Narben vom ritzen sieht der Arzt was tun?

...komplette Frage anzeigen
Support

Liebe/r maddisinger,

bitte achte darauf, dass dieses Bild gerade für etwas jüngere Community-Mitglieder nicht geeignet ist und zudem bei Gefährdeten einen sogenannten „Triggereffekt“ bewirken kann. Das wollen wir natürlich vermeiden. Wir haben aus diesem Grund das Bild entfernt. Bitte achte in Zukunft darauf! Zudem möchten wir Dir noch ans Herz legen, Dich bezüglich professioneller Hilfe zu erkundigen. Schau doch mal hier vorbei: http://www.nummergegenkummer.de

Herzliche Grüße

Emma vom gutefrage.net-Support

16 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Kleb ein Pflaster drüber und sag,du hast etwas spitzes auf deinem Bett liegen gehabt und hast dich ausversehen darauf gelegt und es hat über deine Hüfte gekratzt

Hallo maddisinger,

es geht doch eigentlich nicht darum, Deine Narben zu verstecken, vor allem nicht vor Deinem Arzt. Wenn Du ihm bekennst, dass Du unter Depressionen leidest, könnte er diese behandeln oder er wird Dich weiter an einen Facharzt vermitteln. Wichtig ist auch, dass Du erkennst, was eigentlich hinter dem Ritzen steckt.

Junge Leute, die sich selbst verletzen, sind in der Regel sensibel und haben meistens mit einem Mangel an Selbstwertgefühl zu kämpfen. Sie stellen hohe Erwartungen an sich, die sie oft nicht erfüllen können und neigen zu einer negativen Selbsteinschätzung. Oftmals schaffen sie es auch nicht, mit anderen über ihre Probleme zu reden. Wahrscheinlich geht es Dir selbst ja auch so. Möglicherweise haben die Menschen, die täglich mit Dir zu tun haben, noch nichts von Deinem SVV (= selbstverletzendem Verhalten) mitbekommen und denken, mit Dir sei alles in Ordnung. Was kannst Du nun tun?

Es wäre sicher gut, wenn Du Dich irgendwann dazu durchringen könntest, mit jemandem über Dein SVV zu sprechen. Es sollte jemand sein, der Dich und Deine Krankheit ernst nimmt und der Dich nicht unter Druck setzt (z.B. auch Dein Arzt).Wenn Du also jemandem von Deinem Problem erzählst, kann allein das Dir große Erleichterung bringen. Hast Du schon einmal daran gedacht, Deine Eltern deswegen anzusprechen? Wahrscheinlich fällt Dir dieser Schritt nicht ganz leicht und sie mögen nicht gleich so reagieren, wie Du es Dir wünscht. Habe daher Geduld mit Ihnen und sei nachsichtig. Sollte es Dir jedoch nicht möglich sein, vernünftig mit Deinen Eltern zu reden, dann hast Du die Möglichkeit, Dich hier zu melden:

- Telefonseelsorge unter der Nummer 0800-1110111 oder 0800-1110222.
Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge hören Dir gut zu, nehmen an Deinen Problemen Anteil und können Dich bei Bedarf auch an entsprechende Einrichtungen verweisen. Du kannst Dich hier zu jeder Tages- und Nachtzeit anonym beraten lassen.

- Für Kinder und Jugendliche gibt es eine spezielle Telefonnummer: 0800-1110333 unter der Beratungseinrichtungen verschiedener Art, vor allem solche vom Kinderschutzbund, genannt werden.

- Dann gibt es in jeder Gemeinde den Sozialpsychiatrischen Dienst, der Menschen in psychischen Krisen Beratung und auch weitergehende Hilfen bietet. Oft findest Du diesen Dienst im Gesundheitsamt oder kannst Adresse und Telefonnummer über das Gemeindeamt erfragen.

Was könntest Du immer dann tun, wenn der Drang, Dich zu verletzen, erneut in Dir entsteht? Wenn Du weinen musst, dann versuch es auf keinen Fall zu unterdrücken, denn Weinen kann ein Ventil für das sein, was sich seelisch aufgestaut hat. Körperliche Bewegung, wie joggen, spazieren gehen oder Sport zu treiben eignet sich ebenfalls gut dazu, inneren Stress abzubauen.

Hast Du es schon einmal mit Ablenkung versucht, z. B. mit einem Hobby, Hausarbeiten oder Musik hören? Auch etwas völlig Neues zu lernen (wie z. B. ein Musikinstrument) oder sich kreativ zu betätigen (malen, Gedichte oder Tagebuch schreiben) kann ein wichtiger Schritt sein, der Dich von dem SvV wegbringt.

Falls Du dazu neigst, Dich von anderen zurückzuziehen, wäre es besser, den Kontakt zu suchen. Triff Dich mit Freunden und unternimm etwas mit Ihnen, halte telefonischen Kontakt oder schreibe Dich mit Ihnen über das Internet. Du wirst sicher schon gemerkt haben, dass der Drang, Dich selbst zu verletzen, immer dann am größten ist, wenn Du alleine bist. Vermeide es daher, wenn immer möglich, zu lange allein zu sein und suche den direkten Kontakt zu Dir vertrauten Menschen. Manchen hat es auch schon geholfen, sich ganz bewusst etwas Gutes zu tun. Das könnte ein entspannendes Bad sein, ein leckeres Essen oder eine schöne Tasse Kaffee. Dir fallen sicher noch eine ganze Reihe weiterer Möglichkeiten ein.

Was Dir in der konkreten Situation noch helfen könnte, wären Ersatzhandlungen für SVV. Es geht also um Dinge, die Du Dir zufügst und die einen gewissen Reiz (Schmerzen) auslösen, ohne Dich dabei zu verletzen. Beispiele dafür sind: Ein Gummiband um die Hand wickeln, anspannen und zurückflitschen lassen, kalt duschen, auf etwas Scharfes beißen (z. B. Peperoni etc.) Diese Ersatzhandlungen sind jedoch bestenfalls als eine Zwischenlösung anzusehen, können allerdings nicht das eigentliche Problem beheben oder zu einer Heilung führen.

Eines solltest Du jedoch auch nicht vergessen: Es gibt auf jeden Fall jemanden, der Dich versteht und Dir helfen kann. Ich spreche hier von Gott, von dem Du wahrscheinlich am wenigsten Hilfe erwartest. Sein Interesse gilt jedoch besonders denen, die verzweifelt und schmerzbeladen sind. Das geht sehr deutlich aus folgender Stelle in der Bibel hervor: "Weil er seine Zuneigung auf mich gerichtet hat, Werde ich auch für sein Entrinnen sorgen. Ich werde ihn beschützen, weil er meinen Namen kennengelernt hat. Er wird mich anrufen, und ich werde ihm antworten. Ich werde bei ihm sein in der Bedrängnis. Ich werde ihn befreien und ihn verherrlichen. Mit Länge der Tage werde ich ihn sättigen, Und ich werde ihn die von mir [bewirkte] Rettung sehen lassen" (Psalm 91:14-16). Gott kann Dir helfen, wenn Du Dich ganz persönlich an ihn wendest und seine Nähe suchst. Darüber hinaus ist es sehr wichtig, dass Du eine der genannten Hilfen in Anspruch nimmst. Dann kann es Dir gelingen, Dein seelisches Gleichgewicht wiederzuerlangen. Viel Kraft und alles Gute!

LG Philipp

Hey mach dir keine zu großen Gedanken. Wenn der Arzt das sieht erzähl es ihm einfach. Du brauchst dich deshalb nicht zu schämen und angst zu haben dass ist dein Arzt. Er will dir nichts böses sondern auch nur helfen. Außerdem steht er unter Schweigepflicht.

Falls du wirklich nicht kannst mach dir ein größeres Pflaster drüber und erzähl was von wegen du hast dich da aufgekratzt.

Was möchtest Du wissen?