NATO Bündnisfall, wann tritt er ein (Türkei-Syrien)?

Das Ergebnis basiert auf 17 Abstimmungen

NATO Bündnisfall kann nicht eintreten 76%
NATO Bündnisfall kann eintreten 18%
Andere Antwort 6%

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
NATO Bündnisfall kann nicht eintreten
mich verwirrt momentan ein Beitrag der Tagesschau zum Konflikt der Türkei und Syrien. Es wird gewarnt dass wenn sich die syrische Armee den Türken entgegenstellt, der NATO Bündnisfall eintreten könnte. Ist das so korrekt?

Es ist erschreckend, dass ein erfahrener Außenminister wie Asselborn ernsthaft meint, die NATO müsse ggf. das Erdoganregime unterstützen. Erdogan lässt sein Militär in Syrien einmarschieren, er überfällt selbstherrlich ein Nachbarland. Er will große Gebietsteile Syriens seiner Gewalt unterwerfen und diese Gebiete ethnisch von den Kurden säubern. Assad, der immer noch syrischer Staatschef ist, kann sich auf die Verteidigung seines Landes berufen, wenn er die türkischen Truppen in Syrien angreift oder gar auf türkisches Staatsgebiet vorrückt. Erdogan hätte einen solchen Angriff provoziert, und außerdem würde die NATO ihre Werte verraten, wenn sie einen Staat unterstützen würde, der das Völkerrecht bricht und ferner ethnische Säuberungen plant. Im Nordatlantikvertrag ist in der Präambel und in Artikel 1 klar formuliert:

"Die vertragschließenden Staaten bestätigen ihren Glauben an die Ziele und Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen und ihren Wunsch, mit allen Völkern und mit allen Regierungen in Frieden zu leben (...) Die vertragschließenden Staaten verpflichten sich, gemäß den Bestimmungen der Charta der Vereinten Nationen jeden internationalen Streitfall, an dem sie beteiligt sein mögen, durch friedliche Mittel in der Weise zu regeln, daß Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit unter den Völkern nicht gefährdet werden, und sich in ihren internationalen Beziehungen jeglicher Drohung oder Gewaltanwendung zu enthalten, die in irgendeiner Weise mit den Zielen der Vereinten Nationen nicht vereinbar ist."

Also sind diese deine Aussagen zutreffend:

Ich dachte immer dass ein NATO Mitglied, welches ohne Zustimmung der anderen Staaten einen Angriffskrieg führt, in erster Line keine Hilfe erwarten kann und der NATO Bündnisfall nicht eintritt, so wie er auf dem Papier steht.

MfG

Arnold

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich arbeite als Historiker.
NATO Bündnisfall kann nicht eintreten

Du hast es richtig erkannt.

Erdogan hat den Einmarsch nach Syrien befohlen. Er hat kein Recht einen solchen Einmarsch zu befehlen, da ihm hierzu der Auftrag von der UN fehlt.

Es handelt sich hier um ein Kriegsverbrechen.

Der Bündnisfall würde dann eintreten, wenn z. B. die Russen die Türkei militärisch auf deren Staatsgebiet angreifen würden.

Das ist aber nicht der Fall, weil sich Erdogan mit seinen Truppen verbotenerweise auf syrischem Staatsgebiet aufhält, um dort die Kurden umzubringen.

Würden türkische Truppen die Russen in Syrien angreifen, dann würden sich die Russen wehren. Selbst dann würde der Bündnisfall nicht greifen, wenn sich zwei kriegslüsterne Diktatoren auf fremdem Gebiet befinden und es dort zu Auseinandersetzungen kommt.

Putin unterstützt Assad weil sich Putin in Syrien Militärbasen sichern will.

Die NATO wird und muss sich raushalten. Gilt zu hoffen, dass bei uns niemand auf die Idee kommt, Erdogan im Syrienkonflikt militärisch oder "beratend" zur Seite stehen zu wollen.

Erdogan sollte in Syrien ordentlich eine auf die Mütze bekommen, das würde ich mir und wahrscheinlich nicht nur ich, mir wünschen. Es müsste ihn Milliarden kosten und seine Soldaten einen hohen Preis zahlen.

NATO Bündnisfall kann eintreten

Ja der Buendnisfall kann eintreten, wenn es der Nato passt.

Verklausuliert wird daraus eine Verteidigung hergestellt und somit geht es nach belieben.

Schon alleine, wenn bei der Rueckschlagung Tuerkisches Gebiet betreten wird, koennte es schon passieren, denn da plaediert die Tuerkei eine Verteidigung und alle Mitglieder der Nato, die gerade dabei waren die Tuerkei zu sanktionieren , fangen an zu marschieren, mit der Tuerkei.

Denke an den Beistandspakt von DE zu Oesterreich, im Ersten Weltkrieg, wie der endete?

Ja der Buendnisfall kann eintreten, wenn es der Nato passt.

Nein, kann er nicht. Der Bündnisfall kann eintreten wenn die Türkei angegriffen wird. Allerdings ist die Türkei hier selbst der Agressor und muss somit sehen wie sie selbst, auch mit eventuellen Folgen zurechtkommt.

1
@Artus01

So sehe ich das auch, allerdings trau schau wem?

0
@zetra

Mag schon sein, allerdings wird gerade die Nato nichts unternehmen, wenn sie nicht gerade muss. Mittlerweile lässt sich keiner mehr so einfach auf einen Krieg ein, vor allem dann nicht wenn die Amis nicht mitmachen.

1

Ich unterstütze sehr, dass Erdogan dort aktiv wird. Allerdings würde ich bei einem selbst provozierten Angriff keine Bündnishilfe leisten. (Würde Deutschland vermutlich auch nicht. Man kann sich geschickt rausreden - geht immer. Da kommen halt Aufklärungsflugzeuge hin und das ist dann schon Hilfe oder so. :D)

Entscheidend wäre was andere nicht beteiligte machen, die da noch Interessen haben. Wenn nur irgendwelche Syrer oder Kurden zurückangreifen, dann ist das nur deren Gegenwehr die Erdogan selber provoziert hat. (Da kann man sich nicht auf Verteidigung berufen.)

NATO Bündnisfall kann eintreten

Der Buendnisfall kann bei einem Vergeltungsschlag eintreten. Solange sich Syrien und seine Verbuendeteten jedoch nur verteidigen wird es keinen Buendnisfall geben. Es ist also sehr unwahscheinlich und die Tuerkei muss eher mit Sanktionen als mit Unterstuetzung der Nato Staaten rechnen.

Der Buendnisfall kann bei einem Vergeltungsschlag eintreten.

Nein, auch dann nicht. Wer die Suppe kocht, muss sie auch selbst auslöffeln inklusive der Folgen.

0
@Artus01

Und hast du Belege fuer deine Behauptung.

Wenn der Iran die Tuerkei angreifen wuerde (was sehr unwahrscheinlich sein wird) wuerde der Buendnissfall eintreten.

0
@Jdoue

Wenn der Iran die Türkei wirklich angreifen würde, so täte er es allerhöchstens um Damaskus zu unterstützen. Da Erdowahn sich diese Suppe selbst eingebrockt hat, darf er sie auch alleine auslöffeln.

Sollte es wirklich dazu kommen dass ein derartiger Angriff auf die Türkei stattfindet. Bedeutet das längst nicht dass sich der Rest der Nato auf einen bewaffneten Konflikt einlassen muss, auch wenn das die vorherrschende Meinung ist. Das Verlangt der Art. 5 Nordatlantikvertrag nämlich gar nicht. Der lautet folgendermassen:

Artikel 5. Die vertragschließenden Staaten sind darüber einig, daß ein bewaffneter Angriff gegen einen oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle betrachtet werden wird, und infolgedessen kommen sie überein, daß im Falle eines solchen bewaffneten Angriffs jeder von ihnen in Ausübung des in Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen anerkannten Rechts zur persönlichen oder gemeinsamen Selbstverteidigung den Vertragsstaat oder die Vertragsstaaten, die angegriffen werden, unterstützen wird, indem jeder von ihnen für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Vertragsstaaten diejenigen Maßnahmen unter Einschluß der Verwendung bewaffneter Kräfte ergreift, die er für notwendig erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebietes wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten.
Jeder derartige bewaffnete Angriff und alle als dessen Ergebnis ergriffenen Maßnahmen sollen dem Sicherheitsrat unverzüglich gemeldet werden. Diese Maßnahmen sind zu beenden, sobald der Sicherheitsrat die zur Wiederherstellung und Aufrechterhaltung des Völkerfriedens und der internationalen Sicherheit notwendigen Maßnahmen getroffen hat.

Die Formulierung "die er für notwendig erachtet" kann ein militärisches Eingreifen sein, muss es aber nicht. Es können auch irgendwelche diplomatischen Protestnoten, nebst einiger halbherziger Sanktionen auf wirtschaftlichem Gebiet sein.

Nein, aus dieser Nummer muss Erdowahn selbst sehen wie wieder herauskommt.

0
@Artus01
Es ist also sehr unwahscheinlich

Ich habe ja auch gesagt das es sehr unwahrscheinlich ist das jemand (Iran) die Tuerkei angreifen wird (mehr als verteidigen).

Ich habe auch nie von militaerischer Hilfe von anderen Nato Staaten gesprochen.

Der Buendnisfall kann bei einem Vergeltungsschlag eintreten. Solange sich Syrien und seine Verbuendeteten jedoch nur verteidigen wird es keinen Buendnisfall geben. Es ist also sehr unwahscheinlich und die Tuerkei muss eher mit Sanktionen als mit Unterstuetzung der Nato Staaten rechnen.

In diesem Text sehe ich bis jetzt immer noch keine Fehler.

Ich empfehle dir fuers naecshte mal:

  1. Erst lesen dann kommentieren
  2. Unterschied zwischen Konjunktiv und Indikativ lernen
0
@Jdoue

Weniger dummes Zeug schreiben wäre besser für Dich.

Ich habe lediglich auf diesen einen Satz:

Der Buendnisfall kann bei einem Vergeltungsschlag eintreten

kurz und knapp kommentiert das dies nicht der Fall ist.

Woraufhin Du Belege verlangt hast. Nun hast Du sie bekommen und wirst gleich komisch.

0
@Artus01

Wenn der Iran also zB Militaerbasen auf tuerkischen Boden angreift (sehr unwahrscheinlich) kann man dies nicht als Angriff sehen und es tritt auch kein Buendnisfall ein.

*Ironie aus*

0
@Jdoue

Es wird dafür ein Begründung geben, dann kommt es darauf an wie die Natomitglieder das bewerten. Es ist aber absolut sicher dass kein militärisches Eingreifen geben würde.

0
@Artus01
Ich habe auch nie von militaerischer Hilfe von anderen Nato Staaten gesprochen.
0

Was möchtest Du wissen?