Nachlass über Notar?

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7 Antworten

Natürlich bedarf eine Erbauseinandersetzung keiner notariellen Mitwirkung.

Wenn der Saldo des gemeinsamen Kontos der Eheleute tatsächlich dem hälftigen Vermögensanteil des Erblassers entspräche, kann man als Witwe/r seinem Kind selbstverständlich mit Verwendungszweck "Erbteil Nachlass [Name]" diese Summe überweisen.

Jedenfalls dann, wenn man eine Kontovollmacht besäße und die vom Kind nicht widerrufen würde, wovon auszugehen ist.

G imager761


Es wundert es mich ein wenig, dass Du die Frage zum Erbrecht in einem allgemeinen Internetforum stellst.

Willst Du Dich gegenüber dem/den Miterben auf die hier bei GF gegebenen Antworten als Referenz berufen?

1. Deine Frage klingt für mich eher nach der Auszahlung eines Pflichtteils. Dies kommt aber erst zum Schluss, denn vorher sind laut BGB noch einige andere Dinge zu beachten.

2. Der Güterstand spielt im Erbfall eine Rolle: Zugewinngemeinschaft oder Gütertrennung? 

3. Zum Erbe gehören ja nicht nur Bargeld oder ein bestimmter Betrag auf einem Konto, sondern auch Sachwerte.

4. Hat der Verstorbene kein Testament gemacht, gilt die gesetzliche Erbfolge. Falls Kinder vorhanden sind, erben der überlebende Ehegatte und die Kinder gemeinsam, d. h., es gibt eine Erbengemeinschaft.

5. Das aber bedeutet, dass niemand alleine über das Erbe verfügen kann und darf!

6. Der Gesetzgeber unterstellt Konsens unter den Erben, was aber kaum jemals der Fall ist. Gemäß BGB kommen prinzipiell nur zwei Dinge in Betracht:

a) Die Erben erzielen eine einverständliche Verteilung des Vermögens oder

b) der Nachlass wird zerschlagen, also verkauft oder versteigert, so dass der Erlös unter den Erben aufgeteilt werden kann. 


7. Man erbt aber nicht nur Vermögen, sondern auch Schulden! Dafür haftet jeder Erbe der Erbengemeinschaft mit seinem Privatvermögen. Hast Du Dir darüber mal Gedanken gemacht?

8. Die sichere Beurteilung eines Erbfalls kann man kaum selbst machen und schon gar nicht der Einschätzung von uns Laien überlassen, die ja - selbst bei bestem Willen - die Sachlage nur aus Deiner kurzen Schilderung kennen.

9. Mein Notar, mit dem ich seit vielen Jahren zusammenarbeite (Erbvertrag, Kaufvertrag für Immobilie, Teilungserklärung inkl. Änderungen, Erbfall (nach dem Tod meiner Frau), neues Testament, Vorsorge- und Patientenverfügung etc.), sagt immer: „Alles, was die Leute untereinander erzählen oder was im Internet verbreitet wird, ist zu 99,9 % falsch, denn das Erbrecht ist viel komplizierter als die Leute denken.“ 

Daher mein Tipp: Wende Dich an einen Notar oder einem Fachanwalt für Erbrecht, um keine Fehler zu machen. Alles andere ist Kaffeesatzleserei und hält sicher in einem immer möglichen Rechtsstreit einer Beurteilung durch ein Gericht nicht stand.

grisu2015 01.07.2017, 00:14

Da gebe ich ramay1418 recht, mit eben 2500€ überweisen ist es nicht getan. Für`s erste reicht aber auch ein Fachanwalt für Erbrecht.

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Die Mitwirkung eines Notars ist hier nicht erforderlich. Die Erbengemeinschaft kann einstimming frei über den Nachlass verfügen.

Es reicht aber nicht das Geld zu überweisen, vielmehr muß die Erbengemeinschaft das Konto im Übrigen auch auf den überlebenden Ehegatten übertragen. 

Wenn die Eltern verheiratet sind, erbt zunächst einmal der Überlebende. Das Konto wird eingefroren, bis das Erbe geklärt ist. Die Entscheidung ob ein Erbschein erforderlich ist, obliegt der Bank. Dafür ist kein Notar erforderlich. Von dem Barvermögen muss dann zuerst die Bestattung gezahlt werden.

sergius 30.06.2017, 10:35

Das stimmt so natürlich nicht: Der überlebende Ehegatte ist bei gesetzlicher Erbfolge neben Kinder nur zu 1/2 Erbe. Alleinerbe wird er nur, wenn das im Testament des Verstorbenen oder in einem gemeinschaftlichen Testament der Eheleute so bestimmt ist. Im Übrigen ist richtig, dass in dem angefragten Fall nicht einfach eine Aufteilung des Bankguthabens verlangt werden kann; vielmehr muss der Nachlass als Ganzes gesehen und von den mehreren anteiligen Erben gemeinsam aufgeteilt und verteilt werden. das geschieht am besten dadurch, dass sich die Erben über die Verteilung friedlich einigen

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Es sollte auf jeden Fall ein Erbschein ausgestellt sein, sonst macht die Bank Ärger.

Hallo,

um Rechtssicherheit zu haben solltet ihr einen Erbschein beantragen.

Es es könnte auch sein, dass die Bank den sowieso verlangt und das Geld separiert bis dieser vorgelegt wird.

Den müsstet ihr über einen Notar beantragen.

LG Shannaragm

du brauchst keinen Notar einzuschalten. 

Gibt es ein Testament?


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