Nachlaßverwalter will Auto der Freundin eines Verstorbenen verwerten, wie kann sie sich wehren?

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7 Antworten

DEr Kfz-Brief ist ein Anscheinsbeweis für das Eigentum, aber das ist nicht zwingend.

Weder dadurch, dass man den Brief eines Fremden in Besitz hat, noch dadurch dass man im Brief steht ist das Eigentum endgültig geklärt.

Wenn Du schreibst sie haben es gemeinsam erworben, dann gibt es evtl. den Kaufvertrag, einen Nachweis über Zahlungen vom Konto usw.

Auf der anderen Seite ist es für mich ein typischer Fall. Erst wird bezüglich Thema "heirat" gesagt, wir brauchen den Papierkram nicht und dann die Beschwerde, dass der Papierkram fehlt.

Danke für die Fakten. Daß sie es gemeinsam erworben haben, habe ich nicht geschrieben. Die Beiden hatten das Auto gemeinsam gehalten (Reparaturkosten) und genutzt. Sie war ja nicht immer arbeitslos. Der Verstorbene hat bei Bekanntwerden der Diagnose seiner Freundin den Brief übergeben, damit sie nicht auch noch das Auto verliert, für weitere Schritte fehlte die Zeit. Die beiden hatten vor zu heiraten. Ist leider aus dem bekannten Grund nichts draus geworden. Der Tod war schneller, die Diagnose in ihrer Schwere kam überraschend. Du solltest Klassifizierungen unterlassen, wenn Du nicht die ganze Geschichte kennst. Die Dame liest mit und Du hast ihre Gefühle verletzt. Und niemand hat sich hier "beschwert", wir wollten nur eine Information. Dafür nochmals vielen Dank.

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Aha, ich hab hier was gefunden: "Das Eigentum richtet sich nach den ganz normalen Grundsätzen wie bei allen beweglichen Sachen. Die Eintragung im Fahrzeugbrief ist unerheblich. Nehmt das Beispiel des Kfz-Händlers: Dieser kauft und erhält ein gebrauchtes Fahrzeug zu Eigentum ohne die Eintragung in den Fahrzeugpapieren zu ändern. Da kommt doch auch keiner auf die Idee, der noch wochenlang in den Papieren eingetragene Verkäufer bliebe Eigentümer.

Die Fahrzeugpapiere sind vorrangig Verwaltungspapiere und gelten nur als Indiz, wenn es um den Verkauf des Fahrzeuges geht, dass der eingetragene Halter der Eigentümer des Kfz ist."

Jetzt sind wir genauso schlau wie vorher :o( da wird wohl nur eine qualifizierte Rechtsberatung helfen.

Als Lebensgefährtin hat sie keinen Erbanspruch. Wenn sie keine anteilige Finanzierung des Autos nachweisen kann, dann gehört das Auto in die Erbmasse und sie hat nichts davon. Wer ist denn im KFZ-Brief als Besitzer des Autos eingetragen?

Es geht nicht um einen Erbanspruch. Daß sie keinen hat, wissen wir.

Sie hat von ihm den Brief als Sicherheit bekommen.

Als Besitzer ist er eingetragen, ich dachte, das hätte ich klargestellt: "Auf dem Papier blieb er (...) als Halter bestehen".

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@SROEH

Die Übergabe des Fahrzeugbriefes "als Sicherheit" ist leider kein Eigentums- wechsel bzw. -nachweis.

Kann sie denn noch belegen, dass sie sich am Kauf des Autos beteiligt hatte? Das wäre nach meiner Einschätzung eine Möglichkeit weiter zu kommen und das Auto zu behalten.

Die andere ist die, mit dem Nachlassverwalter zu sprechen, ihr das Auto für einen geringen Preis zu überlassen (da er es ja sowieso verkaufen muss, um die Ansprüche der Gläubiger des Verstorbenen möglichst weitgehend zu befriedigen).

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Ihr Lieben, vielen Dank für Euren beigesteuerten Hirnschmalz :) Ich habe mir das Auto mal genauer angesehen und ihr dann gesagt, das beste was ihr passieren kann, ist, wenn jemand es für sie kostenneutral entsorgt ;) Das Ding durfte wirklich nicht mehr gefahren werden, Tüv hin oder her (die Reifen waren auch total runter, hinten kein (!!) Profil mehr), und die notwendigen Reparaturen wären sehr teuer geworden. So ist es besser.

Es wäre ja auch möglich gewesen, die Kfz Versicherung des Verstorbenen vorher auf die Lebensgefährtin umzuschreiben und den Wagen auf ihren Namen anzumelden. Aber hinterher ist man immer schlauer.

So hat der Nachlassverwalter leider das Recht, das Fahrzeug als Nachlaß zu verwalten. Das ist rein rechtlich keine Unterstellung, sondern die objektive Wahrheit.

Der Frau wird im konkreten Fall vom Nachlaßverwalter fälschlicherweise unterstellt, sie habe sich diesen nach dem Tod des Mannes angeeignet.

Das wäre eventuell mit Zeugen zu widerlegen, aber ob sich der Aufwand bund Ärger bei einem Schrottwagen lohnt?

Stimmt, hinterher ist man immer schlauer. Und manchmal kommt auch der Tod einfach zu schnell.

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Hat sie sich in irgendeiner Art und Weise am Kauf beteiligt bzw. ist das nachweisbar? Wenn sie das nicht nachweisen kann, wird sie das Auto herausgeben müssen.

Sie hat sich nicht am Kauf beteiligt, aber quasi Besitzrecht erworben, was beide Parteien durch die Übergabe des KfZ-Briefs für belegt hielten. Ich kann nicht glauben, daß das nichts gelten soll.

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@SROEH
Ich kann nicht glauben, daß das nichts gelten soll.

Ist aber in der Tat so. Deswegen sind solche "Dauerlebensgefährtin"-Verhältnisse auch nicht so sinnvoll, eben für den Fall des Todes. Hätten sie irgendwann mal geheiratet, wäre die Situation eine völlig andere.

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Daß sie es gemeinsam erworben haben, habe ich nicht geschrieben.

Dann ist es Teil der Erbmasse.

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