nase gebrochen! wegen Heizung!...Kickboxeenn

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Dein Cousin hat den anderen ganz einfach Tätlich angegriffen . Als Kampfsportler hat er einen Kodex , das er sein Gegner erst warnen muss bevor er zuschlägt . So wie Du es hier schilderst hat Dein Cousin den anderen zuerst angegriffen , was er nicht hätte tun sollen .

Ein Kickboxer muss sich beherschen können, er darf sich auf keinen Fall so provozieren lassen um solche Handlungen zu setzen. Er müsste auf alle Fälle über diesen Dingen stehen. Kickboxen ist ein Kampfsport und er sollte wissen was herauskommt, wenn er "schubst." Sorry, muss ich dir leider sagen !!

jaa.. aber es war doch ganz leicht.. aber recht hast du schon ;)

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Ich habe 6 Jahre lang eine Gruppe von Teenagern und Jugendlichen in traditionellem Jiu Jitsu und Kung Fu trainiert. In den Trainingsstunden wurde streng insbesondere auf die neuen Jungs geachtet - wer eine überzogene Vorstellung von männlicher Ehre und/oder mangelnde soziale Eigenschaften mitbrachte, wurde sofort nach Hause geschickt und bekam in unserem Dojo keinen Fuß mehr auf die Matte.

Dies betraf in diesem Alter beinahe 2/3 der arabisch- und türkisch-stämmigen Jungs, die bei uns lernen wollten. Wir konnten kaum welche aufnehmen - aufgrund der Einstellung, die sie mitbrachten. Sie hatten die Vorstellung, etwas "Cooles" zu lernen, um dann damit auf der Straße ihre persönliche "Ehre" beeindruckend verteidigen zu können. Die Ehre, von der unser Ehrencodex sprach, beinhaltete aber das Gegenteil: auf Provokation zu reagieren ist ehrlos.

Das empfindliche und dauernd und immer wieder "verletzte" Ehrgefühl dieser Jungs war ihnen nur im Weg. Es ist aus deutscher Sicht furchtbar albern und lächerlich, in einem Streit die Mutter des Gegners als Hure zu bezeichnen - oder den Gegner selbst als Hurensohn. Sowas ist sehr kindisch - und sich davon provoziert zu fühlen, ist ebenfalls unreif. So unreif, dass diese Jungs zu unreif sind für das Erlernen ernsthafter, gefährlicher Kampftechniken. 3-Jährigen gibt man ja auch kein Schwert in die Hand.

Im modernen Kampfsport und in den historischen Kampfkünsten haben Macho-Allüren und alberne Streitereien um männliche, angegriffene Ehre absolut nichts zu suchen.

Bei uns galt der Bushido (Bushido = Weg), der Ehrenkodex der japanischen Samurai. Der gute Krieger vermeidet den Kampf, wo immer es geht, er lässt sich niemals provozieren und ruht in sich selbst. Provozierbarkeit ist Schwäche. Selbstbeherrschung ist Stärke. Ein Samurai wendet seine Kampfkünste nur für andere, schwächere Menschen an, die in Not und bedroht sind. Für sich selbst hat er die Pflicht, sich stets so zu verhalten, dass er gar nicht erst in Konflikte oder Gefahr gerät. Ein guter Krieger vermeidet den Kampf, wo immer es geht - einen Meister erkennt man daran, dass er niemals kämpfen muss.

Wie würde Dein Cousin dies jemals erfüllen können? Er hat die falsche Mentalität für eine so gefährliche Kampfkunst - und auch für den Kampsport, den er lernt (ist er noch dabei??). Junge Männer mit kulturell anerzogenem Ehrgefühl können den Ehrenkodex, auf dem ein solches Kampftraining basiert, nicht erfüllen, sie scheitern am ersten Trainingstag.

Wer unter dem Ehrenkodex trainiert, wird friedlicher und fairer, je länger er lernt. Die Ausprägung eines starken, verantwortungsvollen Charakters sollte mit zur Schule gehören, nicht nur die Vermittlung von Techniken. Der ausgebildete Kämpfer schließlich trägt sein Können nicht wie eine Waffe, sondern wie einen Mantel. Er "muss" nicht mehr kämpfen. Weil er weiß, er könnte es jederzeit und aus jeder Position und Situation heraus. Das bringt Ruhe und Übersicht.

Kein Meister gibt sein Können und Seine Erfahrung an einen Schüler weiter, der damit nur sein Ego aufwerten will. Ein wirklich ernsthaftes und wertvolles Training erkennt man daran, dass die Schüler von Jahr zu Jahr friedlicher, weiser und selbstbeherrschter werden.

Dein Cousin trainiert "schon" seit einem halben Jahr Kickboxen - und sagt zu jemandem, der ihn nur mit ein paar albernen Worten beleidigt, er solle aufpassen wie er mit ihm redet, sonst gibts Schläge? Entweder ist der Cousin zu "schlicht in der Birne" für diesen Kampfsport - oder sein Verein bzw. Trainer taugt nichts.

Zu Deiner eigentlichen Frage: Das Problem hat einen Ursprung und einen Verursacher. darüber soll er nachdenken. Das hat er im März hoffentlich getan? ;-)

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