Nachhilfe geben - Tipps & Tricks? :)

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4 Antworten

Fachlich habe ich feststellen müssen, dass es am allerallerwichtigsten ist, dass die Grundlagen beherrscht werden. Sonst wird alles mühsame Quälerei für euch beide. Teile deine Nachhilfestunden so ein, dass ihr immer wieder die schlecht verstandenen Basics trainiert.

Das Training an sich habe ich immer in mehrere Stufen unterteilt:

  • Stufe 1: Lasse deine Nachhilfe eine Hausaufgabe soweit lösen, wie sie es verstanden hat. Dadurch kannst du feststellen, was sie drauf hat und wo Nachholbedarf besteht.
  • Stufe 2: Demonstriere eine Lösung von vorne bis hinten und gib Hinweise auf Stolpersteine.
  • Stufe 3: Löse eine Aufgabe mit der Nachhilfe zusammen. Das geht so: Was würdest du jetzt machen? - ... - Ja, so ist schon ein ganz guter Ansatz. Man könnte dieses oder jenes allerdings noch vereinfachen. Kannst du hieraus schon erkennen, worauf dieses oder jenes abzielt? So in der Art halt.
  • Stufe 4: Fazit, Resumee, Feedback, worauf sollte die Nachhilfe achten, Reflektieren der Stärken und Schwächen, Tipps zur Fehlervermeidung (Probe, Überschlagsrechnung)
  • Stufe 5: (=Stufe 1) a. s. o.

Es ist unerlässlich, dass du häufig deine Nachhilfe loben solltest, falls sie etwas richtig macht oder etwas verstanden hat. Lass dich nicht zum Spielball werden, zum Ich-lös-dir-das Typen.
Halte dich an die Methoden des Unterrichts, selbst wenn du effizientere Wege kennst.

Desweiteren:

  • Immer wenn Formeln angewendet werden können, lasse die Nachhilfe die Formeln anwenden. Beispiel: x² - 9 = 0 kann man durch Umstellen oder durch pq-Formel lösen. Mein Rat: Immer pq-Formel anwenden. Die Nachhilfe hat etwas Handfestes und muss nicht Angst davor haben, einen logischen Schritt zu übersehen. Beispiel 2: 5/9 + 2/18. Lasse die Nachhilfe den Taschenrechner verwenden (falls vom Lehrer gestattet). Nachhilfeschüler wollen x = "riesige Zahlenwolke" da stehen haben und dann nur noch die Zahlenwolke in den Taschenrechner eingeben. Verkneife dir Schmunzeln, wenn sie 1/10 in den Taschenrechner eingeben.
  • Nachtrag zu Stufe 4 (Fehlervermeidung): Hinweis auf die Nützlichkeiten von Skizzen vor dem Angehen einer Aufgabe geben.
  • Gehe nicht nur die Hausaufgaben durch. Gehe auch die Aufgaben durch, die in der Schule gerechnet wurden.
  • Haltet euch nicht zu lange an Aufgaben auf, die beherrscht werden. Wenn von einer Aufgabe, die beherrscht wird, 20 als Haufaufgabe gestellt wurden, reicht das exemplarische Lösen von 2 oder 3 Aufgaben, je nach Zeitanspruch.
  • Frage immer wieder nach, wenn du etwas erklärt hast, ob es verstanden wurde. Teste entgegenkommendes Kopfnicken stichprobenhalber.
  • Wenn du merkst, dass der Magnabeam überlastet ist, schalte einen Gang zurück. Versucht euch zum Beispiel ein paar Aufgaben mit einem Matheprogramm (Excel, Wolframalpha, geogebra) zu visualisieren.
  • Wenn du praktische Bezüge erkennst oder Beispiele aus dem Leben hast, bring sie ein.
  • Wenn möglich, versuche immer bildhaft zu erklären.
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Frag deine Schülerin was für ein Thema sie gerade im Unterricht durchnehmen und wozu genau sie Probleme und Fragen hat. Ich würde dir einfach empfehlen ihre/n Mathelehrer/in nach noch einem Mathebuch für dich zu fragen :D. Ansonsten gibt es auch einige Mathe Internetseiten mit Aufgaben... Kannst ja einfach mal googeln :). Achja und versuch immer freundlich und geduldig zu sein und sie oft zu loben, wenn sie was gut/richtig gemacht hat. Das bringt mehr als sie zu kritisieren wenn sie was falsch gemacht hat.

Du solltest nicht viel Aufgaben suchen und rechnen lassen, sondern dich selbst den theoretischen Grundstoff dazu vergegenwärtigen und die Zusammenhänge selbst begreifen, bevor du Nachhilfe gibst, sonst lohnt es sich nicht. Meistens sind diese Grundlagen nicht begriffen und dadurch können keine Aufgaben gelöst werden. "Sitzt" der Stoff, ist er begriffen, dann reichen 1-2 Übungsaufgaben zum vollständigen verstehen! Also nicht Üben, sondern die Grundlagen rüberbringen!

Wichtig ist auf jeden Fall viel Geduld. Und wenn sie mal was nicht versteht, dann versuch es, ihr nochmal irgendwie anders zu erklären.

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