Nachnamen ändern lassen? Welche Möglichkeiten?

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7 Antworten

Die Polen haben aus politischen Gründen damals denen, die ihre Heimat nicht verlassen und in den Gebieten bleiben wollten, die in der Folge des Krieges an Polen fielen, eine Polonisierung des Namens sehr, sehr deutlich nahegelegt. Verständlich nach dem, was nach dem Krieg alles Deutsche für sie bedeutete. Das heißt aus Kirchner wurde Kosiolek, aus Bäcker Piekarski usw. Du müsstest die Dir aus dem Namen erwachsene Diskriminierung hieb- und stichfest nachweisen. Bei Namen wie H*tler oder Himmler oder Mengele oder Göth nicht so das Problem - aber bei einem unverfänglichen polnischen Namen wird es da schon schwieriger, zumal beispielsweise im Ruhrpott durch die massive Zuwanderung polnischer Arbeitskräfte seit hundert Jahren viele polnische Familiennamen etabliert sind. Umgekehrt geht das schon besser: Wenn Du einen Grafentitel trägst, lässt sich eine Bevorzugung im täglichen Leben leichter belegen. Aber wer will den schon ablegen?

Ja, ohne Papiere ist das ganz mau. Aber wenn Dir soviel daran liegt, versuche über die Kirchenbücher und möglicherweise die Munizipalarchive der Kommunen und Landkreise an die alten Urkunden und Daten heranzukommen, in denen Deine Großeltern zuhause waren. Ein Auszug aus Taufregister oder Grundbuch wird auch anerkannt, wenn sich die deutsche Behörde nicht aus Prinzip querstellt. Ich habe erlebt, dass die Polen in jüngster Zeit freundlicher und kooperativer werden, wenn man ihnen entsprechend mit Achtung, Freundschaft und Respekt begegnet.

Gut, sehr gut, D.h.!!!

Ich versteh' nicht wirklich, warum daviddaniel seinen Nachnamen ändern will und befürchte dahinter so'ne Deutschtümelei á la Steinbach MdB.

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@Literaturius

Na ja, lieber Literatrurius, möglich ist alles. Aber ich kenne daviddaniel natürlich nicht und als gelernter Mediziner hüte ich mich vor Ferndiagnosen wie der Teufel vorm Weihwasser. Der Stab über einen anderen ist schnell gebrochen - hat man dem anderen Unrecht getan, fällt einem das rasche Urteil selbst böse auf die Füße. Das versuche ich aus einem hoffentlich ganz gesunden Eigennutz zu verhindern, wo ich nur kann. Aber im Endeffekt sollte gelten, was der große Stratforder schon seine Julia Capulet ihrem Romeo Montague zurufen ließ: "Was sind Namen...?" ;-) Danke für den DH!

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@Literaturius

Ich arbeite in einem IT Unternehmen, habe deshalb täglich mit vielen Menschen zu tun. Jedes mal jeden erklären zu müssen wie der Name geschrieben und ausgesprochen wird ist für mich mittlerweile sehr belastend. In einer Konferenz werde ich als einzigster mit den Vornamen angesprochen, das führt zu Gesprächen und Gelächter unter den Kollegen, das belastend mich sehr und geht mir auch sehr an die Psyche. In der Schule konnte es ebenfalls kein Lehrer aussprechen das führte ebenfalls zu großen Gelächter und anderen Schülern, allerdings war es damals nicht wirklich von Bedeutung. Es ist allgemein sehr ärgerlich überall jeden erklären zu müssen, wie der Name geschrieben wird und wie der Name ausgesprochen wird. Es ist mittlerweile eine Last für mich. Zudem kann ich mich mit dem Namen nicht identifizieren, da ich in Deutschland geboren und aufgewachsen bin. Meine Großeltern haben damals nur den Namen angenommen, weil Sie gezwungen waren.

Allerdings war das nicht meine Frage, da ich mir dessen bewusst bin, dass es nicht so einfach wird. Möchte ich gerne einen Anwalt damit beauftragen und wollte deshalb wissen welche Anwälte auf so so was spezialisiert sind.

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@Literaturius

Ich finde es absolut nicht gerechtfertigt, Sie kennen mich nicht und die Probleme die mir dadurch entstehen, erlauben sich dennoch ein Urteil. Ich hatte unteranderem auch große Schwierigkeiten, einen Ausbildungsplatz zu finden trotz sehr guter Noten und einer Professionell angefertigten Bewerbung. Es ist einfach eine unausgesprochne Tatsache, dass Menschen nicht nach Leistung bewertet werden sondern das Gesamtkonzept entscheidend ist. Da kann ein es von Nachteil sein, wenn man einen unaussprechlichen Nachnamen hat. Und ich rede hier nicht von Ausländerfeindlichkeit.

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Das ist mir alles viel zu viel Aufwand, wäre es vielleicht möglich ein Gutachten vom Psychiater einzuholen. Ich meine es belastet mich wirklich sehr und ich will den Nachnamen um jeden Preis jetzt ändern.

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Danke fürs Sternchen und - viel Glück! Da ich selbst Halbslawe bin und zumindest das Russische ganz passabel spreche, ist mir klar, dass die mit Zischlauten durchsetzten slawischen Sprachen nur schwer von Leuten adaptiert werden können, die Deutsche oder Muttersprachler germanischer, vokalreicher Zungen sind. Das führt sich zurück bis auf minimale Unterschiede in der Anatomie der sprachbildenden Stimmorgane. Ich höre das unter anderem sehr deutlich an dem unbeholfen und stark dialektgefärbten Akzent Gerd Ruges, wenn er mit den Russen russisch parliert - die Sprache beherrscht er famos - die Aussprache bereitet ihm hörbar Mühe. Von daher erscheint mir Dein Anliegen verständlich. Also nochmals: Mnogo Uspechow - Viel Erfolg!

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Hallo, Ihr Wunsch, Ihren Namen ist hier hinlänglich kommentiert, tlw. ziemlich blöd. Ich kann Ihren Wunsch verstehen und nachvollziehen. Auch nach einer Änderung Ihres Nachnamens wird Vieles sehr schwer sein für sein, es werden sich auch neue / andere Probleme für Siedaraus ergeben. Sehr gut an Ihnen finde ich, dass Sie zur Durchsetzung Ihres Wunsches bereit sind, zu kämpfen, wie man hier schon erkennt. Wenn Menschen im Leben für / um etwas kämpfen, begrüsse ich das und halte es für unterstützenswert. Hinter dem Kampf steht nämlich ein Wille und der zeugt von Charakter - das ist unserer Gesellschaft heute nicht mehr so sehr üblich! Ich muss ja den Wunsch selbst nicht unbedingt gut finden und ich habe da eine eigene Meinung dazu, die aber so wichtig nicht ist, als daass ich Sie hier damit belästigen müsste! Es ist aber schon schlimm genug und legt von unserer Gesellschaft ein sehr deutlich schlechtes Zeichen ab, dass Menschen auf die Idee kommen, Ihren Namen ändern zu wollen. Zusätzlich ist schlimm, dass viele Menschen hier auf diese Gesellschaft sogar noch stolz sind, anstatt ganz leise zu sein und sich in Grund und Boden zu schämen ... Ich jedenfalls fühle mich nur einfach angewidert, zutiefst beschämt ...

Um Ihnen eine Enttäuschung zu ersparen, möcchte ich Ihnen aber einen Rat mit auf den Weg geben, aus Erfahrung. Ob es auf Namensrecht spezialisierte Rechtsanwälte gibt, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen; Namensrecht ist aber auch kein für sich genommenes Rechtsgebiet, so dass die Spezialisierung auch nicht erfasst wird, also auch nirgendwo nachzulesen ist. Sie können sich versuchsweise durchaus bei der Bundesrechtsanwaltskammer danach erkundigen - zumal es ja auch nicht erforderlich ist, dass derjenige bei Ihnen am Wohn- oder Arbeitsort ansässig ist. Ich glaube aber, dass Sie da "die Nadel im Heuhaufen" suchen. Ich habe beruflich massenweise mit Rechtsstreiten im bürgerlichen, Prozess- und Strafrecht zu tun und kenne daher fast ebenso viele Rechtsanwälte auf der Gegenseite - die sich - mit Verlaub - häufigstenfalls als "Klappspaten" herausstellen, also als der beste Anwalt auf meiner Seite! Ihr Risiko, auf einen solchen Blender, Gebührenkassierer und Schwätzer zu treffen, ist immens gross.

Ich habe geschrieben, dass ich Ihren grossen Willen herausgelesen habe und denke deshalb, dass Sie Ihr Ziel auch ohne Rechtsanwalt erreichen; nötig ist absolute Hartnäckigkeit, Besonnenheit, ein guter Teil Intelligenz - auch soziale, Lernfähigkeit und ein verständnisvolles Umfeld. Dann können Sie das alles alleine!!! Schnell und einfach geht das sowieso nicht, gleich, ob mit oder ohne Rechtsanwalt und wenn Sie von einem RA vertreten werden, heisst das noch lange nicht, dass es schneller und einfacher geht - auf jeden Fall aber teuerer. Diese Sache kann Sie bei einem Rechtsanwalt auch schnell mal paar Tsd. € kosten, ohne Garantie, dass der zum Ergebnis kommt.In dieser Sache gibt es ja keinen Gegenstandswert, die wird nach Aufwand abgerechnet, also unter Zugrundelegung eines Stundensatzes, der vermutlich nicht unter 100 €, eher weit drüber, liegt.

Glaubeen Sie mir, es ganz bestimmt besser, wenn Sie versuchen, da alleine durch zu kommen und evt. Rechtsrat nur je nach Bedarf im speziellen Fall hinzukaufen. Viele Grüsse

Ja danke für die ausführliche Antwort, zu meiner Überraschung wird die Namensänderung ganz leicht über die Bühne gehen. Ich war beim Standesamt habe meine Situation geschildert und habe ein Ok bekommen. Kostet lediglich 500 Euro. Aber das ist es mir wert. Dass Sie meiern Gründe blöd finden kann ich auch verstehen. Die Sache ist aber Sie haben diese Probleme nicht, Sie können meine Situation gar nicht nachvollziehen. Aber was bringt es mir hier jeden verklickern zu wollen, dass mein Nachname einfach nur hinderlich ist. Außerdem möchte ich doch nur meinen deutschen Namen annehmen, den schon meine Großeltern hatten.

Welche neuen Problem sollten sich den für mich ergeben? Ich habe keine Außerdem, dass kein mensch auf der Welt meinen Namen nicht aussprechen kann. Einen neuen Führerschein und einen neuen Personalausweis zu beantragen empfinde ich nicht als ein Problem, falls Sie das meinen.

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@daviddaniel

Sorry, das war ein Missverständnis! Ihren Wunsch, den Nachnamen zu ändern fand ich nicht blöd, sehr wohl aber die dazu tlw. abgegebenen Kommentare ...

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Ja danke für die ausführliche Antwort, zu meiner Überraschung wird die Namensänderung ganz leicht über die Bühne gehen. Ich war beim Standesamt habe meine Situation geschildert und habe ein Ok bekommen. Kostet lediglich 500 Euro. Aber das ist es mir wert. Dass Sie meiern Gründe blöd finden kann ich auch verstehen. Die Sache ist aber Sie haben diese Probleme nicht, Sie können meine Situation gar nicht nachvollziehen. Aber was bringt es mir hier jeden verklickern zu wollen, dass mein Nachname einfach nur hinderlich ist. Außerdem möchte ich doch nur meinen deutschen Namen annehmen, den schon meine Großeltern hatten.

Welche neuen Problem sollten sich den für mich ergeben? Ich habe keine Außerdem, dass kein mensch auf der Welt meinen Namen nicht aussprechen kann. Einen neuen Führerschein und einen neuen Personalausweis zu beantragen empfinde ich nicht als ein Problem, falls Sie das meinen.

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Im Rasthaus wirst Du wenig Hilfreiches zur Namensänderung erfahren.
Es gibt einen Haufen Anwälte, die alles machen (müssen ). Einen mit ausgeprägter Ahnung im Namensänderungsrecht habe ich in 20 Jahren beruflicher NÄ nicht erlebt.

Wenn der Name wirklich schwer aussprechbar ist, dann liegt darin der für eine NÄ erforderliche 'wichtige Grund' (§3 NamÄndG und Nr. 25ff der NamÄndVwV - http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_11081980_VII31331317.htm)

Wenn nicht NamÄndG, dann ggf. § 94 BVFG oder - nach einer Einbürgherung - Art. 47 EGBGB.

War denn Dein Vater zum Zeitpunkt seiner Geburt noch Deutscher?

Ich glaube, beim Nachnamen wird es schwierig. Bei Vornamen ist dies leichter, da diese ja von den Eltern ausgesucht wurden, während Nachnamen eine gewisse Tradition beinhalten. Du müsstest beweisen, warum die befürchteten Nachteile ausgerechnet Dich treffen könnten und zum Beispiel nicht Deine Eltern, da diese diese Möglichkeit anscheinend nicht versucht haben und wohl damit auch gut zurecht gekommen sind.

Eine sichere Sache wäre die heirat mit einem Menschen, der einen für dich akzeptablen Namen hat, den du dann annehmen kannst.

Echt 'ne gute Idee, die Partnerin aufgrund ihres Nachnamens aussuchen!

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Das Namensrecht ist in Deutschland in § 12 BGB geregelt. Leider sind die Voraussetzungen, unter denen man seinen Namen ändern kann, sehr hart. Ohne eine sehr gute Begründung wirst du nicht viel Erfolg haben.

... und das Namensänderungsrecht im NamÄndG. Einschlägig hier §3.

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Ich find's gut, daß das nicht so leicht ist. Nur gesichts- und geschichtslose Gesellen haben m.E. derartige Probleme (außer natürlich jenen, die Namen wie Pissnelke oder Krautsalat haben, die zu ändern ist aber deshalb auch wesentlich leichter).

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@Literaturius

Ich finde es absolut nicht gerechtfertigt, Sie kennen mich nicht und die Probleme die mir dadurch entstehen, erlauben sich dennoch ein Urteil.

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Mal eine Frage, was ist mit dem Grossvater? Sollte der im Krieg gefallen sein, hast du gute Chancen über die WAST nähreres über die Dienstjahre zu erfahren und kommst damit vielleicht weiter.

http://www.dd-wast.de/

nein, das ist nicht der Fall mein Großvater ist lange Tod, deswegen habe ich von meiner Oma gesprochen.

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@daviddaniel

Deswegen ja auch meine Frage, ob der Grossvater eventuell im Krieg als Soldat gestorben ist?

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