Nationalsozialismus - Wahlen 1933

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5 Antworten

Ich denke, deine Fragestellung, weshalb die NSDAP im März 1933 keine absolute Mehrheit erhielt, führt so zu nichts. Damit unterstellst du, dass der Erfolg der NSDAP gesetzmäßig linear genau zu der absoluten Mehrheit hätte führen müssen. Das wäre natürlich nicht richtig.

Es ist auch nicht richtig, dass die NSDAP immer erfolgreicher wurde. Richtig ist, dass die NSDAP bei den Reichstagswahlen im November 1932 zu den Verlierern zählte und im Vergleich zu den Wahlen im Juli 1932 deutliche verlor, während KPD und DNVP Stimmen gewannen.

In dieser Situation kam es im Januar 1933 zur Machtübertragung an Hitler (Machtergreifung ist m. E. nicht korrekt), die von maßgeblichen Vertretern der deutschen Industrie und der Großagrarier beim Reichspräsidenten betrieben wurde und die bei ihm damit offene Türen einrannten.

Dass die NSDAP dann im März 1933 keine absolute Mehrheit erreichen konnte, obwohl mit Terror und der Reichstagsbrandverordnung politische Gegner verfolgt und ausgeschaltet wurden, zeigt m. E. dass es für die Nazis Anfang 1933 höchste Eisenbahn war und nachfolgende Wahlen unter den halbwegs demokratischen Bedingungen der Weimarer Republik weitere Verluste für die NSDAP gebracht hätten.

EpicLala 31.03.2013, 14:48

Vielen Dank für die Klärung :) Eine Frage hätte ich dann noch: Wenn die KPD einen Stimmenzuwachs erhielt und der Wahlerfolg der NSDAP im Jahr 1932 zurück ging - War es dann eine Republik ohne (mit wenigen) Republikanern, oder nicht ?

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PeVau 31.03.2013, 15:40
@EpicLala

Es war eine Republik mit Menschen, die ihre Probleme gelöst haben wollten. Dass das nicht gelang, lag weniger daran, dass es nicht genügend Republikaner oder Demokraten gab, sondern daran, dass die alten Eliten des Kaiserreichs in Wirtschaft, Verwaltung, Militär, Polizei, Justiz und Politik nach wie vor das Sagen hatten. Geradezu versinnbildlicht wurde das durch die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten, einem erklärten Monarchisten und Verächter der Republik.

Die Weimarer Republik ist nicht an den fehlenden Demokraten gescheitert. Sie ist an der Bewahrung der alten Machtverhältnisse des Kaiserreichs gescheitert.

Inflation und Weltwirtschaftskrise taten ihr Übriges.

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PeVau 03.04.2013, 11:20

Danke für den Stern!

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1933 kam es zu einer Koalition der NSDAP mit der DNVP, dadurch hatte die NSDAP die nötige Mehrheit für eine Machtübernahme.

Anfang 1933 war die „Querfront“-Idee des Kanzlers von Schleicher gescheitert. Dieser befürwortete ein Weiterregieren unter Ausschaltung des Reichstags, der Ende Januar wieder zusammentreten und mit Sicherheit die Regierung stürzen würde. In dieser Situation gelang es Franz von Papen, den Reichspräsidenten zu einer NSDAP-DNVP-Koalition unter einem Kanzler Hitler zu überreden. Von Papen glaubte, Hitler „zähmen“ zu können. Am 30. Januar 1933 führte dies zur formal legalen „Machtübergabe“ (später als „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten bezeichnet).

https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpartei

EpicLala 31.03.2013, 12:22

Weiß ich, danke.

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Ich dachte gegen 1933 (steht in vielen Geschichtsbüchern) stand die Republik ohne viele Republikaner da auf Grund von den sozialen, politischen und ökonomischen Schwierigkeiten der Weimarer Republik.

Meiner Meinung kommt hier dein persönlicher Betrachtungsfehler zum Vorschein. Du schaust halt nur nach rechts und nicht nach links. Bei der Reichstagswahl im März 1933 bekam die NSDAP ca. 44%, Kampffront Schwarz-Weiß-Rot (DNVP) ca. 8% und die KPD ca. 12%. Macht nach Adam Ries 64% Republikfeindliches Potential. Demzufolge ist der Ausspruch "Eine Rupublik ohne viele Rupublikaner" zutreffend. Zwecks sozialen und ökonomischen Schwierigkeiten. Die Weltwirtschaftskrise war ca. 4 Jahre her, sodass die Wirtschaft sich schon langsam erholte. Einige Historiker behaupten ja nicht umsonst, dass wenn die Weimarer Republik noch 1 Jahr durchgehalten hätte, dann wäre Hitler niemals an die Macht gekommen, da die Wirtschaft wieder im Aufschwung war.

EpicLala 31.03.2013, 12:32

Danke :) - Wirklich die hilfreichste und zutreffendste Antwort :)

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KHLange 02.04.2013, 01:17

Es ist völlig richtig, dass es nach einem Jahr völlig besser für die Weimarer Republik ausgesehen hätte. A.H. konnte für sich Erfolge buchen, die auch ohne ihn eingetreten wären. Der Schlüssel lag aber bei den demokratischen Parteien der Mitte. Ihrer völlig falschen Einschätzung ihrer Möglichkeiten ist letztlich das Ermächtigungsgesetz zu verdanken. Sie hätten der Selbstentmachtung entgegenwirken können. Nur liegen die Ursachen tiefer. Man kann keine Demokratie durchsetzen, wenn die Mehrheit der Bevölkerung sie nicht will. Auch in den guten Jahren der Weimarer Republik war die Mehrheit der Deutschen Mitläufer der Demokratie, Demokraten waren sie nicht

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was würde denn heute passieren, wenn da jetzt irgendeine neue partei kommt und auf anhieb 40% holt?

die würden dann auch die regierung stellen

EpicLala 31.03.2013, 12:09

Beantwortet nicht meine Frage :-S

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