Nachträgliche Genehmigung für das Dachgeschoss möglich?

9 Antworten

Dazu müsste zunächst geklärt werden, in welchem Bundesland sich das Objekt befindet (Baurecht ist Ländersache). Sofern das Baurecht zum Zeitpunkt des Ausbaus einen genehmigungsfreien Ausbau ermöglichte, wäre es theoretisch denkbar, dass der Ausbau sogar völlig legal war. Allerdings waren Dachausbauten z.B. in Bayern erst ab 2005 infolge einer Änderung der BayBO möglich, und nur, solange keine (genehmigungspflichtigen) Eingriffe in die äußere Gestalt des Gebäudes erfolgten.

Klären kann man das nur bei der zuständigen Genehmigungsbehörde. Handelte es sich allerdings um einen Schwarzbau, kann die Behörde auch die Beseitigung anordnen.

Grundsätzlich ist hierfür auch eine Baugenehmigung erforderlich. Es wäre ja z.B. möglich, daß das ausgebaute Dachgeschoß dergestalt ausgeführt wurde, daß es der Feuerwehr im Brandfall schwerfiele oder gar unmöglich wäre, Menschen aus diesem Geschoß zu retten. Bei einer verständigen Behörde (je nach Bundesland Bauordnungsamt oder Bauamt) sollte man annehmen, daß das relativ einfach ist. Aber schon aus haftungsrechtlichen Gründen würde ich unbedingt eine Baugenehmigung fordern. Vielleicht kann Dein Onkel ja den Kaufpreis dergestalt aushandeln, daß die Durchführung eines Baugenehmigungsver-fahrens noch vom Verkäufer durchzuführen ist. Im übrigen dürfte ein derartiges Genehmi-gungsverfahren nicht die Welt kosten; das hat aber natürlich mit dem Arbeitsaufwand zu tu'n. Dabei dürfte es von entscheidender Bedeutung sein, was an (zutreffenden) Plänen vorhanden ist. Hast Du z.B. die EG-Pläne, ist die Herstellung der DG-Pläne wesentlich leichter (& kostengünstiger) als wenn éin vollständiges Aufmaß und Baubestands-zeichnungen angefertigt werden müssen.

Der nachträgliche Dachgeschossausbau hätte vermutlich einer Baugenehmigung bedurft. Ob diese zum jetzigen Zeitpunkt ohne weiteres beantragt werden kann, ist fraglich, da die Beurteilung durch die zuständige Untere Bauaufsichtsbehörde zwar nach seinerzeit gültigem Planungsrecht (z. B. B-Plan), aber nach heutigem Baurecht erfolgt. Das heißt, dass u. a. ein Wärmeschutznachweis für das Dach nach der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgelegt werden muss. Der in den Achtzigern erfolgte Dachgeschossausbau dürfte jedoch die Vorschriften der EnEV nicht erfüllen.

Wird die Behörde angesprochen, weckt man u. U. ihr Interesse an dem Sachverhalt und hat dann mit unabsehbarem Aufwand und Kosten zu tun. Ich empfehle daher, zunächst einen erfahrenen Architekten aus der näheren Umgebung hinzuzuziehen. Dein Onkel sollte erfragen, ob der Architekt bereits mit der zuständigen Behörde zusammengearbeitet hat und ob er staatlich anerkannter Sachverständiger für Schall- und Wärmeschutz ist. Nun dann ist gewährleistet, dass er den eventuell erforderlichen Nachweis auch selbst erstellen darf.

Vom Grundsatz her ist das natürlich richtig, aber es macht natürlich schon einen Unterschied, wenn man das Genehmigungsverfahren als nachträgliches kennzeichnet oder aber als zukünftige Bauaufgabe. Die Sache mit dem "erfahrenen Architekten" hat leider auch so seine Tücken, in meinem Beruf gibt's leider auch viele Schwachmänner (oder -frauen).

Ich würde immer ein geregeltes Verfahren vorziehen und schon aus den erwähnten haftungsrechtlichen Gründen immer ein Genehmigungsverfahren durchführen. Aber natürlich nur mit einem qualifizierten Archiotekten!

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@Literaturius

Der Kommentar ist irreführend. Es ist gar nicht möglich, die Inhalte von Bauanträge als "nachträglich" zu kennzeichnen. Bauanträge werden stets nach aktuell geltendem Baurecht beurteilt - unabhängig davon, ob und wann die Baumaßnahme im Ausnahmefall bereits durchgeführt wurde.

Der Hinweis, dass es auch weniger qualifizierte Architekten geben mag, dürfte hier auch nicht weiterhelfen. Das gibt es in jedem Berufsstand. Die erforderliche Qualifikation des zu beteiligten Architekten hatte ich genannt. Einen Unterschied zwischen "erfahrenen" und "qualifizierten" Architekten machen zu wollen, ist - mit Verlaub - Wortklauberei, die hier nichts zu suchen hat. Angesichts der zahlreichen unkundigen und falschen Antworten hier erscheint es mir wesentlich, grundsätzlich auf die Notwendigkeit der Beteiligung eines Architekten hinzuweisen.

 

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@Literaturius

Wer als bauvorlageberechtigter Architekt behörden- und vorschriftengläubig ist und sich nur auf Auskünfte iregendeines Behördenmitarbeiters verlässt, hat schon verloren. Die Landesgesetzgeber gehen heute davon aus, dass die Architekten genau so viel Wissen wie Sachbearbeiter einer Bauaufsiocht. Deshalb haftet cauch nur noch der Architekt; Amtshaftung gfibt es nicht mehr!

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