Name Gottes JHWH richtige Aussprache?

16 Antworten

SunshineLilly hat bereits alles Wesentliche dazu geschrieben. Es gibt aber noch einen weiteren guten Grund, anzunehmen, dass "Jahwe" der korrekte Gottesname war/ist:

Andere Völker, die zur Zeit der Israeliten lebten, scherten sich nicht um deren religiöse Befindlichkeiten. Insbesondere die Griechen waren bekannt dafür, alles aufzuschreiben, was um sie herum geschah. Ihren Aufzeichnungen ist es zu verdanken, dass wir heute ein recht gutes Wissen über das Leben in der Antike haben.

Die Griechen befassten sich auch eingehend mit der jüdischen Religion, die ihnen aufgrund des strengen Monotheismus fremdartig und unheimlich vorkam. Ihre Historiker schrieben auch den Namen des jüdischen Gottes auf, der damals nur vom Hohepriester anlässlich religiöser Feste ausgesprochen werden durfte. Die Griechen gaben den hebräischen Gottesnamen als "Iabe", oder auch "Iaoue" wieder, was der heute angenommenen Form "Jahwe" sehr nahekommt.

Das ist ja interessant, Indecisive! Welcher oder welche Griechen waren das? Bei Herodot habe ich jedenfalls nichts gefunden.

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Habe kurz recherchiert - überliefert ist diese Übersetzungsform mindestens einmal von Clemens von Alexandria (gestorben 215 n.Chr.). Clemens war selbst Grieche. Es scheint also unter griechischen Juden und Christen zunächst recht verbreitet gewesen zu sein, den Gottesnamen direkt auszusprechen. Um 250 n.Chr. scheint der Name dann allmählich durch die griechische Form von Adonai, "Kurios", ersetzt worden zu sein. Demnach hielten sich nicht-hebräische Konvertiten lange nicht an das Verbot, den Namen direkt zu nennen.

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@Indecisive

"Demnach hielten sich nicht-hebräische Konvertiten lange nicht an das Verbot,..."

Im Gegenteil! Du beziehst dich ja nicht auf griechische Historiker der Klassik, sondern auf Griechisch schreibende Christen oder Juden der Koinè. Zu der Zeit sprachen alle im östlichen Mittelmeerraum Griechisch, so wie wir heute Englisch. Die haben allenfalls den Namen verballhornt um ihn zu schützen. Auch Christen taten dies. Benutzt hat ihn keiner. Mir sind keine Belege bekannt, die deine Behauptung stützen würden, sondern ausschließlich das Gegenteil - einschließlich des Neuen Testamentes.

Ich glaube auch nicht, dass Du einen beibringen kannst. Es sei denn ein selbstgebastelter. Ist ja auch ein bisschen schwierig, wenn man kein Griechisch kann.

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Auch Origenes überliefert mit "Iao" und "Iaei" ähnlich klingende griechische Namensversionen.

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@Indecisive

Ach jetzt habe ichs begriffen! Du gehst von der erasmischen Aussprache aus! So hat man aber schon in der Koinè-Zeit nicht mehr gesprochen, sonst würden wir heute auch Euangelium sagen, und nicht Evangelium. Was Du als "Iabe" und "Jaoue" interpretierst, heißt ganz einfach Jave und Jawe.

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Ja, da bin ich mit der Zeitrechnung etwas verrutscht. Aber die griechischen Namensformen, die ja anders als die hebräische Urversion Vokale enthalten, müssen doch irgendwo herkommen. Diese Herrschaften werden sich ihre Transkriptionen doch nicht aus den Fingern gesogen haben.

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@Indecisive

Das ist schon möglich, denn den Herrschaften ging es um die Verschlüsselung des Namens. Vor allem deshalb, weil in der Zeit, die Du nennst, die Hebräischtexte noch sehr häufig in den christlichen Gottesdiensten verwendet wurden. Das wiederum war den jüdischen Gemeinden ein Dorn im Auge. Sie belauerten die christlichen Häretiker argwöhnisch. Ich vermute wegen eben dem Namen Gottes.

Einzig ernsthaftes Argument wäre die Septuaginta. Die aber verwendet den Nahme Jahwae überhaupt nicht, auch nicht geschrieben, sondern immer nur " κύριος".

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@Wurzelstock
Einzig ernsthaftes Argument wäre die Septuaginta.

Bei älteren Handschriften der LXX findet sich meist das Tetragrammaton in hebräischen Buchstaben. Eine Form der "Verschlüsselung", die dann auch nicht als Argument für eine bestimmte Aussprache genommen werden kann. Gelesen wurde das jedenfalls als "Herr" (kyrios).

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@helmutwk

Das ist möglich. Ich kenne mich mit der Septuaginta nicht aus. Sie ist ja ohnehin auch nur eine Übersetzung. So, wie Du schreibst, gibt es aber da auch keinen Hinweis auf die Aussprache des Gottesnamens.

Ich brauche diesen Pfad auch nicht, denn aus der Punktierung lässt sich die Vokalisation 'Jehova' schlüssig widerlegen, und aus dem NT die Benutzung des Gottesnamens ebenfalls.

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man spricht Ja <<< lang aus Jaaaah

der hintere Teil des Namens we wird sehr sehr kurz ausgesprochen .

Jaaaahwe , dabei ist das E sehr kurz zu sprechen

lieben Gruß

Nein, Sternfunzel. Die zweite Silbe ist eine offene Silbe ('He' ist mater lectionis). Es gibt im Hebräischen aber keine offene Silben mit kurzem Vokal. Es heißt also 'Jahwae'.

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@Wurzelstock

Ich sah es in einer Dokumentation , aber wenn Du da mehr weißt , ok .. danke :-)

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@Sternfunzel

Sternfunzel, ich kann nicht ausschließen, dass "Jahwe" eine Ausnahme von dieser Regel ist. Davon wimmelt es in der hebräischen Grammatik, und ich bin da nicht so besonders gut. Nenne mir doch mal die Dokumentation, wenn dir das möglich ist. Ich würde es gern mal überprüfen.

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@Wurzelstock

das ist über ein Jahr her, weiß ich nicht mehr wie die Doku hieß, es kam im TV zu Ostern glaub ich . Da ging man auf das Thema , der Name Gottes ein, und man erzählte,dass Juden sich nicht trauten,den Namen auszusprechen. Man sagte Adonei? Elohim?

lieben Gruß

und ein Mann der das erklärte aus Jerusalem sagte :Jahwe we ganz, ganz kurz .

Ich sage es so seither im Gebet.

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@Sternfunzel
und ein Mann der das erklärte aus Jerusalem sagte :Jahwe we ganz, ganz kurz .

Im deutschen wird oft Länge mit Vokalqualität verwechselt.

Aber bei den e-Lauten sollte klar sein, dass das (erste) e in rette kurz und das ä in Räte lang ist - ansonsten werden beide gleich ausgesprochen (jedenfalls in der Standard-Aussprache laut Duden). Das "lange e" wie in Seele wird anders ausgesprochen (andere Vokalqualität), selbst wenn es in unbetonter Position wie in "Medizin" kurz ausgesprochen wird (als kurzes "langes" e).

Phonetisch geht es um den Unterschied zwischen offenen e (bzw. ä) und geschlossenen ("langen") e. Das e in Jahweh ist offen, also ein "kurzes" e. Aber doch wohl lang ausgesprochen?

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@Sternfunzel

Naja, die populärwissenschaftlichen Sendungen im TV liegen oft verheerend daneben. Da hat neulich auch einer behauptet, der Name "Troja" käme nicht von den Griechen, sondern von den Römern. Ich bleibe deshalb bei dem, was meine Grammatik sagt...

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@helmutwk

Helmut, deine Ausführung hilft mir nicht weiter. Meine Grammatik sagt, dass es im Hebräischen keine offenen Silben mit kurzem Vokal gibt(s. o.). Ist Jahwae nun eine Ausnahme oder nicht?

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@Wurzelstock

Ich gehe davon aus, dass deine Grammatik stimmt, und dass die Aussage, das e am Ende wäre kurz, direkt oder indirekt von jemanden stammt, der auch das ä in Räte als "kurzes e" bezeichnen würde. (Wobei es in Norddeutschland meist als langes e ausgesprochen wird, ich meine die Standardaussprache).

PS: wieso schreibst du "ae" am Ende? Ein Diphtong a+e ist das ja definitiv nicht ;-) Üblich sind e oder ä.

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@helmutwk

Danke, Helmut. Die Schreibweise "ae" habe ich, glaube ich, auch aus meiner Grammatik übernommen. Ich weiß es aber nicht mehr. Ich muss mich immer wieder neu Schritt für Schritt in das Hebräisch hineinarbeiten. Das geht zwar inzwischen immer besser, ist aber trotzdem mühsam. Dabei kommen natürlich auch Irrtümer und deren Korrekturen vor. Zudem ist das Lesen und Übersetzen eines Textes die eine Sache. Einem anderen aber zu erklären, was man nun warum gemacht hat, eine andere. :-(

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↩🎤- Sternfunzel, du bist ein hübsches Mädchen 😎

Gruß Andresko

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@telemann2000

Ich habe ihr ein Komplement gemacht und sie zeigt mir die Hundezähne, so sind eben die Zeugen Jehovas, da kann man nichts machen 😎

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↩🎤- liebe Sternfunzel, stell dein hübsches Foto wieder rein 😎

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Überhaupt nicht. Das ist so gründlich gesichert, dass die Sturheit der Wachturmgesellschaft erstaunt,die das Gegenteil behauptet.

Unter diesem Aspekt wird die Fehldeutung 'Jehova', die von einem Augustinermönch aus dem 11. Jahrhundert stammt, von den gläubigen Juden zwar belächelt, aber bereitwillig toleriert.

Dort, wo der Name Gottes steht, wurde beim Vorlesen immer Adonai gesprochen. Deshalb steht auch in den Schriftzitaten des neuen Testamentes, die in Griechisch geschrieben sind, immer "Kyrios - Herr". Das kümmert die WTG nicht. Sie schreibt auch dort "Jehova".

Bekanntlich enthält die hebräische Quadratschrift keine Vokale. Aus Furcht, die Aussprache könnte in Vergessenheit geraten, begannen die hebräischen Gelehrten (Masoreten) nach der Vertreibung der Juden aus Jerusalem die Aussprache durch zusätzliche Zeichen zu sichern - der sogenannten Punktierung. Normativ wurde nach dem 6. Jahrhundert das System der Maoretenfamilie Ben Ascher in Tiberias, weshalb diese Punktation die "tiberiensische" heißt.

Aus dieser Punktation erschließt sich die Aussprache des Gottesnamens 'Jahwae', wenn er denn irgendwann einmal gesprochen werden sollte. Punktiert wird nämlich 'Adonai'. Allerdings mit einer leichten Abänderung: Das Chateph-Patach am Anfang des Wortes 'Adonai' ( ֲ ) wird zu einem Schwa simplex verkürzt ( ְ ). Es folgen Cholem (o) und Quames (a) von Adonai. (Beide über und unter dem Waw) Stand aber Adonai unmittelbar neben Jahwae, dann las man für das letztere 'Elohim' und punktierte davor JHWH anders, nämlich statt des Qames ein Chireq (i) : Adonai. Nur Unkenntnis kann zum Qere 'Jehova' führen.(Qere ist die Lesart, die von der Schrift abweicht.)

Das weiß der "Treue und verständige Sklave" inzwischen auch. Trotzdem besteht er auf 'Jehova'. Kann man das noch Unkenntnis nennen?

Jahwä ist zwar die wahrscheinlichste Aussprache, aber es gibt auch Hinweise auf "Jahu". Insofern ist die genaue Aussprache von JHWH nicht bekannt.

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@helmutwk

Nein, Helmut. "Jahu" ist eine Verkürzung des Namens - ein eigenständiges Wort, das ohne weiteres ausgesprochen werden kann. Deshalb ist es wahrscheinlich auch entstanden. (So, wie auch "Jah")

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@helmutwk

Helmut, dein Hinweis auf "Jahu" hat mir keine Ruhe gelassen, sodass ich nachgeschlagen habe. Es ist ein Eigenname, und der heißt nicht "Jahu", sondern "Jehu". Das Wort ist nicht mit Jahwe verwandt, denn es endet auf Aleph: יֵהוּא

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@Wurzelstock
Es ist ein Eigenname, und der heißt nicht "Jahu", sondern "Jehu".

Jehu (יֵהוּא) ist natürlich nicht JHWH, aber ich meinte, dass es Leute gibt, die Jahu für die korrekte, ursprüngliche Aussprache von JHWH halten.

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@helmutwk

Würde mich mal interessieren. Meine Grammatik (Ernst Jenni) geht darauf nicht ein. Sie schreibt nur, dass Jahwe gut gesichert sei. Sie hält es offenbar für selbstverständlich.

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@Wurzelstock

Scheinen tatsächlich weniger zu sein als ich dachte. Hatte mal iurgendwo so was gelesen, und auf Wiki wurde der Eindruck erweckt, dass das ne ernsthafte Alternative ist. Steht jetzt nicht mehr da, und als ich in der alten Version nachlas, wurde mir klar warum ;-)

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Kein Mensch kann heute mit Sicherheit sagen, wie Gottes persönlicher Name ursprünglich im Hebräischen ausgesprochen wurde. Einige Gelehrte bevorzugen die Schreibweise "Jahweh", doch sie sind sich hinsichtlich ihrer Richtigkeit nicht sicher, und es besteht keine Übereinstimmung unter ihnen. Andererseits ist "Jehova(h)" die bekannteste Form des Namens ; sie ist im deutschen Sprachraum seit Jahrhunderten in Gebrauch und enthält wie andere Formen die vier Konsonanten des hebräischen Tetragrammatons.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung
Wie spricht man den Namen Gottes richtigerweise aus?

"Richtigerweise" gar nicht ;-) Sagen jedenfalls Juden, die damit verhindern wollen, dass das 3. "Wort" (also das 3. Gebot: Du sollst den Namen JHWHs nicht missbrauchen) übertreten wird.

Daran hat sich auch Jesus gehalten, wenn er im AT JHWH las, hat Er "Herr" vorgelesen (gr. kyrios).

Genau deshalb weiß man nicht genau, wie der Name ausgesprochen wurde: als wahrscheinlichste Aussprache gilt Ja(c)hwä (mit dem "(c)" soll angedeutet werden, dass da ein echtes H und kein Dehnungs-H zu sprechen ist), möglich ist auch "Jahu".

Mit Sicherheit lässt sich sagen, dass der Name aus zwei Silben besteht und in der ersten ein "a" steht.

Das Tetragramaton JHWH spricht man im deutschen Sprachgebrauch mit Jehova aus.

Diese Aussprache ist nicht mehr allgemein üblich, weil es sich herumgesprochen hat, wie sie zustande kommt:

Wenn ein Jude den Text anders vorlesen soll, als er da steht, wird der eigentliche Text nicht geändert, aber die Vokale der richtigen Aussprache hingeschrieben. Beispiel:

Im At steht Jerusalem teilweise als "jeruschalajim" und teilweise als "jeruschalem". Juden nehmen stets die alte Aussprache "jeruschalajim", wenn also "j-r-sch-l-m" (also die neuere Form) im Text steht, werden dazu die Vokale e-u-a-a-i (von der alten Form) geschrieben, heraus kommt "jeruschalami". Nur das hat so niemand ausgesprochen.

Bei JHWH ist es ähnlich, da kommen die Voakale von adonaj, also (a)-o-a hinzu, und da es nach J kein (a) geben kann, wird der ähmnliche Vokal "schwa" genommen, der so klingt wie das e in "oben". Wer sich nicht auskennt, liest also "Jehova", womit das Ziel erreicht ist: Unkundige sprechen den Namen JHWH nicht aus und können ihn auch nicht missbrauchen.

Bevor das mit den Vokalzeichen üblich war, gab es andere Methoden: etwa althebräische Buchstaben für JHWH in einer Handschrift mit neuhebräischen Buchstaben, oder hebräische Buchstaben in einer Handschrift der griechischen Übersetzungen des ATs.

Weil im alten Hebräisch das H immer als A ausgesprochen wurde.

Stimmt doch gar nicht. Wer hat dir denn das erzählt?

Genau deshalb weiß man nicht genau, wie der Name ausgesprochen wurde:

↩🎤- das ist richtig 👍

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Danke, dass Du meine Ausführung etwas verständlicher wiederholst, Helmut. Mit Jerusalem liegt Du allerdings nicht ganz richtig, denn es ist umgekehrt: Das Ketib ist "Jeruschalem", das Qere perpetuum ist "Jeruschalájim". Es ist also das jüngere, und wird auch im heutigen Iwrit so ausgesprochen. ;-))

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@Wurzelstock
Mit Jerusalem liegt Du allerdings nicht ganz richtig, denn es ist umgekehrt

Sprachhistorisch geht Jeruschalem auf Jeruschalajim zurück. Nur weil Jeruschalajim sich als Standard-Aussprache durchgesetzt hat (in einer Zeit, in der Hebräisch eine tote Sprache war), ist die Aussprache Jeruschalem im Ivrit nicht vorhanden.

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@helmutwk

Jenni erklärt es ausführlich anders herum (4.3.1.6). יֵרוּשָׁלַםִ ist demnach Qere perpetum für  יֵרוּשָׁלַיִם . Das Ketib meint die ursprüngliche Aussprache יֵרוּשָׁלֵם .

Das liegt sogar auf der Hand: Jerusalem ist das ursprüngliche Salem שָׁלֵם , die Stadt des Königs Melchisedek (Gen. 14, 18)

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"Richtigerweise" gar nicht ;-) Sagen jedenfalls Juden, die damit verhindern wollen, dass das 3. "Wort" (also das 3. Gebot: Du sollst den Namen JHWHs nicht missbrauchen) übertreten wird

↩🎤- das ist wahr 👍 😎

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