Nationalismus schlecht?

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15 Antworten

Seit wann ist Nationalismus schlecht und vor allem warum?

Nationalismus ist aus meiner Sicht ein veraltetes Konzept, dass der Lebensrealität des 21. Jahrhunderts nicht mehr gerecht wird und ungeeignet geworden ist.

Durch die globale Vernetzung werden in jeder Minute irgendwo rund um die Welt wichtige Verträge geschlossen und Geschäfte gemacht.

Konsum- und Luxusgüter, die für uns ganz selbstverständlich zum eigenen Lebensstandard gehören, kommen vom anderen Ende der Welt.

Kultur und Unterhaltung werden von international agierenden Stars geprägt, die weltweit neue Trends und Moden prägen und verbreiten.

Krisen am anderen Ende der Welt, die von unseren westlichen Staaten mit verschuldet wurden, fallen in ihren Folgen nun auf uns zurück.

Dank GPS, Satelliten-Technik, VoIP-Telefonie und Chats war es noch nie so einfach, internationale Beziehungen, Kontakte und Freundschaften zu pflegen.

Das Ergebnis davon:

Ohne Elektronik aus Südkorea, Billig-Textilien aus Bangladesch, Rohstoffen aus Afrika, Öl aus Arabien und Import-Lebensmittel wären wir ein Niemand.

Krisen und Gewalt auf aller Welt, gehen auch auf unser egoistisches Fehlverhalten beim Umgang mit anderen Staaten zurück und treffen uns jetzt.

Weshalb soll ich also eine Nation als besonders großartig ansehen, die lediglich Teil einer globalen Gemeinschaft der gesamten Menschheit ist?

Seine Nation als wichtiger zu erachten ist doch vollkommem normal.

Es mag normal scheinen - solch ein Elitedenken führt aber langfristig global gesehen nur in weitere Sackgassen der Entwicklung.

Mit Isolationspolitik und Abschottung kann man lediglich die Augen verschließen, sich aber nicht der globalen Probleme entziehen.

Die Umweltzerstörung trifft auch jene Nationen, deren Führung den Klimawandel leugnet, oder die Verantwortung abwälzt.

Wer ständig nur bemüht ist, das beste für sich selbst zu bekommen und dafür möglichst wenig Verantwortung zu übernehmen, ist ein Feigling.

Letztlich ist Nationalismus eine Form von Drückebergertum - man vermeidet, sich einer globalen Verantwortung zu stellen.

Und warum ist Nationalismus das Böse schlechthin?

Das ist eine pauschale Behauptung, die ich für falsch halte. Meiner Meinung nach sind der Egoismus des Einzelnen und sein mangelndes Bewusstsein für größere Zusammenhänge weit gravierender.

Fanatismus und Gewalt fußen darauf, dass man sich über andere stellt - eine Haltung, die in vielen Punkten zu Katastrophen führen kann.

Wenn man aufhören würde, "Wir sind das Volk" zu skandieren, sondern "We are the world" als oberstes Ideal anzusehen, wären wir einen Schritt zum positiven Weiter.

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Wieso der Begriff hier in deutschland negativ behaftet ist sollte selbsterklärend sein, wen man die Geschichtsbücher aufschlägt und damit meine ich nicht nur das 3te Reich.

Nehmen wir Frankreich mal als Gegenbeispiel. Ich versuch mich dabei Kurz zu hallten.

In Frankreich entstand das Nationalgefühl aus dem Bürgertum. Sie war ein Mittel für ein Wir Gefühl das durch die frz. Rev. Einstand. Sie war ein Mittel raus aus der Monarchie im Kampf gegen den Adel und den Klerus und dessen macht. Mit ihr wird zieht die Demokratie in Europa ein. Durch den Nationalismus verbrüderten sich unterschiedliche sichten miteinander.Vom Armen Arbeiter bis hin zum Reichen Großhändler. Brüderlichkeit, Gleichheit, Freiheit waren das Motto unter dem das Nationalgefühl einstand. Die Aufklärung war in Frankreich prägend für den Nationalsimus. Sie hatte wenig Völkisches. Franzöße war wer in Frankreich geboren wurde.

In Deutschland gab es andere Einflüsse. Aufgrund der Franz. Fremdherrschaft (unter Napoleon) zogen da Völkische Elemente mit ein. Das Nationalgefühl war in Deutschland von einer völkischen Romantik geprägt und nicht von dem geist der Aufklärung wie in Frankreich oder auch in England. Hier stand nicht Brüderlichkeit, Gleichheit, Freiheit im vordergrund sondern die Blutlinie. Während in Frankreich also das Zusammen betonnt wurde, wurde in deutschland die Ausgrenzung Betont.

Ein paar Zitate
„Es versteht sich von selbst, dass jeder Mann eine Frau aus dem eigenen Volke nehmen wird. Alles andere ist bloß tierische Paarung. Wer sich mit einem fremden Weibe einläßt, hat Volk und Vaterland verspielt.“
„Deutsches Volksthum“ von Turnvater Jahn 1810

“Ich will den Hass gegen die Franzosen, nicht bloß für diesen Krieg, ich will ihn für immer.
Dann werden Deutschlands Grenzen auch ohne künstliche Wehren sicher sein, denn das
Volk wird immer einen Vereinigungspunkt haben, sobald die unruhigen und räuberischen
Nachbarn überlaufen wollen. Dieser Hass glühe als die Religion des deutschen Volkes, als
ein heiliger Wahn in allen Herzen und erhalte uns immer in unsrer Treue, Redlichkeit und
Tapferkeit.(…)”
Zitat E.M. Arndt („Über Volkshass und den Gebrauch einer fremden Sprache“, 1813)

Das waren keine Extremisten damals sondern führende Kopfe der Nationalen Bewegung in Deutschland.

Die Schwerpunkte waren hier von Anfang an anders gesetzt.

Auch wurden die demokratischen Elemente in Deutschland immer mehr verdrängt weil das Kaiserreich nicht mit den Nationalismus fiel sondern in ihr nochmal aufging. 

Dies alles mündete dann irgendwann im Nationalsozialismus. 

Dies alles sollte man sich bewusst machen, ehe man ein wieder erstarkenden Nationalismus in Deutschland fordern. 

Das Erbe, die Prägung und die Auswirkungen des Nationalismus ist bei uns eben eine andere.

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HNWSL 04.10.2017, 04:41

Naja danke für deine Antwort hast dir sicher Mühe gegeben aber kleine aber feine Details übersiehst du. Also erst mal zu Ernst Moritz Arndt. Du weißt schon, dass er das in den Befreiungskriegen schrieb? Im Kriege MUSS man den Feind hassen, sonst kann man gleich aufgeben. Im Kriege kommt der Hass von allein aber danach verschwindet er auch immer, nicht direkt aber er tut es. Dann zu der Sache mit der Paarung. Jeder kann alles Behaupten. Ich könnte auch Behaupten jeder Bayer der sich mit einem Sachse paart hat Bayern verspielt. Würdest du in 150 Jahren dieses Zitat als Beweis für irgendeinen Zustand nehmen? Blicken wir auf etwas offizielles: Gesetze. Das Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz ist dabei besonders interessant. Denn da war geregelt welche Staatsangehörigkeit jeder in Deutschland geborene bekommt. Angenommen der Vater ist Preuße, die Mutter Bayer, ist das Kind Preuße. Ist der Vater beispielsweise ein polnischer Staatsangehöriger und die Mutter zum Beispiel Sachse, ist das Kind Sachse. Das heißt jeder in Deutschland geborene war Deutscher. Damals gabs eben nur die Staatsangehörigkeiten der Bundesstaaten und die unmittelbare Reichsangehörigkeit für die Kolonien. Ein Kind erbte die Staatsangehörigkeit des Vater, wenn der Vater kein Deutscher war erbte das Kind die der Mutter. Soviel zur Ausgrenzung. Es war genau wie in Frankreich.

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Muke82 04.10.2017, 05:23
@HNWSL

Das ist mir alles bewusst. Es war krieg und im jeden Krieg wird der Gegner dämonisiert. Mir ging es darum auf zu zeigen welchen Einfluss der Nationalismus ausgesetzt war. Er wurde eben ganz anders geprägt und entwickelte sich auch anders.

Nachdem Frankreich besiegt wurde, wurde der Hass auch schnell auf Juden ausgeweitet. Auch dafür könnt ich jetzt Zitate auflisten und das lange vor Hitler. Das alles hat den Nationalismus in Deutschland negativ geprägt. Krieg(Befreiungskrieg), Blutlinie, Judenhass, Ausgrenzung und das verherrlichen der eigenen Rasse war von Anfang an der Weggefährte des Nationalismus in Deutschland. Treibende Kräfte des Nationalgefühls in Deutschland haben diese bereiche immer wieder aufgegriffen und verherrlicht.

Das ist ein fundamentaler unterschied wie er in Frankreich einstanden und geprägt wurde. Genau dieser unterschied führte eben auch dazu das es in Deutschland zum 3 Reich gekommen ist, die weichen wurden schon vorher gestellt.

2 Zitat will ich noch bringen. Nämlich von einen Mahner und eins von Arndt.

Erst Saul Ascher
„Man muß die Menge, um auch sie für eine Ansicht oder Lehre einzunehmen, zu begeistern suchen; um das Feuer der Begeisterung zu erhalten, muß Brennstoff gesammelt werden, und in dem Häuflein Juden wollten unsere Germanomanen das erste Bündel Reiser zur Verbreitung der Flamme des Fanatismus hinlegen.“

Damit grief er Arndt und Jahn sowie deren Ideologien an.

Und jetzt Arndt

"Die Juden als Juden passen nicht in diese Welt[...], und darum will ich nicht, daß sie auf eine ungebührliche Weise in Deutschland vermehrt werden. Ich will es aber auch deswegen nicht, weil sie ein durchaus fremdes Volk sind und weil ich den germanischen Stamm so sehr als möglich von fremdartigen Bestandteilen rein zu erhalten wünsche."

Ein weiterer bedeutender Nationalist aus dieser Zeit war Hartwig von Hundt-Radowsky. Der schon 1819 in seinen "Judenspiegel" empfhall wie man mit den Juden um zu gehen hat. Auszusondern, 
kennzeichnen, kastrieren, deportieren, vernichten sind einige Stichworte aus seinem Texten.

Das alles wurde dem deutschen Nationalismus mit in die Wiege gelegt.

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HNWSL 04.10.2017, 07:26
@Muke82

Die Deutschen sind keine Rasse sondern Ethnie. Asiaten sind beispielsweise eine Rasse. Chinesen, Japaner, Koreaner sind 3 Ethnien der gleicjen Rasse. Also nicht alle Begriffe durcheinander werfen.

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PeterKremsner 04.10.2017, 13:24
@Muke82

Ein weiterer bedeutender Nationalist aus dieser Zeit war Hartwig von Hundt-Radowsky

Damals in dieser Zeit waren die Nationalisten auch ziemlich extrem geprägt, gerade was das Judentum anging.

Jedoch war das eben damals die Zeit, viele Nationalisten, aber auch andere Politische Lager, waren antisemitisch geprägt und von da her finde ich solche Aussagen für die damalige Zeit nicht verwunderlich und sogar prägend.

Karl Marx beispielsweise war zwar kein Antisemit, obwohl da immer wieder Diskutiert wird wegen einiger Schriften, trotzdem hat auch er eine Abhandlung über die Judenfrage geschrieben, in welcher er feststellt, dass die Zukunft des Judentums nur in seinem verschwinden liegen könnte.

Im Gegensatz zu Hundt Radowsky hat er es nicht eliminatorisch gemeint, er verfolgte also offensichtlich kein Ziel die Juden zu bekämpfen, er stellt lediglich fest, dass das Judentum verschwinden wird.

Ich würde diese Denkweise also nicht den Nationalisten allgemein anlasten.

Zusätzlich muss man aber benken, dass die Nationalisten der damaligen Zeit durchaus sehr stark Chauvinistisch geprägt waren und auch heute teilweise noch sind.

Bisher war jeder Mensch welchen ich getroffen habe und behauptet hat er ist ein Nationalist oder stolzer Patriot etc. ein Chauvinist.

Der Chauvinismus stellt für mich das große Problem und die Gefahr dar welche im allgemeinen Wort des Nationalismus vergraben ist. Der inklusive Nationalismus ist hingegen etwas, was ich nicht als Gefährlich und auch nicht unbedingt als schlecht betrachten würde, es ist eine Legitime politische Meinung.

Obwohl ich weder Chauvinist noch inklusiver Nationalist bin.

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Muke82 04.10.2017, 14:16
@HNWSL

Oh, mein Gott. Das bleibt dir von meinen langen Text Hengen? 

Du glaubst tatsächlich das dies irgendwie eine kern aussage meines Textes ist das diskussionswürdig ist?

Du willst jetzt auch sicher nicht das ich dutzende Zitate von deutschen Nationalisten raussuche indem sie genau das Wort benützen?

Mir geht es in meinen beiden Texten doch darum, welchen Einfluss der Nationalismus in Deutschland schon von Anfang an hatte, die Unterschiede zu z.B. Frankreich und versuchte zu erklären wieso der Nationalismus in Deutschland eher negativ behaftet ist.

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Muke82 04.10.2017, 14:44
@PeterKremsner

Ich stimme dir zu. Zu damaligen seit war es en vouge Antisemit zu sein. Ich habe diesen Punkt auch absichtlich in meinen ersten Beitrag weggelassen. 

Natürlich ist Nationalismus nicht gleich Antisemitismus. In Deutschland waren sie aber stets Weggefährten und das eben schon von der Entstehung an des Nationalismus. 

Es war ein Erklärungsversuch wieso man sich in Deutschland bis heute damit schwer tut. Ich finde wen man sich eben ansieht wie der Nationalismus in Frankreich und Deutschland erstarkte, sich ansieht unter welchen Motto sich sich stellten,ist es besonderes gut zu sehen wieso Frankreich kein Problem damit hat und wir eins haben.

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"das starke Gefühl, zu einer Nation zu gehören, das mit dem Wunsch verbunden ist, auch einen eigenen Staat zu gründen."

Sagen wir mal so: Leute, die morgens aufwachen, und sagen: "so, nun will ich heute mal wieder einen Staat gründen", sind mir etwas suspekt.

Ich habe andere Hobbies, bislang habe ich dieses Bedürfnis nach Staatengründung noch nicht verspürt.

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Nationalismus ist schlecht, weil er das eigene Volk sowie den jeweiligen Staat überhöht, Ausländer bzw. andere Länder meist herabsetzt und vor allem Kriegstreiberei begünstigt, wenn nicht gar auslöst. Unjd ja, kaufen kann man sich für diese irdische Pseudoreligion ja so garnichts.

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Hallo,

naja, ganz so genau nimmst Du es aber auch nicht.

Den Nationalstaat und/oder diesen Begriff gibt es auch erst ab dem 18. Jahrhundert in Europa.

Lies dazu mal, was ich selbst als "ehemaliger" DDR-Bürger  so sehe, den Beitrag in Wikipedia durch:

https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalstaat

Klar ist, dass, geprägt durch den letzten, in Europa, verheerenden Krieg, Deutschland in dem Zusammenhang immer erwähnt wird. Das machen nicht nur Deutsche!

Bismark hat ein Deutschland schaffen wollen - herauskam ein Deutsches Kaiserreich!, das aber wenige Jahre danach, durch das Bürgertum (Kapital), in der Abschaffung der Monarchie endete.

Deutschland war aber bereits davor, noch nicht so eins! Erst der "Führer" aus Osterreich, hat eben ganau das erreicht!!!!

Genau dass, das (fast) die gesamten Deutschen diesem Führer gefolgt sind, war das Verhängnis. - hier schwächelt die "historienforschung" etwas, warum folgten soo viele dem Führer? Dazu gibt es unterschiedliche Aussagen - dies mal hier nicht weiter untersucht.

Da das im Fiasko endete - hängt eben noch immer in Deutschland - so ist meine Sicht!

Ich selbst, Schlesier als Herkunft von den Eltern,  geboren und aufgewachsen in Sachsen/Thüringen und seit langer Zeit als Sachse in Leipzig, verstehe diese "Deutschland" Diskussion sowieso nicht. Ich bin Sachse und Deutscher - habe sogar noch einen Führerschein der "DDR", der in der geamten EU gültig ist!!

Grüße aus Leipzig

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HNWSL 04.10.2017, 01:53

Du bist also auch Ostdeutscher. Ich auch und zwar Schlesier und Ostpreuße von der Mutter her.

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Ich finde religiösen Fundamentalismus noch erheblich "schlechter" (um mal bei diesem Wort zu bleiben) als Nationalismus.

Mit seiner Arroganz und Abgrenzung gegenüber anders-gläubigen geht er doch oft genug noch rechts-außen am Nationalismus vorbei.

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Nationalismus selbst ist nicht unbedingt etwas schlechtes, was ich aber als schlecht betrachten würde ist die Abwertung anderer Nationen und der Menschen welche in diesen Leben oder von diesen Abstammen.

Oftmals hat ein Nationalistisches Gedankengut eben auch diesen Aspekt und wird dann exklusiver Nationalismus oder Chauvinismus genannt.

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HNWSL 04.10.2017, 01:25

Ja du sagst es selbst, das ist dann Chauvinismus! Nationalismus und Chauvinismus sind aber unterschiedliche Sachen. Und wenn man chauvinistisch ist, ist man nicht nationalistisch.

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PeterKremsner 04.10.2017, 01:27
@HNWSL

Nein, der Chauvinismus ist eine Form des Nationalismus eben der exklusive Nationalismus.

Zitat aus Wikipedia:


Chauvinismus im ursprünglichen Sinn ist ein häufig aggressiver Nationalismus, bei dem sich Angehörige einer Nation aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu dieser gegenüber Menschen anderer Nationen überlegen fühlen und sie abwerten.



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HNWSL 04.10.2017, 01:31
@PeterKremsner

Da liegst du falsch. Dass Chauvinismus "exklusiver Nationalismus" genannt wird ist vollkommen paradox. Denn Nationalismus bedeutet in seiner ursprünglichen Definition, dass man mit der Gruppe der man sich angehörig fühlt einen Staat gründen will. Und wie kann man bei einer Staatsgründung andere als schlecht betrachten? Höchstens indem man den zu gründenden Staat "Der der besser als alle anderen ist" nennt. Aber durch was anderes kann man andere bei einer staatsgründung nicht herrabwürdigen. Alle anderen Definitonen sind seit wenigen jahrzehnten erst hinzzgedichtet worden und somit wurde der Begriff zu einem Platzhalter für viele Dinge zumindest für die Leute die sich dieser Begriffsverzerrung beugen die immer häufiger wird.

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PeterKremsner 04.10.2017, 01:38
@HNWSL

In dem Fall darfst du gerne den Wikipediaartikel editieren, ich richte mich lediglich nach dieser Definition welche auch durch Fachliteratur so getroffen wird.

Nationalismus selbst beinhaltet natürlich den Willen einen Staat zu Gründen ich würde den Begriff Nationalismus aber nicht exklusiv für diesen Willen alleine verwenden.


Alle anderen Definitonen sind seit wenigen jahrzehnten erst
hinzzgedichtet worden und somit wurde der Begriff zu einem Platzhalter
für viele Dinge zumindest für die Leute die sich dieser
Begriffsverzerrung beugen die immer häufiger wird.

Warum stellst du dich derart gegen diese Erweiterte Definiton.

Nationalismus hat nunmal verschiedene Ausprägungsformen, genau so wie der Marxismus oder Kapitalismus etc. Ich würde einen Chauvinisten durchaus als Nationalist bezeichnen und er sich selbst vermutlich auch, also sehe ich hierbei nichts falsches.

Der von dir genannte Begriff nennt sich inklusiver Nationalismus und von da her hast du ja auch einen Begriff für deine Definition des Nationalismus.

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du hast gut daran getan, deiner Frage erstmal einen Definitionsversuch voranzustellen. Ansonsten wär hier wohl bloß wieder Flaming und der Austausch von Titeln und Etiketten über wechselseitig nicht interessierende Fragen angesagt.

Solang es mächtige Nationalstaaten gibt, ist der Verzicht von Nationalstaaten auf Nationalismus in Politik, Wirtschaft und Gesellschaftspolitik
selbstmörderisch. Ich nehme Nationalismus als Synonym für Patriotismus,
so wie er am besten ausgedrückt ist im Kanzlereid:


Der Amtseid lautet:


„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes
widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz
und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten
gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So
wahr mir Gott helfe.“



Der Eid kann auch ohne religiöse Beteuerung geleistet werden (Art. 56 Satz 2 GG).

Nationalismus heißt also nicht automatisch, ich bewerte meine Nation höher als andere und folgere daraus das Recht, andere Nationen zu unterdrücken und auszubeuten. Es heißt in konstruktivem Sinn eben: mein Land, meine Nation, die Lebensinteressen meines Volkes stehn an erster Stelle. Und bei Interessenkonflikten zwischen meinem Volk und fremden
Völkern bin ich verpflichtet, den Interessen meines Volkes absolute Priorität zu geben.

Der Gegensatz zu dieser Definition von Nationalismus ist nicht christlich-moralisierender Altruismus oder sozialistische Internationale, sondern die Selbstaufgabe, die Selbstzerstörung, die Unterwerfung unter die Interessen anderer Nationalstaaten.

Die derzeitige Mode, Nationalismus und Patriotismus zu dämonisieren, ist übrigens nicht "links" in ihrem heiligen Krieg gegen die unheiligen Rechten. Es ist nur die Kakophonie der etablierten Deutschlandabschaffer.



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Weils völliger Unsinn ist die idee, das wir nur aufgrund eines geburtsortes irgendwie besser sind als andere oder wichtiger ist absurd. Zudem werden sich die großen "probleme" unsere Zeit nur Gemeinsam als gleichberechtigte Partner lösen lassen. Zudem sind Isolationismus und Nationalismus teil des proplems und nicht die Lösung,sei es nun Klimawandel;Flüchtlingsherausforerung,Terrorismus oder einfach die großen Mulitinationalen Firmen kontrolieren zu können.



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PeterKremsner 04.10.2017, 01:32

Wichtig dabei ist die richtige Abgrenzung, Nationalismus selbst ist ein oberbegriff und er hat verschiedene Ausprägungen.

Du sprichst hier vom Chauvinismus.

Es gibt aber auch Formen des Nationalismus welche andere Ländern nicht herbawürdigen sondern einfach nur die Werte der eigenen Nation schätzen, aber auch die Werte anderer Nationen akzeptieren.

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PeterKremsner 04.10.2017, 01:42
@nooppower15

Nein, der Name dazu ist inklusiver Nationalismus, Patriotismus ist die emotionale Verbundenheit mit der Nation und weiter gefasst.

Die beiden Begriffe haben natürlich eine Bindung zueinander.

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nooppower15 04.10.2017, 01:47
@PeterKremsner

Ähm inklusiver Nationalismus ist letztlich nur ein anderer begriff für Patriotismus

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PeterKremsner 04.10.2017, 03:09
@nooppower15

Nein nicht direkt.

Der Nationalismus in jeder Ausprägung strebt nach der Bildung eines souveränen Staates sowie der Identifikation mit diesem Staat.

Der Patriotismus hingegen ist lediglich ein Begriff welcher eine Emotionale Bindung zu einem Staat beschreibt.

Wenn es keinen Staat gäbe würde es natürlich keine Patrioten geben, aber es könnte Nationalsiten geben welche einen eigenen Staat bilden wollen.

Nehmen wir Amerika, bevor es die USA gab , gab es mit Sicherheit keine Amerikanischen Patrioten. Es gab aber Nationalisten welche einen souveränen Staat bilden wollten und dazu gegen die Britengekämpft haben. Als es die USA gab waren die Nationalisten natürlich Patrioten weil sie eine emotionale Bindung zu diesem Staat, für welchen sie gekämpft haben, fühlen. 

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nooppower15 04.10.2017, 03:24
@PeterKremsner

Ist doch in diesen/unseren Fall wurscht...

Es gibt aber auch Formen des Nationalismus welche andere Ländern nicht
herbawürdigen sondern einfach nur die Werte der eigenen Nation schätzen,
aber auch die Werte anderer Nationen akzeptieren.

Derartiges nennt man in Deutschland nunmal Patrioten und
inklusiver Nationalist wäre nur ein anderer begriff

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PeterKremsner 04.10.2017, 13:11
@nooppower15

Kommt eben drauf an mit wem man redet...

Der 0815 Wähler wird den Nationalismus immer mit Chauvinsmus gleichsetzen und vermutlich diese Definition von Patriotismus haben. Wobei die selbstgenannten Deutschen Patrioten, zumindest wie ich die Erfahrung gemacht habe, meistens Chauvinisten sind.

Ich für meinen Teil bin etwas Patriotisch weil ich stolz auf die Erfolge meines Landes bin und ich finde das ist etwas was man durchaus sein kann.

Ich bin aber kein Nationalist, denn wenn man unser Sonnensystem ansieht, ist die Erde in etwa gleich dem Vatikanstaat und keiner würde Verlangen den Vatikanstaat in etliche andere Staaten zu zerlegen. Ich denke, dass viele Herausforderungen der Zukunft nur bewerkstelligbar sind, wenn wir unsere Differenzen auf der Erde beilegen und gemeinsam unter einer Flagge auftreten.

Also für mich gibt es da sehr wohl eine wichtige Unterscheidung, leider werden diese Begriffe aber immer wieder vermischt und vermutlich in der Politischen Bildung der Schulen zu wenig beleuchtet.

Ich sehe den Grund warum alle Politiker Nationalisten immer als schlecht bezeichnen durchaus dem geschuldet, sie wissen was der 0815 Wähler unter Nationalismus versteht und passen daher ihren Begriff an (oder sie wissen es selbst nicht besser).

Aber gerade desswegen finde ich es wichtig, bei gezielten Fragen nach diesem Thema hier bewusst zu unterscheiden und daher kommt mein Einwand.

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Natürlich ist es schlecht. Alle Menschen sind gleich. Seit wann ist eike Nation besser als eine andere? Niemand hat sich über andere zu erheben. Gott hat Nationalismus verboten.. nicht ohne Grund.

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Nationalismus ist an sich nicht schlecht aber die Bindung an einen Staat setzt vorraus das du einen staat mehr liebst als andere was nur durch herabsetzung der anderen möglich ist rein logisch betrachtet.

Zum anderen ist der Nationalismus nicht mehr Zeitgemäß denn er zementiert den status que und läuft einer entwicklung zuwider.

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Ja: Nationalismus ist schlecht! Und gefährlich!

Er suggeriert den Eindruck, dass eine Nation der anderen überlegen ist. Kleine Ergebnisse siehst Du in den Fanblöcken — große auf den Kriegsschauplätzen.

Statt in menschlichen Bahnen zu denken, wird Deutsch, Amerikanisch, Russisch, ... gedacht. Dann ist nicht mehr Recht oder Unrecht entscheidend, sondern das Vaterland.

Was sagt die Bibel? 

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit JEDER, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe“ (Johannes 3:16). 

„Bestimmt merke ich, dass Gott nicht parteiisch ist, sondern dass für ihn in jeder Nation der Mensch, der ihn fürchtet und Gerechtigkeit wirkt, annehmbar ist“ (Apostelgeschichte 10:34, 35). 

Wenn Gott so liebevoll ist — sollte ich mich dann nicht an seinem Beispiel orientieren?

Übrigens: Nationalismus ist genauso gefährlich, wie falsche religiöse Lehren. Siehe die vielen Religionskriege.

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Mein Gott... Hast du nicht gehört wohin das führt? Bist du wirklich so ignorant? Das was du beschreibst ist Nationalsozialusmus! WasWas hast du gegen Menschen aus anderen Ländern? Warum willst du dich abschotten? Isolieren? Du hast bestimmt schlechte Erfahrungen gemacht mit Ausländern das kann ich verstehen, ehrlich! Aber dann alle so abzustempeln?  Ich weiss nicht... Ich finde das nicht richtig.. Wir sind alle Menschen... Es gibt nicht sowas wie Deutsche und Ausländer... warum teilst du die welt derart? was es gibt ist Gut und Böse.. Ich habe viele freunde Ausländer wie deutsche.. du wirst es nicht glauben unter ihnen auch ein Skinhead... Es ist komisch...Er hat was gegen Ausländer aber wir kennen uns noch von der Grundschule.. Er kommt auch bei mir zu hause mich manchmal besuchen und meine Mutter macht uns was zu essen. Seine munter macht mir auch was zu essen wenn ich da bin..Aber er ist ein Skinhead.  Aber wenn wir zusammen zeit verbringen zb billiard spielen (er hat keine chance) dann vergessen wir beide unsere Ideologien dann sind wir Freunde.. Und das ist auch gut so...

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Nationalismus ist per se nicht böse.

Fasz alle Länder denken zuerst an sich. Die USA, Frankreich, GB.... aber auch viele muslimische Länder sind nationalistisch. Als erstes kommt ihre eigene Bevölkerung, dann ne ganze Weile gar nichts und dann erst andere Menschen / Völker / Staaten.

Nur in Deutschland ist Nationalismus verboten. Uns wird eingetrichtert, dass wir auf Ewigkeit schuldig sind und gefälligst dafür büßen müssen.

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PeterKremsner 04.10.2017, 01:27

Seit wann ist Nationalismus in Deutschland verboten?

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konzato1 04.10.2017, 01:30
@PeterKremsner

Verboten ist etwas "krass" ausgedrückt. Er wird nur nicht gern gesehen. Siehe die Aussagen von der Integrationsbeauftragten Özoguz von der SPD. Aber auch die Grünen erzählen gern, dass es nichts deutsches gibt, außer die Sprache.

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OlliBjoern 04.10.2017, 01:52
@konzato1

Deutsche sind halt vielseitig, und es gibt halt nicht DAS typische deutsche Verhalten (sondern eben unterschiedliche, was ja auch positiv ist). Ich sehe das als was Gutes an, dass wir nicht "genormt" sind. Ich sehe keinen Bedarf an der Normung des deutschen Bürgers. 

Ich z.B. schaue und spiele keinen Fußball, auch wenn das als typisch deutsch gilt. Es ist ja auch nichts Schlechtes dabei, sich für Fußball zu interessieren.

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konzato1 04.10.2017, 06:39
@OlliBjoern

Amerikaner, (Britten und Franzosen) sind auch unterschiedlich!

Die einen schauen Baseball, andere Fooball, Basketball und immer mehr jetzt auch Soocer.

Und trotzdem feiern sich die Amis bei jeder Gelegenheit selbst.

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Nationalismus ist ein geistiger Rückschritt, der dem Internationalen Kapital hilft, Völker und Staaten gegeneinander auszuspielen um sie ungestört ausbeuten zu können. Deswegen sind die internationalistischen Bewegungen die am meisten verteufelten Feinde des Kapitalimus, nationalistische Strömungen sind gern gesehen.

Das Problem ist der -ismus. Die Nationalität wird per se aus Ideologischen Gründen als wichtiger bezeichnet, als andere, z.B. soziale Gemeinsamkeiten.

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