Nachtrag zum Mietvertrag -nicht einverstanden, Kündigung?

9 Antworten

Mir stellt sich bloß die Frage, ob es möglich ist die Wohnung fristlos zu kündigen

Fristlos könnt weder Ihr noch die Vermieterin kündigen.

Anscheinend wohnt die Vermieterin selbst mit in dem Haus.

Hat das nur 2 Wohnungen kann sie tatsächlich mal so eben die Kündigung schreiben und Euch zukommen lassen. Dafür braucht sie nicht mal einen Grund. Sie kann sich auf ihr erleichtertes Kündigungsrecht gemäß BGB §573a berufen und fertig. Kündigungsfrist allerdings 6 Monate.

Zu den 50 € mehr monatlich.

Das ist keine Mieterhöhung, sondern eine Erhöhung der Nebenkosten.

Ob die VMn berechtigt ist diese zu fordern kommt auf die genaue vertragliche Vereinbarung dazu an.

Zur Katzenhaltung.

Diese sind, auch wenn klein, laut BGH keine Kleintiere. Heißt hier hätte die vorherige Zustimmung der VMn  eingeholt werden müssen.

Hinzu kommt, dass sie die Miete um 50 Euro monatlich erhöht hat, was
irgendwie total willkürlich zustande gekommen ist. Begründet hat sie das
mit gestiegenen Heiz- und Wasserkosten und Müllabfuhrkosten. Nach einer
Recherche stellten wir jedoch fest, dass es keine Erhöhung gab (sondern
eher ein Abfall der Preise im vergangenen Jahr)

Sie berichten hier von einer Erhöhung der Nebenkosten, die mit ihrer verinbarten Kaltmiete nichts gemein hat. Über diese Kosten muß die Vermieterin folglich eine Jahresabrechnung vorlegen, deren zugrundliegenden Rechnungen Sie einsehen können. Dabei stellt sich dann heraus, ob eine Nebenkostenerhöhung gerechtfertigt war. Haben Sie zuviel gezahlt, wird Ihnen das  erstattet.

Zur Tiehaltung: Eine genrelles Haustierverbot (z.B. Ziervögel oder Fische) wäre unwirksam. Die Haltung von Katzen und Hunden hingegen bedarf der Zustimmung durch den Vermieter, der diese Zustimmung jederzeit widerrufen kann.

Im Mietvertrag steht lediglich der Satz " keine Haustiere vorhanden".

Das ist weder ein Verbot noch eine Erlaubnis zur Tierhaltung. Einfach nur eine Feststellung für den Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung.

In diesem Nachtrag steht jetzt plötzlich,...

In welchem Nachtrag? Sollt ihr jetzt einen Nachtrag unterschreiben? Das braucht ihr nicht.

Die Vermieterin kann die Erlaubnis zur Tierhaltung jederzeit wider rufen. Allerdings braucht sie einen guten Grund dafür und müßte das ggf. gerichtlich durchsetzen. Eine fristlose Kündigung könnte sie nach einer Abmahnung zwar aussprechen, aber um Euch aus der Wohnung zu bekommen, müßte sie eine Räumungsklage einreichen und die Erfolgsaussichten sind für sie alles andere als gewiss.

Eine unterjährige Erhöhung der Nebenkostenvorauszahlung ist nicht erlaubt. Sie könnte das allenfalls anlässlich einer Jahresabrechnung machen, die eindeutig gestiegene Kosten ausweist und zu deren Deckung die derzeitige Vorauszahlung nicht ausreicht. Die 50 € einfach nicht bezahlen!

Betrug seitens der Vermieterin liegt nicht vor. Ihr wurdet nicht auf hinterlistige Art von einem Teil Eures Vermögens getrennt. Sie hat lediglich etwas versucht, auf das ihr nicht eingegangen seid.

Kündigen kann sie Euch ohne Begründung, wenn es sich um ein Zweifamilienhaus handelt, das von der Vermieterin in einer Wohneinheit selbst bewohnt wird. Allerdings mit um 3 Monate verlängerter Frist.

Mein Rat: Sucht Euch ganz normal eine andere Wohnung. Weder eine fristlose Kündigung von Euch noch von der Vermieterin würde irgend einen Vorteil bringen. Nur noch mehr Ärger.

Haltet die Katzen bis dahin so, dass sie keine Schäden hinterlassen, die ihr später nicht beseitigen könnt. Z. B. durch Kratzen. Oder was auch gefährlich ist: Urinieren an Wände, wobei der Urin hinter die Bodenleiste in den Bereich des Estrichs sickern könnte. Der Geruch wäre dann kaum mehr zu beseitigen. Und passt gut auf, dass Eure Katzen nicht plötzlich sehr krank werden.

Die Vermieterin kann die Erlaubnis zur Tierhaltung jederzeit wider rufen.

Schon, aber hier liegt offensichtlich gar keine Erlaubnis vor, weil die Vermieterin nicht mal gefragt wurde. Die Katzen wurden angeschafft und der dahin gesagte Satz, dass Katzen kein Problem seien, als Erlaubnis gewertet.

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@TrudiMeier

Tja, man sollte wirklich vorsichtig sein, mit dem, was man so dahin sagt. Es könnte leicht missverstanden werden.

Allerdings ist das unerheblich. Die Erlaubnis kann wider rufen werden oder die Vermieterin kann behaupten, die Erlaubnis wäre nie erteilt worden. Will sie nach einer Abmahnung fristlos kündigen, müsste sie ggf. auf Räumung klagen und dann entscheidet jemand anders darüber. Bis das soweit kommt, kann man sich in Ruhe eine neue Wohnung suchen und das Problem durch Umzug lösen.

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