realität ist das eher blödsinnig, weil diese Diskussion meistens ideologisch geführt wird und es keinen wirklichen gesellschaftlichen Konsens über zu akzeptierende und abzulehnende Kosten gibt. Eng mit dieser Diskussion verbunden ist der Begriff des akzeptablen Risikos (und weiter der des Restrisikos).

Der ökologische Preis ist mehrheitlich deshalb sinnlos, weil viele Umweltschäden letztlich von der Mehrheit der Menschen akzeptiert werden und dadurch letztlich kein zu ersetzender Schaden entsteht . Z,B. die Diskussion über den CO2 Fußabdruck macht nur Sinn, wenn man glaubt (!), dass es eine Klimaerwärmung gibt oder ob eine Klimaänderung, wenn es sie gibt, überhaupt ein Problem darstellt.

Wenn man die Prämisse Klimaänderung-als-Problem nicht akzeptiert macht ein Preisaufschlag für exessiven CO2-Bedarf keinen Sinn.

Am ehesten wäre noch ein Verursacherprinzip bei konkret zu bemessenden Schäden sinnvoll (z.B. Bauern die mit Maismonokulturen für Biogasanlagen in Hanglagen Oberflächenwasser-Überschwemmungen verursachen; Antibiotokagaben bei Massentierhaltungen, die zu Resistenzen und mehr Infekttoten führen- hier steht aber auch noch eine evidenzbasierte Studie aus).

D.h. der Preis soll nicht nur bezahlen, was der Hersteller an Kosten aufgewendet hat. Sondern auch die Umweltschäden, die bei der Produktion entstanden sind.

Davon sind wir sehr weit weg, vor allem auch, weil sich das international nicht durchsetzen läßt.

Eine allgemeine Antwort: Es gibt kein "Was meint man mit dem Satz?", sondern nur "Was meint die Person, die den Satz gesagt hat, damit?"

Wenn man irgendwo einen Satz liest, und dann ohne Zusammenhang fragt, was man mit dem Satz meint, ist ein hermeneutischer Schwachsinn.

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