Narkose ( Plötzliches Erwachen )

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9 Antworten

Tja, das ist ein interessantes und wild beforschtes Thema - wirklich wissen tut man noch nicht allzu viel darüber. Prinzipiell ist eine Narkose ein künstliches durch Medikamente hervorgerufenes Koma. Es werden Medikamente zum Schlafen, starke Schmerzmittel und muskelentspannende Medikamente in Kombination gegeben. Solange der Patient tief schläft und keine Schmerzen hat, sieht man das an gleichbleibend stabilen Kreislaufparametern wie Herzfrequenz und Blutdruck. Lässt die Narkose nach, weil die Wirkung eines Medikamentes zuende geht, nimmt das Gehirn zunehmend mehr Informationen wie Schmerz und ähnliches wahr, der Körper bekommt Stress und reagiert darauf, was sich zunächst in Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz, einer Erhöhung des Sauerstoffverbrauchs und der CO2-Produktion andeutet. An dieser Stelle sollte der Anästhesist die Narkose wieder vertiefen. Wenn das unterbleibt, wird die Wirkung der Medikamente irgendwann so weit nachlassen, dass der Reiz der OP deren Wikrung übersteigt, der Aufwachreiz wird stärker als das "Schlafbedürfnis", der Patient beginnt aufzuwachen. Normalerweise ist der Aufwachprozess so, dass man zunächst Bewegungen des Patienten sieht, er aber noch nicht wach ist (Wackeln mit den Beinen oder Armen, Atmen etc). Spätestens an dieser Stelle sollte der Operateuer den Anästhesisten wecken (der schon mehrere Alarme überhört hat). Bestimmte Narkoseformen benutzen so kurz wirksame Medikamente, dass der Patient bereits nach ein paar Minuten plötzlich hellwach ist, sollten die Medikamentenpumpen aus irgendwelchen Gründen ausfallen, aber auch dabei bewegt sich der Patient normal und ist eben komplett wach (auch doof in der OP natürlich, aber es kommt vor, wenn auch extremst selten, da Medikamentenpumpen in der Regel nicht einfach so ausfallen ohne Alarm zu geben) - spätestens beim Aufwachen bemerkt man also, dass der Patient dringend mehr Narkosemittel braucht. Die Situation, in der ein Patient glaubt wach zu sein ohne sich bewegen oder bemerkbar machen zu können, wird immer wieder beschrieben. Man nennt das "Awareness-Phänomen". Es gibt noch keine wirklich schlüssigen Beweise dafür, aber irgendwie scheint es das Phänomen tatsächlich zu geben. Während erklärbar ist, warum ein Patent aufwacht, wenn er nicht genug Medikamente bekommt, ist es bei Awareness eben nicht erklärbar. Die Patienten nehmen ihre Umgebung wahr, können aber nichts bewegen - dann kann es wohl nicht an der Dosiereung der Medikamente liegen, denn sonst würden sie sich bewegen können oder zumindest körperliche Stressreaktionen zeigen, der durch Schmerz oder die Tatsache ausgelöst wird, dass man sich seiner selbst während einer OP bewusst wird. Nach völlig unauffälligen OPs mit ereignislosen Narkosen wird genauso von Awareness berichtet, wie nach komplexen Narkosen. Selbst Messungen der NArkosetiefe durch EEG, also ein Ableiten der Hirnströme, können nicht ausschließen, dass es zu Awareness kommt. Sicher ist ein Teil dieser zugegeben schrecklichen Erfahrungen auf die Aufwachphase zurückzuführen, in der sich diverse Reize, Geräusche und Eindrücke schon wieder ins Gehirn des Patienten vorarbeiten, er aber ncoh nicht wieder richtig wach ist, und somit interpretiert das Unterbewusstsein diese Eindrücke so, dass es glaubt, man wäre während der OP wach gewesen, obwohl es gar nicht stimmt. Aber selbst wenn das einen Großteil der Awareness-Fälle erklärt, so doch nicht alle. Das Thema bleibt rätselhaft. Insgesamt gibt es etwa 15000 Fälle von intraoperativer Wachheit jedes Jahr in Deutschland - bei 10 Millionen Narkosen jetzt nicht so viel, etwa 0,15%. Wenn man davon ausgeht, dass ein Großteil davon durch Fehldosierungen an Medikamenten hervorgerufen wird und nach Bemerken sofort behoben werden kann, bleibt nur noch ein äußerst geringer Rest an Menschen, die tatsächlich am Awareness-Phämomen leiden. Ich hoffe sehr, dass sie Wissenschaft recht bald mit einr Erklärung aufwarten kann...

Wenn du an einen verantwortungsvollen bzw. gewissenhaften Anästhesisten gerätst ist alles halb so schlimm. Bei einer Narkose ist es wichtig, dass der Anästhesist viel Erfahrung hat u. weiß, wieviel mg er von den Narkosemedikamenten injizieren muss zur Aufrechterhaltung der N. Narkosemed. sind todbringende Med. wenn man nicht aufpasst denn sie greifen in deinen Hirnstoffwechsel ein. Bei meiner Narkose ist einiges schief gelaufen. Darum sollst du meine Erfahrung lesen damit du Vorkehrungen treffen kannst um einiges auszuschließen. Denn wer unwissend ist kann auch keine Fehler erkennen bzw. vorbeugen. Du solltest auf jeden Fall all deine Wünsche im Aufklärungsbogen mit hineinschreiben lassen damit du später beweisen kannst, was für dich wichtig ist bzw. war. Ich habe dem A.=Anästhesist im KH beim Vorgespräch für die N.=Narkose gesagt, dass ich 1.) vor der N. drei min. O2 einatmen möchte (aktive Präoxygenierung 3-5 min.). 2.) eine flache N. haben möchte um N-Schäden bzw. Hirnschäden zu vermeiden 3.) nach der OP gleich wieder aufwachen möchte. 4.) erst dann auf die Station verlegt werde, wenn ich vollkommen wach bin und meine Atmung wieder normal ist. Am anderen Tag um 9:20 Uhr musste ich mich plötzlich ganz schnell fertig machen obwohl ich erst um 10 Uhr OP-fertig sein sollte. Zwei Schwestern haben mich dann in den OP gebracht. Die eine Schw. hat mir Vorwürfe gemacht weil ich gerade vom Duschen kam u. noch nicht OP-fertig war. Die andere Schw. hat sich über mich lustig gemacht u. ausgelacht als ich mich wegen meiner Schmerzen auf den OP Tisch gerollt habe u. nicht wie üblich gerutscht bin. Als sie bemerkte, dass ich dies gesehen hatte war sie plötzlich ganz freundlich und wünschte mir alles Gute. Dann kam ein fremder A. begrüßte mich legte mir einen Zugang u. die Pulsoxymetrie an. Dann ging er wortlos wieder weg. Dann kam ein fremder Mann machte irgendetwas an meinem Arm u. ging auch wieder weg dabei rief er dem A. zu, dass er das Hypnotikum injiziert hat. Da begriff ich, dass er schon die N. eingeleitet hat. Dann schlief ich ein. Keiner war bei mir zum Beatmen. Ich wollte noch reagieren u. nach O2 verlangen aber dazu bin ich nicht mehr gekommen. Das war vielleicht auch gut so, denn hätte ich mich noch einmal aufgerichtet um zu schauen wo alle hingegangen sind wär ich vom OP-Tisch gefallen weil ich dann eingeschlafen wäre. Ich war auch noch nicht an die Überwachungsgeräte (RR, EKG) angeschlossen. Ich weiß nicht wie lange ich dann ohne Beatmung da gelegen habe u. wann ich an die Überwachungsger. angeschlossen wurde bzw. ab wann der A. für mich Zeit gehabt hat. Denn nach dem Einschlafen hört man auf zu atmen u. muss beatmet werden. Einige A. sehen das nicht so eng u. sagen ein leichter O2 Mangel ist nicht so schlimm da er ja sowieso gleich 100% O2 gibt. Dieser O2 Mangel bedeutet aber für den Körper eine unnötige Stresssituation die zu einem Schock führen kann. Leider bin ich von dieser N. erst spät am Abend auf der Station wieder wach geworden. Vom AWR weiß ich gar nichts. Das war bei meinen anderen OPs nicht so. Seit dieser N. habe ich sehr oft Kopfschm. Gedächtnisstör. Wortfindungsstör. Bluthochdr. u. Schwindel. Während der OP war mein RR für 35 min. nur 75/40 mm Hg. Bei diesem niedrigen RR wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit O2 versorgt. Das KH in Duisburg Fahrner Str. wo ich operiert wurde sagt, meine Ausfallerscheinungen hätten nichts mit meiner N. zu tun sondern wären auch ohne N. aufgetreten. Das diese Zeitgleich mit der N. aufgetr. sind wäre Zufall. Ich glaube das aber nicht. Meine Ängste u. Wünsche wurden nicht berücksichtigt. Als ich am anderen Tag eine Schwester darum bat mir eine Tasche aus meinem Schrank zu bringen antwortete sie "das können sie auch selber" u. das nach einer Bandsch. OP. Der Arzt hatte mir noch gesagt, dass ich nach der OP auf keinen Fall schwer heben darf. Dieser KH- Aufenthalt hat mein Leben verändert. Ich habe heute noch Alpträume davon. Da ich dem Aufklärungsanästhes. meine Ängste u. Wünsche nur mündl. mitgeteilt hatte u. er dies nicht an den durchführenden A. weitergegeben hatte, ist alles schief gelaufen. Der A. hat lediglich das Personal auf St.4 AB informiert, dass ich sehr ängstlich bin worauf sich das Pers. dann über mich lustig gemacht hat. Im OP konnte man dem Pers. Stress ansehen. Ich habe vor der OP keinen O2 bekommen u. die N. war zeitweise viel zu tief. Meine Anästhesistin hat wahrscheinlich an Selbstüberschätzung gelitten u. war der Meinung, dass sie mir vorher keinen O2 geben braucht weil sie ja so perfekt ist u. mich in ein paar Sekunden intubieren kann so wie bei einer RSI. Leider muss da wohl etwas schief gelaufen sein. Schau dir vorher mal an, wie eine normale Allgemeinanästhesie ablaufen muss damit du merkst, wenn etwas falsch gemacht wird u. du evtl. dann auch Schäden davon trägst. http://de.wikipedia.org/wiki/Narkose

Ein Freund von mir sagte es kam ihm vor wie im Traum. Er hatte die Augen wohl geschloßen aber konnte alles hören und ein wenig fühlen. Er konnte sich halt nicht bemerkbar machen wegen den starken Medikamenten. Ist wohl wie in einem schlechten Film gewesen er wollte schreien aber konnte nicht. Er hat später auch die Ärzte gefragt es war alles so als wäre er in Narkose. Er hat bis heute damit zu kämpfen weil dieses erlebniss wohl ziemlich schrecklich war. Aber im normal fall passiert sowas nicht wie die anderen schon sagen schaut eigentlich immer jemand auf den monitor und dreht die dosis höher sobald man anfängt "wach" zu werden. Bis zu dem Punkt wo man was spürt und hört dauert es jedoch ziemlich lange. ich habe bei aufwachen nach meiner op zb 1 std mit der schwester dummes zeug gelabbert und weiß nichts mehr davon.

Hallo Philipp8913, es passiert, aber nicht sehr oft. Ich wurde mal kurz wach und hörte die Ärzte reden und merkte das an mir noch "gearbeitet" wird. Dann wurde wohl der Narkosearzt aufmerksam und weg war ich wieder. Ich war weder geschockt noch traumatisiert. Und ich gebe @aram100 recht, denn ich konnte mich nicht bewegen oder mich bemerkbar machen. Ich wünsche dir eine gute Nacht, Grüße von juna57

Das hab ich 1978 erlebt. Der Alptraum schlechthin. Dein Gehirn funktioniert einwandfrei. Du kannst dich aber nicht bewegen, auch nicht sprechen. Ich habe gespürt, dass ich gerade zugenäht werde. Die Ärzte haben das abgegestritten. Dann hab ich sie mit dem Wortwechsel während der OP konfrontiert.

user1629 24.10.2012, 00:20

Das ist ja unglaublich. Wir geht es weiter ?

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Mach dir keinen Stress. Du wachst nicht auf, die Narkoseärzte sind da gut, die haben ja nichts anderes zu tun. Meist gucken auch noch ein oder zwei Schwestern auf deine Narkose.

er könnte sich aufgrund der medikament nicht bewegen + deshalb auch nicht bemerkbar machen

es gibt bestimmte regel und protokolle die eingehalten werden müssen. ein anästhesist darf nicht i.wie eine narkose verpassen, er trägt eine sehr hohe verantwortung und muss sehr lange üben, bis er die zulassung bekommt.

user1629 24.10.2012, 00:21

Und doch gibt es zahllose Fälle, wo genau dass passiert ?

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einfachgesagt 24.10.2012, 00:26
@user1629

unbestritten, aber im vergleich zu den normalverlaufenden fälle ist die zahl doch niedrig. es ist vielmehr die unerwartete reaktion des patienten, als ein missgeschick des anästhesisten. was nicht nur eine erscheinung in der medizin ist.

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Snoejg 24.10.2012, 04:17

was denn für ne zulassung und wie übt der bis dahin?

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Snoejg 24.10.2012, 04:17

was denn für ne zulassung und wie übt der bis dahin?

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Ich hab mal von einem Fall gehört dass man den Schmerz fühlen kann und auch die Ärtzte reden hört, aber man kann sich nicht bewegen und reden..

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