Napoleon französische Revolution?

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Napoleon war Hoffnungsträger zum einen für die Leute, die nach der französischen Revolution doch noch einige ihrer positiven Ideen ausbreiten wollten, dann für alle Modernisierer und schließlich für die Leute, die an Frankreichs Größe und kulturelle Sendung in der Welt glaubten. Der deutsche Philosoph Hegel bezeichnete ihn sogar als Weltgeist zu Pferde. Auch Goethe war ganz begeistert, als er ihn mal kurz traf. Weniger begeistert waren die Völker, die von ihm in Kriege gezwungen wurden , besonders in den verlustreichen Feldzug gegen Russland. Gegenüber dem österreichischen Staatskanzler Metternich erklärte Napoleon ganz ohne Bedenken, er würde die deutschen Soldaten in seinem Heer immer in die vordersten Linien stellen. Dorthin also, wo es am gefährlichsten war. Außerdem ging er teilweise rücksichtslos gegen Leute vor, die seine Herrschaft infrage stellten, zum Beispiel den Buchhändler Palm.

Bei den Franzosen war's wohl wie in jeder Revolution: Ein paar schreien immer nach dem "starken Mann". Bei den Franzosen war das ursprünglich Robespierre. Nach seinem Sturz entstand ein Machtvakuum, dass die drei "Direktoren" nicht füllen konnten. In die Lücke stieß Napoleon.

Zudem bediente er (Parallelen zu späteren Ereignissen in Deutschland erscheinen mir nicht zufällig) den Nationalstolz. Unter den beiden letzten Bourbonenkönigen - Louis XV. und XVI. - hatte Frankreich einiges von seinem Rang als wichtige europäische Großmacht verloren. Und nun kam Napoleon und führte die schlecht ausgestattete, arme Revolutionsarmee von Sieg zu Sieg! Man war wieder wer, man konnte stolz darauf sein, Franzose zu sein - und das hat vielen Franzosen gefallen. Sie verehrten Napoleon.

Doch je länger er herrschte, desto mehr kippte die Stimmung. Napoleons Ansprüche an das Land wurden immer größer. Seine ersten Feldzüge hatte er mit 30.000 Soldaten geführt, aber nun wollte er immer mehr und mehr. Und das Land war bereits ausgeblutet, als er für seine Grande Armee für den Angriff von Russland noch mal rekrutierte - und zwar um die 600.000 Soldaten. Klar, darunter waren viele Einheiten aus den Ländern, die er erobert hatte. Aber es gab eben auch verdammt viele Franzosen - und das kam da im Land nicht mehr gut an. Zu viele waren schon gefallen.

Die Intelligenzja war da auch nicht mehr so sehr auf Napoleons Seite, denn denen war klar, dass er die Errungenschaften der Revolution langsam, aber stille wieder abgeschafft hatte und sehr autokratisch regierte.

Also die Polen waren begeistert, das kann man auch an der polnischen Nationalhymne dem Mazurek Dąbrowskiego (Dąbrowski-Masurka) von 1797/8 sehen.

Auszug: Dał nam przykład Bonaparte, jak zwyciężać mamy. Bonaparte hat uns das Beispiel gegeben, wie wir siegen können.

Die Polnische Legion (fr. Légions polonaises) waren die 1796 von Dąbrowski in Mailand und die 1798 von General Kniaziewicz in Straßburg mit Genehmigung der französischen Regierung aufgestellten Truppen.

Die polnische Legion kämpfte zwischen 1798 und 1800 mit Auszeichnung in Italien. Die in Straßburg errichtete Legion wurde später nach Santo Domingo in die Karibik gesandt, um die Wiedereinrichtung der Sklaverei in der französischen Kolonie militärisch durchzusetzen. Sie wurde dort infolge des Klimas und der fortwährenden Kämpfe mit den Aufständischen fast vollständig aufgerieben.

Russlandfeldzug von 1812

In den ersten Kriegswochen errichtete Napoleon weitere polnische und litauische Verbände in den eroberten Gebieten. Zusammen mit den in der französischen Armee und den seit Anfang 1813 in den neu formierten Verbänden des Herzogtums Dienenden haben im Sechsten Koalitionskrieg rund 100.000 Polen von insgesamt 420.000 Mann für Napoleon gekämpft.

Enttäuschendes Ergebnis für Polen:

Polnische Kriege ist die von Napoleon I. verwendete Bezeichnung für den Vierten Koalitionskrieg und den Russlandfeldzug von 1812.

Die Bezeichnung wurde von ihm erst 1812 eingeführt, um einerseits an den für ihn erfolgreichen Vierten Koalitionskrieg anzuknüpfen, andererseits, um den Krieg als Kampf zur Verteidigung und weiteren territorialen Wiederherstellung des in den polnischen Teilungen von Österreich, Preußen und Russland zerschlagenen Doppelstaates Polen-Litauen zu legitimieren.

Zwar war eines der wesentlichen Ergebnisse des Ersten Polnischen Krieges die teilweise Wiedererrichtung Polens als Herzogtum Warschau, Ursache des zweiten Krieges war aber der russisch-französische Streit um die Durchsetzung der Kontinentalsperre im Ostseeraum.

Napoleon wandte sich am 22. Juni 1812 in Litauen an seine Armee:

„Soldaten, der zweite polnische Krieg hat begonnen! Der erste endete in Friedland und Tilsit (1807) […] Der zweite polnische Krieg wird so ruhmvoll für die französischen Waffen sein, wie der erste es war […]“

– Napoleon I.: Tarle, S. 347

Der Krieg begann zunächst mit einem französischen Vorstoß der Grande Armée nach Russland, er endete jedoch für Frankreich mit einem Debakel. Für Polen brachte er nicht die erhoffte dauerhafte Erweiterung durch die 1812 eroberten litauischen Gebiete, sondern vielmehr Besatzung, Scheinselbständigkeit und letztlich russische Annexion von 1831 bis zum Ersten Weltkrieg.

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