Nachbarswohnung mE überbelegt, muss ich Nebenkostenabrechnung nach qm akzeptieren?

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5 Antworten

*Überbelegung

Zwar mag es gewisse Ermessensspielräume geben, in der Rechtsprechung hat sich jedoch zumeist die Ansicht durchgesetzt, dass für jeweils zwei Personen ein Raum vorhanden sein sollte und dass für jede Person rund neun bis zehn Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung stehen sollten. Werden diese Werte unterschritten, so kann man von einer Überbelegung ausgehen.*

Quelle http://www.immowelt.de/Recht/Mietrecht/index.aspx?PaGID=7ADF60D48E31483BA44B6CAA932F67C5&CoGID=mietrechtlexikonUeberbelegung

Ob es eine rechtliche Handhabe gegen Überbelegung gibt entzieht sich meiner Kenntnis.


Zur Umlage der NK:

*Als Abrechnungsmaßstab muss die Wohnfläche zu Grunde gelegt werden, wenn im Mietvertrag nichts anderes geregelt ist. Der Mieter zahlt dann anteilig im Verhältnis zur qm-Zahl der Wohnung. Ausnahme: Es handelt sich um verbrauchsabhängige Betriebskosten (z.B. Abwasser, Müllabfuhr) für die entsprechende Messeinrichtungen vorhanden sind. Hier muss der Vermieter verbrauchsabhängig abrechnen.

Der Vermieter muss den Verteilerschlüssel nach Treu und Glauben ändern, wenn dieser grob unbillig ist und einzelne Mieter extrem ungerecht behandelt werden. Es reicht nicht aus, dass der ungerecht behandelte Mieter 50 Prozent Betriebskosten sparen würde (LG Aachen 5 S 70/91, WM 91, 503 und 5 S 58/93, WM 93, 410).


Da solltest du am besten mal beim Mieterschutzbund nachfragen. Meiner Meinung nach, musst man das akzeptieren, auch wenn es ein solches Missverhältnis gibt, wenn der Vermieter es nicht anders als über die Quadtratmeter abrechnen kann.

Dann solltet ihr mal überlegen ob ihr aufgrund der Antwort von anitari nicht mal den Vorstoß bei eurem Vermieter unternehmt, die Wasserkosten nach Personen abrechnen zu lassen:

siehe hier:

Der Vermieter muss den Verteilerschlüssel nach Treu und Glauben ändern, wenn dieser grob unbillig ist und einzelne Mieter extrem ungerecht behandelt werden. Es reicht nicht aus, dass der ungerecht behandelte Mieter 50 Prozent Betriebskosten sparen würde (LG Aachen 5 S 70/91, WM 91, 503 und 5 S 58/93, WM 93, 410).

Ich würde mir selbst mal ausrechnen wie die Kosten für Wasser wären, wenn nach Personen abgerechnet wird und wenn die Differenz sehr gravierend ist, würde ich mich mit dem VM in Verbindung setzen bzw. rechtlichen Beistand einholen.

Angenommen: 800 € Wasserkosten : 130 qm x 65 qm = 400 € Wasserkosten pro Wohnung.

800 € : 6 Personen = 133,30 x 2 Personen = rund 266 € ergibt eine Differenz zur qm Abrechnung von 133 € und das ist schon ein Wort!

Was steht im Mietvertrag über die Abrechnung der Nebenkosten, Quadratmeter, Anzahl der Personen, oder beides? Gegebenenfalls Mietrecht googlen.

warum denn Mehraufwand? Ihr müßt Euch die Wasserechnung zeigen lassen...dann wird gerechnet was ihr im Jahr an den Nebenkosten für Wasser bezahlt habt und den eigentlichen Jahresumsatz dann geteilt durch Eure beiden Peronen im Haushalt. Das ergibt dann den eigentlichen Umsatz und Eure Kosten. Wenn das zu hoch ist, würde ich das vom Mieterschutzbund oder vom Verbraucherschutz mal schön nachrechnen lassen.

Die Nebenkostenbrechnungen vieler Haushalte stimmen nämlich vorne und hinten nicht und man soll wirklich grade hier sehr aufpassen. Also lasst das mal nachrechnen und ihr werdet sicherlich staunen. Viel Glück

anitari 23.07.2010, 15:52

"...dann geteilt durch Eure beiden Peronen im Haushalt." Das ist ja der springende Punkt. Es wird ja nicht nach Personen sondern nach abgerechnet. Demnach zahlen die (noch) 5 Personen in der gleichgroßen Wohnung genausoviel wie die 2 Personen.

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