Nächstes Jahr werden 5 Kernkraftwerke abgeschaltet ist das bedenklich?

12 Antworten

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Nein, das ist überhaupt nicht bedenklich, sondern es wurde höchste Zeit:

Die Probleme der Atomkraft fangen an beim Uranabbau: extrem gesundheitsschädlich für die Arbeiter, Häufung von Krebsfällen, mit Verzögerung ein sicheres Todesurteil. Die Umwelt wird dabei zerstört und beim Tagebau riesige Landstriche durch die Windverbreitung radioaktiv verseucht.

Weiter geht es mit den aufwendigen und gefährlichen Transporten. Da bleibt unterwegs wiederum einiges hängen an radioaktiver Belastung.

Atomkraftwerke setzen auch im Normalbetrieb radioaktive Stoffe frei. Im 5 km Umkreis um die Standorte konnte eine Vervielfachung von Leukämiefällen bei Kindern festgestellt werden. Daher kann man von einer erheblichen Gesundheitsschädigung der Bewohner in der Nähe von Atomanlagen ausgehen, auch wenn sich das meistens erst auf lange Sicht auswirkt.

Der Bau und erst recht der Abriss derAnlagen ist extrem aufwendig. Was bei der direkten Stromerzeugung an CO 2 vermieden wurde, wird beim Bau und Abbau der Atomkraftwerke doppelt und dreifach ausgestoßen.

Der Atommüll wird über weite Strecken transportiert und dann entweder hochriskant zwischengelagert oder in abgelegenen Gebieten, meistens Sibirien, unter freiem Himmel abgelagert, von wo sich die frei werdende Radioaktivität weit verbreitet. Nach einem sogenannten Endlager wird weiter vergeblich gesucht.

Wer die Atomkraft befürwortet hat sich entweder nicht für die Fakten interessiert oder er ist ideologisch verblendet aus Trotz gegen gutgemeinte ökologische oder um das Leben besorgte Argumente.

Zitat:

"Es ist überhaupt keine gute Idee, die Atomkraft wieder aus der Mottenkiste zu holen", sagt dagegen Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung im Interview mit ntv.de. "Atomstrom war, ist und bleibt unwirtschaftlich." Während eine Kilowattstunde Strom aus Solar- und Windenergie im Durchschnitt 6 bis 8 Cent koste, sei der Preis für Atomenergie mit 16 Cent fast dreimal so hoch. Das liege vor allem an den hohen Investitionskosten wie dem durchschnittlich zehn Jahre langen Bau der Kernkraftwerke, sicherheitstechnischen Updates und schließlich dem notwendigen Uranabbau und -einsatz, erklärt Kemfert. Aufgrund der radioaktiven Strahlung in der gesamten Wertschöpfungskette sei Nuklearenergie auch eine enorme Gefahr für Mensch und Natur. "Atomkraft ist damit weder eine wirtschaftliche noch eine saubere Energieform."

Quelle:

https://www.n-tv.de/politik/Erlebt-Atomkraft-eine-Renaissance-article22389159.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

 

Nun....: mit Sicherheit wird der höchste Strompreis Europas in Deutschland noch mal einen satten Sprung nach oben machen. Schließlich muss Deutschland die 30Terrawattstunden Strom die durch die Abschaltung der Kraftwerke wegfallen ja irgendwo anders herbekommen...: sprich er muß im Ausland gekauft werden, egal wie hoch der Preis gerade ist.

Auf die Versorgungssicherheit wird das insofern Auswirkungen haben, als daß der Sicherheitsspielraum natürlich ein weiteres Mal kleiner wird. Jeh mehr Strom wir aus dem Ausland beziehen müssen, desto mehr sind wir natürlich auch von Störungen anderswo betroffen.

In der Wirtschaft wird das zu weiter steigenden Preisen führen, weil die höheren Energiekosten natürlich auf die Produkte aufgeschlagen werden. Energie-intensive Produktionen werden über kurz oder lang ins Ausland verlegt werden, alles in allem bekommt selbstverständlich wie immer der Verbraucher die Rechnung.

Und irgendwann kommt das auch bei all denjehnigen an, deren Energieprobleme bislang lediglich darin bestehen, überall eine Ladesteckdose für ihr Smartphone zu finden und die aktuell gar nicht laut genug fordern können, möglichst jede Art konventioneller Stromerzeugung wenns geht sofort zu 100% abzuschalten.

Medien berichten:

Viel Zeit bleibt nicht mehr. An Silvester sollen die Reaktoren in Brokdorf, Grohnde und Grundremmingen endgültig heruntergefahren werden. Die Hälfte der sechs verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland wäre damit stillgelegt. Ein Jahr später die anderen drei. So sieht es der 2011 beschlossene Atomausstieg vor. Doch je näher der Zeitpunkt rückt, umso ernsthaftere Sorgen machen sich Fachleute um die sichere Stromversorgung Deutschlands. Zumal Europa gerade in eine ernsthafte Energiekrise hineinschlittert, bedingt durch Gasknappheit und Windflaute.In einem bemerkenswerten Aufsatz warnen zwei Ingenieure des Kernkraftwerkbetreibers Preussenelektra vor drohenden Engpässen und wachsender Instabilität der Stromversorgung in Deutschland. Gleichzeitig aus Atomenergie und Kohlverstromung auszusteigen, so die Schlussfolgerung der Autoren, wird nicht funktionieren. Und sie belegen mit nüchternen Zahlen, dass der derzeit von fast allen Parteien in Deutschland geforderte massive Ausbau von Wind- und Solarenergie die grundsätzlichen Probleme der Energiewende nicht löst, sondern verschärft.

Weiter heißt es:

Unter Energiesicherheit wird die Versorgungssicherheit mit Energie verstanden. Energiesicherheit hat ökonomische, ökologische, soziale und geopolitische Bedeutung, weshalb die kurz- wie langfristige Gewährleistung der Energiesicherheit ein wichtiges Politikziel ist. Energiesicherheit wird definiert als Zustand der Wirtschaft, welcher die Deckung des aktuellen und perspektivischen Bedarfs der Verbraucher an Brennstoffen und Energie auf eine technisch wie wirtschaftlich sinnvolle Weise und entsprechend der Anforderungen des Umweltschutzes sicherstellt. [...] Ein weiterer Aspekt ist heute zudem die Gewährleistung einer auch in Zukunft unterbrechungsfreien Stromversorgung in einer sich im Rahmen der Energiewende wandelnden Energiewirtschaft. [...] In Deutschland regelt das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) die Anforderungen an Versorgungssicherheit. § 1 EnWG definiert als Ziel die „möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche“ Versorgung der Allgemeinheit mit Strom und Gas. Zur Erreichung dieses Ziels haben die Betreiber von Übertragungsnetzen insbesondere durch entsprechende Übertragungskapazität und Zuverlässigkeit des Netzes zur Versorgungssicherheit beizutragen (§ 12 EnWG). Das Gleiche gilt für die Betreiber von Fernleitungsnetzen (§ 15 EnWG). Investitionen, die der Versorgungssicherheit dienen, können nach § 21a EnWG durch Rechtsverordnung begünstigt werden. Auch bestehen Begünstigungen bezüglich des Planfeststellungsverfahren nach § 43b EnWG, wenn die Versorgungssicherheit berührt ist. [Wikipedia]

Eine Versorgungssicherheit wird garantiert. Wenn durch das Fehlen der verbliebenen Kernkraftwerke die Versorgungssicherheit nicht gegeben wäre, dann werden die Kraftwerke auch nicht abgeschaltet. Ob den Grünen oder den Umweltaktivisten das gefällt, spielt an der Stelle keine Rolle.

Des Weiteren stehen in Frankreich und Tschechien Kernkraftwerke und in Polen Kohlekraftwerke. Unsere Nachbarn werden uns gerne Strom verkaufen, wenn in Deutschland die Windräder stehen und die Sonne wegen Nebel nicht scheint.

Die Betreiber haben zur Versorgungssicherheit "beizutragen"; da steht nicht, dass sie die zu garantieren haben!

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Hier liegt eine Menge Ironie. Die Bevölkerungsgruppe die am stärksten für Kernenergie ist, sind Ingenieure (am meisten dagegen sind übrigens Lehrer und Sozialpädagogen). Und wir deutsche Ingenieure sind die besten der Welt. Macht euch keine Sorgen. Selbst wenn meine Mitstreiter für Kernenergie gern das Schreckgespenst des Blackouts und der Versorgungssicherheit heraufbeschwören, wir lassen euch nicht im Dunkeln sitzen nur um danach sagen zu können "Haben wir doch gesagt.".

Wir sind in überwältigender Mehrheit für die Kernenergie und die überwältigende Mehrheit sieht den Ausstieg nicht nur als Fehler sondern als Dummheit an, resultierend aus mangelnder naturwissenschaftlicher Bildung.

Aber wir lassen die Bevölkerung nicht im Stich in der selbst gewählten Misere.

Wir werden für die Kernenergie argumentieren und gleichzeitig dafür kämpfen, dass wir ohne sie zurecht kommen.

Und wenn dann trotz allem kein Blackout kommt und es trotzdem noch genug Strom gibt, werden die die keine Ahnung von der Materie haben sagen: "Hab doch gesagt es ist kein Problem!" zu denjenigen die dafür gesorgt haben, dass es kein Problem wurde.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Bruder im Geiste, auch wenn ich es nur zum Techniker ausgehalten habe ;)

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Nächstes Jahr werden 5 Kernkraftwerke abgeschaltet ist das bedenklich?

Ja, durchaus. In Deutschland gibt es keinen Ersatz. In Kürze sollen auch alle Kohlekraftwerke geschlossen werden - und die Grünen können mit ihrem Wahlprogramm auch keinen Strom generieren, selbst wenn man es verfeuern würde. 😊

Für unsere Energiesicherheit ab 2023 ?

Das sehe ich nicht so kritisch. Im benachbarten Ausland wird soviel Strom produziert, dass es auch für Deutschland reichen wird. Aber die Strompreise werden erheblich steigen - es gibt eben nichts für nichts! 😊

Bleibt gesund!

Arnold

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Ich arbeite als Historiker.

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